Siehst du
mich so
wie ich bin?

Liest du
nur so
dich hinein?

Bist du
wirklich
hier und jetzt?

Fühlst du
mich so
wie ich dich?

Willst du
es nur
gerne tun?

Was ist
echt und
was gespielt?

Was ist
echt und
was gefühlt?

Siehst du
mich so
wie ich bin?

Das kam
mir grad
in den Sinn.

©Sandra Matteotti

Das ist mein Haus
und hier mein Boot
und Autos hab’ ich viele.

Erzähl von dir,
wie steht es da?
Und: Hast du auch noch Ziele?

Was bringen die
so finanziell?
Was sollte and’res zählen?

Du hast gar nichts?
Und bist auch nichts?
Was ist das für ein Leben?

Was kümmert mich,
wer du sonst bist?
Kein Geld, das ist wie sterben.

So läuft die Welt,
setzt ihren Wert.
Und: Opfert dafür viele.

©Sandra Matteotti

Theodor Storm (1817 – 1888)

Im Volkston

1
Als ich dich kaum gesehn,
Musst es mein Herz gestehn,
Ich könnt’ dir nimmermehr
Vorübergehn.

Fällt nun der Sternenschein
Nachts in mein Kämmerlein,
Lieg’ ich und schlafe nicht
Und denke dein.

Ist doch die Seele mein
So ganz geworden dein,
Zittert in deiner Hand,
Tu’ ihr kein Leid!

2
Einen Brief soll ich schreiben
Meinem Schatz in der Fern’;
Sie hat mich gebeten,
Sie hätt’s gar zu gern.

Da lauf’ ich zum Krämer,
Kauf Tint’ und Papier
Und schneid’ mir ein’ Feder,
Und sitz’ nun dahier.

Als wir noch mitsammen
Uns lustig gemacht,
Da haben wir nimmer
An’s Schreiben gedacht.

Was hilft mir nun Feder
Und Tint’ und Papier!
Und weißt, die Gedanken
Sind allzeit bei dir.

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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wenn man liebt oder sich sehnt

meine welt ist
nicht glänzend
nicht ständig nur pink und gar
himmelblau strahlend

es gibt da die ganz
dunklen töne die
mitunter auch
das zepter einnehmen

es gibt da so diese
gar düsteren klänge
die statt in dur auch
moll halt verströmen

meine welt ist nicht
jeden tag glänzend
sie malt auch in matt und
dunkelblau – satt

das ist halt die welt die
die meine ich nenne
und wem’s nicht gefällt
der hat dann noch seine.

©Sandra Matteotti

Und dann kam die Zeit
als Menschen verwert-
und austauschbar warn.

Wo nur noch Gewinn,
nur Leistung wert war –
niemals Gefühl.

Und dann kam die Zeit,
als wir uns verlorn
und Leere nur blieb,

weil die Illusion
der Jahre zuvor
im Sande verlief.

©Sandra Matteotti