Sehnsucht

Und ich denke,
denke an dich.
Denke an dich und
denke an mich.
An uns denke ich.

Und ich denke,
denke gar nicht.
Fühle so mich und
fühle tief dich.
Und fühle dann uns.

Und ich denke.
Und fühle ganz dich.
Und fühle und bin
nur ich ohne dich.
Vermisse dich schlicht.

Und ich denke,
denke an dich.
Denke an dich
und plötzlich weiss ich:
Dich spüren will ich.

©Sandra Matteotti

15 Comments

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  1. Du bist mir so nah und doch so fern,
    Ich hätte dich einfach hier, so gern.
    So viele Gedanken, drehen sich um dich,
    vergesse darüber mein hier und ich.
    Hab nicht geschlafen, die halbe Nacht,
    die Gefühle bekommen Übermacht.
    Zart halt ich in Gedanken deine Hand,
    Hab‘ mich so noch gar nicht gekannt.
    Ich lasse es zu, wie ich mich verlier,
    Im Du, im Ich und vielmehr im Wir.

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  2. Die Sehnsucht begleitet uns ja unser Leben lang in den verschiedensten Wünschen und Versuchungen. Oft wird sie nicht erfüllt, oft ist man enttäuscht, oft hätte man sich das Ergebnis anders vorgestellt.

    Ich habe hierzu etwas heraus gekramt, was ich irgendwie noch ganz hinten im Kopf, aber nicht mehr präsent hatte: ein Gedicht von Stefan Zweig.

    Der Sucher

    Als die Gefährten staunend von den Masten
    Die Insel aller Seligkeit erschauten,
    Zu der des Meisters Wille sie gesteuert,
    Da priesen sie den Kühnen, lang Verhaßten,
    Der sie mit Glut und Sehnsucht angefeuert.
    Doch er, als Ziele ihm entgegenblauten,
    Wandte sich still. Er fürchtete das Rasten.

    Sein Herz verging in Weh, als die Gefährten
    Mit irrer Inbrunst diese Ufer grüßten,
    Die licht und schön wie Gottes Traumbild waren.
    Mit Duft und Lied umfingen sie die Gärten
    Und lockten lieblich mit den wunderbaren
    Bekränzten Frauen, die an süßen Brüsten
    Die letzte Sehnsucht sie vergessen lehrten.

    Und als das linde Band der Rosenmauer
    Sehnsucht und Seligkeit in sich vermählte,
    Der Wollust Fackel purpurn aufgeglutet
    Und wilde Wellen fremder Jubelschauer
    Wie höhnend in die Einsamkeit geblutet,
    Die sacht sein Herz zu neuer Inbrunst stählte,
    Da schritt er abseits in verhüllter Trauer,

    Und ruhte, wo mit wehmutsdunklen Zweigen
    Zypressen träumten und die Sykomoren
    Sich finster ballten, wie verstrickte Hände.
    Tieftraurig sang der Wind auf fernen Geigen,
    Und traurig sprach er sich sein Lied zu Ende:
    »Was er besaß, das war ihm schon verloren,
    Und nur, was er ersehnte, noch sein eigen.«

    Sanft blühte aus der Nacht das Unbegrenzte,
    Die letzte Lust, die noch sein Sinn begehrte.
    Die Ferne funkelte mit zitternden Rubinen …
    Und als der Himmel sich mit Sternen kränzte,
    Die ihm wie Kronen kühner Taten schienen,
    Da schritt er einsam mit dem blanken Schwerte
    Zum Strande, wo ein Tempel silbern glänzte,

    Und ließ auf den verlassenen Altären
    Die goldnen Spangen, die ihm nutzlos deuchten.
    Noch einmal fing sein Blick die dunkle Runde:
    Dann stieß sein Ruder trotzig von den Schären
    Das Boot ins Meer. – Auf seinem blassen Munde
    Stand Schweigen. Doch die Stirne trug das Leuchten
    Der Gottversucher, die nicht wiederkehren …

    Gruss
    Werner

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