Es war mal ein Kamel im Zoo,
das nannten sie durchs Band nur Boo.
Es hiess eigentlich Fritz,
das ist nun kein Witz,
aber es reimte halt einfach nur so.
©Sandra Matteotti
Nomen est omen
Wenn Liebe einen Namen hätte,
hiesse sie wie du.
Wenn Fühlen Sinn und Zweck,
wären sie so gut.
Sie sind es klar,
doch ohne Ziel,
denn du bist du,
auch namenlos.
Wenn Liebe einen Namen hätte,
hiesse sie wie du.
Nun heisst sie nicht,
doch da bist du und
alles, was man Liebe nennt,
und alles, was man ach so kennt
ist als die Eine
tief gefühlt.
Wenn Liebe einen Namen hätte,
hiesse sie wie du.
Das tut sie schlicht,
das tut sie immerzu.
©Sandra Matteotti
neu
und dann kam
das ende auf
leisen sohlen
um die ecke
geschlichen
nahm mit
was noch war
und liess gar
nichts zurück
alles begann
©Sandra Matteotti
Glück im Blick
Könnte die Welt umarmen
und meine nur dich,
weil schlicht in deinen Armen
die Welt liegt für mich.
Möcht’ in der Sonne lachen
ein Strahlen im Blick,
verrückt tolle Sachen machen
und singen vor Glück.
Spüre das pralle Leben
und spüre ganz mich
fühle mein Herz erbeben,
und das nur durch dich.
Könnte die Welt umarmen
und meine nur dich,
weil schlicht in deinen Armen
die Welt liegt für mich.
©Sandra Matteotti
Franz Hohler: Ein Feuer im Garten
Manchmal muss man gar nicht weit gehen, um Geschichten zu finden. Sie sind überall, in der Nachbarschaft, auf dem Friedhof, im Bahnhof, in der Schule oder im Theater. Man findet sie am Morgen, am Abend und dazwischen. Man muss nur die Augen und die Ohren offenhalten.
Das hat Franz Hohler getan und präsentiert in diesem kleinen Band alltägliche Geschichten von sich und seinen Mitmenschen. Es sind Geschichten, die das Leben schreibt, Geschichten, in denen man sich als Leser auch mal wieder findet. Franz Hohler gelingt es, mit einem feinen Humor menschliche Schwächen fast liebevoll ans Tageslicht zu bringen.
Dadurch, dass die einzelnen Geschichten sehr kurz sind, eignet sich das Buch gut auch als Lektüre zwischendurch bei einer Fahrt im Zug, vor dem Einschlafen oder nach dem Aufstehen. Man muss nur aufpassen, dass man ob der Lektüre nicht die eigenen kleinen Geschichten verpasst. Aber vielleicht nimmt man sie durch die Lektüre nachher besser und bewusster wahr.
Fazit:
Ein wunderbares Buch voller Sprachbilder und Witz, das die Geschichten im Alltäglichen Geschichten ans Tageslicht bringt.. Absolute Leseempfehlung!
Zum Autor
Franz Hohler wurde 1943 in Biel, Schweiz, geboren, er lebt heute in Zürich und gilt als einer der bedeutendsten Erzähler seines Landes. Hohler ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Alice-Salomon-Preis und den Johann-Peter-Hebel-Preis. Sein Werk erscheint seit über vierzig Jahren im Luchterhand Verlag.
Angaben zum Buch:
Taschenbuch:128 Seiten
Verlag: btb Verlag (13. november 2017)
ISBN-Nr.: 978-3442715824
Preis: EUR 9 / CHF 13.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Gerald Hüther: Würde
Was uns stark macht – als Einzelne und als Gesellschaft
Wir alle wollen in Würde sterben, aber sollten wir nicht erst einmal in Würde leben?
Der erste Artikel des Grundgesetzes besagt, dass die Würde des Menschen unantastbar sei. Was aber meint man, wenn man von Würde spricht, und wie kann man diese schützen. Wie müssen wir miteinander und jeder für sich leben, dass wir unsere Würde bewahren und die des anderen nicht antasten?
Diesen Fragen geht der bekannte Neurobiologe im vorliegenden Buch nach. Anhand von Beispielen aus der Biologie erläutert er, wie die Vorstellung der Würde beim Menschen überhaupt entstanden ist, weswegen wir eine solche Vorstellung brauchen und wie ein Bewusstsein für die eigene Würde entsteht. Ziel ist es, den Menschen für den Begriff der Würde wieder zu sensibilisieren und ihn damit in die Lage zu versetzen, ein würdevolles Leben zu leben.
Hüther schreckt in seinem Buch nicht davor zurück, einmal mehr Schule und Erziehung zu hinterfragen, Diagnosen wie ADHS und die Gesellschaft kritisch zu beleuchten.
Fazit:
Ein wichtiges Thema gut lesbar, informativ und kompetent umgesetzt. Leseempfehlung.
Zum Autor und Mitwirkenden
Gerald Hüther, geboren 1951, zählt zu den bekanntesten Hirnforschern in Deutschland. Der Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung schreibt Sachbücher, hält Vorträge, berät Politiker und Unternehmer und ist häufiger Gesprächsgast in Rundfunk und Fernsehen. Er versteht sich als Brückenbauer zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis mit dem Ziel, günstige Voraussetzungen für die Entfaltung der menschlichen Potentiale zu schaffen.
Für „Würde“ arbeitete Gerald Hüther wie auch bei dem Bestseller „Jedes Kind ist hoch begabt“ mit dem „Stern“-Autor Uli Hauser zusammen.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag (5. März 2018)
ISBN-Nr.: 978-3813507836
Preis: EUR 20 ; CHF 29.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Alltagslyrik: Die Hose
Als der Träger einer Hose,
die nicht wirklich lose,
sondern am Gesäss sehr prall,
sich setzte, kam’s zum Knall.
©Sandra Matteotti
Alltagslyrik: Landidylle
Das Huhn, das gackert, der Hahn kräht
Die Kuh macht Muh, der Bauer mäht.
Ein grosser Hund bewacht das Haus
und eine Katz’ sagt: „Aus die Maus.“
©Sandra Matteotti
Neubeginn
Nach dunkler Nacht
Tautropfen glänzen
auf Halmen zart
und grün.
Langsam erwacht
was lange geschlafen
sieht Sonne nun
und Licht.
Nach dunkler Nacht
Tautropfen glänzen
das Leben kehrt
zurück.
©Sandra Matteotti
Aphorismus #145
Wer in der Liebe ständig auf Kopf setzt, muss sich nicht wundern, wenn diese das Weite sucht.
©Sandra Matteotti
selbsterkenntnis
wir reden viel
und hören wenig
wollen tun und
machen nichts
wir rasen durch
und warten kaum je
wollen sein wo
wir nicht sind
Wir hoffen stets
und sehen gern nur
unser Ziel nicht
das was ist
vergessen so
was einzig wichtig
für uns ein- und
hinzusteh’n.
denn nur wer sieht
wo er grad feststeckt
wird je sein wo
er hin will.
©Sandra Matteotti
Unter Druck
Liebst du mich?
Ich weiss es nicht!
Ach komm, das
kannst du nun nicht sagen.
Liebst du mich?
Ich trau mich nicht!
Ach komm, man
muss auch mal was wagen.
Liebst du mich?
Ich glaube nicht!
Ach kommt, du
willst es schlicht nicht sagen.
Liebst du mich?
Ich fühle nichts!
Ach komm, was
lässt du mich so klagen.
Liebst du mich?
Ich weiss, dass nicht!
Ach komm, das
lass ich dich nicht sagen.
Liebst du mich?
Nein, nun lasse mich!
Ach komm, wir
sollten uns vertragen.
©Sandra Matteotti
Aphorismus #144
Wer nur sagt, was andere hören wollen, darf sich nicht beklagen, dass sie nur das hören.
©Sandra Matteotti
Aphorismus #143
Wer es allen recht machen will, tötet sich selber.
©Sandra Matteotti
ich
habe mich
grad neu erfunden
und finde mich
in mir zurecht
verbringe nun
ganz viele stunden
und suche mich
in dem geflecht
und wenn ich mich
dann wirklich kenne
und in mir
zu hause bin
dann lade ich
euch alle ein
mit mir zu feiern
wer ich bin
@Sandra Matteotti