Wichtig ist nicht, was du wirst, wichtig ist, was du tust.
Kategorie: Gedanken
Frau sein
Ich bin eine Frau. Als Kind wäre ich lieber ein Junge gewesen. Das hätte irgendwie mehr Spass gemacht. Ich mochte Autos, mochte es, auf Bäume zu klettern, spielte Fussball. Beim Friseur liess ich mir immer Jungenfrisuren schneiden, mein grösstes Kompliment war, als ein Vater seinem kleinen Kind auf der Schaukel sagte, der Junge auf der Schaukel nebenan (er meinte mich) stosse es sicher mal an.
Das hat sich irgendwann ausgewachsen. Ich bin Frau und ich bin es gerne.Vor allem aber bin ich Mensch. Ich kann und mag Dinge, weil ich Mensch bin, nicht weil ich Frau bin. Ich habe mich bislang gegen Feminismus gesträubt, weil ich vieles davon zu plakativ finde, es für mich zu sehr nach Geschlechterkampf aussieht und ich finde, es wäre langsam an der Zeit, ein Miteinander anzustreben. Ich will keine Männer bekämpfen, ich will auch nicht überall ein „-in“ anhängen, denn ich sehe darin keinen positiven Effekt auf das tatsächliche Leben. Den kann nur ein Umdenken in den Köpfen haben. Bin ich naiv?
Als ich mein Studium mit Prädikat abschloss, kriegte ich zu hören, dass ich wohl bei der Prüfung einen kurzen Rock getragen hätte, um es zu erreichen. Als ich mein Stipendium für die Dissertation erhielt, gingen gewisse Statements in dieselbe Richtung. Dass beim Abschluss der Dissertation nur noch Witze wie „Wo hast du den Titel gekauft?“ kamen, war wohl eher der Zeit um Gutenberg denn eines Umdenkens in Sachen Geschlechterpolitik zu verdanken (?).
Manchmal kommt es mir so vor, als ob die Bewegung des Feminismus mehr den Männern als den Frauen nützt. Während die Frauen sich abstrampeln, ihre Werte und Ansprüche in den schillerndsten Farben und bei Lichte betrachtet den unmöglichsten Auswüchsen zu zementieren, klagen die Männer an allen Fronten über nicht mehr klare Rollenmodelle, Verhaltensmaximen und sonstige Zipperlein. Nachdem sie sich so zum Opfer der Zeit erklärt haben – viele Psychologen springen auf den Zug auf und begründen fleissig, wie arm der arme Mann doch sei -, gehen sie dazu über, noch kantiger und markiger zu pointieren. Sie dürfen ja nun, sie sind ja so arm. Und wenn sie nicht arm sind, dann sind sie Mann und holen sich doch das Weibchen, wie eines Tages ein Chefredakteur, der ein Treffen vereinbarte, was von Frau und offener Beziehung faselte und Annäherungsversuche startete. Auf mein Intervenieren, dass ich durch Leistung, nicht durch anderes ankommen möchte, meinte er: „Es ist das Gesamtpaket…“
Ich mag Männer. Sehr. Schliesslich bin ich mit einem verheiratet und bin zudem Mutter eines absolut gewünschten Sohnes. Ich bin nach wie vor keine Befürworterin des Feminismus, allerdings verstehe ich die Beweggründe dafür. Nur: Es wird nie besser werden, wenn einer immer gegen den andern kämpft. Dadurch entsteht immer nur Druck und dieser provoziert Gegendruck. Was wirklich nötig ist? Ein Miteinander. Vor allem anderen sind wir Menschen. Erst danach teilen wir uns auf in Frauen und Männer. Und nein, Frauen und Männer sind nicht gleich, sie sollen es auch nicht sein. Aber: Sie haben denselben Wert und sollen mit denselben Massstäben gemessen werden.
Zauberlehrling
Ich war immer kreativ, sowohl im Denken wie auch im Tun. Ausgetretene Pfade waren nie meine, gerade Wege habe ich irgendwie keine gesehen oder verfolgt. Nie aus Prinzip, sie entsprachen mir einfach nicht. Ich zeichnete, bastelte, schrieb, schlüpfte in Rollen. Das war als Kind so, das blieb – ausser den Rollenspielen – auch später.
Als es darum ging, eine Ausbildung zu machen, entschied ich mich für ein Studium. Nur deswegen hatte ich überhaupt die Schule so lange durchgehalten: Ich wusste nie was, wusste aber, ich will studieren. Ich hasste Schule, fand nichts schrecklicher als diese starren Strukturen. Aber ich biss mich durch. Erste Studienwahl wäre Innenarchitektur gewesen. Da sah ich alles vereint, was ich toll fand: Kreativität, Design, Stil. Der väterliche Rat ging in eine andere Richtung, das sei nicht brauchbar auf dem Arbeitsmarkt. Nachdem ich mich bei Tiermedizin eingeschrieben und bei Jus angefangen hatte, wechselte ich zu Germanistik. Seines Zeichens Layouter bei einer Tageszeitung fand mein Papa das wunderbar, damit könne man viel machen (mit der Meinung stand er, wie ich später sowohl aus Reaktionen Dritter wie auch Jobsuchanstrengungen erfahren musste, ziemlich alleine). Philosophie kam dazu – es war wunderbar. Tiefe Gedanken, anregende Diskussionen, kreative Atmosphäre. Weil es so schön war, hängte ich noch eine Runde an, blieb in der Akademie, forschte philosophisch.
Alles hat ein Ende, so auch meine akademische Zeit. Die grosse Frage war: Was nun? Jobs hatte ich während des Studiums schon einige ausprobiert, dabei mehr erlebt, was ich nie wirklich will, als gesehen, was wirklich passt. Es lag auf der Hand, selbständig zu bleiben – und es damit zu werden. Immer wieder liebäugelte ich mit eigenen kreativen Projekten, begnügte mich aber lange Zeit damit, die anderer zu bearbeiten. Mit Spass und Freude, keine Frage, aber es fehlte was. Und das schrie immer lauter. Ich musste es erhören und stürzte mich ins Abenteuer. In eines, das mich in absolut neue Gebiete bringt – und täglich kommen neue dazu. Seit ich die Stimmen erhört habe, quasseln sie nur so, erzählen mir täglich von zig neuen Ideen, die der Umsetzung bedürfen. Und ich versuche, alles auszuprobieren, immer wieder neue Wege einzuschlagen, Techniken zu lernen, weiter zu kommen.
Bin ich Künstler? Es ist, als ob der Meister sich wegbegeben hätte und ich als Zauberlehrling hier stehe, das Wasser sich ergiesse, aus vollen Eimern, den kreativen Boden flute. Doch rufe ich nicht danach, dass es stoppe, es soll weitergehen.
Seitensprung
Ich muss es gestehen. Ich kann nicht länger schweigen. Ich bin fremdgegangen. Es kam so über mich, ich hatte es gar nicht geplant, doch dann war die Versuchung zu gross. Ich war schon vorher öfters angefragt worden, ob ich nicht interessiert wäre. Ich war es zwar, doch hielt mich immer was zurück. „Ich kann doch nicht einfach….“ dachte ich oder aber, dass ich keine Zeit hätte. Doch auch meine Widerstandkraft schmolz dahin. Und ich muss gestehen (ja, es kommt noch schlimmer): Es hat Spass gemacht.
Hier der Beleg für meinen Seitensprung: Ich durfte für die Kochseite El Stefano ein Rezept liefern, das ich auch noch illustriert habe. Hier der Link.
Danke an Arno von Rosen für diesen Gastauftritt. Hat grossen Spass gemacht!
Rezension: Vicki Scott – Peanuts. Auf zu den Sternen
Snoopy ist zurück
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es seinem Nachbarn nicht gefällt. Dies gilt auch für Snoopy, der sich einem grossen, gewalttätigen Kater aus der Nachbarschaft ausgesetzt sieht. Als Snoopy merkt, dass er diesem Umgeheuer nicht gewachsen ist, will er fliehen, läuft dabei aber Lucy in die Arme. Sie sagt ihm, dass man vor seinen Problemen nicht davonlaufen darf, sondern sich ihnen stellen muss. Zudem müsste er wohl auf den Mond fliehen, wenn er keine Kater mehr sehen wolle.
Snoopy kehrt nach Hause zurück, wenig überzeugt, dass er es mit dem Kater je wird aufnehmen können. Müde von allem studieren, wie er seine Probleme lösen könnte, schläft er ein. Im Traum werden er und Woodstock zu Astronauten und fliegen zum Mond. Leider ist diese Flucht auf den Mond am nächsten Morgen vorbei, als Snoopy zu allem Übel erfahren muss, dass der grausame Kater Woodstock gefasst hat. Er muss was tun….
Kurz bevor sein letzter Originalstrip in einer Sonntagszeitung erschien, starb der Schöpfer von Charlie Brown und seinen Freunden, der Erfinder der Peanuts mit ihrem wohl bekanntesten Mitglied Snoopy. Mit diesem Band kehrt Snoopy zurück. Die neuen Geschichten sind von Vicki Scott geschrieben und gezeichnet worden, es sind aktuell die einzigen, die von der „Charles M. Schulz Creative Associates“ als nicht von Charles M. Schulz gezeichnete Geschichten genehmigt sind. Vicki Scott ist es gelungen, die Charaktere so zu erfassen, wie sie von ihrem Erfinder vorgezeichnet wurden. Damit geht ein Stück Comicgeschichte weiter, die viel zu früh geendet hatte.
Fazit
Eine wunderbare Geschichte rund um die wunderbaren Figuren der Peanuts. Snoopy ist zurück. Sehr empfehlenswert.
Zum Autor
Vicki Scott
Vicki Scott ist Teil des Peanuts Studioteams und arbeitet dort als Illustratorin, Produktentwicklerin und Redakteurin. Scott beschreibt sich selbst als eine Cartoonistin aus Iowa, die nach Kalifornien gezogen ist, um eine Cartoonistin aus Minnesota, die nach Kalifornien gezogen ist, zu verkörpern. Wie Charles M. Schulz genießt sie es, ihre Zeit mit guten Freunden und der Peanuts Gang zu verbringen.
Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 96 Seiten
Verlag: Cross Cult Verlag (1. Dezember 2014)
Übersetzung: Christian Langhagen
ISBN-Nr.: 978-3864255823
Preis: EUR 10 / CHF 15.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Das Archimedes-Prinzip
Wir gehen durchs Leben und sehen die Welt, wie sie uns erscheint. Wir gehen davon aus, dass sie genau so ist, wie wir sie sehen, denn schliesslich haben wir weder eine rosa Brille auf noch einen Spiegel, wie man ihn aus dem Gruselkabinett kennt, zur Hand. Wir schauen hin und da steht sie – die Welt. Und in der Welt die Menschen, die sie ausmachen. Je näher uns Menschen sind, desto genauer schauen wir hin und desto mehr sehen wir von ihnen.
Es liegt in der Natur der Sache, dass man bei den Menschen, die einem nahe sind, mehr sieht als bei andern. Leider ist mehr aber nicht immer nur positiv, sondern hat immer verschiedene Seiten und Facetten. In der Natur des Menschen liegt es wohl, dem negativ Bewerteten mehr Gewicht zu geben als dem Positiven. Ist es erst mal gefunden, bohren wir drin rum. Wir beleuchten es von allen Seiten, blasen es auf, schmücken es aus. Und ist es erst einmal gross und fast schon drohend, sehen wir uns ihm ausgeliefert. Und wir hadern mit dem Schicksal. An diesem Punkt angekommen, gibt es in der Tat selten mehr einen Ausweg aus der Spirale. Wir sind zu tief drin, stecken quasi Brunnenschacht fest und erreichen den Rand nicht mehr. Je mehr wir strampeln, desto tiefer fallen wir, da wir uns immer im eigenen Universum bewegen, nur die eigene Sicht sehen und diese mit jedem weiteren Nachdenken mehr zementieren.
Vor vielen Jahren lebte Archimedes. Der Sage nach hob er die Welt aus den Angeln, indem er das anwendete, was man heute Hebelprinzip nennt. Indem man den Dreh- und Angelpunkt ausserhalb der eigenen Welt ansetzt, hat man einen längeren Hebel, und plötzlich bewegt sich das, was vorher unbeweglich schien. Genauso funktioniert das auch mit eigenen An- und Weltsichten. Oft hilft es, die ganze Geschichte von aussen zu betrachten, sprichwörtlich eine andere „Ansicht“ zuzulassen, um Seiten zu entdecken, die man selber nie gesehen hat. Andere Menschen schauen von einer anderen Warte auf das Geschehen und haben schon deshalb einen anderen Blick, den wir selber nie haben könnten. Indem wir ihre Sicht kennenlernen, können wir unsere eigene um neue Facetten erweitern – und damit vielleicht mehr Licht ins Dunkle des Brunnenschachts bringen. Wer weiss: Vielleicht ändert sich plötzlich der eigene Standpunkt und man sieht etwas vorher negativ Bewertetes plötzlich in einem anderen Licht, positiv.
Natürlich verkehrt nicht jede Ansicht von aussen etwas in sein Gegenteil. Gewisse Dinge bleiben negativ, egal wie man sie dreht und wendet. Wichtig ist wohl, bei allem den grossen Zusammenhang nicht aus den Augen zu verlieren, Dinge nicht zu sehr zu isolieren. Die Welt ist nie nur gut, es ist nie alles toll und wunderbar, das Schwierige, Schlechte gehört zum Leben dazu wie das Gute und Wundervolle (und die Bewertung ist immer eine persönliche). Wo Licht ist, ist immer auch Schatten. Oft hilft es schon viel, bei all dem Schatten die Lichtmomente nicht zu übersehen, und daran zu denken: Es ist nichts nur schwarz oder weiss. Ein Sonnenstrahl inmitten dunkler Regenwolken kann einen Regenbogen bewirken und damit die ganze bunte Farbenpracht.
Schweizerin
Ich bin Schweizer. So ein richtig uriger mit Wurzeln bis ins Mittelalter und wohl noch weiter. Politische Diskussionen, wann die Schweiz entstanden ist und wie lange zurück das eigene Schweizersein überhaupt gehen kann, möchte ich hiermit nicht vom Stapel reissen. Irgendwo in geistigen Tiefen schwirren Daten von Schwüren, Bünden und ähnlichem umher, anhand derer man das wohl festmachen könnte. Ich möchte das nun nicht reaktivieren. Was bleibt ist: Ich bin Schweizer – eigentlich ja Schweizerin, will man feministischen Vorstössen Genüge tun – und ich bin es gerne. Ich bin es drum gerne, weil mir daraus kein Schaden erwächst und ich nichts anderes kenne. Ich bin gewohnt, Schweizerin zu sein und sehe, dass es auch hätte schlimmer kommen können. Ich habe nichts aktiv dazu getan, eine zu sein, würde es aber auch nicht unbedingt ändern wollen.
Gut, es gab eine Zeit, da hätte ich gerne in den USA gelebt. Ich hörte damals von unmöglichen politischen Zuständen und überhaupt. Das kümmerte mich nicht bei dem Gedanken, wieso ich dahin wollte. Es waren andere Gründe. Weites Land, offene Menschen, Möglichkeiten, die andernorts nicht vorhanden schienen. Es gab auch eine Zeit, in der ich gerne nach Deutschland – genauer nach München – ausgewandert wäre. Auch da hörte ich was von politischen Schwierigkeiten und wie schön ich es doch in der Schweiz hätte. Auch da kümmerte mich das nicht, meine Gründe waren anders, orientierten sich an wunderbar grossen Städten, offeneren Menschen, offenerem Denken, mehr kulturellem Interessen und Nischenkulturen in Grossstädten. Ich hätte wohl alles machen können, aber ich blieb hier. Weil ich es hier kannte, weil ich hier irgendwie zuhause war.
So gerne ich Schweizerin bin, so sehr stösst mir immer wieder eines auf: Schweizer scheinen darauf erpicht zu sein, Negatives zu sehen und anzuprangern. Freut sich einer, findet der andere ein Haar in der Suppe. Bringt eine Zeitung eine schöne Nachricht, findet sich ein Kommentator, der alles ins Negative interpretieren kann. Es kann nicht sein, dass alles gut ist, nein, da muss was dahinter stecken. Und wenn nichts dahinter steckt, fragt man sich, wieso man das überhaupt in der Zeitung lesen musste. Wen kümmern schon positive Nachrichten?
Der Schweizer denkt eng, er denkt in Normen und Masstäben. Alles hat seine Ordnung und so war es schon immer. Man hält fest an dem, was man kennt und backt lieber kleine Brötchen. Schliesslich ist man ja bescheiden. Drum fragt man immer, ob man was sagen dürfe, statt es einfach zu sagen. Drum sagt man immer „oder“ am Schluss des Satzes, um sich auch wirklich zu vergewissern, dass man richtig liegt und wenn nicht, schon angetönt zu haben, dass man nicht sicher war. Man steht nicht hin und tut, man kriecht sich ran. Stellt sich ein anderer hin, so wirft man es ihm vor, er ist arrogant, er ist überheblich. Wie kann der nur meinen, etwas zu wissen, das würde man selber nie tun. Daher rührt wohl auch das Problem mit den Deutschen, das man oft zitiert. Sagt dieser „Ich kriege noch ein Bier!“ an der Bar, klänge das bei unserem Schweizer so: „Dürfte ich bitte noch ein Bier haben?“ Kein Wunder erscheint ihm der Deutsche ungehobelt. Wie kann der bloss denken, dass er das einfach kriegt. So ohne „Bitte“ und höfliche Frage. Der Schweizer fragt am Schluss auch höflich, ob er nun noch zahlen dürfe. Spätestens dann müsste die Sprechweise entlarvt sein, da wohl keiner davon ausgeht, dass er nicht zahlen müsste. Nur denkt man nicht so weit, man interpretiert da, wo es negativ auffällt und fällt nichts auf, sucht man es.
Und so lebt der Schweizer fröhlich vor sich hin in seinen selbstgesteckten Grenzen und Bescheidenheit, und misst die Welt an seinem Masstab. Schliesslich darf er das, er ist hier zu Hause. Und das bin auch ich und bin es gerne. Ab und an ärgere ich mich über Kleingeist und enge Grenzen. Aber vielleicht ist das ja genau dasselbe Kritikergen, das dem Schweizer innewohnt, schliesslich bin ich einer. Also eine. –in.
Künstler
Der Künstlerstatus ist seit jeher ein schwieriger. Er ist mit vielen Konnotationen belegt. Künstler werden verehrt – vor allem, wenn sie tot sind. Leben sie noch, begegnet man ihnen meist mit Skepsis (oder Verehrung, die aber genauso ausgrenzend ist wie die Skepsis). Nennt sich einer Künstler, schaut man genau hin, was er denn so macht und ob das taugt, ihn einen Künstler zu nennen. Messen tut man das meist daran, ob das Gemachte a) gefällt und b) verkäuflich ist oder gar c) schon verkauft wurde. Wenn dem nicht so ist, wackelt der Künstlerstuhl.
Wann ist ein Künstler ein ebensolcher? Wenn er beginnt, seiner Wahrnehmung der Welt einen Ausdruck zu geben? Wenn dieser Ausdruck schön ist? Oder erst, wenn er Geld bringt? Viele der heute ach so verehrten Künstler wären dann keine gewesen. Van Gogh? Ein armer Irrer – und mit ihm noch ganz viele andere. Oder wird man generell erst posthum Künstler? Picassos Ausspruch, dass in Museen nur Misserfolge hängen, da sie in ihrer Zeit blosser Regelverstoss und damit keine Kunst waren, würde das unterstützen (und zugleich den Unsinn deutlich machen).
Klar scheint, dass der Künstler irgendwie am Rande der Gesellschaft steht. Die anderen Bürger (die früher als Bürger dem Künstler gegenüber gestellt wurden und diesen somit aus der Gesellschaft verstossen haben begrifflich) massen sich an, Norm und Massstab zu sein – sie bestimmen über den Wert des Künstlers als Mensch und Teil der Gesellschaft sowie den Wert von dessen Werk. Das ist nicht per se schlimm, wenn es sich um das Werk dreht, beim Menschen liegt der Fall etwas anders, aber: Irgendwie scheint der Künstler nicht nur der verkommene Sohn der Gesellschaft zu sein, sondern auch einen Status zu vertreten, mit dem man gewisse Eigenschaften wie Abenteuer, Erfolg, (Selbst-)Entfaltung sowie auch Freiheit verbindet. Und diese neidet man. Die gesteht man nicht jedem gerne einfach so zu. Der selbsternannte Künstler hat sich also zu behaupten. Und zu rechtfertigen. Taugt er wirklich? Und alle anderen sind plötzlich Experten.
Was ist ein Künstler? Picasso nannte ihn einen „Sammelbehälter von Empfindungen“, der „schafft, weil er schaffen muss“. Künstler zu sein, ist keine Auszeichnung, auch nichts, das man sich aussucht, weil es irgendwie cool wäre. Es ist ein Schaffensdrang in einem drin, der einen immer wieder dazu antreibt, sich mit sich und der Welt auseinanderzusetzen und eine Ausdrucksform für diese Auseinandersetzung zu finden. Dass es nicht selbstgewählt ist, sieht man wohl daran, dass Künstler an ihrem Künstlerdasein auch festhalten, wenn dieses beschwerlich ist – was es für die meisten ist und war, liest man Biographien.
Ich gehe meinen Weg nun schon einige Jahre, bewege mich in verschiedenen Sparten der Kunst. Ich haderte immer wieder mit mir und mit der Welt, schalt mich, dass ich nicht einfach tue, was man eben so tut in dieser Welt, nämlich einer geregelten Arbeit nachgehen (einer, die auch von allen als solche gesehen wird, weil sie als solche in irgendeinem Reglement definiert ist). Jeder Versuch, meinen Schaffensdrang einzudämmen und gesellschaftlichen Idealen zu entsprechen, führte immer zum selben Ergebnis: Der noch grösseren Einsicht, was mein wirklicher Weg sein muss. Weil es keine Alternative gibt. Ich bin weder Picasso noch Goethe oder Kant, aber ich bin dankbar, meinen Weg gehen zu können und Menschen im Rücken zu haben, die ihn verstehen, ihn mit mir gehen, dabei immer auch hinter mir stehen. Kürzlich sagte mein Papa: „Du warst schon immer anders, aber du bist wunderbar so.“ Ich nehme das als Kompliment.
Was du kannst
Ganz viele können ganz viel besser als du es kannst und je können wirst. Nur was du kannst, kannst du ganz viel besser als ganz viele.
Für mich und für andere
Seit ich vor einiger Zeit wieder mit Zeichnen begonnen habe, füllten sich mehrere Sketchbooks mit Zeichnungen, Skizzen, Letterings. Ich entwickelte mich weiter, hatte Freude, probierte aus, fand mit jedem Bild ein bisschen mehr heraus, was ich mag, was ich kann, wo ich mehr machen möchte. Endlich hatte ich etwas gefunden, was mir Freude macht. Mit dem Zeichnen kam auch immer wieder die Frage nach dem richtigen und guten Material auf – vor allem die Bücher stellten ein Problem dar, war doch die Qualität des Papiers wichtig für das Ergebnis, vor allem, wenn Wasserfarbe im Spiel war. Allerdings waren auch die Bücher mit der guten Qualität nicht ganz unproblematisch, da ich die schön halten wollte und mir damit das Kritzeln verbot – es hätte das Gesamtbild des Buches gestört.
Vor kurzem war mal wieder ein Buch voll und das nächste leere lag vor mir. Es war eines, das ich zum ermässigten Preis gekauft hatte. Die Qualität zeigte, wieso es so günstig war. Seite für Seite jammerte ich innerlich über das Papier, trotzdem gelangen mir ein paar wunderbare Zeichnungen darin. Das machte das Weglegen umso schwerer, da ich damit auch diese auf die Seite gelegt hätte. Irgendwann entschloss ich mich doch. Das neue Buch war toll, das alte kriegte die Aufgabe, für Kritzeleien dazusein. Während ich also im Qualitätsbuch darauf achtete, Bilder zu machen, die gefallen, lebte und tobte ich mich im anderen aus – und hatte Spass. Endlich wieder. Ich merkte, wie sehr mir diese Freiheit, diese Leichtigkeit abhanden gekommen war durch meinen Anspruch, etwas beweisen zu müssen, andern schöne Bilder liefern zu wollen. Und ich merkte, dass dies wohl nicht nur beim Zeichnen so ist.
Wie oft tun wir Dinge, nur um anderen zu genügen? Wie versuchen wir, es allen recht zu machen, zu genügen, schimpfen mit uns, wenn wir es (in unseren Augen) nicht tun. Dabei verlieren wir gar zu oft uns selber aus den Augen, steuern an einen Ort, an den wir nie wollten. Und: Die anderen werden es nicht nur nicht danken, die Chance ist gross, dass wir damit gar nichts erreichen.
Wenn ich mir nun meine beiden Sketchbücher anschaue, gefällt mir das billige besser. Die Zeichnungen sind freier, lebendiger, sie drücken mehr aus, was ich will, wer ich bin. Sie leben. Das teure ist gehemmter – aus Angst vor Fehlern. Es sind nur grosse Ansprüche drin, das kleine Leben fehlt. Und oft ist es genau das, was glücklich macht. Nicht nur beim Zeichnen.
Tücken der sozialen Medien
Ich bin ja eher unbedarft. Gehe so durch die Welt und mache, was mir gefällt. Ab und an tummle ich mich auch in sozialen Medien, habe da einige Freunde, Follower und dergleichen. Wie ich dazu kam? Ich weiss es nicht mal so genau. Ist halt passiert. Oder so. Aber: Ich möchte mich da austauschen, bin interessiert an Gedanken, anderen Weltsichten und freue mich über jede Diskussion, die entsteht.
Kürzlich stellte einer ein Bild ins Netz und schrieb: „Meine neue Autogrammkarte.“ Ich sass so da und fragte mich: „Wieso will man von dem ein Autogramm? Kennt man den?“ Ein anderes Mal stellte einer ein Bild ins Netz und ich erkannte darauf neben ihm eine Akteurin meiner täglich geschauten Serie (ein Laster hat ja jeder). Da ging mir erst auf, dass er da wohl mitspielt. Seit da stelle ich fest, dass ich mich wohl mit meinen Kommentaren bei Bildern zurückhalten sollte, denn: Da schreibt man nur „Du bist so toll!!!!!“ und „Du siehst heute mal wieder suuuuuper aus!!!!!“. Dazu sind die Profile wohl gedacht. Nicht ganz meine Welt.
Mein erstes Aha-Erlebnis in dieser Beziehung war, als ich zu einem Twitter-Treffen eingeladen war, weil ich als Erste auf einen Post geantwortet hatte. Vor Ort traf ich ganz viele, die die Einladende gut aus dem Radio kannten und ganz Fan waren. Ich hatte noch nie von ihr gehört. Der Tag war trotzdem toll, ich habe mir einfach nicht anmerken lassen, dass ich die einzige Banausin unter Wissenden war und wohl einem weiteren Fan den Platz weggeschnappt hatte.
Ich bin kein Fan. Von keinem. Ich mag Filme, Musik, Bilder, Bücher. Ich achte die Arbeit, die dahinter steckt. Aber Fan? Dann müsste ich auch Fan der Putzkraft im öffentlichen Klo am Bahnhof sein, wenn das sauber ist. Denn: Das ist mir wichtig. Aber vielleicht verstehe ich das Ganze einfach nicht. Wenn ich Fan wäre, dann wohl von Elvis – der hat leider kein Facebook-Profil.
Toleranz
Wir sind heute ach so tolerant. Alles was geht, muss gehen, muss akzeptiert werden, denn es geht und wir sind ja – ich sagte es bereits – tolerant. Intoleranz ist das Buhwort schlechthin und so jubeln wir bei allem, was unkonventionell ist, denn es ist neu und da erst zeigt sich der Hardcoretolerante. Da die Menschheit immer weiter forscht, ist immer mehr möglich, was toleriert werden soll und muss, um der toleranten liberalen Gesellschaftsdoktrin zu genügen – und damit fängt das Problem wohl an.
Irgendwo war mal noch Natur. Die hat etwas für uns festgelegt, das am Überleben orientiert war. Sich nun auf rein animalisch naturale Argumentationen zu versteifen wäre sicherlich arg rückständig, nur: Wohin soll und wird es führen? Der Mensch strebt danach, die Natur zu knacken und zu überlisten. Vielerorts ist es gelungen und dem verdanken wir eine gesteigerte Lebenserwartung und vieles mehr. Ganz vieles davon ist gut und wertvoll. Aber: Wie weit kann und wie weit soll man gehen? Und was sind die Konsequenzen?
Soll eine 65-Jährige Vierlinge kriegen? Ein homosexuelles Paar adoptieren dürfen? Wenn die dürfen, dürfte es eine alleinstehende 65-Jährige auch? Wenn nein, wieso darf sie dann Vierlinge kriegen? Und: Wer darf entscheiden? Und: Wo kommen Gesetze ins Spiel?
Wir streben nach Fortschritt und überfordern das Zusammenleben im Rechtsstaat damit selber. Der Forscher ist nur darum bemüht, herauszufinden, was geht. Wenn etwas geht, ändern sich Weltsichten. Wenn die sich wandeln, bemühen sie neue Gesetze. Und da prallen Welten aufeinander. Und Werte. Die einen schimpfen die andern rückständig, die andern argumentieren mit dem, was war, was natürlich ist, damit, was sie kennen. Und jeder fühlt sich im Recht – und keiner weiss, was Recht wirklich ist.
Soll ein homosexuelles Paar Kinder haben dürfen? Wenn sie es lieben und ihm alles geben: Wieso nicht? Aber könnten das nicht auch alte Menschen? Die dürfen aber nach unseren Bestimmungen kein Kind adoptieren. Wieso aber darf eine 65-Jährige dann durch künstliche Befruchtung Vierlinge kriegen? Die zu verbieten würde heissen, jungen Paaren, die keine Kinder kriegen können, die letzte Hoffnung zu nehmen. Fortschritt scheint nicht nur Segen zu sein, er ist vielmehr Herausforderung.
Ich habe auf keine meiner Fragen und Punkte Antworten. Ich sehe nur, dass jeder schnell urteilt, aber selten sich aufdrängende Fragen bedacht werden. Schwarz und weiss wäre zu einfach. Ich versuche Antworten zu finden, aber: Jeder Versuch endet in einer Sackgasse und jede Antwort bringt mehr Fragen ans Licht. Ich bin um jede Antwort, jeden Lösungsansatz dankbar – also her damit.
Gut genug? – Oder: Was ist Kunst?
Ich schreibe. Offensichtlich. Man sieht es hier im Blog. Ich schreibe auch anderswo, allerdings sieht man das nicht hier und ab und an sieht es auch keiner. Früher zeichnete ich auch gerne. Und malte Schriften. Viele Stunden verbrachte ich zum Beispiel damit, Kassetten-Hüllen zu gestalten, um meinem Papa vorzugaukeln, ich sässe fleissig am Pult und lernte für die Maturitätsprüfungen. Kassetten kennt heute keiner mehr und die Hüllen sind auch Geschichte. Das Zeichnen versandete nach der Matur mit Schwerpunkt Zeichnen auch. Ich war ja schreibender Mensch und hatte keine Zeit.
Vor einiger Zeit kam ich über Umwege (Typographie, Sketchnotes, Lettering, Zentangles, Sketchbooks……) zurück zum Zeichnen. Und seit da hat es mich. Ich zeichne. Täglich. Alles. Jeden. Immer. Überall. Und es macht Spass. Und es tut gut. Mehr als jemals etwas anderes Spass machte, gut tat oder irgendwie nur einfach mir entsprach. Ich schreibe noch immer. Da ich der festen Überzeugung bin, dass Text der attraktivste Begleiter eines jeden Bildes ist. Aber: Ich habe neue Welten entdeckt.
Auch die neuen Welten sind nicht gefeit vor alten Krankheiten. Bin ich gut genug? Reicht das? Krieg ich das so hin, wie ich das will? Kann ich vor anderen bestehen? Ist das schon Kunst oder kann das einfach weg? Der innere Kritiker tobt. Laut. Ständig. Das ist nicht neu, den hab ich immer. Der gehört zu mir wie die Schmusedecke zu Linus. Aber ich will es versuchen. Einmal mehr. Meinen Weg gehen. Wie ich ihn sehe. Niemand sagte, das sei einfach, aber es ist in meinen Augen der einzige Weg, den ich gehen kann. Ohne mich selber aufzugeben. Kunst zog mich immer an. In jeder Beziehung. Ich hole aus ihr Inspiration und ich muss diese ausleben können. Das ist für mich Glück. Der Preis dafür? Er ist hoch. Der Weg geht nicht entlang ausgetretener Pfade. Und nur die sind gemeinhin anerkannt.
Einen Teil meines Weges sieht man hier: INSTAGRAM
Kritik zur Serie: Prison Break
Wer ist gut, wer böse?
Lincoln Burrows soll den Bruder der Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten ermordet haben und ist deswegen zum Tod verurteilt. Trotzdem er seine Unschuld beteuert, steht ihm der elektrische Stuhl bevor, bis dahin sitzt er Fox-River-State-Gefängnis. Der einzige, der an seine Unschuld glaubt, ist sein Bruder Michael Scofield. Da kein legales Mittel greift, den Inhaftierten aus dem Knast zu holen, plant Michael Scofield, ihn aus dem Gefängnis zu befreien. Er lässt sich dazu bei einem inszenierten Banküberfall verhaften und kommt in der Folge ins gleiche Gefängnis wie sein Bruder. Von da soll nach einem genauen Plan der Ausbruch gelingen.
Die Bedingungen vor Ort sind von mehr Problemen behindert, als Michael sie auf dem Reissbrett beim Planen berücksichtigt hat. Immer wieder droht die Aktion zu scheitern, immer tauchen neue Hindernisse auf, die es aus dem Weg zu räumen gilt. Dabei werden immer mehr Leute in den Ausbruch involviert, was schwierig ist, da nicht alle schlussendlich mit können. Wird der Ausbruch gelingen? Und wenn ja: Wie soll es nachher weiter gehen?
In vier Staffeln entwickelt sich eine Serie, die an Spannung und Dynamik kaum zu überbieten ist. Einmal geht es nicht darum, den Bösen zu erwischen, sondern das System soll überlistet werden, um aus einem sicheren Gefängnis auszubrechen. Die Protagonisten sind mehrheitlich Verbrecher, die alle ihre eigene Situation als Priorität setzen und dementsprechend bestechlich sind, wodurch immer wieder neue Probleme auftauchen. Zudem sieht man, dass nicht ganz einfach zwischen gut und böse, Verbrecher und Polizist unterschieden werden kann, da in beiden Lagern alle Schattierungen von Charakteren anzutreffen sind.
Die Serie hat Suchtfaktor. Am Besten besorgt man sich gleich die komplette Staffel auf DVD und hofft auf ruhige und regnerische Wochenenden, an denen man ungestört Serienmarathon feiern kann.
Fazit
Spannung pur mit Suchtfaktor. Einmal angefangen, lässt einen die Serie kaum mehr los. Absolut sehenswert.
Informationen:
| Deutscher Titel | Prison Break |
| Originaltitel | Prison Break |
| Prouktionsjahr | 2005 – 2009 |
| Umfang | 4 Staffeln / 81 Episoden |
| Besetzung: | |
| Michael Scofield | Wentworth Miller |
| Lincoln Burrows | Dominic Purcell |
| Fernando Sucre | Amaury Nolasco |
| Dr. Sara Tancredi | Sarah Wayne Callies |
| Alexander Mahone | William Fichtner |
| Theodore „T-Bag“ Bagwell | Robert Knepper |
| John Abruzzi | Peter Stormare |
Trailer
Kritik zur Serie: Breaking Bad
Familienidylle in der Kleinstadt, ein eher biederer Chemielehrer mit schwangerer Frau und Sohn mit Geburtsgebrechen. Die Liebe ist gross, das Geld eher knapp, doch alles kann dem Familienglück nichts anhaben, bis die Diagnose kommt: Walter White hat Lungenkrebs. Die zweite Hiobsbotschaft folgt sogleich: Die Behandlung ist teuer und die Krankenkassen zahlen nicht.
Um den Kranken etwas abzulenken, nimmt ihn Hank, seines Zeichens Schwippschager und DEA Agent, zu einem Einsatz mit, bei dem ein Methamphetamin-Labor ausgehoben wird. Von da an überschlagen sich die Zufälle und die Geschichte nimmt ihren Lauf:
Walter erkennt einen ehemaligen Schüler (Jesse Pinkman), der vom Tatort flieht und sieht die Summen an Geld, die in dem Geschäft zu holen sind. Schnell sieht er die Lösung all seiner Probleme: Als Chemielehrer kann er das Zeug herstellen und in seinem ehemaligen Schüler hat er den geeigneten Partner. Seine Behandlung wäre finanziert und seine Familie abgesichert.
So könnte die Idylle weitergehen, wäre das Kochen und Verkaufen von Drogen nicht etwas riskanter als das von Bolognese-Sauce. Walt verstrickt sich in Lügen und Geheimniskrämereien, die einst glückliche Ehe wird zur Zitterpartie, das ganze Leben zu einer tickenden Zeitbombe – und dabei ist der Krebs längst das kleinste Risiko.
Als Zuschauer wird man Zeuge des langsamen Wandels eines Menschen, der einst biederer und korrekter Lehrer war und sich nach und nach zum skrupellosen Gangster entwickelt, der über Leichen geht, um seine Ziele zu verwirklichen. Zwar scheinen immer wieder Gewissensbisse durch, doch verliert man mit der Zeit die Sicherheit, was nun echt und was gespielt ist. Ganz grosses Kino. Wer findet, Spannung alleine sei noch viel zu wenig, dem winken als Sahnehäubchen noch eine gute Menge schwarzer Humor und Komik (nicht zuletzt durch den nicht ganz gesetzestreuen Anwalt Saul Goodman, der überall seine Finger im Spiel hat). Intelligente Schachzüge, gut gesetzte Cliffhanger, unerwartete Twists runden das Ganze ab.
Aber Achtung: Wer gerne mal ab und an einen spannenden Film schaut, dem sei dringendst abgeraten, denn: Diese Serie hat Suchtfaktor. Die fünf Staffeln ziehen einem förmlich den Ärmer rein und man betet um verregnete Wochenenden und Entschuldigungen, nie mehr vom Sofa aufstehen zu müssen.
Fazit
Spannung pur. Brillante Schauspieler, tolles Drehbuch, gut umgesetzt – Der Suchtfaktor sprengt alles vorher Dagewesene. Unbedingt schauen!
Informationen:
| Deutscher Titel | Breaking Bad |
| Originaltitel | Breaking Bad |
| Prouktionsjahr | 2014 |
| Umfang | 5 Staffeln (7/13/13/13/16 Episoden) |
| Besetzung: | |
| Walter „Walt“ White /Heisenberg | Bryan Cranston |
| Jesse Pinkman | Aaron Paul |
| Skyler White | Anna Gunn |
| Walter White Jr | RJ Mitte |
| Hank Schrader | Dean Norris |
| Marie Schrader | Betsy Brandt |
| Saul Goodman | Bob Odenkirk |



