Sammeltage

Es gibt so Tage, da geht einfach nichts. Und du denkst, es müsste doch was gehen und gehst es an. Was? Egal, Hauptsache etwas. Doch schon kurz nach dem Angehen merkst du, dass du eigentlich gar keine Lust darauf hast. Und du denkst dir innerlich, du könntest auch wieder aufhören, denkst aber auch, dass das nicht geht, da du ja schliesslich was tun musst und nun schon mal damit begonnen hast. Und so machst du weiter und versucht, es möglichst schnell hinter dich zu bringen, was zur Folge hat, dass du unachtsam und unsorgfältig wirst und dir dann denkst, dass das eh nichts wird und du es besser gleich gelassen hättest.

Und dann bist du fertig und siehst das Ergebnis, das nicht überzeugt und bist zudem wieder gleich weit wie zuvor: Du musst ja was tun und hast keine Ahnung was, nur geht es gar nicht, dass du einfach nichts tust. Wobei: Natürlich ginge es, schliesslich scheint nichts so eilig, dass du es wirklich tun müsstest, sonst würdest du es ja tun und hättest keinen dieser Tage, an denen nichts geht und du auch nicht weißt, was gehen müsste, was du tun könntest und vor allem: tun wolltest.

Vielleicht wäre es klüger, einfach einzusehen, dass es so Tage gibt, an denen nichts geht. Und dann wäre es wohl besser, nicht weiter zu denken, denn das Denken führt an genau diesen Tagen auch zu nichts Gutem, sondern nur noch weiter in die Spirale des „Irgendwie-Müssens-aber-nicht-Wissens-was“. Vielleicht sind es auch genau die Tage, die wir brauchen, um danach wieder was tun zu können und auch zu wollen, weil wir Kraft getankt haben, Energie gesammelt haben und damit Boden gelegt für neue Ideen und neuen Antrieb.

Ich bin dann mal sammeln. Habt’s gut!

4 Comments

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  1. Bei uns kennt man den begriff Lampeln…eine umgangssprachliche,abwertende Bezeichnung fuer den muessiggang.
    Ich selbst empfinde auch oft das beduerfnis, viel mehr zu tun. Es gibt eigentlich staendig was zu tun..und da gibt es zusaetzlich eine bewertung meiner vergangenheit, die mir assesstiert, zu wenig wichtiges getan zu haben. Zuviel zeit dem hobby schach gewidmet zu haben, zu wenig sachbuecher gelesen zu haben, handwerklich und kochtechnisch zu wenig drauf zu haben, zu wenig lebenserfahrung gesammelt zu haben, eben zuviel falsches,unsinniges,nicht Weiterbringendes getan zu haben.
    Da ist was dran..optimal war das alles nicht! Dennoch war es unter den umstaenden recht viel.
    Sagt man nicht „preussische disziplin“ zu diesem sichstaendigantreiben?

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  2. Ich bin ja sonst kein Freund der Verfasser des „Alten Testaments“, aber selbst die haben schon gewusst, dass sogar ein „allmächtiger“ Gott (mindestens) alle 7 Tage mal einen Tag zum „Abhängen“ braucht. Daraus schlussfolgern wir messerscharf, dass wir als „endliche Wesen“ mindestens genauso oft mal eine Auszeit zum Auftanken nehmen müssen und dürfen, nicht wahr? 😉

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