Entweder – oder

Ich sah das grad im TV so ähnlich, ich fand das witzig. Macht ihr mit? Ich würde mich freuen:

1 Stadt oder Land?
2 Kaffee oder Tee?
3 Hund oder Katze?
4 Schwarz oder weiss?
5 Buch oder E-Reader?
6 Bester Freund oder beste Freundin?
7 Serie oder Film?
8 Sofasitzer oder Esstischplauderer?
9 Bier oder Wein?
10 Einsame Insel oder Partystrand?
11 Fleisch oder Gemüse?
12 Marmeladenbrot oder Müesli?
13 Flip Flops oder Sandalen?
14 Twitter oder Facebook?
15 TV oder Kino?
16 Malerei oder Plastik?
17 Krimi oder Liebesroman?
18 Hochzeit oder wilde Ehe?
19 Natur oder Kultur?
20 Kopf oder Herz?
21 süss oder salzig?
22 lieb oder frech?
23 weich oder hart?
24 Hand oder Fuss?
25 kalt oder warm?
26 gleich und gleich oder unterschiedlich?
27 denken oder fühlen?
28 Mutter oder Vater?
29 Einsiedler oder Herdentier?
30 Wald oder Bäume?
31 stricken oder häkeln?
32 Auto oder Bus?
33 Spaziergang oder Radtour?
34 Morgenmensch oder Nachteule?
35 Entweder oder oder und?

Männliche und weibliche Skandale

Ein Aushängeschild einer christlichen Partei wird zum vierten Mal Vater. Daran ist per se nichts auszusetzen, nur: Die Mutter ist nicht seine Frau, sondern ein einmaliger (?) Ausrutscher. Da hat es der gute Mann mit der christlichen Nächstenliebe etwas zu wörtlich genommen, möchte man spotten – wäre das Ganze nicht so traurig und das in vielerlei Hinsicht.

Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, das sei seine Privatangelegenheit, hätte weder mit seiner Politik was zu tun, noch hätte es uns was anzugehen. Dem möchte ich entgegenhalten, dass es nunmal an mich herangetragen wurde durch die Medien und ich mir dadurch natürlich meine Gedanken dazu mache. Ist so ein Mensch tragbar? Politiker sollten ja gewisse Werte vertreten, sollten für etwas stehen, man sollte ihnen trauen können. Kann man das, wenn es einer auf einer so elementaren Ebene an Ehrlichkeit und Integrität fehlen lässt?

Könnte man hier das Argument „Er ist auch nur ein Mensch/Mann“ gelten lassen? Dass Seitensprünge keine Seltenheit sind, ist Fakt, das müssen wir nicht wegdiskutieren. Eigentlich möchte ich den moralischen Zeigefinger gar nicht so sehr bemühen, aber er regt sich, weswegen ich dieses Feld verlasse und mich einem anderen zuwende. Der Politiker bezeichnet das Ganze als „grossen Fehler“. Da wächst nun also ein Kind heran, dass irgendwann mal lesen kann, dass es sein Dasein einem grossen Fehler verdankt. Eine solche Äusserung öffentlich finde ich mehr als bedenklich, sie ist menschlich dumm und unbedacht. Sie ist für das heranwachsende Leben ein Stempel, den es irgendwann mal an sich entdecken wird – und er wird sich kaum wegwischen lassen. Aber es geht noch weiter. Seiner Frau beichtete er alles erst kurz vor der Geburt. Sie will nun zu ihm stehen. Und er will für das Kind sorgen, er hätte sogar die Vaterschaft anerkannt und die finanzielle Unterstützung geregelt. Wenn man das so liest, klingt es fast so, als ob man nun applaudieren müsste ob der Weitsichtigkeit und Gutherzigkeit des edlen Mannes – dabei hat er nur das Mindeste getan, was man in einer solchen Situation überhaupt verlangen kann. Aber die Medien klopfen ihm fast auf die Schultern, indem sie es eben nicht anprangern, nur so quasi sachlich berichten.

Man denke mal ein paar Monate zurück. Da wurde ein Tunnel eröffnet und eine Frau trug einen Mantel, der nicht ganz vorteilhaft erschien. Wie haben die Medien gezetert und geschrien. Wie haben sie sich über ihren Kleidergeschmack lustig gemacht, sie durch den Kakao gezogen. Dann wurde auch noch über den (viel zu hohen – wovon zahlt sie das? Von zu hoch angesetzten Geldern, die den Steuerzahler schröpfen???) Preis geschimpft. Ein Skandal, könnte man denken, den sich diese Politikerin erlaubt hat. Wie viel besser macht es da dieser Politiker (notabene derselben Partei), der einfach mal fremdgeht, alle belügt, hintergeht und dann auch noch einen grossen Fehler produziert. Immerhin bereut er es ja.

Das Leben ist scheisse

Das Leben ist scheisse
und so ist der Rest.
Wobei es kein Rest ist,
da nachher nichts ist.

Das Leben ist scheisse,
es ist nicht mal fair,
doch Fairness war nie Plan,
man hofft’ es nur sehr.

Das Leben ist scheisse,
ich bin ja schon still,
denn keiner will’s hören,
man hofft lieber still.

Das Leben ist scheisse,
ich hab’ es erkannt,
ich macht dennoch weiter,
Ich hoff auch noch mit.

Das Leben ist scheisse,
mal mehr und mal nicht,
ich geh durch die Jahre,
ich nehme sie mit.

Eine Insel

Ich hätte gerne
eine Insel
nur für mich.

Niemand will was,
niemand braucht was,
keiner spricht.

Keine Sorgen,
auch kein Morgen,
immer jetzt.

Alles weit weg,
nichts erreichbar,
Einsamkeit.

Niemand sieht mich,
niemand hört mich,
nicht mal ich.

Ich hätte gerne
eine Insel
nur für mich.

Gut und schlecht

Oft denke ich, dass ich mein Studium nie absolviert hätte, wäre Facebook damals schon ein Thema gewesen. All die Ablenkungsmöglichkeiten des weltweiten Netzes, die mich doch oft gefangen halten – drum heisst es wohl Netz – es wäre undenkbar gewesen. Auch die Dissertation – viel Zeit ging für den finanzierenden Job drauf, das Kind war sowieso immer da, klein und hilfsbedürftig, das Stipendium war super und eine Ehre – aber: Mit Facebook?? Keine Chance.

Doch dann… ich sitze so hier, habe alles geschafft, möchte Neues schreiben, verzettel mich ab und an. Auf der anderen Seite google ich einen Begriff und kriegen eine Erklärung. Ich sitze hier und kann philosophische Sendungen zu praktisch jedem Thema auf Youtube finden. ich finde Literaturtipps, Hintergründe, Fakten und Theorien einfach auf Knopfdruck. Früher wäre ich dafür in die Bibliothek gerast, hätte Bücher gewälzt, Einträge verglichen, Kopien gemacht.

Ist das Internet des Teufels? Kann es sein. Aber: Es hat auch unglaublich viele Möglichkeiten eröffnet. Ab und an hätte ich sie mir gewünscht, ab und an bin ich froh, hatte ich sie nicht. Das Leben geht weiter. Das ist gut so. Jeder Wandel hat Gutes und Schlechtes. Das ist beim Bestehenden ebenso.

Ein Vogel im Wind

Ein Vogel im Wind,
ein Blatt, das sich dreht.
Ein Geist,
der frei sein will.
Das warst du.

So liebte ich dich,
danach sehnte ich mich.
Weil du
all das warst,
was fehlte.

Doch du flogst,
wo ich stand,
warst frei,
wo kein Weg war
für mich.

Du flogst dahin
und riefst nach mir.
Klagtest,
vom Himmel herab
in die Grube.

Ich schaute hinauf,
und sehnte mich,
spürte Stäbe,
stiess dagegen.

Du flogst weiter,
labtest dich am Sehnen,
ohne je
die Stäbe gespürt zu haben,
die beengten.

Manchmal

Manchmal schaust du nach Licht,
weil das Dunkel erschlägt.

Manchmal schnappst du nach Luft,
weil du zu ersticken drohst.

Manchmal brauchst du Ruhe,
weil alles in dir schreit.

Manchmal suchst du Zuflucht,
weil du dich gejagt fühlst.

Manchmal gehst du den Weg,
weil du keinen andern hast.

Manchmal drückt das Leben,
weil du es nicht tragen kannst.

Manchmal sehnst du dich nach Schlaf,
weil er Erlösung scheint.

Manchmal sehnst du dich nach Schlaf,
weil sonst nichts mehr geht.

Ein Hoch auf die Freiheit, oder: Wieso das Burkaverbot nichts damit zu tun hat

Ein Thema ist in aller Munde: Das Burkaverbot. Stimmen werden laut, es müsste dringend umgesetzt werden, denn als Zeichen der Unterdrückung – als solches werden Burkas hingestellt – seien Burkas nicht mit unseren westlichen Werten vereinbar. Auf welche Werte beruft man sich genau? Mehrheitlich wohl auf zwei: Die Gleichstellung von Mann und Frau (im Sinne von „alle Menschen sind gleich und keiner dem anderen Untertan) und auf die Freiheit (die der Frau wird als eingeschränkt betrachtet).

Für unsere Breitengrade ist das Bild einer von Kopf bis Fuss verhüllten Frau in der Tat eher fremd und der Gedanke, sich freiwillig so zu kleiden, erscheint abwegig. Und: Was wir uns nicht vorstellen können, das kann es nicht geben, woraus folgt: Nie und nimmer tragen diese Frauen das freiwillig, die müssen quasi gezwungen werden dazu. Wer aber zwingt? Als Täter steht schnell der Mann auf dem Tapet, dieser stützt sich auf den Koran, ergo haben wir die zwei Hauptverdächtigen: Religion und Männer. Und die armen Frauen sind die Opfer im Umzug, die sich von beiden unterbuttern lassen. Mit dieser Argumentation spricht man den Frauen jegliche Kompetenz, selber zu denken ab. Es kann nicht sein, dass sie selber den Koran so auslegen und sich für diese Kleidung entscheiden. Es kann auch nicht sein, dass sie für sich in dieser Art Kleidung etwas sehen, das ihnen entspricht. Es muss Unterdrückung sein, denn sonst würden sie mit hochhackigen Schuhen und knappem Mini durch die Gegend laufen.

Ich möchte nicht verneinen, dass es Länder gibt, die sehr patriarchalisch aufgebaut sind, in denen Frauen kaum einen oder keinen Stellenwert haben. Es gibt viele Länder, in denen noch heute Buben die Krone der Schöpfung, Mädchen der vernachlässigbare Abschaum sind, den man genau so behandelt. Dies sind aber bei weitem nicht nur Länder, in denen die Burka an der Tagesordnung ist. Ich möchte aber auch nicht verneinen, dass es Männer gibt, die ihre Frauen in Burkas zwingen. Idioten, die ihre Frauen unterdrücken, gibt es auf der ganzen Welt, die brauchen dazu auch keine Burka. Sie können sich auch an einem zu kurzem Rock, an einem zu grossen Dekolleté, an zu vielen Kilos auf den Rippen oder einem schlecht geführten Haushalt stören und entsprechend reagieren. Wollen wir das auch verbieten? Bloss: Wie erkennt man es auf der Strasse?

Was bei der ganzen Diskussion um das Burkaverbot auffällt, ist, dass es nicht um die Burka an sich geht, sondern nur darum, sie auf unseren Strassen, in unseren Ländern zu verbieten. Was die Frauen dann zu Hause machen, ist egal, das kümmert wenig. Vielleicht so ein bisschen, aber nicht wirklich sehr. Geht es also bei der ganzen Diskussion wirklich um die Rechte der Frau oder aber mehr um unsere eigenen Befindlichkeiten? Ist es nicht viel mehr so, dass uns der Anblick von so viel fremder Kultur so verstört, dass wir uns mit uns selber nicht mehr wohl fühlen? Wie sollen wir darauf reagieren? Wie gehen wir damit um? Was fordert das von uns und wie reagieren wir darauf? All diesen Fragen können wir entgehen, wenn wir das Fremde einfach verbannen. Dann haben wir wieder unsere schöne kleine Welt, die wir kennen und in der wir uns wohl fühlen.

Um der Freiheit willen eine Kleidung zu verbieten, ist in etwa so, wie das Wasser aus dem Swimmingpool zu lassen, wenn man schwimmen gehen will.

War ich zu feige?

War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?

Ich sitze hier
und denke,
was alles sein könnte.

Ich sitze hier
und frage
nach einem Grund.

War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?

Ich sitze hier
und ich weine,
um blosse Tagträume.

Ich sitze hier
und trinke
Schluck für Schluck Wein.

War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?

Ich sitze hier
und sinke
langsam ins Dunkel,
das mich sanft umhüllt.

Sind wir alles Ignoranten?

Schaut man Dokumentationen über Indien, sieht man, dass neben der Schönheit der Natur, der Vielfalt der Götter und der Buntheit der Traditionen vor allem eines vorherrscht: Missstände. Armut treibt Bauern in den Selbstmord, die hinterbliebenen Familien kommen mehr schlecht als recht über die Runden, Mädchen sind unwert, werden entweder gleich abgetrieben oder aber vernachlässigt und so dem Tod anheim gegeben. Kastensysteme sind noch heute vielerorts undurchdringbar, was vor allem für die unteren Kasten ein oft mehr als bedenkliches Leben bedeutet.

Aus diesen Land stammt der Yoga, der in unseren Breitengraden einen Höhenflug erlebt, der seinesgleichen wohl sucht. Ständig öffnen neue Studios ihre Türen, Shops an prominenter Lage mit teuren Yogakleidern, glänzenden Böden und ebensolchen Bildern an den Wänden laden gewillte Yogis ein, sich stilgemäss für die Yogastunde einzudecken. Die ganz ernsthaften Yogis üben nicht nur regelmässig auf der Matte, nein, sie sind schon weiter und belächeln die noch still übenden als Mattenturner. Denn: Yoga ist mehr, Yoga ist nicht nur Sport, es ist eine Philosophie. Mit Werten, Geboten und spirituellen Ansprüchen. Die werden gerne propagiert, jedem, der sie hören will – oder auch nicht – um die Ohren gehauen.

Von Yamas und Niyamas ist die Rede, das erste der ersten ist Ahimsa: Gewaltfreiheit. Das wird besonders gerne auf die Ernährung angewendet: Veganismus ist das einzig Wahre, alles andere übt Gewalt an Tieren aus und ist damit zu verdammen. Die Art und Weise, das den Ungläubigen zu vermitteln ist oft aggressiv und abwertend, vom Gedanken des Nicht-Wertens, der im Yoga ebenfalls sehr hoch angesiedelt ist, merkt man kaum mehr was. Man kann nun mit gutem Willen sagen, dass hier ein Wertekonflikt herrscht und die Gewaltlosigkeit das Nichtwerten übertrifft an Relevanz und drum aussticht. Ob die oft aggressive Art allerdings nicht auch eine Form von Gewalt ist? Das bleibe dahingestellt. Sie gehen so ja gegen Ignoranten vor, sagen sie, der Zweck heiligt wohl quasi die Mittel.

Nun geht, wer ein guter Yogi sein will, gerne zurück zu den Wurzeln. Er reist nach Indien. Mindestens einmal im Jahr, wenn möglich, gerne auch für länger. So mancher mag sich wohl fragen, wie sich das finanziert, doch das geht keinen was an, über Geld spricht man nicht, man hat es nur – auch in der Yogaszene, sonst würden die glänzenden Angebote nicht so ziehen. Oft wird es auch anstrengend verdient, durch Retreats an entlegenen Orten, Workshops rund um die Welt. Der moderne Yogi jettet um die Welt – gibt es eine ökologische Gewalt? Die darf man wohl nicht anführen, schliesslich muss der Mensch ja von etwas leben und wir wollen nicht werten. Aber zurück:

Der moderne Yogi sitzt nun also in Indien und will sich eine Zeit lang den Ursprüngen seiner Lebenswese widmen. Durch die sozialen Medien kann die Welt daran teilhaben und wird Zeuge der enthusiastischen Ausrufe. Es ist die Rede vom „Paradies“, Indien wird als „Wundervolle Heimat“ bezeichnet und alles ist wundervoll, erhaben. Ich sah noch nie Bilder von Obdachlosen, welche die Strassen säumen nachts, hörte nie etwas über die Missstände vor Ort. Dieselben Yogis, die hier also Menschen aggressiv angehen wegen ihrer Ignoranz Tieren gegenüber, propagieren ein Land, das Menschenrechte (und vor allem auch Frauenrechte) noch heute mit Füssen tritt, als Paradies. Als Heimat des Herzens.

Es gibt diese Situation vermutlich in vielen Gruppierungen und bei Menschen verschiedener Überzeugung. Vielleicht sollte man einfach mal die eigenen Werte überdenken und sich fragen, ob man sie wirklich konsequent anwendet… oder nur situativ, wie sie grad ins Bild passen.

Folge deinem Herzen und schiess die Vernunft in die Wüste?

Le coeur a ses raisons que la raison ne connaît point. (Blaise Pascal)

Ich bin oft sehr vernunftgesteuert und doch kommt ab und an die Lust zur Unvernunft. Dann brodelt das Herz über und ich möchte einfach ausbrechen aus der Vernunftwelt, möchte ausprobieren, was geht – und auch, was nicht geht. Ich möchte Grenzen testen und überschreiten. Und ab und an tu ich es. So ein bisschen. Zaghaft. Ab und an lass ich es auch. Dann denke ich, dass ich nur ein wenig mutiger sein müsste, Dinge wagen. Ich schelte mich als zu zaghaft und schaue auf verpasste Gelegenheiten zurück.

Bei all dem Gezeter übersehe ich wohl eines: Es gibt sicher ganz viele Dinge, die ich ganz unvernünftig gemacht habe, einfach, weil sie mir entsprachen. Nur, wenn ich sie getan habe, dann hinterfrag ich sie nachträglich selten und schaue auch nicht mehr so genau, wieso ich sie tat, ob es Herz oder Verstand war, die mich leiteten.

Vielleicht fällt es uns nur mehr auf, wenn wir eine Herzenssache aus Vernunftgründen nicht machen, weil die emotionale Enttäuschung über die verpasste Umsetzung schwerer wiegt, als es die vernünftige tut im umgekehrten Fall. Vielleicht entsteht so ein Bild der verpassten (Herzens-)Chancen. Wenn man nämlich genau aufs Leben schaut, ist wohl selten bei jemandem ALLES vernünftig. Man muss dabei auch nicht nur die grossen Dinge in die Waagschale legen, auch kleine Unvernünftigkeiten zählen und machen Spass. Sie brauchen vielleicht weniger Mut, aber doch das Ausschalten der Vernunft.

Es ist einfach, sich die Unvernunft zu wünschen oder die eingehaltene Vernunft zu betrauern, weil man eine Chance verloren sieht. Unvernunft ist heutzutage besser gestellt als Vernunft. Dieser hängt ein verstaubter Ruf an, sie gehört quasi zum alten Eisen, zu dem, was man besser ablegt, wenn man von heute sein möchte.

Schliesslich und endlich bleibt bei allem Wunsch um die Unvernunft im Leben zu beachten, dass alles im Leben Konsequenzen hat. Diese dauern meist über die einzelnen Handlungen hinaus an und können mitunter – im schlimmsten oder auch besten Fall – das ganze Leben prägen. Alles im Leben hat seinen Preis, auch Vernunft- und Herzentscheide. Die Frage, die sich wohl immer stellt, ist: Bin ich bereit, diesen zu zahlen? Kann ich ihn überhaupt zahlen? Dinge einfach zu tun, ohne nachher die Rechnung zahlen zu wollen oder zu können, ist nicht nur unvernünftig, sondern kann mitunter verheerende Folgen haben. Sicher für einen selber, oft auch für die Menschen um einen. Aber vielleicht ist das auch zu vernünftig gedacht?