Zumachen,
nicht angreifbar sein.
Ausblenden
nicht überwältigt werden.
Festhalten,
um nicht umzufallen.
Hochschauen,
um nicht runterzufallen.
Realisieren,
es bleibt doch da.
Weitergehen,
um zu überleben.
Denkzeiten – Philosophie in Theorie und Praxis
Dr. Sandra von Siebenthal
Zumachen,
nicht angreifbar sein.
Ausblenden
nicht überwältigt werden.
Festhalten,
um nicht umzufallen.
Hochschauen,
um nicht runterzufallen.
Realisieren,
es bleibt doch da.
Weitergehen,
um zu überleben.
Was ihr mir tut,
was ich hier trag,
was das nur soll,
ich weiss es nicht.
Ich sitze hier
und frag mich nur,
die Antwort fehlt,
ein gähnend Loch.
Ich rufe aus,
ihr hört mich nicht,
ihr tut einfach,
was ihr tun wollt.
Ich gebe auf,
es bringt ja nichts,
ich habe nur
mein Leben noch.
Es bleibt die Wahl:
Lass’ ich euch zieh’n?
Gebe ich
mein Leben hin?
Ich bleibe hier,
denn alles mehr
wär euer Sieg,
den kriegt ihr nicht.
Ich lebe fort,
wie ich es will,
so lebt denn wohl,
das war’s für mich.
Ich fühl’ mich frei,
seit langem mal,
ihr könnt mir nichts,
ich hab die Wahl.
Ich schau in den Spiegel,
ich schaue mich an.
Ich blick durch mich durch
und doch nur heran.
Ich suche das Wesen,
ich suche den Kern,
ich frag mich „wer bin ich?“ und
hab’ ich mich gern?
Ich sehe die Haare,
ich sehe den Mund,
ich sehe die Augen,
was tun sie mir kund?
Ich schau in den Spiegel,
ich schaue mich an,
schau in die Augen,
und schliesse sie dann.
Ich suche die Töne,
ich suche den Klang,
ich hör auf mein Herz
und bleibe noch lang.
Ich fühle tief drinnen,
ich spüre hinein,
Ich merk’ ich bin gut so,
ich fühl, ich darf sein.
Das Leben ist scheisse
und so ist der Rest.
Wobei es kein Rest ist,
da nachher nichts ist.
Das Leben ist scheisse,
es ist nicht mal fair,
doch Fairness war nie Plan,
man hofft’ es nur sehr.
Das Leben ist scheisse,
ich bin ja schon still,
denn keiner will’s hören,
man hofft lieber still.
Das Leben ist scheisse,
ich hab’ es erkannt,
ich macht dennoch weiter,
Ich hoff auch noch mit.
Das Leben ist scheisse,
mal mehr und mal nicht,
ich geh durch die Jahre,
ich nehme sie mit.
Wenn die Trauer
übermannt,
die Tränen
fliessen.
Wenn die Sonne
untergeht,
das Dunkel
einhüllt.
Wenn das Denken
anstösst,
Gefühle
drücken.
Wenn alles leer
und schwarz,
weil Schwermut
siegte.
Wenn Hoffnung nur
noch bleibt,
dass eines Tages
alles dreht.
Ich seh
von aussen zu,
wie du ins Unglück rennst.
Ich ruf
dir ganz laut zu,
mach Halt,du hörst mich nicht.
Willst nicht?
Kannst es nicht?
weißt alles besser gar?
Ich seh
von aussen zu,
wie du ins Unglück rennst.
Ich kann
nichts mehr tun,
es ist bereits getan.
Du gehst,
schliesst Türen zu,
lässt mich ganz aussen vor.
Ich seh
von aussen zu,
wie du ins Unglück rennst.
Ich wein’
schon jetzt
um dich, ganz bitterlich.
Du hörst
nicht hin,
rennst fort, ich lasse dich.
Ich seh
von aussen zu,
wie du ins Unglück rennst.
Ich lass
dich zieh’n
und sitze hier, immer bereit.
Wenn du
mich brauchst,
dann fang und halt ich dich.
Wenn du glaubst, mehr geht nicht mehr,
kommt von irgendwo was Schlimm’res her.
Ich hätte gerne
eine Insel
nur für mich.
Niemand will was,
niemand braucht was,
keiner spricht.
Keine Sorgen,
auch kein Morgen,
immer jetzt.
Alles weit weg,
nichts erreichbar,
Einsamkeit.
Niemand sieht mich,
niemand hört mich,
nicht mal ich.
Ich hätte gerne
eine Insel
nur für mich.
Ein Vogel im Wind,
ein Blatt, das sich dreht.
Ein Geist,
der frei sein will.
Das warst du.
So liebte ich dich,
danach sehnte ich mich.
Weil du
all das warst,
was fehlte.
Doch du flogst,
wo ich stand,
warst frei,
wo kein Weg war
für mich.
Du flogst dahin
und riefst nach mir.
Klagtest,
vom Himmel herab
in die Grube.
Ich schaute hinauf,
und sehnte mich,
spürte Stäbe,
stiess dagegen.
Du flogst weiter,
labtest dich am Sehnen,
ohne je
die Stäbe gespürt zu haben,
die beengten.
Manchmal schaust du nach Licht,
weil das Dunkel erschlägt.
Manchmal schnappst du nach Luft,
weil du zu ersticken drohst.
Manchmal brauchst du Ruhe,
weil alles in dir schreit.
Manchmal suchst du Zuflucht,
weil du dich gejagt fühlst.
Manchmal gehst du den Weg,
weil du keinen andern hast.
Manchmal drückt das Leben,
weil du es nicht tragen kannst.
Manchmal sehnst du dich nach Schlaf,
weil er Erlösung scheint.
Manchmal sehnst du dich nach Schlaf,
weil sonst nichts mehr geht.
Müde
so müde.
Vom Gehen
und straucheln.
Vom Suchen
und nicht finden.
Vom probieren
und scheitern.
Vom Hoffen
und enttäuscht werden.
Vom Glauben
und sehen.
Vom Leben
und seinen Abgründen.
Vom Leben
und fallen.
Und dann kam der Tag,
an dem die Beine nachgaben,
nicht mehr trugen.
Es kam der Tag,
an dem die Kraft ausging
und alles stand.
Nur das Herz
schlug bis zum Hals,
zum zerplatzen.
Und dann kam der Tag,
an dem die Lungen einsackten,
nichts mehr fassten.
Es kam der Tag,
an dem der Atem stockte,
Ersticken drohte.
Nur das Herz
schlug bis zum Hals,
zum zerplatzen.
Und dann kam der Tag,
an dem die Hoffnung schwand,
und nichts mehr blieb.
Es kam der Tag,
als nichts mehr ging,
ausser Tränen.
Nur das Herz
schlug bis zum Hals,
zum zerplatzen.
Ich bin schwierig,
oft sogar sehr.
Nie einfach so,
oft ganz viel mehr.
Ich habe Ideen,
und ändere sie.
Ich habe auch Wünsche,
oft ganz verquer.
Du hältst diese aus,
und bleibst doch bei mir.
Du trägst alles mit,
und klagst oft nicht mal.
Ich weiss, ich last schwer,
ich mag das nicht sehr.
Es ist nun mal so,
es ändert nicht mehr.
Wo ich dich brauch,
da bau ich auf dich.
Ich dank dir dafür,
es ist nicht ganz fair.
Weil: Ich bin schwierig,
oft lastet es schwer.
War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?
Ich sitze hier
und denke,
was alles sein könnte.
Ich sitze hier
und frage
nach einem Grund.
War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?
Ich sitze hier
und ich weine,
um blosse Tagträume.
Ich sitze hier
und trinke
Schluck für Schluck Wein.
War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?
Ich sitze hier
und sinke
langsam ins Dunkel,
das mich sanft umhüllt.
Ich sitze hier
und stell mir vor,
wie es wohl wär,
wenn du wärst hier.
Ich sehe dich,
du blickst mich an,
ich frag wieso,
du lächelst nur.
Ich rieche dich,
ich mag den Duft,
er ist wie du,
er passt zu dir.
Ich höre dich,
du sprichst mich an,
die Stimme sanft,
mit Liebe drin.
Ich spüre dich,
du gehst mir tief,
mit deinem Sein,
unter die Haut.
Ich sitze hier,
und du bist fort,
kein Ton, kein Hauch,
ein kleiner Tod.