Milena Moser: Das Glück sieht immer anders aus (Rezension)

Glück her – aber dalli

Was will ich wirklich? Ich?
Die radikalste aller Fragen einer Frau mit Kindern.

moserglu%cc%88ckMilena ist 50, geschieden, hat zwei tolle Kinder, den Beruf, den sie immer haben wollte, und doch: Irgendwas fehlt. So richtig glücklich ist sie nicht und sie weiss auch nicht genau, wann sie es das letzte Mal wirklich war. Was muss sie tun, um einfach mal wieder glücklich zu sein? Und vor allem: Was will sie überhaupt – für sich. Bislang hatte sie sich diese Frage nicht stellen müssen, sie war einfach für die anderen da gewesen. Sie hat entweder in San Francisco oder in der Schweiz das Familienleben organisiert und fleissig Bücher geschrieben – was man halt so macht als Ehefrau, Mutter und Schriftstellerin.

Das soll nun ändern. Milena plant eine Reise durch die USA. Sie will glückliche Paare besuchen und selber glücklich sein. Sie will lachen, tanzen und sich selber finden.

Ganz auf mich allein gestellt, auf mich zurückgeworfen, würde ich mich neu kennenlernen.

Das Glück sieht immer anders aus ist die autobiographische Geschichte einer Frau, die von aussen betrachtet strahlend, fröhlich und erfolgreich scheint, tief drin aber von Zweifeln und Selbstkritik zerfressen ist. Milena Moser erzählt schonungslos offen von ihrem Gefühl, nie zu genügen, von der Leere nach der Ehe, von ihrer Müdigkeit und auch Orientierungslosigkeit: Wo führt das alles hin? Und: Wer bin ich überhaupt und was will ich im Leben?

Die Reise wird nicht nur einfach, denn erstens lässt sich das Glück nicht auf Knopfdruck finden und zweitens sind Selbstsuchen auch oft mit Rückblenden verbunden, die dem Glück selten zuträglich sind. Trotzdem ist das Buch weder düster noch erschlägt es einen mit Melancholie. Es ist frei von Selbstmitleid und gar nicht weinerlich. Die Sprache ist gut lesbar, der Stil fliessend, man sitzt hin, fängt zu lesen an und klappt das Buch irgendwann am Ende zu. Unterbrechen möchte man es nicht, schliesslich ist man tief in einem Leben drin, in dem man sich doch ab und an auch selber wiedererkennt.

Das Buch wirkte auf mich, als ob die Autorin sich einfach mal alles von der Seele geschrieben hätte, um den Ballast, der sich angesammelt hat, loszuwerden. Eine Technik, die man beim Expressiven Schreiben anwendet, um sich und seinen Prägungen auf die Spur zu kommen und (positiver) weiter gehen zu können. Neben dem Umstand, dass hier ein wirklich schönes Buch entstanden ist, hoffe ich natürlich, dass dies der Autorin geglückt ist.

Fazit:
Eine schonungslos offene, tief gehende und berührende Lebensbetrachtung. Das wohl persönlichste Buch von Milena Moser. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Milena Moser

Milena Moser wurde 1963 in Zürich geboren und absolvierte nach dem Besuch der Diplommittelschule eine Buchhändlerlehre, lebte danach in Paris, wo drei unveröffentlichte Romane entstanden. Zurück in der Schweiz schrieb sie für Schweizer Rundfunkanstalten und verfasste Bücher, welche keinen Verlag fanden, so dass sie kurzerhand zusammen mit Freunden den Krösus Verlag gründete, in welchem ihr erstes Buch Gebrochene Herzen sowie Die Putzfraueninsel erschienen, zweiteres wurde zum Bestseller und später verfilmt. 1998 führte Milena Mosers Weg nach San Francisco, wo sie mit ihrer Familie acht Jahre lebte, danach wieder in die Schweiz zurückkehrte. Milena Moser wohnt in Aarau als freie Autorin und führt in ihrem Schreibatelier Menschen in die Welt des Schreibens ein. Des Weiteren begleitet sich Schulklassen beim Verfassen eines gemeinsamen Romans. 2011 folgte, zusammen mit der Musikerin und Freundin Sibylle Aeberli, der Sprung auf die Bühne, Die Unvollendeten war ein voller Erfolg, ein zweites Bühnenprojekt ist in Planung. Von Milena Moser sind unter anderem erschienen Die Putzfraueninsel (1991), Das Schlampenbuch (1992), Artischockenherz (1999), Sofa,Yoga, Mord (2003), Möchtegern (2010), Montagsmenschen (2012), Das wahre Leben (2013).

Hier geht es zm Interview mit der Autorin.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (10. Februar 2017)
ISBN-Nr.: 978-3423216715
Preis: EUR 10.95 / CHF 16.90

Erhältlich bei jeder Buchhandlung vor Ort sowie online bei AMAZON.DE und BOOKS.CH.

Facebook und die ominösen Andeutungen

Was ich ab und an bei FB so liebe? Menschen, die ein Wort hinschreiben. So ein vieldeutiges. Es können auch viele Worte sein, vieldeutige, die aber irgendwie nichts aussagen, nur was ganz diffus erahnen lassen. So Andeutungen, die keiner versteht. Vor allem keiner, der nichts weiss. Einige wissen vielleicht was. Die zeigen sich dann als Eingeweihte. Sie sind quasi die Insider des Mysteriums.

Fragt man nach, kommt:

Ich will nichts drüber sagen.

Ja mein Gott, ich wollte es gar nicht wissen. Hätte man nix gesagt, wäre keine Frage gekommen. Fragt man nicht, hiesse es, man interessiere sich nicht. Aber:, Wieso also muss man ein diffuses Wort hinschreiben? Was will man damit bezwecken?

Ich könnte jedes Mal kotzen. Und würde am liebsten entfreunden, blocken, durchatmen. Aber. Ich bewahre Contenance. Denke mir „da will sich wer wichtig machen“ und gehe weiter. Aber: Doof finde ich es….und ich verstehe es nicht. Was bringt das demjenigen? Ist das ein Gewinn? Fühlt man sich mysteriös? Man müsste ja denken, andere hätten kein Leben, die würden dann am Computer sitzen und sich die Kopfhaut blutig kratzen beim Versuch, das Rätsel zu lösen?! Sind sie so wichtig? Andere so klein – aus ihrer Sicht? Sympathisch finde ich das nicht.

Was ich noch dazu sagen möchte: Das Verhalten mag doof sein, es unterstützt aber auch noch eine Tendenz: Sich nicht mehr zu interessieren. Man liest Andeutungen, geht drüber weg. Vielleicht auch mal bei wem, dem es schlecht geht, der Hilfe bräuchte. Weil: Man wird durch diese selbstverliebten Mysteriumsbauer darauf trainiert, nicht nachzufragen, weil es schlicht nix bringt, als ein Ego noch mehr aufzubauen. Und DAS finde ich wirklich traurig.

Immer genügen

Ich bin nicht gut genug. Ich pack das nicht. Ich kann das nicht. Ich bin eh zu doof. Ich Pfeife, wieso probiere ich überhaupt, ich werde eh scheitern.

So oder so ähnlich reden wir so oft mit uns. Und nein, das ist noch nicht genug, es geht noch weiter:

Mich erträgt eh keiner. Ich bin so schwierig. Wer will es mit mir bloss aushalten. Ich muss mich anpassen, sonst laufen alle davon. Ich bin übel und die anderen werden es alle bald merken – also: Ball flach halten.

Und so gehen wir durchs Leben und machen es allen recht. Wir versuchen es zumindest und rechnen es uns hoch an. Dass wir damit ständig scheitern, weil es nie allen recht ist, stellen wir uns selber in Rechnung.

Wir haben nicht genügt.

Wir versuchen härter, nehmen uns mehr zurück. Wir wickeln Kinder, hoffahren Ehemänner, schmeicheln Chefs und schreiben auf Twitter und Facebook von unserem ach so tollen Leben, auf Instagram folgt noch das Bild dazu. Wenn genug Likes kommen, haben wir gesiegt, ansonsten geht die Litanei neu los:

Wir haben nicht genügt.

Wie wäre es, wenn wir nur einem genügen wollten: Uns selber? Wie wäre es, wenn wir mal hinhören würden, was wir eigentlich wollen. Wissen wir es überhaupt? Oder ist alles eigene Wollen schon lange begraben von den Wünschen und Bedürfnissen anderer? Und ja, wir kriegen von aussen die Bestätigung für das Begraben:

Mutter opfere dich auf. Es ist dein Kind, es ist deine Verantwortung.

Wir kriegen von aussen die Bestätigung:

Geh arbeiten, leiste was.

Wir kriegen von aussen die Bestätigung:

Verdiene viel, sonst bist du nix.

Wir kriegen von aussen die Bestätigung:

Du bist in einer Beziehung. Da musst du zurückstecken.

Ich propagiere nicht den Egoismus, der über Leichen geht. Ich bin auch dafür, dass Kompromisse sein müssen und ein Miteinander gefunden werden muss. ABER:

Gehen wir wirklich Kompromisse ein oder geben wir uns auf? Welchen Wert hat das eigene Glück und dürfen wir es anstreben? Wie hoch ist der Preis dafür und sind wir bereit, ihn zu zahlen? Wo bleibt man selber, wo hat man sich verloren?

James Patterson: Das 9. Urteil (Rezension)

Ein Serienkiller sorgt für Hochspannung

Pete drückte ab. Die Kugel zischte durch den Schalldämpfer, traf die Frau im Nacken. Sie legte die Hand an die Wunde. Blut spritzte zwischen ihren Fingern hervor. „Mein Baby“, keuchte sie.

patterson9Ein irrer Serienmörder tötet wahllos junge Mütter und deren Kleinkinder. Lindsay Boxer und die anderen Ermittler tappen im Dunkeln, zumal die Polizei von San Francisco gnadenlos unterbesetzt ist und ein in der Dringlichkeit höher eingestufter Fall sie auch beschäftigt: Der Mord an der Frau eines bekannten Filmstars.

Plötzlich geht eine Lösegeldforderung ein: Der Mörder will zwei Millionen Dollar, sonst tötet er weiter. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Der neunte Fall des Women’s Murder Club ist an Spannung kaum zu überbieten. Von der ersten Seite an wird man gepackt und will das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Patterson gelingt es, durch einen geschickten Wechsel zwischen verschiedenen Fällen immer wieder Cliffhanger einzubauen. Des Weiteren sind die verschiedenen privaten Geschichten der vier Frauen des Women’s Murderclub geschickt in die Ermittlungsarbeit eingewebt und sorgen für weitere Spannungsbögen.

Einmal mehr zeigt sich, dass James Patterson sein Handwerk beherrscht. Auch wenn es in den vergangenen Fällen die eine oder andere Flaute gab, ist diese Reihe mit etwas vom Besten, was es im Bereich Thriller gibt.

Fazit:
Beim neunten Fall des Women’s Murder Club schöpft Patterson wieder aus dem Vollen seines Könnens und liefert einen Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite an Spannung kaum zu überbieten ist. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel, Die 7 Sünden, Das 8. Geständnis und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (18. März 2013)
Co-Autorin: Maxine Paetro
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442372331
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

James Patterson: Das 8. Geständnis (Rezension)

Eine explosive Mischung

Es war eine kraftraubende und entmutigende Arbeit. Wir wussten immer noch nicht, ob der Tod des Ehepaars Bailey ein Unfall, ein kombinierter Mord/Selbstmord oder ein Doppelmord war. Klar war nur, dass auch den Experten, die Claire hinzugezogen hatte, nichts eingefallen war und dass die Öffentlichkeit verrückt spielte.

patterson8Ein Ehepaar aus besseren Kreisen wird tot im Bett aufgefunden, allerdings findet niemand heraus, woran die beiden gestorben waren. Der Fall hat für die Polizei oberste Priorität – Befehl von ganz oben, so dass keine Zeit bleibt, dem Mord an einem schwarzen Obdachlosen weiter nachzugehen, zumal dessen Aufklärung sowieso eher unwahrscheinlich erscheint.

Zwar versuchen Lindsay und ihr Partner Conklin, während ihrer Freizeit etwas Licht ins Dunkel zu bringen, aber das reicht Cindy, Lindsays Freundin und Reporterin beim Chronicle nicht. Sie ist empört über das Zweiklassendenken der Polizei und macht sich den Fall zu eigen – sie will den Mörder des Mannes, der auf der Strasse als Heiland verehrt wurde, finden.

Wie gewohnt spielen auch die verschiedenen Privatleben der Mitglieder des Women’s Murder Club verrückt, es wird geliebt, geweint, gebangt. Während man sich immer mehr fragt, ob das mit Joe und Lindsay wirklcih noch was wird, zumal Conklin eine nicht zu verachtende Konkurrenz für Joe zu sein scheint, lässt sich Cindy auf einen Mann ein, der das Potential hat, die Frauenfreundschaften zu durchbrechen.

Der achte Fall des Women’s Murder Club übertrifft die letzten Fälle um ein Vielfaches. Er ist von der ersten bis zur letzten Seite packend, lässt einen kaum atmen beim Umblättern, und das Buch wegzulegen ist keine Option. Gekonnt zieht Patterson seine Fäden, baut Cliffhanger ein, webt langsam Stück für Stück ein Netz, das sich mehr und mehr zusammenzieht, bis alles schlussendlich aufgeklärt ist und man als Leser ausser Atem das Buch weglegt – um möglichst schnell den nächsten Fall zu schnappen und loszulegen. Ganz grosses Kino!

Fazit:
Beim achten Fall des Women’s Murder Club übertrifft sich Patterson selber. Von der ersten Seite an ist man gefangen und legt das Buch erst zur Seite, wenn alles aufgeklärt ist. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel, Die 7 Sünden und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (19. Dezember 2011)
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442372324
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

That’s life

Ab und an denke ich: Es ist ein Scheissleben. Aber das ist es nicht. Es ist einfach, wie es ist. Nie fair, nie einfach, nie gerecht. Mit schönen Momenten, wertvollen Momenten, kleinen Schönheiten am Wegesrand, Hoch-Zeiten – und viel Schwerem. Man muss irgendwie innerlich schaffen, ein Gleichgewicht herzustellen.

Das klingt düster? Das mag sein. Mehr habe ich nicht. Ich habe viele Menschen gehen sehen. Ich stand oft selber kurz davor. Manchmal denke ich, es wäre eine Erlösung gewesen, und doch bin ich froh, hier zu sein. Das Leben ist schön. Es hat viel zu bieten. Und es nimmt viel. Es nimmt einem Menschen, kostet Kraft. Es bring Unsicherheiten. Es macht ab und an Angst.

Und immer geht man weiter. Man hadert, weint, schimpft. Und wenn es hart auf hart kommt, möchte man es behalten. So irgendwie. Vielleicht nicht genauso, wie es ist, aber doch behalten.

Wir können uns das Leben nicht aussuchen. Gewisse Dinge haben wir im Griff, für gewisse können wir kämpfen, einige kommen ungefragt. Und ab und an singen wir Halleluja, ab und an verfluchen wir alles – uns damit.

Am Schluss bleibt wohl nur, herauszufinden: Was liegt in meiner Macht?

  • Kann ich es ändern? Ok, ich ändere es! Alles gut!
  • Kann ich es ändern, es ist aber schwer? Ich mache es oder höre auf, zu heulen!
  • Ich kann es nicht ändern? Ich muss es schlucken und habe zwei Möglichkeiten:
    • ich verfluche das Leben
    • Ich verfluche das, was ich nicht ändern kann, sehe aber, dass es noch anderes gibt.

Mehr habe ich auch nicht. Ich hätte ab und an gerne mehr, glaube aber nicht an die Alles-ist-möglich-Sprüche, weil ich zu wissen glaube, dass es das nicht ist. Wir haben schlicht nur die Möglichkeit, mit dem, was möglich ist, umzugehen. Das ist viel, aber es rettet uns nie vor den Tiefen, die das Leben mit sich bringt.

Ich hoffe und wünsche mir, immer die Schönheiten zu sehen, die das Leben bringt. Sie machen das Leben lebenswert.

Zum Thema hätte ich noch ein bisschen Musik – ein Lied, das ich sehr liebe

James Patterson: Die 7 Sünden (Rezension)

Feuerteufel und Todesengel?

„Lasst uns nicht allein!“
Er sah, wie die Flammen an den Vorhängen emporzüngelten, und hörte die erstickten Schreie seiner geliebten Frau, während die Haustür krachend ins Schloss fiel.

patterson7Eine Reihe von Brandanschlägen fordert mehrere Menschenleben, immer reiche Ehepaare. Lindsay Boxer steht vor einem Rätsel und weiss nur, dass sie bald mehr wissen muss, damit nicht noch mehr Menschen sterben.

Zur gleichen Zeit gibt es neue Hinweise im Fall des verschwundenen Michael Campion, des herzkranken Sohnes eines ehemaligen Gouverneurs. Er soll das letzte Mal bei einer Prostituierten gesehen worden sein, aus deren Haus er nie mehr rausgekommen ist. Als die bildschöne und mädchenhaft unschuldig aussehende Prostituierte ihre Tat gesteht, scheint wenigstens dieser Fall gelöst – bis sie das Geständnis widerruft. Und irgendwo vermutet Lindsay Boxer einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen, nur: Wo?

Zum Glück hat sich Lindsays Privatleben ein wenig normalisiert, fast könnte man es glücklich nennen, wären da nicht Lindsays Zweifel und ihr Zögern. Zudem raubt ihr der berufliche Ehrgeiz jegliche Zeit für ein Privatleben, so dass sie ihren Liebsten, der ihretwegen einige Opfer gebracht hat, kaum sieht, was auf Dauer nicht gut gehen kann. Die wenige Zeit, welche die beiden haben, verbringen sie in detailreich beschriebenen Liebesaktivitäten – hätten sie mehr Zeit, müsste man wohl die Genrewahl überdenken.

Der siebte Fall des Women’s Murder Club ist wieder gewohnt spannend. Von der ersten Seite an zieht er einen in den Bann und lässt nicht los, bis alles restlos aufgeklärt ist. Dass das Ende ein wenig gar überraschend und wenig befriedigend ist, bleibt als kleiner Wermutstropfen zurück. Trotzdem ist das Buch ein wirklicher Pageturner und ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Fazit:
Beim siebten Fall des Women’s Murder Club ist Patterson wieder gewohnt spannend und packend. Von der ersten Seite an ist man im Bann des Buches und legt dieses ungern wieder weg. Sehr empfehlenswert!

Der Autor
James Patterson, geboren 1947, sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“ (siehe auch Der 1. Mord, Die 2. Chance, Der 3. Grad, Die 4. Frau, Die 5. Plage, Die 6. Geisel und Die Tote Nr. 12). Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (15. November 2010)
Übersetzung: Leo Strohm
ISBN-Nr: 978-3442375851
Preis: EUR 8.99 / CHF 13.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH