Es ist wieder Samstag und ich möchte weitere 10 Artikel vorstellen, über die ich die Woche durch im Netz gestolpert bin. Allen gemeinsam ist, dass sie sich um Literatur im weitesten Sinne drehen.

Was Vielleser nicht gelesen haben

5000 Bücher seien das Maximum an Büchern, die man im Leben lesen kann. Dies das Ergebnis einer Untersuchung. 10 Vielleser gestehen hier, welche Werke sie bislang NICHT gelesen haben – und das aus verschiedenen Gründen.

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Frauenkrimis fördern

Die Mörderischen Schwestern finden, Frauenliteratur kriege zu wenig Aufmerksamkeit, weil die Jurys so zusammengesetzt seien, dass Männer besser portiert würden. Sie haben darum acht Frauenkrimis gewählt und stellen sie vor.

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Digitales versus analoges Lesen

Wie verändern die digitalen Möglichkeiten das Leseverhalten?

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Oskar Maria Graf

Seit 50 Jahren ist Oskar Maria Graf tot. In München findet noch bis am 5. November eine Ausstellung zu seinen Ehren statt.

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Augen auf bei der Verlagssuche

Da sitzt man nun und hat sein Buch geschrieben, nun bräuchte man nur noch einen Verlag. Gar nicht so einfach, den zu finden, zumal es in der Verlagsbranche durchaus schwarze Schafe gibt.

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Lesen macht süchtig

Früher galt Lesen als gefährlich, aber wenn ich von Rausch, Sucht und Schlafverzicht lese, scheint es in der Tat seine Tücken zu haben. Aber lest selber:

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Bachmann und Celan – eine nicht lebbare Liebe

Zwei Grössen der Literatur, zwei, die sich liebten, sich schrieben, ihre Liebe aber nicht leben konnten. Helmut Böttiger studierte ihre Briefe und kommt zum Schluss, dass die Liebe nicht alltagstauchlich gewesen sei.

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150 Bücher, die man gelesen haben muss

Ich bin ja grundsätzlich der Meinung, dass es kein Buch gibt, das man gelesen haben MUSS, aber natürlich ganz viel wunderbare, die ich als lesenswert und Bereicherung empfinde. Trotzdem finde ich Listen immer wieder spannend, da sie inspirieren und man sich dazu Gedanken machen kann.

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Iris Radisch zum Deutschen Buchhandlungspreis

„Der Buchhandlungspreis ist es eine Mischung aus Anerkennung und Förderung“ – und weil Buchhandlungen wunderbar sind und nicht genügend gewürdigt werden können, hier nochmals ein Artikel dazu.

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John Ashbery ist tot – ein Nachruf

Am 3. September starb der Lyriker John Ashbery.
«Wenn mir ein Gedicht gefällt, dann empfinde ich es. Es kümmert mich nicht sonderlich, was es bedeutet».
Ein schöner Nachruf in der NZZ.

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Ich setze auch diese Woche einen drauf:

Alex Capus über die Historie – und sein Schreiben

Ich habe ihn bei einer Lesung erlebt, die ich moderieren durfte. Ein spannender Mensch, ein offener Mensch, ein Mensch, der sich Gedanken macht. Wieso er kaum über Frauen schreibt? Wie genau er es mit der Geschichte nimmt?

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Es ist wieder Samstag und ich möchte weitere 10 Artikel vorstellen, über die ich die Woche durch im Netz gestolpert bin. Allen gemeinsam ist, dass sie sich um Literatur im weitesten Sinne drehen.

Bücher im Café

Der Kaffeehaussitzer liest gerne in Kaffees – der Name verrät es schon –, liest Bücher und bloggt darüber. Er hat Karla Paul ein Interview dazu gegeben

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Mit Adam Zagajewski durch Krakau

Der wohl wichtigste polnische Lyriker zeigt seine Heimat Krakau.

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Äsops Fabeln

Tierfabeln, die unterhalten, dabei aber eine tiefere Botschaft mit sich bringen – Weisheiten in Geschichten verpackt, damit der Leser etwas fürs Leben lernt.

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Ägypten in Zeiten des Umbruchs – eine Schriftstellerin erzählt

Die Autorin Mansura Eseddin erzählt über Ihre Heimat, die politische Situation und die Funktion von Literatur für sie.

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Wenn Literatur Brücken baut

Das Literaturfest »Poetische Quellen« in Bad Oeynhausen und Löhne sowie die »Sarajevoer Poesietage« wollen in Zukunft zusammenarbeiten. Der Autor Dzevad Karahasan hat daran massgeblichen Anteil und er spricht darüber.

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Sketchnotes – Notizen aufgepeppt

Wer genug hat von den ewig gleichen langweiligen Notizen, für den gibt es Sketchnotes. Man muss dafür nicht Picasso sein, und: Man kann es lernen. Zum Beispiel mit dem Buch hier.

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Die Interior-Design-Welt der Buchblogger

Buchbloggern scheint es nicht mehr so sehr um Literatur zu gehen, sondern um die ästhetische Präsentation des Leseerlebnisses.. Habe ich bei Instagram genauso gefühlt und bewege mich drum ein wenig weg da. Was denkt ihr dazu??

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Buchblog-Award

Welcher Buchblog hätte einen Award verdient? Es winken Preise.

Der Artikel: HIER

Kindern Lesefreude vermitteln

In Wien gibt es im Wiener Allerhgeiligenpark eine Leseaktion. Unter dem Motto „Wer sich auf die Decke setzt, ist willkommen“ soll Kindern Freude am Lesen vermittelt werden.

Ein Projekt, das man vielleicht auch an anderen Orten starten könnte?!

Der Artikel: HIER

Der Zeichner und Autor Hans Traxler im Gespräch

Jeder kennt sie wohl, die Zeichnung, die aus Helmut Kohl eine Birne machte. Ihr Schöpfer erzählt, wie er auf die Idee kam.

Der Artikel: HIER

Auch heute wieder eine Zugabe:

Max und Moritz – wer kennt sie nicht?

Ein Artikel über die Geschichte des Comics, die natürlich auch Max Buschs „Max und Moritz“ ins Visier nimmt.

Der Artikel: HIER

DSC_0013Es ist wieder Samstag und ich möchte weitere 10 Artikel vorstellen, über die ich die Woche durch im Netz gestolpert bin. Allen gemeinsam ist, dass sie sich um Literatur im weitesten Sinne drehen.

Ein Interview mit Affinity Konar

Affinity Konars Roman „Mischling handelt vom Schicksal der Zwillingsschwestern Perle und Stasia, die 1944 nach Auschwitz deportiert und dort zu Mengeles Versuchsopfern werden.

Der Artikel: HIER

Martin Suter im Interview

Martin Suter hat auf Stichworte reagiert und plaudert aus dem Nähkästchen zu frühen Erinnerungen, Reisen, Beziehungen.

Der Artikel: HIER

Nele Neuhaus im Gespräch

Die bekannte Krimiautorin Nele Neuhaus erzählt über die Angst vor dem weissen Blatt Papier, wie sie mit den Verrissen ihrer Bücher durch Denis Scheck geht und über Krimis allgemein.

Der Artikel: HIER

Bolivianische Bücher und Literatur

Ein Artikel über die Lage der bolivianischen Literatur – Verlage, Autoren, Hoffnungen

Der Artikel: HIER

Goethes Faust – kurz und knapp

Für all die, deren Schulzeit schon ein bisschen zurück liegt und die die Handlung von Goethes Faust vergessen haben: Eine Zusammenfassung.

Der Artikel: HIER

Ausstellung: Grosser Stoff in kleiner Schale

Bücher im Kleinstformat lagern im Magazin des Mainzer Gutenberg-Museums. Ein Lesevergnügen wird das wohl kaum mit Lupe und Pinzette, aber süss anzuschauen sind sie allemal.

Artikel: HIER

Ausstellung: Kafka. Der ganze Prozess

Das fand ich nicht, das möchte ich einfach jedem nochmals ans Herz legen, der Kafka mag – die Ausstellung dauert noch bis am 28. August. Gezeigt wird das 100 Jahre alte Manuskript von Kafkas Roman „Der Prozess“.

Der Artikel: HIER

Auf den Spuren Lessings

15 Orte, an denen Gotthold Ephraim Lessing gewesen ist – Eine Literaturreise, die beim Lessing Museum in Kamenz beginnt und in Braunschweig endet.

Der Artikel: HIER

Der deutsche Buchpreis 2017

Von Jahr zu Jahr gibt es mehr kritische Stimmen zum deutschen Buchpreis, die Auswahlkriterien, Themenwahl sowie die Geschlechterverteilung bei den Autoren werden heiss diskutiert. Hier einige Gedanken dazu sowie die diesjährige Longlist.

Der Artikel: HIER

Wenn die Regale zu voll werden

Wer gerne liest, kennt das Problem: Die Regale platzen aus allen Nähten, Bücher müssen weg. Was läge näher, als ein neues Zuhause für sie zu suchen? Tipps und Tricks, wie man gebrauchte Bücher am besten online verkaufen kann.

Der Artikel: HIER

Ich weiss, die 10 sind eigentlich voll, aber den hier wollte ich euch nicht enthalten:

Lesen als Medizin

Als hätten wir das nicht schon immer gewusst: Bücher tun gut und sie können mitunter auch helfen.

Der Artikel: HIER

BuchIch werde neu jeden Samstag 10 Artikel hier vorstellen, über die ich die Woche durch im Netz gestolpert bin. Allen gemeinsam ist, dass sie sich um Literatur im weitesten Sinne drehen.

„Uncreative Writing“

Schreibt ab, denn es ist alles schon geschrieben. Dies verkürzt gesagt die These des US-Autors und Literaturdozenten Kenneth Godsmith. Hier ein Interview mit Swantje Lichtenstein, die sein Buch „Uncreative Writing. Sprachmanagement im digitalen Zeitalter“ zusammen mit Hannes Bajohr übersetzt hat. Der Artikel: HIER

Was denkt ihr dazu? Ist diese Form von Literatur eine analoge Geschichte zu Collagen und damit eine moderne Form von Literatur?[1] Oder doch nur Plagiat?

150 Jahre gelbe Bändchen

Wer kennt sie nicht, die kleinen gelben Büchlein? Reclams Universal-Bibliothek hat es sich zum Programm gemacht, grosse Literatur in kleinen und erschwinglichen Büchern zu verlegen und damit die Leseerinnerungen von Schülern massgeblich mitgeprägt. Der Artikel: HIER

Buchhandlungen als Glücksorte

Der Autor Arnold Stadler ist überzeugt: Buchhandlungen braucht die Welt, denn da wohnt das Glück. Recht hat er! Der Artikel: HIER

Lesen ist gesund

Das war uns natürlich schon lange klar, aber hier kann man es nochmals detailliert nachlesen und hat sogar noch eine wirklich wunderbare Illustration dazu. Der Artikel: HIER

Lesesucht – es gibt schlimmeres

Sechs Süchtige erzählen davon, was sie lesen, wie sie lesen, wo sie lesen, wieso sie lesen – und überhaupt. Der Artikel: HIER

Jeder kann Autor sein

Wer schon immer mal ein Buch schreiben wollte, aber nicht weiss, wie das geht: 30 Schreibtipps von Autoren. Der Artikel: HIER

Auch Satzzeichen spielen eine Rolle

Wie gerne vergisst man mal ein Komma oder setzt Anführungszeichen falsch? Satzzeichen tragen aber durchaus zum besseren Lesen und vor allem zum richtigen Verstehen bei. Der Artikel: HIER

Wie überarbeite ich mein Manuskript?

Tipps und Tricks für die, welche eine Geschichte, einen Text geschrieben haben und diesen nun überarbeiten wollen. Der Artikel: HIER

Der Verleger Egon Ammann ist tot – ein Nachruf

Er war ein Liebhaber der Literatur, einer, der sich immer wieder mit Enthusiasmus für die Literatur einsetzte. Der Artikel: HIER

Tatort-Autoren plaudern aus dem Nähkästchen

Woher nehmen die Autoren des Tatort-Krimis ihr Wissen? Wen fragen sie, wenn sie mal anstehen? Worauf kommt es an beim Schreiben? Der Artikel: HIER

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[1] Wobei: Ganz neu ist es ja nicht, schon Thomas Mann wandte eine Technik an, die man Montage-Technik nannte, Nietzsche sogar noch mehr: Wenn man seine Bücher analysiert, kann man ganze Abschnitte finden, die er aus anderen Werken abgeschrieben hat.

Das Leben

Wann wird er endlich kein Kind mehr sein? Was wird ihn davon befreien, ihn zum Mann machen?
Befreien wird ihn, wenn es soweit ist, die Liebe. Wenn er auch nicht an Gott glaubt, an die Liebe und die Macht der Liebe glaubt er.[1]

CoetzeeJ. M. Coetzee wird am 9. Februar 1940 in Kapstadt als Kind einer Grundschullehrerin und eines Juristen, die Familie hat niederländische Wurzeln, geboren. Gesprochen wird wird in der Familie Englisch, trotzdem ist er auch des Afrikaans mächtig. Die politischen Umstände sind alles andere als einfach, die Apartheid bahnt sich an und spaltet das Land. Coetzee studiert Englisch, absolviert daneben ein Zweitstudium in Mathematik. Er fühlt sich – glaubt man seinem autobiographischen Roman Die jungen Jahre – immer zum Dichter berufen, findet aber selten die richtigen Umstände, um wirklich mit dem Schreiben zu beginnen, so wie er es gerne täte. Entweder wähnt er sich am falschen Ort oder er fühlt von der Muse – der richtigen Frau, die für ihn bestimmt ist und die in ihm die Kreativität entzünden wird – ungeküsst.

Um beides zu ändern bricht John nach London auf, wo er eine Stelle als Programmierer bei IBM annimmt. Neben der Arbeit sucht er nach Frauen und nach literarischen Vorbildern, an denen er sich festhalten und wachsen könnte – beides klappt nicht wie gewünscht und auch der Arbeitsalltag setzt ihm mehr und mehr zu.

Unter dem schattenlosen Neonlicht fühlt er sich im Innersten bedroht. Dem Gebäude, ein charakterloser Würfel aus Beton und Glas, entströmt offenbar ein Gas, geruchlos, farblos, das in sein Blut gelangt und ihn betäubt. IBM, das kann er beschwören, ist dabei, ihn umzubringen, ihn in einen Zombie zu verwandeln.[2]

Neben dem immer unbefriedigenderen Brotberuf schreibt Coetzee eine wissenschaftliche Arbeit über Ford Madox Ford und erhält damit 1963 den Master in Englisch der Universität Kapstadt. Im gleichen Jahr heiratet er auch. Es folgt 1965 das Doktoratsstudium, welches er 1969 erfolgreich abschliesst, um danach eine Lehrtätigkeit an der State University of New York at Buffola aufzunehmen. Sein politisches Engagement gegen den Vietnamkrieg wird ihm zum Verhängnis: Sein Antrag auf ein unbefristetes Aufenthaltsrecht wird abgelehnt, die ganze Familie (mittlerweile sind zwei Kinder geboren) reist nach Südafrika, wo Coetzee 1970 einen Lehrauftrag für Englisch, Linguistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Uni Kapstadt übernimmt, 1984 wird er zum Professor ernannt.

Das Werk

Coetzees Romane, Erzählungen und auch seine Sachbücher zeugen von seinem politischen Engagement. Immer weist er auf die Missstände in seinem Land hin, zeigt die prekäre Lage in Bezug auf die Menschlichkeit, aber auch die Vergehen des Menschen am Tier auf.

Ebenfalls Thema ist bei Coetzee die Grenze zwischen Literatur und Fiktion. In einigen Werken tritt ein stark autobiographischer Zug zutage, trotzdem bleibt der Protagonist des Romans eine Kunstfigur, die zwar viele Lebensfakten des Autors in sich trägt oder Stationen durchläuft, dabei aber nie ein genaues Abbild desselben darstellt. Das persönliche Selbstverständnis eines Menschen, so Coetzee, ist denn auch selten eine realistische, objektive Sicht auf sich selber, es entspringt vielmehr einem Bewusstsein, das bewusst oder unbewusst manipulierbar ist. Eingehend befasst hat sich Coetzee damit in seinem Buch Eine gute Geschichte: Ein Gespräch über Wahrheit, Erfindung und Psychotherapie, welches in Zusammenarbeit mit der Psychologin Arabella Kurtz 2016 herausgekommen ist.

Aktuelle Lesung

John M. Coetzee liest am Dienstag, 4. Juli am Openair Literatur Festival in Zürich aus seinem bisher unveröffentlichten Text The Glass Abattoir (Das Glas-Schlachthaus). Es geht in dem Text im weitesten Sinne um die Beziehung eines Sohnes zu seiner Mutter, aber auch um das Verhältnis von Mensch und Tier, um die Missstände in Bezug auf die unwürdige Behandlung des Tieres durch den Menschen.
Link zur Veranstaltung: HIER

Ausgewählte Werke:

Romane und Erzählungen

  • 1977 In the Heart oft he Country (Im Herzen des Landes)
  • 1980 Waiting fort he Barbarians (Warten auf die Barbaren)
  • 1983 Life & Times of Michael K (Leben und Zeit des Michael K)
  • 1997 Boyhood. Secenes from Provincial Life (Der Junge. Eine afrikanische Kindheit)
  • 1999 Disgrace (Schande)
  • 2002 Youth (Die jungen Jahre)
  • 2007 Diary of a Bad Year (Tagebuch eines schlimmen Jahres)
  • 2009 Summertime (Sommer des Lebens)

Sachbücher, Essays, Briefe

  • 1988 White Writing. On the Culture of Letters in South Africa
  • 1997 What is Realism?
  • 2001 Stranger Shores. Essays 1986 – 1999
  • 2007 Inner Workings. Essays 2000 – 2005
  • 2006 Was ist ein Klassiker? Versch. literarische Essays

______
[1] zit. aus J. M. Coetzee: Die jungen Jahre, Fischer Taschenbuchverlag, 2004.
[2] ebd.

Inhalt

Kasandra ist die Geschichte der Königstochter und Seherin, die ihren eigenen Tod vorhersieht und ihm entgegen geht, mit dem Vorsatz, bis zum Schluss ihre Bewusstheit und Autonomie wahren zu wollen.

Mit der Erzählung geh ich in den Tod.
Hier ende ich, ohnmächtig, und nichts, nichts, was ich hätte tun oder lassen, wollen oder denken können, hätte mich an ein andres Ziel geführt.[1]

Apollon verleiht Kassandra die Sehergabe. Weil sie seinem Werben nicht nachgibt, bestraft er sie mit einem Fluch: Zwar sieht sie alles, was sich ereignen würde, voraus, aber keiner glaubt ihren Prophezeiungen.

Kassandra wird Priesterin im Tempel des Apollon, soll deswegen – wie alle anderen Mädchen auch – entjungfert werden. In diesem Zusammenhang trifft sie auf Aineias, welcher sie mit sich nimmt, sie aber nicht anrührt. Kassandra verliebt sich in Aineias, verliert ihre Unschuld später aber an Panthoos, den Apollonpriester, welcher sie zur Priesterin geweiht hat. Beim Akt selber stellt sie sich immer vor, er wäre Aineias. Wieso dieser nicht wirklich an der Stelle ist, erschliesst sich nicht ganz.

Später taucht Paris in Troja auf, Kassandra erfährt, dass er ihr Bruder ist. Kassandra sieht voraus, dass dessen Liebe zu Helena, der Gemahlin des Königs Menelaos, Troja in den Untergang führen würde, doch niemand hört auf sie. So sehr sie auch versucht, vor dem Krieg zu warnen – ihre Prophezeiungen versanden im Nichts (als Kassandrarufe).

Nicht die Untat, ihre Ankündigung macht die Menschen blass, auch wütend, ich kenn esvon mir selbst. Und dass wir lieber den bestrafen, der die Tat benennt, als den, der sie begeht.

Es folgen weitere Vorhersagen, die nicht gehört werden, sowie die Verheiratung Kassandras durch ihren Vater mit Eurypylos, welcher allerdings gleich nach der Hochzeit im Kampf fällt. Auch Paris ist mittlerweile tot. Aineias bittet Kassandra, mit ihm zu gehen und an einem anderen Ort ein neues Leben zu beginnen, was Kassandra trotz ihrer Liebe ablehnt. Sie entscheidet sich für ihren eigenen Tod.

Es folgt die berühmte Szene mit dem Trojanischen Pferd, die Griechen haben es vor die Stadtmauern gestellt und damit ein scheinbares Ende der Belagerung signalisiert. Trotz Kassandras Warnungen ziehen die Trojaner es in die Stadt hinein – das Ende Trojas ist damit besiegelt. Die wenigen Überlebenden werden von den Griechen versklavt.

Kassandra wird Agamemnons Sklavin, sie fährt auf seinem Schiff nach Mykene und lässt während der Fahrt die ganze Geschichte Revue passieren. Sie weiss, dass in Mykene der Tod auf sie wartet. Klytaimnestra, Agamemnons Frau, und Aigisthos, ihr Geliebter, werden Agamemnon und Kassandra ermorden.

Für alles auf der Welt nur noch die Vergangenheitssprache. Die Gegenwartssprache ist auf Wörter für diese düstre Festung eingeschrumpft. Die Zukunftssprache hat für mich nur diesen einen Satz: Ich werde heute noch erschlagen werden.

Entstehung

Das Werk ist 1983 gleichzeitig in der BRD und in der DDR erschienen. Es ist ein gesellschaftskritisches Werk, welches anhand der mythologischen Geschichte die innergesellschaftlichen Bewusstseinsprozesse offenlegen will. Zum mythologischen Stoff kam Christa Wolf eher zufällig. Bei einer Reise verpasst sie einen Flug nach Athen und sitzt ohne Literatur in Berlin fest, so dass sie sich dem Vorhandenen zuwendet: Orestie von Aischylos. Von Kassandra fasziniert, forscht sie weiter. Wer sich für die ganze Entstehungsgeschichte interessiert, dem seien die vier im Rahmen der Frankfurter Poetik-Vorlesungen gehaltenen Vorlesungen von 1982 empfohlen: Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra (HIER)

Hintergründe

Kassandra ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Priamos und der Hekabe, sie ist die Zwillingsschwester von Helenos sowie die Schwester von Hektor, Polyxena, Paris und Troilos.

Wegen ihrer Schönheit verleiht ihr der Gott Apollon die Sehergabe, er verspricht sich als Dank ihre Zuneignung, die sie ihm aber versagt. In seinem Stolz verletzt verflucht Apollon Kassandra und ihre ganze Nachkommenschaft. Zwar soll sie die Sehergabe behalten, aber keiner wird ihren Weissagungen glauben.

Die tragische Heldin findet sich in den Kassandrarufen noch heute: Warnungen, die keiner hören will.

Für das Verständnis von Christa Wolfs Buch empfiehlt es sich, zuerst die Zusammenhänge der griechischen Mythologie kennenzulernen. Ein Standardwerk ist sicher Die schönsten Sagen des klassischen Altertums von Gustav Schwab.

Hier alle in Wolfs Werk vorkommenden Figuren und ihre Zugehörigkeiten/Beziehungen[2]:

  • Achill: griechischer Held, wird von Kassandra „Achill das Vieh“ genannt (Grieche)
  • Agamemnon: Bruder des Menelaos, Gatte Klytaimnestras, hat seine eigene Tochter Iphigenie geopfert (Grieche)
  • Aias der Große: wird im Zweikampf von Hektor besiegt (Grieche)
  • Aias der Kleine: vergewaltigt Kassandra (Grieche)
  • Aineias: Sohn des Anchises, Geliebter von Kassandra, flüchtet, überlebt (Trojaner)
  • Aisakos: Halbbruder der Kassandra, Sohn der Arisbe, beging Selbstmord, als seine Frau Asterope am Kindbettfieber starb. (Trojaner)
  • Amazonen: Die Amazonen sind Kriegerinnen, die auf der Seite Trojas kämpfen
  • Anchises: Vater des Aineias, eine Art Zweitvater für Kassandra
  • Andromache: Frau des Hektor (Trojanerin)
  • Andron: Bediensteter des Hofes, später Gefolgsmann Eumelos und Geliebter Polyxenas (Trojaner)
  • Aphrodite: Verspricht Paris die schöne Helena. (griechische Göttin)
  • Apollon: Gott der Seher und Musen. Er schenkte Kassandra die Kraft des Sehens (griechischer Gott)
  • Arisbe: Mutter des Aisakos. Lebt in den Ida-Bergen (Trojanerin)
  • Artemis: Göttin der Jagd. Soll Aisakos in einen Tauchvogel verwandelt haben. (griechische Göttin)
  • Asterope: Die Frau des Aisakos, starb am Kindbettfieber (Trojanerin)
  • Athene: Schutzgöttin Athens, ist auf der Seite der Griechen, weil Paris nicht sie als schönste Göttin gewählt hat (griechische Göttin)
  • Briseis: Tochter Kalchas‘, Frau des Troilos, geht nach dessen Tod zu ihrem Vater, zu den Griechen, kehrt aber später zurück und lebt von da an in den Ida-Bergen (Trojanerin)
  • Deiphobos: Zweitältester Bruder Kassandras (Trojaner)
  • Diomedes von Argos (Grieche)
  • Eumelos: Oberster Offizier und Berater des Priamos, spornt zum Krieg an (Trojaner)
  • Eurypylos: Will sich mit Troja verbünden unter der Bedingung Kassandra heirate ihn, fällt nach Hochzeitsnacht (thessalischer Herrscher)
  • Hekabe: Königin Trojas, Kassandras Mutter (Trojanerin)
  • Hektor: Ältester Bruder Kassandras, wird von Achill getötet (Trojaner)
  • Helena: Gattin des Menelaos, wird von Paris entführt, Grund des Krieges (Griechin)
  • Helenos: Zwillingsbruder der Kassandra, Augur (Orakelsprecher) (Trojaner)
  • Herophile: Apollon-Priesterin
  • Hesione: Schwester des Priamos, wird von Telamon entführt und zur Frau genommen (Trojanerin)
  • Iphigenie: Tochter Agamemnons und der Klytaimnestra, wurde von ihrem Vater der Artemis geopfert (Griechin)
  • Kalchas: „der Seher“, läuft von den Troern zu den Griechen über.
  • Kassandra: Ich-Erzählerin, Tochter des Priamos und Hekabe. Sie ist Priesterin im Tempel des Apollon, Außenseiterin, Seherin und ein Beutestück des Agamemnon.
  • Killa: junge Sklavin Achills
  • Klytaimnestra: Gattin des Agamemnon, bringt Agamemnon und Kassandra um, als Rache für die Opferung der Iphigenie (Griechin)
  • Kybele: Geheimnisvolle Göttin, die in den Ida-Bergen verehrt wird
  • Lampos: Brachte Panthoos mit dem ersten Schiff nach Troja
  • Laokoon: Poseidon-Priester
  • Lykaon: Sohn des Priamos‘ (Trojaner)
  • Marpessa: Dienerin und Sklavin, Tochter der Parthena, eine gute Freundin Kassandras, sie zieht die Zwillinge der Kassandra auf. (Trojanerin)
  • Menelaos: Gatte der Helena, König von Sparta (Grieche/Spartaner)
  • Merops: Traumdeuter am Hofe
  • Myrine: Amazone, bewacht das Geschenk der Griechen (hölzernes Pferd) und wird als erste von den heraus kommenden Soldaten getötet
  • Odysseus: Griechischer Held
  • Oinone: Vor Helena die Geliebte des Paris, hat eine besondere Kräuterheilkunde
  • Panthoos: ‚Panthoos der Grieche’ genannt, oberster Apollon-Priester
  • Paris: Bruder der Kassandra, hätte getötet werden sollen, da ein Fluch auf ihm liegt, wuchs bei Hirten auf, Helena wird ihm von Aphrodite versprochen, entführt sie. (Trojaner)
  • Parthena: Amme der Kassandra, Mutter der Marpessa
  • Patroklos: Cousin und „Liebesfreund“ Achills (Grieche)
  • Penthesilea: Anführerin der Amazonen
  • Polyxena: Schwester Kassandras, lockt Achill in den Tempel wo er von Paris getötet wird, von Odysseus dem Achill geopfert (Trojanerin)
  • Priamos: König von Troia, Vater der Kassandra
  • Pythia: Göttin des Ruhmes und der Ehre
  • Telamon: Spartaner, der Hesione entführte
  • Troilos: Bruder der Kassandra, wird am ersten Kriegstag von Achill getötet (Trojaner)
  • Trojanisches Pferd: Erfindung des Odysseus; die Griechen täuschten ihre Abreise vor, versteckten sich jedoch im riesigen Trojanischen Pferd. Die Troer nahmen es hinein, da sie dachten, es sei ein Geschenk der Griechen an die Götter und so konnten die Griechen Troja stürmen.
  • Zeus: Gott, Oberhaupt der Götter

Zum Werk

Christa Wolf berichtet aus der Sicht von Kassandra über den Mythos des abendländischen Patriarchats. Im Beuteschiff von Agamemnon sitzend, überdenkt sie ihr Leben, überdenkt ihr Streben nach Bewusstheit und Autonomie.

Ich will die Bewusstheit nicht verlieren, bis zuletzt.

Lieber geht sie in den Tod, als ihr Leben einem Mann anzuvertrauen. Lieber ergibt sie sich ihrem Schicksal, als sich aufzugeben. Sie ist damit eine Aussenseiterin in einem System, das für Frauen klare Rollen vorgesehen hat. Diesen Rollen widersetzt sich Kassandra. Auch wenn sie immer wieder zum Objekt gemacht wird, indem sie verheiratet, in Priestergebräuche gepresst und bei Nichtbefolgen des männlichen Willens verflucht wird, hält sie an ihrem Subjekt-Sein fest.

Kassandra behandelt aber auch eine Tragik des Menschseins insgesamt: Blind rennen wir ins Unglück, Warnrufe ignorieren wir, wähnen uns in Sicherheit, bis es zu spät ist. Die Trojaner wollten nicht wahrhaben, dass sie besiegbar sein könnten, waren sie doch bislang immer die Sieger gewesen. Dieser Hochmut bedeutete ihren Fall.

Vergeblich versuchen wir uns der Gewalt zu entziehen

Dieser Satz vom Anfang des Buches deutet klar auf den Inhalt desselben: Es geht abwärts, die Spirale dreht unaufhaltsam und die Menschen werden durch Schmerz und Leid mitgezogen. Schwäche und Angst lassen sie dabei immer mehr zu Gehorchenden werden, statt dass sie selber ihr Leben in die Hand nehmen. Dem widersetzte sich Kassandra. Sie wollte selber ihr Leben steuern, auch wenn es in den Tod führte.

Die politische, zeitgeschichtliche und gesellschaftskritische Komponente liegt auf der Hand. Christa Wolf hat mit Kassandra eines der wenigen Zeugnisse abgelegt innerhalb der DDR, welches eine bewusste Gesellschafts- und Selbstanalyse aufweist. Dass sie sich dabei als Kassandra sieht, dafür steht dieses Buch.

Zur Autorin

Christa Wolf wurde 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski) geboren und lebte in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Georg-Büchner-Preis und dem Deutschen Bücherpreis für ihr Gesamtwerk. Sie starb 2011 in Berlin.

___________

[1] zit. nach Christa Wolf: Kassandra, Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt am Main 2008. (HIER)

[2] zit. nach https://de.wikipedia.org/wiki/Kassandra_(Christa_Wolf)#Personen

img_2432Ich habe ja vor einiger Zeit auf Instagram eine #abcliteraturchallenge gemacht, daraus entstand dieser Artikel: HIER

Gerade lief die zweite Runde aus, dieses waren die Bücher, die ich auswählte:

A: Hannah Arendt: Denktagebücher
Nirgendwo taucht man so tief in ihr Denken, in ihren Arbeitsprozess, in ihr Dichten auch ein wie hier. Und man lernt unglaublich viel kennen und wird auch selber immer wieder zum Denken angeregt!

B: Gottfried Benn: Gedichte
Ein vielseitiger, tiefgründiger Dichter, welcher wie kein anderer Tabuthemen wie Krankheit, Verwesung und Tod aufgriff, aber auch in ehrlichen, poetischen Versen voller Melancholie und Feingefühl. Der Band enthält seine Gedichte von den frühen bis zu den späten und lässt so gut die Entwicklung Benns erkennen, sowohl inhaltlich wie auch sprachlich und formal.

C: J. M. Coetzee: Die jungen Jahre
Autobiographie, Künstlerroman und Zeugnis einer Zeit und eines Zeitgefühls. Die Suche nach dem eigenen Platz in dieser Welt beschrieben in einer oft poetisch anmutenden Sprache. Sehr berührend!

D: Friedrich Dürrenmatt: Stoffe I-III und IV-IX
Mein Lieblingsschweizer mit Humor, Biss und Tiefgang liefert hier eine Art poetischer Autobiografie, die zugleich beispielhaft für sein philosophisches Denken und seinen scharfen Blick auf sich und vor allem die Welt ist.

E: T. S. Eliot: Gesammelte Gedichte
„Ich verbrachte mein Leben mit Versuchen, mich selbst zu vergessen. Versuchen, mich mit der Rolle zu identifizieren, die ich mir gewählt hatte.“ Das lässt Eliot seinen Lord Claverton sagen und es steckt nur schon in diesen zwei Versen unglaublich viel drin: über sein Denken, seine Zeit, den Menschen generell in seinem täglichen Tun. Berühmt wurde Eliot vor allem für „The Waste Land“, aber auch seine übrigen Gedichte sind sehr zu empfehlen.

F: Claire Fuller: Eine englische Ehe
„Was ich wirklich liebe: Wie wir damals waren und wie wir hätten werden können.“ Ein wunderbares Buch über die Liebe, über Träume, Verletzungen, das Älterwerden, Hoffnung und vieles mehr. Für mich das grosse Highlight unter den Neuerscheinungen.

G: Françoise Gilot: Mein Leben mit Picasso
Françoise Gilot schreibt über ihre Zeit an der Seite des wohl grössten Künstlers: Pablo Picasso. Eine wunderschöne Liebesgeschichte, die aber für beide Seiten auch schmerzhaft war. Zudem die Geschichte einer starken Frau.

H: Patricia Highsmith: Ediths Tagebuch
Ediths Tagebuch handelt von der Sehnsucht einer Frau nach einem harmonischen Familienleben, allerdings sitzt dieselbe in der amerikanischen Pampa, wird vom Mann betrogen, dessen Onkel sie dafür pflegen soll und kämpft mit einem egoistischen Sohn. Um der Öde zu entkommen, schreibt sie von ihrem imaginären Wunschleben in ihr Tagebuch.

I: Kazuo Ishiguro: Die Ungetrösteten
Die Geschichte eines Konzertpianisten, der von verschiedenen Menschen um Gefallen gebeten wird und darüber sein eigenes Leben mehr und mehr aus den Augen verliert.

J: Uwe Johnson: Die Mutmassungen über Jakob
Ein Buch über den Tod von Jakob Ab: Wie kam er, der ins Visier der Staatssicherheit gekommen war, ums Leben? War es Mord, Selbstmord oder ein Unfall? Ein Roman über die Suche nach Wahrheit , ein Roman auch über die Verhimg_2387ältnisse in der DDR.

K: Franz Kafka: Das Schloss
Das Schreiben sollte für ihn therapeutische Wirkung haben, er litt unter psychischen Problemen und wollte sich quasi auf einen friedlichen Tod hinschreiben, zu gross war in ihm die Vorstellung eines baldigen Endes. Entstanden ist ein skurriler, grotesker Roman, ein Meisterwerk der Literatur.

L: Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
Es gibt wohl kaum einen liebenswürdigeren Protagonisten als Atticus Finch. Die Geschichte eines liebevollen Vaters, der seinen Kindern die Werte des friedlichen Miteinanders vorlebt, der einsteht für seine Überzeugungen und sich einsetzt im Kampf gegen Rassismus und Ungerechtigkeit. Ein Mensch mit dem Herzen auf dem richtigen Fleck. Eigentlich müsste das Buch Pflichtlektüre sein, es schlägt alle langatmigen philosophischen Abhandlungen über Sitte und Moral auf wunderbare Weise. Toll übrigens auch die gelungene Verfilmung mit Gregory Peck.

M: Heinrich Mann: Professor Unrat
Die Tyrannei des kleinen Mannes, erzählt als eine makabre Groteske.

N: Friedrich Nietzsche
Keine leichte Kost. Für einmal kein theoretisches Buch, Nietzsche schreibt in hymnischer Prosa über den Denker Zarathustra und legt diesem eigentlich die eigene Philosophie in den Mund. Dabei hält er die zeitgenössische Leserschaft für dem Werk nicht gewachsen, weswegen er es auch ein Buch für Alle und Keinen nennt.

O: Lori Ostlund: Das Leben ist ein merkwürdiger Ort
Die Geschichte von Aaron Englund, der nach vielen Jahren Beziehung und 149 Einträgen in seinem persönlichen Klagenkatalog beschliesst, nochmals neu anzufangen und sein Leben hinter sich zu lassen. Er fährt nach San Francisco, findet einen Job sowie eine neue Unterkunft und merkt dann, dass er etwas mitgenommen hat: seine Vergangenheit in Form von vielen Erinnerungen.

Sylvia Plath: Die Tagebücher
Die Tagebücher einer sensiblen, melancholischen, mit sich unbarmherzigen, intensiven, zerrissenen, nach Anerkennung dürstenden Dichterin.

Q musste leider ausfallen

img_2439R: Rainer Maria Rilke: Gesammelte Gedichte
Das ist eines der Bücher für die berühmte einsame Insel für mich. Dadurch, dass von den frühen bis zu den späten Gedichten alle da sind, kann man Rilkes Entwicklung als Dichter schön nachvollziehen. Der eher schwülstig flache Jungdichter entwickelt eine Sprachprägnanz und Bildkraft, arbeitet mit Rhythmus und Enjambements mit einem Können , das seinesgleichen sucht. Ich habe mich wohl grad als Fan geoutet.

S: Arthur Schnitzer: Der Weg ins Freie
Eine Geschichte über die Liebe, das Streben nach Freiheit, Ausbrüche und Lebenslügen. „Ungetrübte Erinnerungen bewahren wir doch nur an versäumte Gelegenheiten.“

img_2474T: George Tabori – verschiedene Werke
Mein T widmete ich einem Autoren, nicht einem seiner Werke: George Tabori, der sich in seinen Werken mit Themen wie Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzte, der unermüdlich die Gräueltaten, die Menschen einander antun und vor allem im Zweiten Weltkrieg angetan haben (Taboris Vater starb in Auschwitz), thematisierte.

Das eine U, das in meinem Regal steht, brachte ich schon letztes Mal, so dass das U dieses Mal ausfallen musste.

V: Voltaire: Über die Toleranz
Dass das Buch aktueller denn je ist, zeigt das Zitat: „Was soll man einem Menschen entgegenhalten, der sagt, er wolle lieber Gott als den Menschen gehorchen, und daher überzeugt ist, in den Himmel zu kommen, wenn er einem den Hals abschneidet?“

img_2488W: Oscar Wilde: Bunbury
Wildes letzte Komödie handelt von Dandys und Liebeleien, kommt in locker-flockigem Stil mit viel Humor daher und ist doch bitterböse Gesellschaftskritik.

Mit dem X ist es jedes Mal dasselbe: Ich habe keines.

Y: Irvin D. Yalom: Die Liebe und ihr Henker
Yalom plaudert aus dem Nähkästchen der Psyhoanalyse, entstanden sind unterhaltsame Geschichten rund um die Menschen, ihre Beziehungen, Sorgen und Absurditäten.

Z: Emile Zola: Das Kunstwerk
Zola beschreibt einen an sich selber verzweifelnden Künstler, der schliesslich nur einen heilsamen Weg sieht: Selbstmord.

Es war eine schöne Runde, ich glaube, ich mache wohl noch eine Runde, dann werde ich aber die Titel dem ABC entlang laufen lassen. Start ist am 1. Juli, vielleicht macht jemand auf Instagram mit?