Ungehorsam beim Salatessen

Wenn man sich gesund ernähren will, sieht man sich immer wieder Entscheidungen und auch Gewissenskonflikten ausgesetzt. Fragen wie „Wie viel ist genug und was ist zuviel?“, „Ist Fleisch für eine gesunde Ernährung nötig oder einfach nur barbarisch?“, „Ist Salat mit Biolabel gesünder als anderer?“ und viele mehr sind an der Tagesordnung.

Heute hatte ich wieder mit einem solchen Gewissenskonflikt zu kämpfen. Ich kaufte – zugegebenermassen etwas bequem – bereits geschnittenen und gewaschenen Salat. Auf der Packung stand explizit, dass der Salat gewaschen und verzehrfertig sei, man ihn unter keinen HaltUmständen waschen solle, um einen Vitaminverlust zu vermeiden. Ich packte die losen Blätter also gewissenhaft aus und sah schon bald auf einem Blatt eine kleine Schnecke (oder war es ein Wurm? Egal, klein, eklig und tot). Nun stand ich da und überlegte: Was, wenn der noch Freunde mit im Sack hatte? Augen zu und durch der guten Vitamine wegen? Oder gleich wegwerfen, weil mir irgendwie die Lust auf Salat gründlich vergangen ist?

Ich beschloss, auf Vitamine zu pfeifen und den Salat – ungezogen und ungehorsam, wie ich bin – gründlich zu waschen. Vitamine hatte er nun wohl keine mehr, aber mit einer leckeren Sauce würden die mir sicher nicht fehlen – und als Proteinbeilage (da man mich schon auf die Idee einer solchen gebracht hatte) schnetzelte ich gleich Wurst und Käse für einen zünftigen Wurstsalat hinein.

Der Salat mit all den Ingredienzen taugte nicht mehr als gesundes Grünzeug? Egal! Da die Vitamine eh draussen waren, kam es auf den Rest auch nicht mehr an. Wenn schon Rebellion, dann richtig.

Illustratoren vorgestellt: Tina Good

Tina Good

Porträ tHomepage: http://gogood.ch/
Tina Good (Jahrgang 1976) besuchte nach dem neusprachlichen Gymnasium den gestalterischen Vorkurs und absolvierte nach einem Praktikum in einer Kommunikationsfirma ein Studium an der Kunsthochschule in Luzern. Nach dem erfolgreichen Abschluss ist sie seit 2003 selbständig als Illustratorin und Malerin tätig. Zudem leitet sie Illustrations-Workshops. Tina Good wohnt in Zürich.

Waren Sie das Kind, dass immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Ja, es war immer ein besonderes Interesse.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Mich faszinierte schon immer das figürliche, erzählerische Zeichnen und ich habe gerne illustrierte Bücher gelesen. Ich wollte wissen, wie das geht, deswegen wollte ich Illustratorin werden.

Was macht einen guten Illustratoren aus?

Das weiss ich nicht. Ich bin fasziniert, wenn ich in Illustrationen die Freude und Leidenschaft am Zeichnen und die Beschäftigung mit dem Thema nachempfinden kann und wenn ich sehe, dass sich daraus eine individuelle Bilderwelt ergibt, die ich so noch nicht kenne.

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Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Je nachdem. Ist beides möglich.

Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Weder noch.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Merkmale meiner Bildsprache sind das Interesse an Atmosphären, daran, dass sich ein Ausdruck und eine Intensität manifestieren, die mehrere Deutungsmöglichkeiten erlauben. Diese Rätselhaftigkeit, dass das Bild nicht alles preis gibt, soll den Betrachter ruhig etwas beschäftigen.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Meine Medien und die Umsetzungsart, wähle ich jeweils dem Inhalt und Auftrag entsprechend.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Von aussen betrachtet, nicht so interessant, wie man sich vielleicht denkt. Ich sitze im Grossen und Ganzen täglich am Tisch und zeichne. Übrigens auch wenn ich keine Aufträge habe. Langweilig wird es jedenfalls nie.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?

Die Vorgehensweise variert. Es geht jeweils um Themenfindung, Skizzieren und die Ausführung. Manchmal ergibt sich aber eine Idee auch erst aus der Beschäftigung mit einem Material.

Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Ich sehe das in den meisten Fällen so, dass wir für dieselbe Sache unterwegs sind.

Was raten Sie jemanden, der Illustrator werden will?

Er oder sie soll sich mit Bildern beschäftigen und sich das nötige technisch-handwerkliche Wissen aneignen um solche selber herzustellen. Im Berufsalltag finde ich Offenheit, Freiheitsliebe und Ausdauer wichtig, sich selber treu bleiben. Und lesen, lesen, lesen.

Du gibst auch Illustrations-Workshops. Wer kann da mitmachen?

Antwort: Alle, die Freude am Zeichnen, Malen und Gestalten haben. Vorkenntnisse sind willkommen, aber nicht Voraussetzung.

Welchen Illustrator soll ich hier noch vorstellen?

Dirk Bonsma
http://dirk-bonsma.magnolia.ch/Log-Buch/

Mein Auto säuft zuviel…

mini-convertibleIch fahre einen Mini. Genauer: Ein Mini Cabrio. Wieso? Weil ich immer so eines wollte. Weil das mein absolutes Lieblingsauto war über Jahre und ich irgendwann fand: Ich will das nun haben. Die Wahl ist fragwürdig, weil dieses Auto nichts kann, was ich von einem Auto bräuchte: Wir haben kaum alle Platz drin, wenn doch, dann nur ohne Gepäck. Nur: Wohin sollten wir alle gehen wollen ohne Gepäck, wenn wir auch eine Fahrkarte für den öffentlichen Verkehr haben? Ich wollte DIESES Auto. So!

So weit, so gut. Worauf ich hinaus will?

Testergebnisse von Autos belegen immer unglaublich toll tiefe Verbrauchsstatistiken. Das war sicher auch immer ein Punkt bei der Auswahl. So ein SUV wäre auch toll, aber: Ich dachte immer, ein SUV säuft unendlich viel, und ich wollte ja nicht ständig die Tankstellen leerkaufen, nur: Die Statistik ist weit unter meinem Mini. Ok, die Ministatistik ist noch Welten tiefer…. Die Realität sah so oder so immer anders aus. Schon bei meinem Diesel (Lancia), meinem Peugeot, meinem Renault… beim Nissan schaute ich noch nicht drauf, man möge mir die jugendliche Leichtigkeit von vor 18 Jahren nachsehen.

Was ich sagen will? Hätte ich mich mal früher aufgeregt über die Differenz zwischen Testverbrauch und realem, wäre ich heute wohl berühmt. Nun regen sich Fachkräfte drüber auf, die auch schon dahinter kamen….

Neues aus der Politik: Rosa Wölkchen

Balthasar Glättli (Grüne) will Zweitwohnungen zu Flüchtlingsunterkünften machen… irgendwie mutet das ein wenig wie Zwangsenteignung an… die Bürgerlichen erfreuen dafür überraschend: Reiche sollen aus subventionierten Wohnungen ausziehen müssen. Besteht noch Hoffnung, dass die Mitte sich wieder findet und sich über kurz oder lang eine wählbare Politik herauskristallisiert? Eine, in der nicht nur polemisiert und mit heisser Luft gewedelt wird, in der nicht linksidealistische Kommunismusphantasien in rosa Wölkchen gepackt werden, sondern Menschen aufgrund ihrer Leistungskraft behandelt werden?

Vielleicht ist auch die Hoffnung ein rosa Wölkchen, aber ich glaub mal dran, denn: Zuletzt aber bleiben Glaube, Liebe Hoffnung. Zwar obsiegt im Spruch die Liebe, aber die Hoffnung folgt zugleich.

Sammeltage

Es gibt so Tage, da geht einfach nichts. Und du denkst, es müsste doch was gehen und gehst es an. Was? Egal, Hauptsache etwas. Doch schon kurz nach dem Angehen merkst du, dass du eigentlich gar keine Lust darauf hast. Und du denkst dir innerlich, du könntest auch wieder aufhören, denkst aber auch, dass das nicht geht, da du ja schliesslich was tun musst und nun schon mal damit begonnen hast. Und so machst du weiter und versucht, es möglichst schnell hinter dich zu bringen, was zur Folge hat, dass du unachtsam und unsorgfältig wirst und dir dann denkst, dass das eh nichts wird und du es besser gleich gelassen hättest.

Und dann bist du fertig und siehst das Ergebnis, das nicht überzeugt und bist zudem wieder gleich weit wie zuvor: Du musst ja was tun und hast keine Ahnung was, nur geht es gar nicht, dass du einfach nichts tust. Wobei: Natürlich ginge es, schliesslich scheint nichts so eilig, dass du es wirklich tun müsstest, sonst würdest du es ja tun und hättest keinen dieser Tage, an denen nichts geht und du auch nicht weißt, was gehen müsste, was du tun könntest und vor allem: tun wolltest.

Vielleicht wäre es klüger, einfach einzusehen, dass es so Tage gibt, an denen nichts geht. Und dann wäre es wohl besser, nicht weiter zu denken, denn das Denken führt an genau diesen Tagen auch zu nichts Gutem, sondern nur noch weiter in die Spirale des „Irgendwie-Müssens-aber-nicht-Wissens-was“. Vielleicht sind es auch genau die Tage, die wir brauchen, um danach wieder was tun zu können und auch zu wollen, weil wir Kraft getankt haben, Energie gesammelt haben und damit Boden gelegt für neue Ideen und neuen Antrieb.

Ich bin dann mal sammeln. Habt’s gut!

Das Leben wagen

Mein Leben als Rosamunde-Pilcher-Film

Ich oute mich: Ich liebe Rosamunde Pilcher. Nicht die Bücher, die würde ich kaum lesen, ich liebe die Filme. Ich liebe es, mich vor den Fernseher zu legen und in diese Welt einzutauchen, die von schönen Bildern, wundervollen Landschaften, altvertrauten Schauspielern und dem ewig gleichen Lebensmuster geprägt sind. Ich liebe es, schon am Anfang zu wissen, wie es enden wird, und nie enttäuscht zu werden. Das ist ein Stück heile Welt, die trotz Höhen und Tiefen immer sicher ist, weil sie absehbar ist. Diese Absehbarkeit allein ist schon irgendwie beruhigend, dass es dabei immer auf das Gute hinausläuft, macht es umso besser.

Und ja, ich gestehe es: Ich würde gerne in einem Rosamunde-Pilcher-Film leben. Langweilig? Das würde heissen, dass man den Kitzel braucht, dass etwas in die Hose gehen kann, um im Leben Salz in der Suppe zu haben. Es ist ja nicht mal so, dass alles reibungslos läuft in den Filmen, es gibt immer Intrigen, immer Krisen. Aber: Sie lösen sich auf und am Schluss strahlen alle, mit denen man gehofft hat, und all die, welche falsches Spiel spielen, sind entlarvt und schauen in die Röhre. Und ich sitze vor dem Fernseher und strahle glücklich vor mich hin. Frau fühlt ja mit.

Leider ist das Leben kein Pilcher-Film. Leider wissen wir nicht, wie es ausgeht und können nicht drauf bauen, dass etwas so kommt, wie wir uns das wünschen. Das bringt Unsicherheiten mit sich und diese schüren Ängste. Angst ist nie ein guter Ratgeber und sie bewirkt selten etwas Gutes. Meist ist sie unbegründet oder baut auf Ahnungen, Vorstellungen, selten auf wirkliche Fakten oder tatsächliche Gefahren. Wenn wir uns von unseren Ängsten leiten lassen, bleibt es über kurz oder lang nicht aus, dass wir anfangen, gegen alles und jedes zu kämpfen, weil überall Gefahren lauern. Menschen können einen verletzen, Projekte können scheitern, Ziele können unerreichbar sein. Und weil dem so ist, wagen wir es nicht mal. Und noch schlimmer: Wir sehen überall Gründe oder Feinde, die uns im Weg sind, die mithelfen, dass wir scheitern (wobei wir noch nicht mal gescheitert sind, wir sind nicht mal losgegangen aus der Angst heraus, der Weg könnte abrupt enden).

Heute las ich einen Spruch:

Die Zuversicht springt über den Schatten der Angst. (Ernst Ferstl)

Im wahren Leben ist es leider so, dass man nicht immer schon weiss, ob man den Mann schlussendlich kriegt, ob man die Prüfung besteht, die eigenen Ziele erreicht. Man kann es sich wünschen, aber ein Risiko bleibt. Beziehungen scheitern, Prüfungen sind immer auch ein bisschen Glück und Tagesverfassung, Wege hin zu Zielen bergen immer das Risiko von Hindernissen (von aussen wie aus einem selber). Aus diesem Grund den Weg gar nicht erst zu gehen, weil die Angst übermächtig wird, wäre schade, denn dann gibt es garantiert keinen Erfolg. Der Mann wird von einer andern weggeschnappt (und man sagt sich: „Das habe ich mir doch gleich gedacht!“), die Prüfung ist nicht bestanden („Gut habe ich es gar nicht erst versucht!“) und das Ziel bleibt in weiter Ferne („Das hätte ich eh nie erreicht!“). Nur innerlich brodeln auch die Zweifel, die an einem selber: „Wäre es nicht doch möglich gewesen?“ „Habe ich nicht vielleicht einen Fehler gemacht?“

Auf diese Zweifel gibt es keine positive Antwort, denn: Sie sind absolut richtig. Niemand anders ist schuld, dass es nicht geklappt hat, als man selber. Dabei ist nicht gesagt, dass es geklappt hätte, aber die Chance wäre ungleich höher gewesen. Und wer weiss: Vielleicht hätte man bei diesem Versuch auch gemerkt, dass der Mann gar nicht passt, die Prüfung nicht so wichtig und das Ziel nicht das richtige ist. Sogar das wäre ein Happy End, denn zu wissen, was nicht passt, weil man es selber herausfand, ist immer ein Schritt nach vorne.

Wenn es aber doch klappt, dann – ja dann – haben wir es, das:

HAPPY END

Und dann ist das Leben für einen Moment fast wie ein Pilcher-Film. Ich hol’ schon mal das Taschentuch für die Tränchen der Rührung.

Erweichen Schreckensbilder Herzen von Ignoranten?

Egal welche Onlinezeitung ich anklicke, mir springt das Bild eines kleinen toten Jungen ins Auge, der mit dem Gesicht voran im Wasser liegt. Mein erster Impuls ist: Mir wird schlecht. Mein zweiter: Ich will das nicht sehen. Der dritte: Das hat das Kind nicht verdient, für Klickraten und Sensationsgeilheit instrumentalisiert zu werden.

Ich höre Stimmen, diese Bilder seien wichtig, da sie wachrütteln sollen. Mit solchen Bildern sollen die Herzen derer erweicht werden, welche sich als besorgte Bürger gegen Flüchtlinge stellen, welche diese Flüchtlinge als Pack bezeichnen, ihre Unterkünfte anzünden. Glaubt wirklich jemand im Ernst, dass solche Menschen sich um ein solches Bild kümmern? Glaubt wirklich jemand allen Ernstes, dass die nun mit Tränen in den Augen vor dem Bildschirm oder der aufgeschlagenen Bildzeitung sitzen und Besserung geloben?

Die Flüchtlingsthematik ist seit Wochen Thema Nummer eins. Wir haben viele Bilder gesehen, wir haben von viel Schrecken gehört. Dass etwas getan werden muss, Hilfe nötig ist, sollte klar sein. Es bedarf sicher keines Bildes mehr, das zu belegen. Ich denke, solche Bilder bewirken eher das Gegenteil: Wir stumpfen ab.

Der Mensch erträgt nicht zu viel Leid, das kann er nicht verarbeiten. Wenn das Hirn überwältigt wird von Schmerz, setzt es seine Schwelle höher. Das sichert das Überleben. Das ist ein gut angelegter Mechanismus im Organismus – die Evolution lässt grüssen. Solche Bilder helfen also nicht, das Leid zu erkennen, sie helfen eher, sich davon nicht mehr so stark berühren zu lassen. Ob das hilft? Und: Was brauchen wir als nächstes?

Dieser kleine Junge hat in seinem Leben nichts anderes als Krieg erlebt. Nun ist er tot. Und selbst jetzt muss er noch herhalten für irgendwelche Interessen. Man benutzt sein Bild dazu, Klick- und Leseraten zu steigern. Man nutzt das Bild seiner Leiche dazu, die Sensationsgeilheit der Menschheit zu befriedigen. Mehr wird damit nicht passieren. Klar kann man nun sagen, dass das Bild zu Diskussionen führte. Ich habe sie geführt, ich schreibe hier darüber. Aber ich diskutierte schon vorher und schrieb auch schon vorher. Das taten auch all die, welche sich für das Thema interessieren und etwas bewirken wollen. Jeder auf seine Weise. Man hätte diesem kleinen Jungen seine Würde lassen können. Man hätte ihn nicht durch die Medien schleifen müssen. Das hat er nicht verdient, wie er sein ganzes Leben nicht verdient hat. Möge er nun an einem besseren Ort sein.

Ich aber bleibe dabei: Ich will diese Bilder nicht sehen. Weil ich sie nicht mehr loswerde. Und weil ich denke, dass sie nie als Zeichen der Menschlichkeit und Nächstenliebe verbreitet werden, sondern meist aus Eigennutz: Der eine hofft, das Bild des Jahres geschossen zu haben, der nächste, die meisten Klicks für seinen Artikel zu erhalten. Nur: Auch Tote haben eine Würde und die gilt es zu wahren. Das wurde bei dem kleinen Jungen sträflich vernachlässigt.

Rezension: Hans de Beer – Gustav ganz gross

Einmal gross sein

Der kleine Dackel Gustav hat genug davon, alles nur von unten zu sehen. Einmal möchte er auch gross sein und die Dinge von oben betrachten. Als alles nichts hilft, erhält er von einem Freund den Tipp, auf die Stadtbrücke zu gehen, da er von dort einen weiten Blick über die ganze Stadt hat. Gustav zieht los durch die Stadt. Was ihn wohl erwartet?

Hans de Beer hat schon den kleinen Eisbären Lars erfunden und damit viele Kinderherzen erobert. Mit Gustav wird ihm das genauso gelingen. Der kleine Dackel mit dem roten Pullover ist süss gezeichnet und wer könnte sein Anliegen besser verstehen als ein kleiner Mensch?

Ein wunderbares Buch über das Kleinsein, über Freundschaft, Abenteuer und Geborgenheit. Untermalt wird die Geschichte mit grossformatigen Zeichnungen, die mit viel Liebe fürs Detail gezeichnet wurden. Die Figuren wirken alle freundlich und lieblich. Ein Buch, das schöne Momente und gute Gefühle mit sich bringt!

Fazit:
Ein schönes Buch mit einem liebenswerten Helden und wunderbaren Zeichnungen. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und Illustrator
Hans de Beer
Hans de Beer, geboren 1957 in Muiden in der Nähe von Amsterdam. Nach einem kurzen Geschichtsstudium ließ sich Hans de Beer an der Kunstschule Rietveld Art Academy in Amsterdam ausbilden. Seine Examensarbeit über den kleinen Eisbären Lars bescherte de Beer 1987 weltweiten Erfolg. Seit seinem Abschluss 1984 arbeitet Hans de Beer als freier Illustrator. Er lebt mit seiner Lebenspartnerin, einer italienischen Illustratorin, in Amsterdam und in der Nähe von Florenz.

Angaben zum Buch:
DeBeerGustavGebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (20. August 2015)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3314103100
Preis: EUR 13.99 / CHF 19.90

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Das Leben ist eine Einbahnstrasse

Wir gehen durchs Leben und hören immer wieder: Alles ist möglich. Du musst es nur wollen. Wenn man mal zaudert und zögert, wird man mit der Frage konfrontiert: „Was willst du?“ Oft weiss man besser, was man nicht will, als was man will. Und wenn man weiss, was man will, ist das eher so eine Vorstellung, zu der ein Weg führt, der genauso schwammig ist, wie die Vorstellung selber, da es nur eine Vorstellung sein kann, sonst wäre es ja – und man wäre ziellos. Und: Wer kein Ziel hat, hat keinen Plan, der ist planlos. Und wer planlos ist, weiss nicht, was er will.

Ist alles möglich? Grundsätzlich wohl schon, ob individuell und aktuell und immer und überall? Das wage ich zu bezweifeln. In all den Fragen des Wollens und des Möglichen steckt immer auch die Frage des freien Willens drin. Ob es ihn gibt oder nicht, ist Streitfrage. Philosophen und Neurowissenschaftler schlagen sich Argumente dafür und dagegen um die Ohren. Ich denke, dass sie es grundlos tun, denn: Es kommt schlicht nicht drauf an.

Ich sehe die grossen Augen, die zu Berge stehenden Haare schon vor mir, drum erkläre ich mich:

Wer bestreitet, dass es einen eigenen Willen gibt, der steht dafür ein, dass wir als Wesen determiniert sind (A). Wir funktionieren nach unseren Anlagen, irgendwelche Synapsen bilden sich und lassen unser Hirn in einer Weise funktionieren, die dann unser Tun (und die dafür notwendigen Entscheidungen) steuert (man verzeihe mir die stark vereinfachte und abgekürzte Erklärung). Wer für den freien Willen eine Lanze bricht, der sagt, dass wir immer eine Wahl haben, egal, wie die Synapsen liegen. Wir können entscheiden, ob wir etwas wollen und tun oder nicht (B). Und schlussendlich gibt es noch die in der Mitte, die sagen, dass wir nicht entscheiden, was wir wollen, aber immerhin, was wir tun (C).

So weit, so gut. Wieso also kommt es nicht drauf an, in welchem Lager man steht? Ich mache ein (fiktives!!) Beispiel.

 Wir haben mich und eine Flasche Wein.

Nach (A) wären irgendwelche Synapsen dafür verantwortlich, ob ich die Flasche trinke oder stehen lasse. Diese Synapsen wären durch meine Erfahrungen, Kultur, Veranlagungen, genetischen Grundlagen, etc. zustande gekommen.

Nach (B) könnte ich mich entscheiden, ob ich trinken will und es auch tue, ob ich trinken will und es nicht tue oder ob ich nicht trinken will und es auch nicht tue (und der Vollständigkeit halber auch noch nicht trinken wollen – so wirklich – und es trotzdem tun).

Nach (C) könnte ich trinken wollen und es doch nicht tun, weil es ja ach so gesund ist, es nicht zu tun und ich schliesslich gesund leben und sterben – oder eben gerade nicht (also sterben) – will.

Nur: Schlussendlich kann ich so oder so nur das eine tun. Und werde nie wissen, was das andere gebracht hätte. Ist es wirklich so relevant, ob ich das nun ganz frei gewollt habe oder eine Einschränkung des Willens (bis hin zu seiner Negierung) bestand? Strafrechtlich ja, wenn man den Willen als strafnormbestimmend ansieht (wenn man das Recht mehr als Schutz der Gesellschaft ansähe und Strafen damit präventiven Charakter hätten, wäre es auch da nicht wichtig, aber das würde nun hier und jetzt zu weit gehen und darum sollen sich bitte die Juristen kümmern, ich bin nur für die philosophischen Gedanken zuständig). Ansonsten? Das Leben nimmt seinen Lauf. Und man hat seine Anlagen. Und Prägungen. Bewusst. Unbewusst. Sonst wie – die Psychologie bleibt ja auch nicht stehen mit ihren Begriffen und Diagnosen.

Schlussendlich haben wir dieses eine Leben und gehen hindurch. Jede Entscheidung ist eine für etwas und damit eine gegen etwas. Ob frei gefällt oder irgendwie „erzwungen“ – wir müssen sie leben. Und weiter gehen. Ein Zurück gibt es nie. Drum ist das Leben so oder so immer eine Einbahnstrasse. Es geht immer nur vorwärts, nie zurück. Selbst wenn wir voll determiniert wären, ohne jegliches eigenes Zutun, wäre ja jeder positive Gedanke ein Schritt in die richtige Richtung. Denn: Synapsen gehen den Weg des geringsten Widerstandes (sehr abgekürzt formuliert). Und wenn wir was mitbestimmen können: Umso mehr! Es gibt nur das eine Leben. Leben wir’s! Und ab und an weiss man nicht wie. Aber eines ist sicher: Es geht immer nur vorwärts.

Die Moral von der Geschicht?

Nachbarshunde

Version 2Der Hund bellt. Irgendwas muss draussen sein. Ich eile zum Fenster und sehe es schon: Nachbars Hund. In unserem Garten. Und: Er kackt. Laut rufe ich „Scheisshund“ und bemerke erst dann, dass das Fenster offen ist. Es liegt in der Natur der Nachbarschaft, dass der Nachbar in Hördistanz ist und es sicher gehört haben muss, zumal ich diesen unmittelbar nach meinem Ausruf nach seinem Hund rufen höre.

Mann, ist das peinlich!

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich den Hund zuckersüss finde und den Nachbarn eigentlich mag. Trotzdem sammelte ich schon ab und an Hundekot in unserer Wiese ein und passe auf den eigenen Hund immer auf – zumal der eh nie einfach so herumstreunt. Und mein Hund bellt, wenn der andere Hund in unserem Garten ist, wie er immer bellt, wenn irgendwer nur schon dran vorbei läuft. Und ich habe immer Angst, dass er damit die Nachbarn nervt, weswegen ich peinlichst darauf bedacht bin, dass er eben ruhig ist. Dabei ist ein Nachbarshund im Garten nicht förderlich….

Kürzlich sassen der Hund und ich im Garten. Ich las, der Hund schlief. Ich schaute immer wieder, ob er auch noch da ist, nicht plötzlich irgendwo verschwindet, schliesslich passt man ja auf seinen Hund auf. Dass der Hund auch nie einfach im Blickfeld liegt, sondern man sich immer verbiegen muss, um ihn zu sehen, liegt wohl irgendwie in der Natur der Sache oder entspricht Murphy’s Law. Irgendwas wird es sein.

Dann musste ich rein, war in Gedanken und ins Gespräch vertieft. Verrichtete drinnen, was zu tun war, als es klingelte. Ich fragte mich, ob nun die Post oder sonst wer käme, öffnete nichts ahnend die Tür… Nachbars Tochter. Mit meinem Hund auf dem Arm. Er hatte den Weg zu ihnen gefunden. Und seit er ihn gefunden hat, will er ihn immer wieder ausprobieren, er schaffte es schon in Nachbars Wohnzimmer.

Mann, ist das peinlich!

Von Menschen für Menschen

Der Künstler Yehuda Bacon ist ein Überlebender des Holocaust. Als er später Auschwitz das erste Mal besuchte, wurde ihm bewusst, was er dort verloren hatte: Seine Kindheit, seine Jugend. Trotz des Schrecklichen, was ihm wiederfahren ist, findet er positive Gedanken zum Problem des Bösen, wie er es nennt. Er findet sogar einen Sinn im Leiden, denn er sagt:

Ja, auch das Leiden kann Sinn haben, wenn wir erkennen, dass auch der andere Mensch ist wie ich selber. Ich kann ein Verhältnis mit jedem anderen Menschen haben, auch wenn er eine andere Religion, eine andere Richtung hat. Er ist ein Mensch, er ist eine Kreatur. Wir haben etwas Gemeinsames: Wir sind Menschen.

Das Leiden, das Yehuda Bacon erlebt hat, ist mit Worten nicht zu erfassen, sie greifen alle zu kurz, und für die meisten von uns unvorstellbar. Er hat für sich versucht, etwas Positives in dem Ganzen zu finden: In der ganzen Unmenschlichkeit, die damals herrschte, unter der er und viele andere litt, viele davon in den Tod getrieben wurden, lernte er, was Menschlichkeit bedeutet: In sich und anderen das Gemeinsame anerkennen und lieben, denn:

In jedem Menschen steckt der gleiche Kern. Jeder hat eine Mutter.

Für Yehuda ist das eine Erkenntnis der Liebe. Sie ist für Bacon die positive Antwort auf all die Fragen, die das Leiden aufwarf.

Eine solche Aussage kann nur einer machen, der das Leiden – dieses Leiden – selber durchmachte, denn von jedem anderen Menschen wäre sie inakzeptabel. Sie würde die Tat in einer Weise mit Sinn behaften, die diese in keiner Weise hatte. Gerade die Sinnlosigkeit der Gräueltaten, der Verbrechen gegen die Menschheit und die Menschlichkeit, war es ja, die diesen eine noch grössere Tragik gaben.

Ein Betroffener, der noch dazu überlebt hat, muss verstehen, wenn er irgendwie weiterleben will. Der Mensch neigt dazu, Sinn zu suchen und zu finden, denn ohne Sinn wäre alles sinnlos – auch das Weiterleben. Für Bacon ist der Sinn die Erkenntnis, dass wir alle Menschen sind – im Kern – und dass wir uns als Menschen lieben sollen, unabhängig von unserer Zugehörigkeit – sei diese religiös, sexuell, regional oder anderweitig bestimmt.

Diese Fragen – und vor allem diese positive Antwort – sind heute aktueller denn je. Wir sind heute wieder in der Pflicht, Menschen als Menschen anzusehen und anzunehmen. In Scharen fliehen sie tausende Kilometer, um zu überleben und werden hier nicht mit Liebe empfangen, nicht mit einer Haltung von Menschen für Menschen. Es schlägt ihnen Misstrauen, Missmut, gar Hass entgegen. Man sieht in ihnen die Gefahr für die eigenen Vorteile, sieht in ihnen Eindringlinge ins eigene Land (das man sich meist nicht freiwillig aussuchte, sondern nur Glück hatte, da geboren worden zu sein oder aber die Möglichkeit gehabt zu haben, als Willkommener – oder zumindest Geduldeter – einzuwandern). Was man nicht mehr sieht, ist, dass es Menschen sind. Genau wie wir. Menschen in Not noch dazu. Es sind Menschen, die Hilfe benötigen und dies oft, weil unsere Länder es waren, die ihre Länder vorher ausgebeutet haben oder aber mit Waffen versorgt, weil der Krieg dort vor Ort hier Profit gab. Und nun, da alles aus dem Ufer läuft, will man hier Grenzen ziehen und sich schützen.

Nur: Wovor? Es sind Menschen und sie brauchen Hilfe. Und selbst wenn wir durchaus auch im eigenen Land Armut haben und Menschen, die leiden und Hilfe benötigen, ist dies kein Grund, sie anderen zu verwehren und sie damit in den sicheren Tod zu schicken.

(Die Zitate stammen – fast wörtlich – aus „Auschwitz und Ich. Für das Leben lernen:  Eine Erkenntnis der Liebe“

Facebook…Trainingsplatz fürs Leben

Wieso ich Facebook mag? Man kriegt die ganze Welt ins Wohnzimmer serviert, weiss, wo was läuft, sieht alle Katzen in süssen Posen und Hunde in noch süsseren. Man erfährt, wo was brennt, wo wer heiratet – man weiß auch alles, was man nicht wissen will. Und ab und an fällt man auf Enten rein, auf die man nie gestossen wäre, hätte man kein Facebook. Aber: Man hätte auch viel sonst verpasst, drum nimmt man das in Kauf, da man ja auch was lernt aus seiner eigenen Leichtgläubigkeit.

Wieso ich Facebook nicht mag? Weil man immer wieder auf Selbstdarsteller trifft, die sich selber hochstilisieren, die besten überhaupt sind, dann dies und das reinstellen und eigentlich nur kritiklosen Applaus wollen. Sie scharen ihre Fans um sich und die bringen den Schmus. Eine kritische Stimme? Geht gar nicht, denn dazu ist das nicht gedacht, es geht rein darum, das eigene Heldentum zu zelebrieren. Ich falle leider immer wieder in die Falle und sage meine Meinung, wo nur Applaus gefordert war.

Wieso ich bei Facebook bleibe? Weil ich da ganz tolle Menschen kennengelernt habe, mehr über die Welt erfahre, als sonst wo und: Ich lerne über das Leben und die Menschen unendlich viel. Vor allem über die selbstverliebten. Das tut mir gut, denn ich neige, so gutgläubig wie ich bin, dazu, Menschen zu glauben, was sie sagen. Was Schiller früher über die Kunst sagte, das macht Facebook heute im Leben:

Es ist der Spielplatz fürs Leben. Hier kann man ausprobieren, damit man im Leben nicht mehr auf die Nase fällt.

Rezension: Max Velthuijs – Klein Männchen und das Glück

Vom Glück und guten Freunden

Zufrieden wohnt klein Männchen in einer Schuhschachtel, bis ein starker Regen diese aufweicht. Klein Männchen muss dringend eine neue Bleibe finden.

Klein Männchen findet ein vierblättriges Kleeblatt und ist sich sicher: Das bringt Glück. Was auch passiert, Klein Männchen hält an dieser Sicht fest.

Papa Hase ist verschollen. Klein Männchen will bei der Suche helfen und schon bald ist eine ganze Schar dabei, den Verschwundenen zu suchen.

Diese drei herzerwärmenden Geschichten sind voll von positiven Gefühlen, von Freundschaft, Freude, Glück und Hilfsbereitschaft. Illustriert werden sie mit fröhlichen Bildern, die Max Velthuijs auf einfache Formen und klare, leuchtende Farben reduziert hat. Die Illustrationen tragen so viel dazu bei, die Stimmung der Geschichten zu veranschaulichen und den Inhalt mitzuerzählen.

Das Buch garantiert schöne Momente und positive Gefühle beim Lesen, Vorlesen und Anschauen.

Fazit:
Ein wunderbares Buch mit drei herzerwärmenden Geschichten und fröhlichen Zeichnungen. Sehr empfehlenswert.

Der Autor und Illustrator
Max Velthuijs
Max Velthuijs, 1923 in Den Haag geboren, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Arnheim. Er arbeitete als Grafiker, Karikaturist, Designer und Bilderbuchkünstler und erhielt zahlreiche bedeutende Preise, darunter den Hans-Christian-Andersen-Preis im Jahr 2004. Seine wohl bekanntesten Bilderbuchfiguren sind der Frosch und seine Freunde. Max Velthuijs ist 2005 im Alter von 81 Jahren verstorben.

Angaben zum Buch:
VeltjuijsMännchenGebundene Ausgabe: 96 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (17. Juli 2015)
Empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
ISBN-Nr.: 978-3314103032
Preis: EUR 18.99 / CHF 25.90

Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Flüchtlinge – eins, zwei, drei, die Hütte brennt

Flüchtlingsheime brennen. Erst in Heidenau, nun in Weissach. Ich fühle mich erinnert. An Pogrome. Ich habe sie zum Glück nie erlebt, nur erforscht. Was früher mit Juden passierte durch Nazis, geschieht hier und heute mit Flüchtlingen. Menschen gehen hin und denken, sie können die Herrschaft übernehmen und Menschen oder deren Unterkünfte abzufackeln. Sie können bestimmen, wer wo leben kann und darf und wer nicht. Das Boot ist voll, das Land soll Mauern bauen.

Wie unmenschlich muss man sein, vom bequemen Sofa aus über Flüchtlinge zu richten? Selbst wenn es uns schlecht geht, haben wir noch immer ein Dach über dem Kopf, das nicht in jeder Sekunde zerbombt werden kann. Selbst wenn wir wenig haben, verhungern wir selten. Selbst wenn wir keine Arbeit haben, so haben wir ein Netz, das auffängt.

Ja, auch in der Schweiz gibt es Armut. Und es gibt sie immer mehr. Wer Klischees bemüht und die Schweiz als Hochburg der Besserverdiener sieht, wo niemand arm ist, niemand die Münzen dreht und doch keinen grünen Zweig nur schon erahnen kann, der ist sicher falsch. Auch wir haben Armut. Auch wir haben Menschen am Rand der Verzweiflung. Auch wir haben Menschen, die auf der Strasse sind, weil sie durch die Maschen fielen und ja, denen soll und muss geholfen werden. Das ist wichtig und das tut Not. Aber:

Das ist aber kein Argument dafür, Menschen, die ums Überleben kämpfen, abzuweisen, abzufackeln. Die Feuer waren in Deutschland, nicht hier. Bislang. Ich hoffe, sie kommen nie her, auch wenn hier die Haltung Flüchtlingen gegenüber alles andere als wirklich freundlich ist. Noch mehr hoffe ich aber, dass irgendwann die Menschen einsehen, dass sie nicht immer und überall der Nabel der Welt sind, dass helfen durchaus nötig ist. Die Welt hat Brennpunkte, die aktuell noch weit weg sind. Die Menschen kommen unter Strapazen zu uns, weil sie verfolgt, mit dem Tod bedroht und ausgebombt sind. Sie lassen alles hinter sich, versuchen irgendwie zu überleben. Und dann kommen sie her und werden mit Drohungen, abgebrannten Unterkünften und nichts als Misstrauen begrüsst. Weil sie Eindringlinge sein sollen, Profiteure.

Ich bin immer der Meinung, dass Hilfe vor Ort die erste Wahl ist. Bevor die aber gewährleistet werden kann, muss eine Lösung her. Menschen sollen leben können. Und da sind alle Menschen in der Pflicht. Weil sie selber Menschen sind (sein sollen). Man nennt das Solidarität.

Man kann hier Kant, die Bibel und viele andere zitieren. Sinngemäss kommt unten raus:

Behandle jeden Menschen so, wie du dir wünschst, dass auch du behandelt wirst.