Eltern – Kinder

Was schuldet man seinen Eltern? Sie haben einen auf diese Welt gebracht, sie haben einen gross gezogen, irgendwie wurde man wohl so, wie man ist, weil man Eltern hatte, die einem Möglichkeiten boten – selbst wenn sie sie nicht boten, hat man sie gefunden, weil es so war, wie es war. Durch ihr Tun oder Nichttun landete man da, wo man ist. Das heisst nicht, dass man nicht selber verantwortlich ist für das, was man heute ist, denn man hat den Weg gewählt. Hat die Möglichkeiten ergriffen, die man angeboten kriegte oder hat sie gesucht, wenn keine da waren – oder es unterlassen.

Was also schuldet man seinen Eltern? Dank? Gibt es eine Pflicht, zurückzuzahlen? Muss man sie lieben, weil sie Eltern sind? Man selber wollte nie auf diese Welt, man wurde hineingeworfen. Da sitzt man nun und ist abhängig von denen, die es taten. Und aus diesem Hineingeworfenwerden in etwas, das man nicht suchte, entsteht eine Verpflichtung auf Lebenszeit? Man schaut hin und denkt logisch und ruft laut „NEIN. Das kann nicht sein!“ Man ordnet die Argumente, alle sagen dasselbe, alle geben diesem Nein recht. Und doch fühlt man es. Man steckt da drin.

Die Schwierigkeit in dieser Sache ist, dass die Art der Schuld unbestimmt ist. Reichen monatliche Besuche? Tägliche Anrufe? Braucht es mehr? Was ist es? Was, wenn man eine andere Meinung hat, die aber nicht geduldet ist, da man ja nur das Kind ist? Wird man je erwachsen in den Augen der Eltern? Auf der einen Seite fordern sie es (Werde endlich erwachsen, mach was aus deinem Leben!), auf der anderen Seite könnten sie damit nicht umgehen (das vorher war ja ein Befehl und die ganz deutliche Aussage, dass das eigene Leben noch nicht so ist, wie es sein sollte und wie es sein sollte, wissen nur sie aus jahrelanger Erfahrung…).

Darf man Eltern hassen? Könnte man es je ohne Schuldgefühle? Wäre es nicht undankbar? Was, wenn einen die Beziehung zu ihnen zerstört? Stetig? Würde man den Kontaktabbruch unbeschadet überstehen? Ohne Schuldgefühle? Ohne den Gedanken daran, was man eigentlich sollte oder zumindest den Zweifel, ob man nicht doch müsste? Was, wenn die Versöhnung nicht mehr gelänge, plötzlich die letzte Stunde ihn verunmöglicht hätte?

Und irgendwann ist man selber Mutter/Vater von Kindern. Und man tut, was man für richtig hält. Und man will daran glauben, dass auch die eigenen Eltern das nach ihrem Dafürhalten Beste taten. Kann man ihnen vorwerfen, dass es nicht so ankam? Wird es einem das eigene Kind je vorwerfen? Wie viele Fehler wird man gemacht haben? Was bleibt zurück beim Kind? Was schuldet es einem? Dank? Zuneigung? Dasein? Einen Anruf pro Woche? Einen Besuch pro Monat? Was, wenn es nie mehr käme? Wie würde man sich fühlen? Könnte man das jemandem antun?

 

Offene Beziehung

Immer wieder lese ich, dass Leute in einer offenen Beziehung sind. Ich frage mich jedes Mal, was das wohl sei, wie ich mir das vorstellen kann. Ist das ein Jekami, alle mit allen, keiner geht leer aus? Was genau ist dann eine geschlossene Beziehung? So etwas wie eine geschlossene Gesellschaft? Nur die Auserwählten können rein, der Rest ist aussen vor. Ob das nicht furchtbar eng wird? Nur der erlauchte Kreis, der in hiesigen Gefielden – soviel weiss ich ja auch – aus zwei Personen zu bestehen hat.

Natürlich ist es nicht eng. Es sind ja noch andere Menschen da. Die sind auch irgendwie drin, nur einfach nicht ganz. Gewisse Teile sind ihnen vorbehalten, die gehören dann dem erlauchten Kreis. Quasi Klassengesellschaft in Beziehungsdingen. Die Menschen erster Klasse kriegen noch etwas oben drauf auf die Beziehung. Das Sahnehäubchen quasi. Der Rest fährt zweite Klasse, die Holzklasse gibt es wohl auch, teilweise schafft man sie aus Zeit- und Nutzensgründen ab.

Was ist denn nun also die offene Beziehung? Kriegen da alle das Sahnehäubchen? Oder nur die zweite Klasse? Geht auch hier das Holz leer aus? Dann wäre sie ja nicht offen, sondern nur teilweise geöffnet? Eigentlich wäre sie genauso zu. Geschlossen für die, welche aussen vor sind.

Was ist denn nun das Sahnehäubchen? Sex. Die, die ran dürfen, kriegen es, die, welche nicht, sind in der Holzklasse. Bei geschlossenen Beziehungen darf nur einer ran – offiziell, meist sind es doch mehrere. Bei offenen dürfen mehrere ran, so ganz offiziell. Das ist wichtig, man zeigt es nach aussen. Ich bin offen, nicht so ein verschlossener Zeitgenosse. Ich klopf auf Holz. Man krebst zurück.

Offen ist in, ist frei, ist modern, geschlossen ist out, ist alt, ist langweilig. Schlussendlich ist es dasselbe. Die Grenzen sind nur verschoben. Es sagt etwas aus, drum will man es melden. Man präsentiert sich mit dem Kriterium und hat eine Botschaft. Wie lautet sie? Ich bin gut, ich habe wen, doch ich habe noch Kapazität? Ich habe den Traditionen abgeschworen, die andern hinken hinter her?

Oder liege ich ganz daneben? Ich bitte um Aufklärung, wer hilft?

Bewusste Sprache

Kürzlich las ich einen Artikel, aus dem der ganze Unmut über den unbedachten Gebrauch des Wortes „Autismus“ förmlich herausschrie. Der Ärger ist verständlich, vor allem, wenn man bedenkt, dass bei dieser Wortwahl die Betroffenen immer und immer wieder in eine Schublade gesteckt werden, in die sie eigentlich nicht gehören, in der sie sich (zu recht) auch nicht sehen wollen. Aufgrund jüngster Vorkommnisse (vielleicht auch schon früher, man nahm es nicht so wahr?) wurde Autismus zu einem Modewort, Politiker verwenden es, um gewisse Verhaltensmuster zu bezeichnen.

Wir benutzen Sprache häufig unbedacht. Würden wir jedes Wort sorgfältig hinterfragen, ob es das genau passende und richtige ist, dann gäbe es kleine flüssigen Unterhaltungen und Alltagsgespräche würden eher unmöglich. Das heisst nicht, dass man unbedacht drauflos reden sollte oder darf, immer mit der Entschuldigung, man schulde es der Konversation. Es hilft immer, sich zu fragen, was man wirklich sagen will und darauf zu achten, dies auf eine möglichst eindeutige Weise zu tun, eine, die genau das ausdrückt, was man sagen will und nichts, was man nicht sagen wollte.

Nun erwartet man von einem Politiker mehr als von einem Menschen im alltäglichen Geplauder. Man erhofft sich eine gezielte und durchdachte Wortwahl. Man erwartet, dass die Menschen, die ihre Sprache für die Öffentlichkeit benutzen, um damit die Belange eines Landes mitzuprägen, diese auch korrekt wählen. Das Bewusstsein dafür ist in den letzten Jahrzehnten sicher gestiegen, wenn man an die ganzen Diskussionen rund um die Political Correctness denkt.

Eine grosse Schwierigkeit des Sprachgebrauchs ist wohl, dass die Sprache sich verändert. Sprache lebt und wächst mit den Menschen, die sie sprechen. Sie nimmt Dinge aus dem Alltag mit und verändert dadurch teilweise das Vokabular, teilweise die Schreibung desselben und oft auch die Konnotation. Sprache und ihre Wörterbücher werden darum auch ständig der modernen Zeit angepasst. Was früher ein Schimpfwort war, ist heute normal. Was früher normal war, ist heute rassistisch. Es gibt Wörter, die im Fachbereich etwas anderes bedeuten als in der Alltagssprache, manchmal sind die Bedeutungen sogar gänzlich verschieden. (Wie es dazu kommt, bedürfte einer ausschweifenden Erklärung, die den Rahmen hier wohl sprengen würde.)

Wie entwickelt sich Sprache? Die Zeiten verändern sich und damit das, was in der Zeit passiert. Der Mensch sieht sich neuen Erfahrungen gegenüber und sucht Worte dafür, um auszudrücken, was er erlebt, um dem Geschehen um ihn eine Sprache zu geben. Dabei greift er auf Assoziationen zurück. Man kennt das aus der Gefühlswelt, die man mit Begriffen der Sinneswelt beschreibt, um sie fassbar, um sie erklärbar zu machen.  Liebe keine Pflanze und Angst kein Kerker, sie lassen sich aber mit solchen metaphorischen Bildern beschreiben.* Der Nachbar, der sich seltsam benimmt, einen vielleicht gar beängstigt, ist nicht zwangsläufig ein Psychopath, aber er legt gewisse Verhaltensweisen an den Tag, die man mit dem Begriff in Verbindung bringen kann. Genauso wenig ist die keifende Ehefrau hysterisch, die ihrem Mann des Seitensprungs wegen den Computer vor die Füsse wirft. Sprachlich aber kürzt man ab und beschränkt sich auf ein Wort, das ganze Welten von Begriffen in sich birgt. Es ist fachlich nicht korrekt, drückt aber alltäglich aus, was man im Moment assoziiert.

Es gibt viele solchen Worte, viele Assoziationen. Sie entstehen aus einer Sprachlosigkeit einer Situation gegenüber und bilden sich aufgrund von einigen Merkmalen, die man mit einem Begriff verbindet, so dass man die neue Situation beschreiben kann. Gerade bei Krankheitsbegriffen oder Begriffen einer Behinderung ist das zweischneidig, weil immer Menschen hinter dem Fachbegriff sitzen, die sich betroffen sehen durch die heute fast schon inflationäreVerwendung des Begriffs.

Ich denke nicht, dass es eine Lösung gibt. Es ist ein sprachliches Problem, das lebendigen Sprachen in einer sich entwickelnden und verändernden Welt innewohnt. Trotzdem wäre es begrüssenswert, wenn der Umgang mit Sprache bewusster würde. Wenn man sich überlegt, was man sagt, bevor man es tut. Es wäre wünschenswert, dass gerade die, welche sich öffentlich äussern, dies auf eine rücksichtsvolle, sachlich und fachlich korrekte Art und Weise täten. Es wäre der Sprache und der Sache gedient, wenn man von plakativ verwendeten Modebegriffen ablassen und neutral die Fakten beschreiben würde. Dann wäre die Gesellschaft keine autistische, sondern eine, die aufgrund falscher Wahrnehmungen auf die falschen Pferde setzt. Korrekt benannte Gesellschaftsprobleme kann man angehen, für die kann man Lösungen suchen. Ein paar in die Runde geworfene Modewörter verunmöglichen jeglichen sachlichen Diskurs und damit auch die Lösungsfindung. Der schöne Nebeneffekt einer bewussteren (und damit auch korrekteren) Sprache wäre: Man könnte damit unnötige Verletzungen von  (in diesem Fall von Autismus betroffenen) Menschen vermeiden. Das allein wäre es eigentlich schon wert.

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*Vgl. dazu Lakoff/Johnson: Leben in Metaphern: Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern

Betrachtungen einer Unpolitischen

Ich lese keine Zeitung. Politik interessiert mich nicht. Ich will all das Leid und all die Mauscheleien überall nicht lesen. Es sind zu viele und ich kann nichts ändern. Was bringt es mir, was bringt es der Welt, wenn ich es lese? Irgendwie kriege ich doch immer viel mit. Zu viel. Die Welt ist ein Dorf und Nachrichten verbreiten sich durchs Buschtelefon.

Heute las ich über eine türkische Feministin und Aktivistin, die von ihrem Heimatland schuldig gesprochen wurde. Sie wird verdächtigt, terroristische Massnahmen unterstützt zu haben. Mir kommt die Weigerung der Türkei in den Sinn, sich des Völkermords an den Armeniern schuldig zu bekennen, die Verantwortung für dieses historische Unrecht zu übernehmen. Ich wunder mich deswegen nicht über das Urteil. Gleichzeitig denke ich, dass ich die Türkei nicht anklagen darf, denn wer ist die Türkei? Nach aussen hört man die Politiker, nach innen sind es ganz viele Menschen, die ihre eigenen Meinungen haben. Wie sehen die aus? Kenne ich sie?

Nun kann man dahin gehen und sagen, die Politik spiegelt das Land und die Meinung der Bürger wieder. Doch wie viele Bürger trauen sich nicht, ihre ehrliche Meinung zu sagen, weil sie Unterdrückung, weil sie Schlimmeres befürchten müssten, täten sie es? Wer oder was ist die Türkei? Was ist ein Staat, eine Nation?

Thomas Mann nannte sich mal einen „Unpolitischen“, er veröffentlichte sogar die Betrachtungen desselben. Ich bin nicht politisch eingestellt(sondern immer menschlich), und doch: Ich stosse immer wieder auf solche Dinge und ich kann es nicht lassen, meine Meinung dazu zu sagen. Oft mit einem unguten Gefühl. Wen klagt man an, wenn man eine Nation anklagt? Es sind nie alle. Es waren nicht alle Deutschen böse und grausam vor vielen Jahren und es sind es heute nicht alle Bürger der Länder, die noch heute Unrecht verüben. Das Problem ist, wenn man Position bezieht, tut man das immer in einer verallgemeinernden Weise. Man klagt eine Grundhaltung an. Dass dabei immer „Unschuldige“ subsumiert werden können, liegt in der Natur der Sache. Deswegen aber zu schweigen, hiesse, all das Unrecht, das passiert, implizit gut zu heissen.

Milena Agus – Nachgefragt

by Heike Bogenberger/dtv
by Heike Bogenberger/dtv

Milena Agus kam 1959 in Genua als Kind sardischer Eltern auf die Welt. Sie lebt heute in Cagliari, Sardinien, unterrichtet an einer Schule Italienisch und Geschichte und betreut ihre schwerkranke Mutter. Von Milena Agus erschienen sind bereits Die Frau im Mond (2009), Solange der Haifisch schläft (2009), Die Flügel meines Vaters (2010), Die Gräfin der Lüfte (2011), Die Welt auf dem Kopf (2013).

Milena Agus erklärte sich bereit, meine Fragen zu beantworten und tat das auf eine sehr liebenswürdige Weise. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.

Woher holen Sie die Ideen für Ihre Bücher? Was inspiriert Sie?

Die Ideen können nur aus der Wirklichkeit entstehen. Zunächst sind die Protagonisten Personen, wobei ein Protagonist auch aus mehreren Personen entstehen kann. Dann erwerben die Protagonisten ein eigenes Leben und bewegen sich selbständig. Im Gegensatz dazu  bleiben die Orte absolut real.

Wann und wo schreiben Sie?
Schreiben Sie einfach drauf los oder recherchieren Sie erst, planen, legen Notizen an, bevor Sie zu schreiben beginnen?

Weil ich an der Schule arbeite und eine sehr kranke Mutter pflegen muss, schreibe ich, wann immer ich kann, ohne Zeitplan. In meiner Handtasche trage ich ein kleines Heft, in das ich meine Ideen schreibe, wenn ich sie habe, auch auf der Strasse. Ich fülle diese Hefte mit Notizen und übertrage sie dann sobald als möglich zuhause auf den Computer, den ich nie dabei habe, obwohl es ein Laptop ist. Eine meiner Regeln ist, im Geheimen zu schreiben. Ich sage nie „Ich kann nicht, weil ich schreiben muss“, dann das käme mir vor, als würde ich mich „als Schriftstellerin aufspielen“. Ich sage dann, dass ich viel zu tun habe, Aufgaben korrigieren, Wäsche bügeln muss und ähnliche Dinge.

Was steckt von Ihnen in ihrem Roman Sottosopra?

Im Roman „Sottosopra“ [wörtlich unten oben, Anm. S.M.] (auf deutsch trägt er soviel ich weiss den für mich schönen Titel „Die Welt auf dem Kopf“) gleichen mir Alice und Annina, aber man könnte sagen, dass sie im Laufe der Geschichte immer mehr das machen, was für sie logisch ist, womit sie sich von mir entfernen.

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub? Wie schalten Sie ab?

Ich bin nicht wirklich ein Schriftsteller. Für mich ist das Schreiben nur ein Vergnügen. Ich lebe von meiner Arbeit als Lehrerin und der Verlag setzt mich nachts nicht unter Druck, wie man es mit den wahren Schriftstellern tut, sondern er lässt mir meine Freiheit und wenn ich glaube, etwas Gutes zu haben, sende ich es ihm. Dabei gibt es keine Ferien, weil das alles Ferien ist! Schreiben bedeutet für mich, in die Ferien zu gehen.

Was muss ein Buch haben, dass es Sie anspricht? Gibt es Bücher/Schriftsteller, die Sie speziell mögen?

 Mir gefallen Bücher, die mit Leichtigkeit (nicht Oberflächlichkeit) von der Schwere des Lebens sprechen. Meine Lieblinge – unter den Italienern – sind Natalia Ginzburg und Italo Calvino.

Wenn Sie sich mit 3 Worten beschreiben müssten, welche wären das?

Wenn ich mich als Schriftstellerin definieren müsste, würde ich sagen, dass ich bescheidene Fähigkeiten aufweise, aber vergnüglich und vielleicht hilfreich bin für diejenigen, die meinen Protagonisten in ihren Niederlagen gleichen, es aber dennoch schaffen, ihr Leben zu leben. Also: bescheiden, vergnüglich und hilfreich.

Ich bedanke mich für diese Antworten!

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und einen herzlichen Gruss, Milena

Jede Zeit hat ihre Sprache

Dass die Sprache sich im Laufe der Zeit ändert, ist nichts Neues. Liest man die Minnesänge des 12./13. Jahrhunderts, so kämpft man sich durch mittelhochdeutsche Wendungen, die oft schwer verständlich sind.

Ich wæne mir liebe geschehen wil:
mîn herze hebet sich ze spil,
Ze fröiden swinget sich mîn muot,
alse der valke enfluoge tuot
Und der are ensweime.
[…]*

Aber nicht nur die Sprache änderte sich, auch ihr Gebrauch. Liest man Goethe oder Schiller, sieht man sich einer oft blumigen, epischen, ausschweifenden Sprache gegenüber. Es ist eine schöne und runde Sprache, die schöne und runde Geschichten erzählt. Sogar in den Gedichten wird nicht immer reduziert, sie fliessen dahin, rund und reimend, in Versformen und im Takt.

Viele der ihnen folgenden Autoren blieben dieser Sprache treu, sie pflegten eine Sprache, auf die Wert gelegt wurde, offensichtlich und explizit, will man ihren eigenen Ausführungen glauben. Thomas Mann bekannte, seine Texte immer und immer wieder umzuschreiben, aus Liebe zur Sprache, aus Sorge zu ihr. Und auch in der Zeit zwischen Goethe und Mann finden sich Sprachliebhaber. Neben der Sprachlichen Schönheit lag in dem Geschriebenen immer auch eine inhaltliche Tiefe.

Der zweite Weltkrieg stellte sicher einen Bruch dar. Theodor Adorno liess verlauten, dass danach keine Gedichte mehr geschrieben werden könnten. Der Grund lag auf der Hand: Wie soll Sprache, wie sie bislang die Welt beschrieb, dem genügen, was passiert ist? Wie soll man mit derselben Sprache, die vorher Liebe, blühende Felder und Wälder beschrieb, dem Grauen dieses Unrechts gerecht werden?

Kulturkritik findet sich der letzten Stufe der Dialektik von Kultur und Barbarei gegenüber: nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch, und das frisst auch die Erkenntnis an, die ausspricht, warum es unmöglich ward, heute Gedichte zu schreiben.**

Natürlich ging das Schreiben weiter, es war auch nicht Adornos Absicht, dieses auszuschalten. Dass aber neue Mittel und Wege beschritten werden müssen, lag auf der Hand. Die Trümmerliteratur wurde geboren. Die Schriftsteller dieser Epoche wollten sich lösen von den hergebrachten Literaturmustern, sie wollten wahr und echt und realistisch sein. Schönschreiberei hatte keinen Platz mehr, Echtheit und Wahrhaftigkeit war gefragt. Die Umsetzung dieser Postulate war nicht immer ganz gelungen,oft griffen sie doch auf die hergebrachten Stilmittel zurück, schrieben noch Sonette und griffen auf die Stilmittel der neuen Sachlichkeit oder auch des Expressionismus zurück. Inhaltlich war die Trümmerliteratur ganz der Beschreibung der Gegenwart nach dem Krieg und der Aufarbeitung der Vergangenheit gewidmet.

Der Krieg rückte in die Ferne, die Inhalte wurden wieder vielfältiger. Wo stehen wir heute? Die Frage, die oft im Raum steht, ist: Was ist gute Literatur? Die Trennung zwischen E und U wie in der Musik schwebt irgendwo in der Luft und wird immer wieder bekämpft. Trotzdem lächeln viele über Pilcher und Konsalik und wollen anderen Ansprüchen genügen – sowohl als Autoren als auch als Leser.

Ist ein Krimi, Thriller, Liebesroman hohe Literatur oder blosse Unterhaltung? Wäre es schlecht, wenn das so wäre? Die malerisch beschriebenen Mord- oder Kussszenen  – hoher Markt- und Unterhaltungswert, wenig literarischer? Das mag durchaus sein, doch wieso soll das eine besser, das andere schlechter sein?

Man kann grosse Literatur vielleicht so beschreiben, dass sie eine Aussage hinter dem Text hat, dass sie tiefer geht, als die blossen Buchstaben es tun. Das macht sie anspruchsvoller als es die reine Unterhaltungsliteratur ist. Das will man nicht immer haben, das ist nicht besser als das andere, aber anders. Solche Kategorien helfen ja auch, für jeden offensichtlich zu machen, was ihn erwartet, so dass man frei nach der jeweiligen Laune und dem eigenen Geschmack wählen kann. Wertungen sind dann überflüssig.

Früher hätte ich bei der Definition von grosser Literatur noch die Sprache hinzugenommen. Ich hätte gesagt, dass sich grosse Literatur durch eine schöne Sprache, Sprachgefühl, Sprachliebe ausdrückt. Ich bin mir bei der heutigen Literatur nicht mehr sicher.

Ich las Kurzgeschichten, Romane, Erzählungen, alle in einem Staccato von Wörtern, Sätzen, Absätzen. Ich las Kapitel, die aus drei Sätzen bestanden, jedes nicht mehr als fünf Wörter. Ich las ganze Erzählungen, die denselben Stil pflegten. Und sie wurden gerühmt. Mir ging beim Lesen der Schnauf aus. Ich kam nie rein, weil der Satz zu Ende war, bevor ich mich einfühlen konnte. Vielleicht bin ich zu langsam. Oder der Text ist zu schnell, zu abgehackt. Nun kann man sagen, die Sprache spiegelt die Zeit wieder. Sie ist insofern ein Kunstmittel und damit eine zweite Ebene im Text. Das könnte man so sagen, damit diese Sprachform rechtfertigen.

Gefallen tut sie mir trotzdem nicht. Mir fehlt das Tragende, mir fehlt, dass ich im Lesen in eine Schwingung komme und in die Geschichte gleite, die mich dann gefangen nimmt. Mir fehlt das Plastische, das Wahrhaftige, das Konstante. Ich hangle mich bei dieser modernen Sprache von Satz zu Satz, bin bei jedem Punkt wieder rausgeworfen, muss beim nächsten grossen Buchstaben wieder andocken, um dann wieder rausgeworfen zu werden. Die Geschichten dahinter wären gut, ich bleibe dran, weil ich wissen will, was wird – und ab und an auch, weil ich nicht einfach wieder aufgeben will. Aber irgendwie fehlt mir was.

Irgendwie fällt für mich die sprachliche Schönheit weg. Alles ist brutal, schnell, kurz. Was ich in Gedichten schätze und liebe, stösst mir beim Roman und in Erzählungen irgendwie auf. Sie sind zu lang, als dass ich mich auf dieses Staccato einlassen will. Ab und an bin ich mir nicht sicher, ob diese neue Sprache in der Literatur, die den Anspruch hat, höher zu stehen als die gefälligen Liebes- und Kriminalromane, nicht einfach daher rührt, sich abheben zu wollen. Einer rühmte es, die anderen sehen das und machen es ihm gleich. Nie mehr über Schachtelsätzen brüten, keine Frage mehr nach Interpunktion, denn nach fünf Wörtern kommt ein Punkt. Der steht da, zeigt den Bruch, weckt auf. Man schaut sich um, ist aus der Geschichte geworfen, taucht wieder auf und  wünscht sich, man wäre unten geblieben.

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*Reinmar: Lieder. Nach der Weingartner Handschrift (B). Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Hrsg. von Günther Schweikle. Stuttgart: Reclam 2002 (=Universal-Bibliothek. 8318.), S.106.

**Theodor W. Adorno: Kulturkritik und Gesellschaft. In: Gesammelte Schriften, Band 10.1: Kulturkritik und Gesellschaft I, „Prismen. Ohne Leitbild“. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977, S. 30.

Leipziger Buchmesse 2013 – Ein Rückblick

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Die Buchmesse Leipzig verzeichnete auch dieses Jahr wieder einen Besucherrekord. An allen vier Tagen waren die Messehallen prall gefüllt, interessierten sich die Menschen für Verlage, Bücher und die Autoren dahinter. Rund 168’000 Besucher sind gezählt worden, da soll noch wer sagen, das Buch sei ein aussterbendes Medium.

Artikel dazu:

Kultur & Medien, 17.3.13

Berliner Zeitung, 18.3.2013

Leipzig Info, 18.3.13

Eine kritische Stimme zur Buchmesse findet sich in der NZZ:

NZZ, 16. 3. 13

Woran erkennt man eine Buchmesse? Der Literaturkritiker Hubert Winkels, neuer Vorsitzender der Jury des Preises der Leipziger Buchmesse (den wir aus stilistischen Gründen für einmal PLB abkürzen), definiert: Wenn viele begeisterte Leser «einen tumultuösen Haufen bilden, dann ist Messezeit». Was diese Definition auszeichnet, ist der euphorische Ton. Buchmessen verführen alle Beteiligten dazu, sich und ihre Passion herrlich wichtig zu nehmen. Das gilt letztlich wahrscheinlich weniger für die Leser als vielmehr für die Autoren, die Verleger und – die Kritiker.

Sie fährt weiter in einem eher sarkasischen Ton:

Noch keinen ganzen Tag war die Leipziger Buchmesse 2013 alt, da hatte der Literaturbetrieb sich schon dreimal selbst ausgezeichnet

Ebenso kritisch und sehr pointiert meldet sich Silke Buttgereit von die Webagentin zu Wort:

Leipzig war die Messe einer Branche, die sich in den letzten 10 Jahren vom eingebildeten Zentrum des Weltgeschehens zum gefühlten Arsch der Welt bewegt hat – und die sich dieser Erkenntnis nicht mehr verschließt. Leipzig war eben nicht Liebesspiel mit Zuschauern, sondern Komm, wir spielen nochmal Messe! – allein, uns fehlt der Glaube.

Sie bezeichnet die Lobeshymnen der Medien als „müde Metaphern“ und sieht wirkliche Neuerungen nur noch in der elektronischen Welt, nicht mehr im Büchermarkt gegeben.

Die Stimmen, die ich von Besuchern las, waren voller Freude, sie waren voller Begeisterung und sowohl Autoren wie auch Besucher nahmen für sich schöne Momente, gemeinsame Momente mit.

Wo also liegt die Wahrheit? Ist die Büchermesse eine Plattform von gestern, als die sich Produzierenden  Nabel der Welt waren (waren sie das je?), während sie heute nur noch müder Abklatsch dessen sind? Oder ist sie eine Plattform für die, welche gemeinsam ihrer Leidenschaft frönen wollen? Für die, welche ihre Bücher promoten  und die, welche dies live erleben wollen?

Messen sind nicht neu und nicht auf die Welt der Bücher reduziert. Es gibt sie in allen Bereichen und allen Grössenordnungen. Das Rad wird man hier kaum mehr neu erfinden, wirkliche Innovation nicht suchen müssen. So lange aber am Schluss alle Seiten zufrieden auf die Veranstaltung zurück schauen, so lange eine solche Veranstaltung solchen Zulauf verzeichnet und künftige Messen schon freudig erwartet werden, scheint das Format durchaus Daseinsberechtigung und Potential zu haben.

Für Innovation muss man vielleicht auf zu neuen Ufern, das scheint aber nicht der Anspruch solcher Messen zu sein und das ist auch gut so. Gewisse Dinge bewähren sich und dürfen bleiben, wie sie sind. Und: Nach der Messe ist immer vor der Messe. Ich freue mich drauf.

Darum soll zum Abschluss die FAZ zu Wort kommen:

Rekord in Krisenzeiten: Die Leipziger Buchmesse lässt sich weder vom Vormarsch der E-Books noch von Unkenrufen beunruhigen und zelebriert mit Erfolg und Publikumszuspruch die Lust am Buch.

Mein Kind ist hochbegabt und super intelligent

Kinder müssen heute in Schubladen passen. Für jedes Lebensjahr gibt es Tests, die bestätigen (oder eben nicht), dass das Kind ganz normkonform heranwächst. Auf den Monat genau kann man Grösse und Gewicht statistisch einordnen, sieht, ob das Kind nun Puzzles zusammen setzen oder Papa sagen können muss. Ist es drüber, hüpft die Mutter, ist es drin, schnauft sie laut auf. Ist es drunter, welche Plage, was nicht sein kann, darf nicht sein.

Was sind wir froh, gibt es all die Therapien, man könnte das System auch Anpassungsmaschinerie nennen. Was nicht passt, wird passend gemacht. Zwei Jahre alt und noch keine 10-Teil-Puzzles? Ergotherapie. Drei Jahre alt und noch kein ganzer Satz? Logopädie! Und wenn das Kind, das unbedingt hochbegabt sein muss mit 4 noch nicht schreiben kann, finden wir sicher ne Therapie, die auch aus diesem Kind eine Lesegranate macht. Und wenn nicht – dann ist es seine herausragende Personalität, die es verhinderte.

Bevor es nun kommt und mir zum Vorwurf gereicht: ich bin garantiert nur neidisch. Mein Kind ist weder super intelligent noch hochbegabt. Er sprach recht spät, er liest kein Buch (mich gruselt es ja selber) und ob er Puzzles endlich begreift und nicht die glatten Kanten an die Noppen und Einbuchtungen zur Überprüfung hält, wage ich gar nicht mehr auszuprobieren. Den Vergleich mit anderen Kindern habe ich längst aufgegeben, da mich das Ganze eh nicht interessiert. Ich weiss – Schande über mich – auch nicht mehr, was er als erstes Wort gesagt hat und wann es war, geschweige denn, wann sein erster Zahn wackelte und wo der nun ist. Da ich noch nicht im Alter bin, mir ein drittes Gebiss zu fertigen, habe ich auf Aufbewahrung desselben verzichtet.

Ich bin eine Minderheit. Und ich kämpfe hiermit um meine Rechte. Um mich herum sind lauter therapierte hochbegabte Intelligenzbestien von Kindern. Ich habe hier ein lesefaules, ab und an denkfaules, durchaus smartes Schokoladenkind an meiner Seite. Dass ich ihn Schokoladenkind nenne, hat nichts damit zu tun, dass er zuckersüss sein kann (Betonung auf kann, er kann auch sehr sauer aufstossen und alle ungeniessbaren Register ziehen), sondern an einem Übernamen, den er wegen seines Namens erhielt: Schöggu – Berndeutsch für Schokoladenbub. Er mag es nicht, ich finde es süss (sprichwörtlich). Und obwohl ich süss nicht mag, liebe ich ihn. Sehr. Er ist nicht hochbegabt. Auch nicht super intelligent. Aber er hat Witz, er hat Charme, er hat ein immens grosses Herz, einen viel zu sturen Kopf (ganz die Mama), Temperament (dito) und eigene Ideen (ebenfalls dito). Er wird seinen Weg machen. Auf seine Weise. Ich bin unendlich stolz auf ihn! Schubladen gehören in Möbel, sicher nicht in Kinderseelen.

Denken als Sein

Ich denke, also bin ich. (René Descartes)

Wer ist das Ich, das denkt? Indem dieses Ich denkt, ist es, existiert es. Es existiert nicht nur als Sein, es existiert als Ich. Das Denken gestaltet das Ich, dieses steuert  das Denken.

Was ich denke, bin ich – wie ich bin, denke ich.

Denken als Gespräch mit sich selber. Einer spricht, einer hört zu, gibt Antwort, ein Diskurs im Ich. Das Abwägen von Argumenten führt zu Entscheidungen, welche das eigene Handeln anleiten.

Was ich denke, lässt mich handeln.

Durch das Handeln (auch sprechen und Kommunikation allgemein sind Handeln) interagieren wir mit unserer Umwelt. Wir wirken auf sie ein, sie wirkt auf uns ein. Unser Denken verändert sich durch neue Einflüsse.

Wie ich handle, betrifft mein Denken.

Erneutes Denken und Abwägen hilft, den eigenen Platz in der Umwelt zu erfassen, das eigene Sein unter anderen zu sehen und zu gestalten.

Ich denke, also bin ich ich.

Oft handeln wir, ohne zu denken. Lassen uns leiten, folgen alten Mustern. Wir lassen uns treiben und erschrecken darüber, wo wir landen. Nur wenn wir selber denken, können wir auch dahin gelangen, wo wir hin wollen. Ab und an versperren Hürden und ganze Berge die Sicht. Der Gedankenfluss stoppt, weil Geröll die Leitungen blockiert. Man muss nicht jeden Stein alleine tragen, ab und an braucht man dazu Hilfe.

Denken

Gedanken fliessen
ständig
spiralförmig
ohne Unterhalt
von einem
zum andern
wie ein springender Brunnen
sprudelnd
schäumend
in sich versinkend.
(S.M.)

Blogger-Themen-Tage – ein Fazit

Die letzten drei Tage waren den Blogger-Themen-Tagen gewidmet. Es waren wunderbare Tage mit wunderbaren Themen. Das klingt schräg? Wie können Themen rund um Behinderung wunderbar sein? Es waren echte Tage. Ich habe selten so viele offene und ehrliche Artikel gelesen wie in den letzten drei Tagen. Ich habe selten so viel Mitgefühl und positive Stimmung erlebt wie in den letzten drei Tagen. Und es war wunderbar zu sehen, wie Menschen zusammen kamen und schrieben, sich öffneten, etwas preis gaben von sich und ihrem Denken.

Dem Thema Behinderung haftet so vieles an. Und selten ist es positiv. Behinderung klingt nach Trauer, nach Versagen, nach Verlierer, nach Kampf, nach Randgruppe und Minderheit. Es klingt nach Wegschauen, Ignorieren, Nicht-Wollen. Und genau das fehlte alles. Es war vielleicht ab und an Nachdenklichkeit dabei – doch was gibt es Besseres als Nachdenken? Nachdenken heisst Hinterfragen. Heisst, etwas in Frage zu stellen, was einfach so da steht mit all seinen negativen Nebenklängen.

Wenn ich eines gesehen habe in diesen drei Tagen, ist es, dass ganz viele Menschen sehr viel zu sagen haben. Und es sind Menschen, die Gefühle haben und sich trauen, sie zu zeigen, sie zu beschreiben. Es sind Menschen, die eine Sprache haben, Gefühle lesbar und damit verständlich zu machen. Und es sind Menschen, die diese Welt viel lehren können. Ab und an überkam mich das seltsame Gefühl: Waren das wirklich die Behinderten in unserer Gesellschaft?

Heute gelten die Menschen als normal, die funktionieren, in Schubladen passen, die an Massstäbe gebunden sind, welche man nach Jahreszahlen und in Perzentilen messen kann. Ihr Kind ist 5 Jahre alt? Es muss so und so schwer und gross sein, dies und das können. Passt das nicht, ist ihr Kind zumindest abnormal – zur Behinderung ist es ein kleiner Schritt. Es folgen Therapien, welche nur eines zum Ziel haben: Alles passend für die Schublade zu machen. Glückt die Therapie, läuft das Kind später im Gleichschritt. Altersgemäss und normgerecht passend. Therapie geglückt, Mensch platt gemacht möchte man sagen und weiss, dass man damit verspottet wird. Gegen die Norm auflehnen geht nicht. Sie basiert auf Studien und Wissenschaften. Und die müssen schliesslich recht haben.

So oder so – in den letzten Tagen las ich viel über Menschen, die in keine Schublade passten und dies in wunderbaren Worten beschreiben konnten. Ich las von ihrem Kampf im Leben und ich las davon, dass sie lebten – und leben gelassen werden wollten. Der Kampf um das eigene Leben wie es ist, ohne Zwang und Druck von aussen, passend gemacht zu werden. Der Kampf, wahrgenommen zu werden, wie man ist, ohne in Schubladen gepresst zu werden. Wann hört er auf?

Ein weiser Mann sagte einmal zu mir: Sie sind ein Schmetterling unter Maulwürfen. 90% der Menschen dieser Welt sind Maulwürfe. Sie wollen Sie in ihre Höhle ziehen, weil die Höhle normal sei. Wenn sie in die Höhle wollen, werden sie nie glücklich. Breiten sie die Flügel aus und fliegen sie so hoch sie können. Es ist nicht einfach. Es sind viele Maulwürfe, die einen in die Höhle zwingen wollen. Für sie passt diese Höhle, sie sollen da leben.  Zum Glück gibt es ein paar Maulwürfe, die sehen, dass auch Schmetterlinge in diese Welt gehören. Und es gibt andere Schmetterlinge, die einem zeigen, dass fliegen schön ist.

Martina: „Im Gefängnis der Anderen“

Dieser Gastbeitrag von Martina wird im Rahmen der Blogger-Themen-Tage zum Thema Behinderungen, Medien und die Gesellschaft geschrieben. Ich möchte Martina an dieser Stelle für Ihre Offenheit danken, mit der sie ihren Weg mit uns teilt und für ihr Vertrauen, dass sie dies in meinem Blog tut. 

Im Gefängnis der Anderen

Damals als Kind habe ich gelernt auszuhalten, eine Fremde unter Fremden zu sein. Mit einer zweiten Haut habe ich nach außen Erwartungen entsprochen, mein Inneres habe ich verborgen und war auf der Suche. Auf der Suche nach dem, was für mich richtig war. Denn ich fühlte mich immer falsch.

Die Menschen um mich herum hatten ihre Maßstäbe, nach denen ich mich entwickeln sollte. Ob diese Maßstäbe mir angemessen waren, war nicht maßgeblich. Da ich in der Welt der anderen leben musste, bemühte ich mich darum, ihren Anforderungen zu entsprechen. Bis ich nicht mehr konnte. Ich wurde in meine Welt zurückgeschleudert, weil es in der Welt der anderen nicht wirklich einen Platz für mich gab.

Ich suchte weiter um einen Platz für mich, in meiner Welt. Das dauerte 13 Jahre. 13 Jahre, in denen ich auf die Unterstützung und Diagnosefähigkeit von Ärzten und Therapeuten angewiesen war. In denen ich von Amt zu Amt ging. Ich suchte und kämpfte immer weiter, weil der Eindruck in mir blieb, dass meine Welt in der Welt der anderen nicht wirklich ankam, sie mich nicht wirklich verstanden. Ich sah mich eingesperrt in ihren Aussagen, Diagnosen und Empfehlungen, die Teilbereiche von mir betrafen, aber mich nicht als ganzen Menschen wahrnahmen.

Dieses Gefängnis löste sich auf, als ich mit 46 Jahren die Diagnose „Asperger Syndrom“ erhielt. Ich bin ganz und ich bin frei, denn ich bin mir nicht mehr entfremdet.

Heute wünsche ich mir besonders für autistische Kinder, dass sie einen solchen Weg nicht mehr gehen müssen. Ich wünsche mir eine Welt, die als „unsere Welt“ bezeichnet wird. In der sich alle Menschen offen und unvoreingenommen begegnen können.

Die öffentliche Berichterstattung ist hier ein wichtiges Hilfsmittel. Aber solange es Berichte gibt, in denen autistische Menschen aufgrund von Vorurteilen, die auf oberflächlichen Teilkenntnissen beruhen, für eine gewinnbringende Schlagzeile benutzt werden, wird dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Solange werden wir immer wieder aufs Neue entfremdet, behindert und eingesperrt.

Deshalb bitte ich Berichterstatter, dass sie nicht nur Oberflächliches von sich geben, sondern bei ihrer Recherche wirklich suchen und nicht aufgeben, bis sie die Wahrheit mit gutem Gewissen veröffentlichen können.

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Das komplette Programm findet sich hier: Programm der Blogger-Themen-Tage

Wir werden ihm nicht helfen

„Wenn ihr Sohn nun auf die Welt kommt, werden wir ihm nicht helfen. Er wird dann einfach sterben.“

Als ich diese Worte höre, liege ich in einem Spitalbett, bin in der 20. Schwangerschaftswoche und blicke auf die Gesichter von 10 Ärzten, die – teilweise zu Studienzwecken – um das Bett verteilt stehen.

Die Schwangerschaft war von Anfang an schwierig, stand immer auf der Kippe. Eine Frühgeburt war mehr Wahrscheinlichkeit denn blosse Möglichkeit. Mit diesem Wissen im Hinterkopf kamen viele Gedanken auf: Was, wenn das Kind viel zu früh auf die Welt kommt? Wird es gesund sein? Die Aussicht auf ein gesundes Kind ist kleiner, je früher es auf diese Welt kommt. Körperliche Gebrechen, nicht ausgebildete Organe, geistige Beeinträchtigungen. Alles ist möglich und das in allen Schweregraden.

Ein behindertes Kind war nicht das, was ich mir gewünscht hätte. Und ja, hätte ich vor der Schwangerschaft wählen können, ob ich ein gesundes oder ein behindertes Kind haben möchte, dann hätte ich mich für das gesunde entschieden. Ich denke, damit stehe ich nicht alleine. Die Gründe sind vielfältig. Hauptgrund wäre sicher, dass es mich traurig gemacht hätte, zu sehen, was meinem Kind nicht möglich sein wird im Leben, mit welchen Einschränkungen es leben muss. Ich hätte Schmerz empfunden über seine Stellung in dieser Welt, in der behinderte Menschen noch immer teilweise ausgeschlossen, ab und an gar verstossen sind. Und ich hätte mich wohl auch schuldig gefühlt, dass ich diesem Kind keine besseren Bedingungen mit auf den Weg geben konnte und dass ich es nicht vor allem beschützen kann.

Ich habe bewusst auf Fruchtwasseruntersuchungen und ähnliches verzichtet in der Schwangerschaft. Die Nackenfalte war über dem Normalen, mehr wollte ich nicht wissen, zumal die ganzen anderen Probleme auch noch waren, das Risiko so schon gross war, das Kind zu verlieren. Das war mein Kind, es wuchs in mir, es gehörte zu mir. Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, es aufzugeben, es sterben zu lassen. Damit verurteile ich niemanden, der so entscheiden würde, dies war mein Weg, der für mich stimmte.

Und nun liege ich also mal wieder im Spital. 20 Wochen Schwangerschaft liegen hinter mir, 20 noch vor mir. Es sieht nicht gut aus. Die Wehen setzen immer wieder ein, die Plazenta löst sich ständig an allen Ecken und Enden – eine Totalablösung wäre das Ende. Käme das Kind nun auf die Welt, wären alle mir vorher ausgemalten Möglichkeiten realistisch: Herzfehler, zu wenig ausgebildete Organe, geistige Behinderung.

Vor kurzem hat die Ethikkommission eine Grenze gesetzt, ab wann Frühgeburten lebensrettenden Massnahmen geholfen werden soll und unter welcher man sie sterben lässt. Wir sind noch vor dieser Grenze. Die Ärzte kommen zur Visite, stellen sich rund um mein Bett und sagen den Satz, der mir noch heute im Kopf nachhallt:

  „Wenn ihr Sohn nun auf die Welt kommt, werden wir ihm nicht helfen. Er wird dann einfach sterben.“

Wieso? Weil ein totes Kind besser ist als ein Behindertes? Ist ein behindertes Kind die Mühe nicht wert, es am Leben zu halten? Dass es Überlebenschancen gibt, weiss man, es haben schon viele Kinder dieses Stadium überlebt, wenn auch oft mit Beeinträchtigungen im späteren Leben. Das mag sein. Doch sind sie weniger wert deswegen? Abtreiben dürfte ich ihn nicht (was ich sicherlich nicht wollen würde), das wäre Leben vernichten, aber sterben lassen dürfen ihn die Ärzte (sie haben das Recht dazu – wer gibt es ihnen?), weil sie befinden, er sei nicht wert zu leben, nicht wert, gerettet zu werden.

Mein Sohn kommt 12 Wochen später mit einem Notkaiserschnitt zur Welt und landet direkt im Brutkasten. Ausser ein paar Startschwierigkeiten, die normal sind, geht es langsam aufwärts, er darf nach einem Monat nach Hause. Beim Abschiedsgespräch wird mir geraten, ihn gleich für verschiedene Therapien anzumelden, da man wisse, dass Frühgeburten verschiedene Schwierigkeiten und Defizite hätten, denen man so gleich vorbeugen könne. Ich habe dankend abgelehnt und beschlossen, mein Kind so anzunehmen, wie es ist und dann zu reagieren, wenn es wirklich den Bedarf hat, nicht darum, weil er nach Statistik in eine Schublade gehören würde.  Wir sind bis heute gut gefahren damit.

Ich bin unendlich dankbar für dieses wunderbare Kind, ich bin mir bewusst, dass wir sehr viel Glück hatten. Der Weg war nicht immer einfach, aber er war jeden Schritt wert. Das grösste Glück ist, dass er lebt. Das ist unbezahlbar.

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Dieser Beitrag wird im Rahmen der Blogger-Themen-Tage zum Thema Behinderungen, Medien und die Gesellschaft geschrieben. Das komplette Programm findet sich hier: Programm der Blogger-Themen-Tage

Schweizer Unis: Geld oder Unabhängigkeit

«Wir appellieren an die Leitung der Universitäten und an alle Bildungsverantwortlichen im In- und Ausland, dem kostbaren und von der Verfassung geschützten Gut der akademischen Freiheit und Unabhängigkeit Sorge zu tragen und das wissenschaftliche Ethos nicht mit problematischen Kooperationen zu gefährden.»

27 Professoren aus dem In- und Ausland stellen eine Streitschrift mit dem Titel „Zürcher Appell“ ins Internet. Sie sorgen sich um „das akademische Ethos“ und sprechen von „fragwürdigem Universitäts-Sponsoring“. Was ist geschehen?

Die UBS hat 100 Millionen an die  an die Uni Zürich gespendet, um damit ein „UBS International Center of Economics in Society“ zu finanzieren. Zwar blieben die Details des Vertrags geheim, doch wurde versichert, dass die UBS keinen Einfluss auf Forschungsinhalte hätte. Die Verfasser beklagen die mangelnde Kommunikation und dass niemand – weder Bevölkerung noch Unilehrkörper – gefragt worden sei, ob man das überhaupt wolle. Zudem befürchten sie, dass damit die Unabhängigkeit der Forschung beeinträchtigt sei (n könnte).

Drittmittelgewinnung ist nichts Neues an Universitäten. Dabei fällt es gewissen Fachrichtungen leichter, an solche zu gelangen als anderen. Die Zahlungsfreude hängt mit der wirtschaftlichen Brauchbarkeit des Studienganges zusammen. Das zeigt schon mal, dass die Zahlungen nicht ganz unabhängig und frei von irgendwelchen Hintergedanken sind. Meistens vertreten Geldgeber Eigeninteressen, welche aber unterschiedlicher Natur sein können – Gewichten möchte ich die an dieser Stelle nicht.

Die verfügbaren Gelder sind oft Streitthema zwischen Professoren. Wenn sie zu verteilen sind, versucht jeder, das grössere Stück vom Kuchen abzukriegen. Das führte schon zu grossen internen Zerwürfnissen innerhalb von Projekten. Eigentlich schade, aber es zeigt, dass auch an Unis nur „normale Menschen“ sitzen, die genau gleich funktionieren wie die in der Privatwirtschaft es tun. Und natürlich ist das eigene Forschungsprojekt immer näher und damit wichtiger. Zudem ist das Geld knapp und man weiss, dass man nur zu leicht leer ausgeht. Wo Mangel ist, herrscht Kampf ums Überleben.

In anderen Ländern ist es teilweise üblich, dass Firmen Doktoranden übernehmen, sie ihren Fächern gemäss einsetzen und diese dann innerhalb ihrer Tätigkeit ihre Doktorarbeit fertig stellen. Auch das wäre ja bei Lichte betrachtet ein Einmischen von aussen in die Forschung. Die Forschungsergebnisse stehen immer unter dem Patronat der Firma, die forschen lässt. Zuviel Einfluss? Wie steht es mit den Rechtsgutachten von Jusprofessoren? Sind die immer völlig unabhängig?

An der Uni Basel findet am 6. März 2013 eine Podiumsdiskussion zur Hochschulfinanzierung mit dem Titel „Wer finanziert mein Studium? statt.Die Kantone diskutieren momentan intensiv, wie die nächste Periode bezahlt werden soll. Die Erhöhung der Studiengebühren steht ebenso zur Debatte wie private Förderung, Drittmittel. Die Frage bei der letzteren ist halt immer, dass meist nur die Studienrichtungen am offenen Geldhahn stehen, welche für  Wirtschaftsunternehmen interessant sind. Gerechte Verteilung und freie Forschung sieht anders aus. Freie Forschung auch. Wo liegt die Lösung?

Private Gelder sind nicht per se ein Problem. Die Universitäten müssen sich irgendwie finanzieren und alles auf Studenten abzuwälzen würde den Zugang für finanziell schwächer Gestellte erschweren und damit zu einer Ungleichbehandlung aufgrund von Einkommensverhältnissen führen (was man unter Umständen mit Steuergeldern wieder ausgleichen müsste, so dass dann indirekt doch der Staat aufkäme). So gesehen wären private Gelder sicher willkommen. Um eine Einmischung in die Forschung zu vermeiden, könnte es helfen, dass die Gelder direkt in Forschungsunabhängige Stiftungen einbezahlt würden, die dann der ganzen Uni zur Verfügung stünden, so dass sie je nach Bedarf inneruniversitär verteilt werden könnten. Dass dies zur Frage nach dem wirklichen Bedarf führen wird, liegt in der Natur der Sache. Ebenso wird eventuell das Interesse der privaten Sponsoren abnehmen. Wenn jedoch so unter dem Strich mehr Geld bleibt, als wenn gar nichts käme, dieses fairer verteilt ist und die schlechten Gefühle und Bedenken wegfallen, könnte das durchaus eine gute Lösung für alle sein.

 

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Dieser Artikel wurde durch einen Artikel des Tagesanzeigers vom 1.3.2013 angeregt: UBS-Millionen: Professoren fürchten um die Unabhängigkeit der Universitäten

Vom Speckvegetarier zum liberalen Käsefreund

„Mama, hat es da auch was drin, das nicht vegetarisch ist?“

Diese Frage stellte mir mein Sohn gestern beim Nachtessen. Auf dem Teller lag ein Gemüsecurry und Reis. Und es war wirklich lecker, was er auch sagte, aber eben: Es hatte kein Fleisch drin.

Vor kurzem verkündete ich vor versammelter Mannschaft: Ich mag kein Fleisch mehr essen. Ich war 20 Jahre Vegetarierin, begann dann vor einigen Jahren, dieses zu schätzen und auch zu geniessen, ass es in Mengen und war froh, diesen Genuss wieder zu haben. Der Genussfaktor hielt nicht lange, bald merkte ich, dass das im Essen, was am wenigsten schmeckte, das Fleisch war – einzige Ausnahme: Speck. Den liebte ich heiss – in allen Gerichten diente er als Ölersatz und Geschmackträger und -bringer. Auf Speck verzichten? Keine Chance.

Ich nannte mich Speckvegetarier und kochte aber weiter wie bisher – schliesslich bin ich umgeben von Fleischfressern. Zudem ist es bequem, in alten Kochmustern zu verharren. Doch je länger je mehr stimmt es für mich nicht mehr. Die Skandale in jüngster Zeit sind nur ein Punkt mehr dabei. So kam es zu meiner Verlautbarung vor Kurzem. Das schlechte Gewissen liess nicht auf sich warten, vor allem, als ich die grossen runden ungläubigen Augen des mir Gegenübersitzenden sah. Der neben diesem Sitzenden hatte einen ebensolchen offenen Mund.

„Mama, das geht nicht. All die leckeren Würste, dein Fleischkäse im Teig, all deine leckeren Rezepte…“

Sprachloses Nicken Seitens des andern Skeptikers unterstützte dieses Votum. Andere scheinen da abgebrühter, schrieb doch unlängst eine Journalistin ein Buch mit dem Titel Mami, ist das vegan? Das dazugehörige Video gibt es auch, selbst wenn es wenig preisgibt, wie ich meine Skeptiker überzeugen könnte. Und irgendwie widerstrebt es mir auch, andere für Dinge zu gewinnen, die ich will. Zwar finde ich die Skandale grausam, trotzdem ist es jedermanns eigene Sache, wie er sich ernähren will. Da ich sowieso schon nur frisch kaufe und koche, betraf mich bislang keiner der Skandale, ich bin da sehr bewusst. Und trotzdem: Ich für mich will mehr.

Noch greife ich beim Einkaufen gewohnt zum Fleisch, der Kühlschrank ist noch voll davon, die Tiefkühltruhe sowieso. Die Aufgabe wird sein, wie das an die beiden Fleischesser zu verteilen, und dabei selber meinen Weg zu gehen. Es wird kein radikaler Weg sein, denn es steckt nicht mal wirklich eine Ideologie dahinter. Als Gast esse ich noch immer, was ich vorgesetzt kriege. Und doch möchte ich für mich zurück zu einem fleischlosen Alltag. Vegan indes ginge nie. Milch, Joghurt, Sahne, Honig – kein Problem, können alle wegbleiben (ich vertrage sie eh alle nicht). Aber so ein leckerer rezenter Hartkäse – auf den würde ich nicht verzichten wollen.

Darf ich meine Familie zwingen, fleischlos zu leben, wenn sie das nicht wollen? Ich finde nicht. Genauso wenig können sie aber von mir erwarten, dass ich das Fleisch esse, nur weil sie es haben wollen. Da ich koche, werde ich es für sie weiter auf dem Speiseplan haben. Wir sind damit ein nicht konsequenter, liberaler Haushalt. Mir soll’s recht sein. Schliesslich will ich nicht die Welt verbessern, sondern für mich ein Stück Bewusstsein leben. Bewusstsein kann man nicht befehlen, man kann es nur leben – vielleicht findet jemand Geschmack dran. Das darf aber nicht das Ziel sein.

Behinderung in unserer Gesellschaft – Blogger-Themen-Tage

#EinfachSein Behinderungen, Medien und die Gesellschaft

Einzelne Stimmen werden selten gehört, viele Stimmen finden Gehör! Viele Stimmen finden Gehör, wenn einzelne untergehen!

Mit diesem Gedanken starteten vor einigen Tagen Überlegungen, einen Aktionstag zum Medien- und Gesellschaftsbild von Behinderungen zu machen. Herausgekommen ist die Idee der Blogger-Themen-Tage 2013!

Mit diesen Worten beschreibt der Betreiber des Blogs Quergedachtes  seine Idee, welche in der Folge viele dazu brachte, sich ihm anzuschliessen, einen Beitrag zum Thema zu liefern und damit die Blogger-Themen-Tage 2013 lebendig zu machen.

Viele Blogger möchten an mehreren Tagen zu einem Leitthema einen Beitrag leisten und so dazu beitragen, dass auch Themen und Blogger, die weniger „massentauglich“ sind, Gehör in der Gesellschaft und den Medien finden.

Dank der Organisation von Aleksander von Quergedachtes, Katrin von Autzeit und Sabine von Aspergerfrauen werden die Blogger-Themen-Tage wirklich Realität und zwar vom 1. – 3. März 2013. Ich freue mich, mit Denkzeiten dabei zu sein und damit einen Beitrag zu diesem mir am Herzen liegenden Thema beizusteuern.

Das Programm für die einzelnen Blogger-Themen-Tage findet Ihr hier:

Freitag 01. März

Samstag 02. März

Sonntag 03. März

Denkzeiten wird mit einem eigenen Beitrag (Wir werden ihm nicht helfen) am Samstag um 17.30 dabei sein und mit einem Gastbeitrag von Martina (“Im Gefängnis der anderen” Autismus und Medien) am Sonntag um 19.30.

Ich freue mich darauf!