Für mich und für andere

Seit ich vor einiger Zeit wieder mit Zeichnen begonnen habe, füllten sich mehrere Sketchbooks mit Zeichnungen, Skizzen, Letterings. Ich entwickelte mich weiter, hatte Freude, probierte aus, fand mit jedem Bild ein bisschen mehr heraus, was ich mag, was ich kann, wo ich mehr machen möchte. Endlich hatte ich etwas gefunden, was mir Freude macht. Mit dem Zeichnen kam auch immer wieder die Frage nach dem richtigen und guten Material auf – vor allem die Bücher stellten ein Problem dar, war doch die Qualität des Papiers wichtig für das Ergebnis, vor allem, wenn Wasserfarbe im Spiel war. Allerdings waren auch die Bücher mit der guten Qualität nicht ganz unproblematisch, da ich die schön halten wollte und mir damit das Kritzeln verbot – es hätte das Gesamtbild des Buches gestört.

Vor kurzem war mal wieder ein Buch voll und das nächste leere lag vor mir. Es war eines, das ich zum ermässigten Preis gekauft hatte. Die Qualität zeigte, wieso es so günstig war. Seite für Seite jammerte ich innerlich über das Papier, trotzdem gelangen mir ein paar wunderbare Zeichnungen darin. Das machte das Weglegen umso schwerer, da ich damit auch diese auf die Seite gelegt hätte. Irgendwann entschloss ich mich doch. Das neue Buch war toll, das alte kriegte die Aufgabe, für Kritzeleien dazusein. Während ich also im Qualitätsbuch darauf achtete, Bilder zu machen, die gefallen, lebte und tobte ich mich im anderen aus – und hatte Spass. Endlich wieder. Ich merkte, wie sehr mir diese Freiheit, diese Leichtigkeit abhanden gekommen war durch meinen Anspruch, etwas beweisen zu müssen, andern schöne Bilder liefern zu wollen. Und ich merkte, dass dies wohl nicht nur beim Zeichnen so ist.

Wie oft tun wir Dinge, nur um anderen zu genügen? Wie versuchen wir, es allen recht zu machen, zu genügen, schimpfen mit uns, wenn wir es (in unseren Augen) nicht tun. Dabei verlieren wir gar zu oft uns selber aus den Augen, steuern an einen Ort, an den wir nie wollten. Und: Die anderen werden es nicht nur nicht danken, die Chance ist gross, dass wir damit gar nichts erreichen.

Wenn ich mir nun meine beiden Sketchbücher anschaue, gefällt mir das billige besser. Die Zeichnungen sind freier, lebendiger, sie drücken mehr aus, was ich will, wer ich bin. Sie leben. Das teure ist gehemmter – aus Angst vor Fehlern. Es sind nur grosse Ansprüche drin, das kleine Leben fehlt. Und oft ist es genau das, was glücklich macht. Nicht nur beim Zeichnen.

Tücken der sozialen Medien

Ich bin ja eher unbedarft. Gehe so durch die Welt und mache, was mir gefällt. Ab und an tummle ich mich auch in sozialen Medien, habe da einige Freunde, Follower und dergleichen. Wie ich dazu kam? Ich weiss es nicht mal so genau. Ist halt passiert. Oder so. Aber: Ich möchte mich da austauschen, bin interessiert an Gedanken, anderen Weltsichten und freue mich über jede Diskussion, die entsteht.

Kürzlich stellte einer ein Bild ins Netz und schrieb: „Meine neue Autogrammkarte.“ Ich sass so da und fragte mich: „Wieso will man von dem ein Autogramm? Kennt man den?“ Ein anderes Mal stellte einer ein Bild ins Netz und ich erkannte darauf neben ihm eine Akteurin meiner täglich geschauten Serie (ein Laster hat ja jeder). Da ging mir erst auf, dass er da wohl mitspielt. Seit da stelle ich fest, dass ich mich wohl mit meinen Kommentaren bei Bildern zurückhalten sollte, denn: Da schreibt man nur „Du bist so toll!!!!!“ und „Du siehst heute mal wieder suuuuuper aus!!!!!“. Dazu sind die Profile wohl gedacht. Nicht ganz meine Welt.

Mein erstes Aha-Erlebnis in dieser Beziehung war, als ich zu einem Twitter-Treffen eingeladen war, weil ich als Erste auf einen Post geantwortet hatte. Vor Ort traf ich ganz viele, die die Einladende gut aus dem Radio kannten und ganz Fan waren. Ich hatte noch nie von ihr gehört. Der Tag war trotzdem toll, ich habe mir einfach nicht anmerken lassen, dass ich die einzige Banausin unter Wissenden war und wohl einem weiteren Fan den Platz weggeschnappt hatte.

Ich bin kein Fan. Von keinem. Ich mag Filme, Musik, Bilder, Bücher. Ich achte die Arbeit, die dahinter steckt. Aber Fan? Dann müsste ich auch Fan der Putzkraft im öffentlichen Klo am Bahnhof sein, wenn das sauber ist. Denn: Das ist mir wichtig. Aber vielleicht verstehe ich das Ganze einfach nicht. Wenn ich Fan wäre, dann wohl von Elvis – der hat leider kein Facebook-Profil.

Toleranz

Wir sind heute ach so tolerant. Alles was geht, muss gehen, muss akzeptiert werden, denn es geht und wir sind ja – ich sagte es bereits – tolerant. Intoleranz ist das Buhwort schlechthin und so jubeln wir bei allem, was unkonventionell ist, denn es ist neu und da erst zeigt sich der Hardcoretolerante. Da die Menschheit immer weiter forscht, ist immer mehr möglich, was toleriert werden soll und muss, um der toleranten liberalen Gesellschaftsdoktrin zu genügen – und damit fängt das Problem wohl an.

Irgendwo war mal noch Natur. Die hat etwas für uns festgelegt, das am Überleben orientiert war. Sich nun auf rein animalisch naturale Argumentationen zu versteifen wäre sicherlich arg rückständig, nur: Wohin soll und wird es führen? Der Mensch strebt danach, die Natur zu knacken und zu überlisten. Vielerorts ist es gelungen und dem verdanken wir eine gesteigerte Lebenserwartung und vieles mehr. Ganz vieles davon ist gut und wertvoll. Aber: Wie weit kann und wie weit soll man gehen? Und was sind die Konsequenzen?

Soll eine 65-Jährige Vierlinge kriegen? Ein homosexuelles Paar adoptieren dürfen? Wenn die dürfen, dürfte es eine alleinstehende 65-Jährige auch? Wenn nein, wieso darf sie dann Vierlinge kriegen? Und: Wer darf entscheiden? Und: Wo kommen Gesetze ins Spiel?

Wir streben nach Fortschritt und überfordern das Zusammenleben im Rechtsstaat damit selber. Der Forscher ist nur darum bemüht, herauszufinden, was geht. Wenn etwas geht, ändern sich Weltsichten. Wenn die sich wandeln, bemühen sie neue Gesetze. Und da prallen Welten aufeinander. Und Werte. Die einen schimpfen die andern rückständig, die andern argumentieren mit dem, was war, was natürlich ist, damit, was sie kennen. Und jeder fühlt sich im Recht – und keiner weiss, was Recht wirklich ist.

Soll ein homosexuelles Paar Kinder haben dürfen? Wenn sie es lieben und ihm alles geben: Wieso nicht? Aber könnten das nicht auch alte Menschen? Die dürfen aber nach unseren Bestimmungen kein Kind adoptieren. Wieso aber darf eine 65-Jährige dann durch künstliche Befruchtung Vierlinge kriegen? Die zu verbieten würde heissen, jungen Paaren, die keine Kinder kriegen können, die letzte Hoffnung zu nehmen. Fortschritt scheint nicht nur Segen zu sein, er ist vielmehr Herausforderung.

Ich habe auf keine meiner Fragen und Punkte Antworten. Ich sehe nur, dass jeder schnell urteilt, aber selten sich aufdrängende Fragen bedacht werden. Schwarz und weiss wäre zu einfach. Ich versuche Antworten zu finden, aber: Jeder Versuch endet in einer Sackgasse und jede Antwort bringt mehr Fragen ans Licht. Ich bin um jede Antwort, jeden Lösungsansatz dankbar – also her damit.

Gut genug? – Oder: Was ist Kunst?

Ich schreibe. Offensichtlich. Man sieht es hier im Blog. Ich schreibe auch anderswo, allerdings sieht man das nicht hier und ab und an sieht es auch keiner. Früher zeichnete ich auch gerne. Und malte Schriften. Viele Stunden verbrachte ich zum Beispiel damit, Kassetten-Hüllen zu gestalten, um meinem Papa vorzugaukeln, ich sässe fleissig am Pult und lernte für die Maturitätsprüfungen. Kassetten kennt heute keiner mehr und die Hüllen sind auch Geschichte. Das Zeichnen versandete nach der Matur mit Schwerpunkt Zeichnen auch. Ich war ja schreibender Mensch und hatte keine Zeit.

Vor einiger Zeit kam ich über Umwege (Typographie, Sketchnotes, Lettering, Zentangles, Sketchbooks……) zurück zum Zeichnen. Und seit da hat es mich. Ich zeichne. Täglich. Alles. Jeden. Immer. Überall. Und es macht Spass. Und es tut gut. Mehr als jemals etwas anderes Spass machte, gut tat oder irgendwie nur einfach mir entsprach. Ich schreibe noch immer. Da ich der festen Überzeugung bin, dass Text der attraktivste Begleiter eines jeden Bildes ist. Aber: Ich habe neue Welten entdeckt.

Auch die neuen Welten sind nicht gefeit vor alten Krankheiten. Bin ich gut genug? Reicht das? Krieg ich das so hin, wie ich das will? Kann ich vor anderen bestehen? Ist das schon Kunst oder kann das einfach weg? Der innere Kritiker tobt. Laut. Ständig. Das ist nicht neu, den hab ich immer. Der gehört zu mir wie die Schmusedecke zu Linus. Aber ich will es versuchen. Einmal mehr. Meinen Weg gehen. Wie ich ihn sehe. Niemand sagte, das sei einfach, aber es ist in meinen Augen der einzige Weg, den ich gehen kann. Ohne mich selber aufzugeben. Kunst zog mich immer an. In jeder Beziehung. Ich hole aus ihr Inspiration und ich muss diese ausleben können. Das ist für mich Glück. Der Preis dafür? Er ist hoch. Der Weg geht nicht entlang ausgetretener Pfade. Und nur die sind gemeinhin anerkannt.

Einen Teil meines Weges sieht man hier: INSTAGRAM

Kritik zur Serie: Prison Break

Wer ist gut, wer böse?

Prison-BreakLincoln Burrows soll den Bruder der Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten ermordet haben und ist deswegen zum Tod verurteilt. Trotzdem er seine Unschuld beteuert, steht ihm der elektrische Stuhl bevor, bis dahin sitzt er Fox-River-State-Gefängnis. Der einzige, der an seine Unschuld glaubt, ist sein Bruder Michael Scofield. Da kein legales Mittel greift, den Inhaftierten aus dem Knast zu holen, plant Michael Scofield, ihn aus dem Gefängnis zu befreien. Er lässt sich dazu bei einem inszenierten Banküberfall verhaften und kommt in der Folge ins gleiche Gefängnis wie sein Bruder. Von da soll nach einem genauen Plan der Ausbruch gelingen.

PrisonBreakDie Bedingungen vor Ort sind von mehr Problemen behindert, als Michael sie auf dem Reissbrett beim Planen berücksichtigt hat. Immer wieder droht die Aktion zu scheitern, immer tauchen neue Hindernisse auf, die es aus dem Weg zu räumen gilt. Dabei werden immer mehr Leute in den Ausbruch involviert, was schwierig ist, da nicht alle schlussendlich mit können. Wird der Ausbruch gelingen? Und wenn ja: Wie soll es nachher weiter gehen?

In vier Staffeln entwickelt sich eine Serie, die an Spannung und Dynamik kaum zu überbieten ist. Einmal geht es nicht darum, den Bösen zu erwischen, sondern das System soll überlistet werden, um aus einem sicheren Gefängnis auszubrechen. Die Protagonisten sind mehrheitlich Verbrecher, die alle ihre eigene Situation als Priorität setzen und dementsprechend bestechlich sind, wodurch immer wieder neue Probleme auftauchen. Zudem sieht man, dass nicht ganz einfach zwischen gut und böse, Verbrecher und Polizist unterschieden werden kann, da in beiden Lagern alle Schattierungen von Charakteren anzutreffen sind.

Die Serie hat Suchtfaktor. Am Besten besorgt man sich gleich die komplette Staffel auf DVD und hofft auf ruhige und regnerische Wochenenden, an denen man ungestört Serienmarathon feiern kann.

Fazit
Spannung pur mit Suchtfaktor. Einmal angefangen, lässt einen die Serie kaum mehr los. Absolut sehenswert.

Informationen:

Deutscher Titel Prison Break
Originaltitel Prison Break
Prouktionsjahr 2005 – 2009
Umfang 4 Staffeln / 81 Episoden
Besetzung:
Michael Scofield Wentworth Miller
Lincoln Burrows Dominic Purcell
Fernando Sucre Amaury Nolasco
Dr. Sara Tancredi Sarah Wayne Callies
Alexander Mahone William Fichtner
Theodore „T-Bag“ Bagwell Robert Knepper
John Abruzzi Peter Stormare

Trailer

Kritik zur Serie: Breaking Bad

breaking-bad-castFamilienidylle in der Kleinstadt, ein eher biederer Chemielehrer mit schwangerer Frau und Sohn mit Geburtsgebrechen. Die Liebe ist gross, das Geld eher knapp, doch alles kann dem Familienglück nichts anhaben, bis die Diagnose kommt: Walter White hat Lungenkrebs. Die zweite Hiobsbotschaft folgt sogleich: Die Behandlung ist teuer und die Krankenkassen zahlen nicht.

Um den Kranken etwas abzulenken, nimmt ihn Hank, seines Zeichens Schwippschager und DEA Agent, zu einem Einsatz mit, bei dem ein Methamphetamin-Labor ausgehoben wird. Von da an überschlagen sich die Zufälle und die Geschichte nimmt ihren Lauf:

BreakingBadWalter erkennt einen ehemaligen Schüler (Jesse Pinkman), der vom Tatort flieht und sieht die Summen an Geld, die in dem Geschäft zu holen sind. Schnell sieht er die Lösung all seiner Probleme: Als Chemielehrer kann er das Zeug herstellen und in seinem ehemaligen Schüler hat er den geeigneten Partner. Seine Behandlung wäre finanziert und seine Familie abgesichert.

So könnte die Idylle weitergehen, wäre das Kochen und Verkaufen von Drogen nicht etwas riskanter als das von Bolognese-Sauce. Walt verstrickt sich in Lügen und Geheimniskrämereien, die einst glückliche Ehe wird zur Zitterpartie, das ganze Leben zu einer tickenden Zeitbombe – und dabei ist der Krebs längst das kleinste Risiko.

Als Zuschauer wird man Zeuge des langsamen Wandels eines Menschen, der einst biederer und korrekter Lehrer war und sich nach und nach zum skrupellosen Gangster entwickelt, der über Leichen geht, um seine Ziele zu verwirklichen. Zwar scheinen immer wieder Gewissensbisse durch, doch verliert man mit der Zeit die Sicherheit, was nun echt und was gespielt ist. Ganz grosses Kino. Wer findet, Spannung alleine sei noch viel zu wenig, dem winken als Sahnehäubchen noch eine gute Menge schwarzer Humor und Komik (nicht zuletzt durch den nicht ganz gesetzestreuen Anwalt Saul Goodman, der überall seine Finger im Spiel hat). Intelligente Schachzüge, gut gesetzte Cliffhanger, unerwartete Twists runden das Ganze ab.

Aber Achtung: Wer gerne mal ab und an einen spannenden Film schaut, dem sei dringendst abgeraten, denn: Diese Serie hat Suchtfaktor. Die fünf Staffeln ziehen einem förmlich den Ärmer rein und man betet um verregnete Wochenenden und Entschuldigungen, nie mehr vom Sofa aufstehen zu müssen.

Fazit
Spannung pur. Brillante Schauspieler, tolles Drehbuch, gut umgesetzt – Der Suchtfaktor sprengt alles vorher Dagewesene. Unbedingt schauen!

Informationen:

Deutscher Titel Breaking Bad
Originaltitel Breaking Bad
Prouktionsjahr 2014
Umfang 5 Staffeln (7/13/13/13/16 Episoden)
Besetzung:
Walter „Walt“ White /Heisenberg Bryan Cranston
Jesse Pinkman Aaron Paul
Skyler White Anna Gunn
Walter White Jr RJ Mitte
Hank Schrader Dean Norris
Marie Schrader Betsy Brandt
Saul Goodman Bob Odenkirk

Trailer

Rezension: Erwin Moser – Boris der Kater. Der Goldfisch

Alles hat immer etwas Gutes

MoserBorisGoldfischWie aus einer Erdbeere ein Glas Honig wird, wozu ein Tisch alles dienen kann und dass auch aus Mischgeschicken etwas Gutes entstehen kann: All das erlebt man in diesem Kinderbuch um Kater Boris. In kurzweiligen Geschichten, die alle eine kleine Moral in sich tragen, dabei aber nie zu belehrend wirken, erlebt der Leser (und Zuhörer) dieses Buchs die Welt des Katers Boris.

Illustriert sind die Geschichten mit wunderbar farbigen, fröhlichen Bildern, die mit Federstrichen und Farbe einfach gehalten, dabei aber sehr lebendig und ausdrucksstark sind.

Das Buch garantiert schöne Momente beim Lesen, Vorlesen und Anschauen.

Fazit:
Ein wunderbares Buch mit kurzweiligen Geschichten und fröhlichen Zeichnungen. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Erwin Moser
Erwin Moser wurde 1954 in Wien geboren und wuchs im Burgenland auf. Er absolvierte eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Aus Unzufriedenheit mit der vorhandenen Kinder und Jugendliteratur begann Erwin Moser ab Ende der Siebzigerjahre eigene Geschichten zu erzählen und zu illustrieren. Seit 1980 sind über 100 Bücher, Geschenkbücher, Kalender und Sammlungen mit Geschichten erschienen, für die er oftmals ausgezeichnet wurde.

Angaben zum Buch:
MoserBorisGoldfischGebundene Ausgabe: 64 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag (20. Februar 2015)
Empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
ISBN-Nr.: 978-3314101977
Preis: EUR 12.99 / CHF 18.90

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Rezension: Pinocchio (Chauvel / McBurnie)

Nach einer Idee von Carlo Collodi

Von einem, der Schule lästig fand und von Leben gelehrt wurde

Pinocchio 1Eines Tages landet ein Stück Holz in Meister Antonios Werkstatt, kein edles, eher Brennholz. Dem Meister kommt das wie gerufen, er beschliesst, ein Tischbein draus zu machen, wird aber schon bei den ersten Beilschlägen gestoppt – Das Holzstück spricht und es will kein Tischbein sein. In dem Moment klopft es an die Tür und Gepetto steht da: Das Leben ist beschwerlich, er wünscht sich eine Holzpuppe, die ihm die täglichen Bedürfnisse erfüllt. Nach einem kurzen Handgemenge übergibt ihm Antonio das sprechende Holzstück und Gepetto macht sich ans Werk: Pinocchio entsteht. Statt aber dankbar zu sein, weil er als Puppe ein schönes Zuhause und in Gepetto einen lieben Papa hat, rennt er, was die Füsse tragen, davon. Die Nacht wird grausam und er bedauert schon bald, nicht auf den Rat der Grille gehört zu haben, die ihm noch vor seinem Weggang gesagt hat, dass die, welche nicht gehorchen, selten Glück im Leben haben.

Pinocchio 2Nach vielen Turbulenzen, Pinocchio verbrennt sich die Füsse, was für eine Holzpuppe gefährlich ist, Gepetto kommt ins Gefängnis und vieles mehr, sind die beiden wieder zusammen und Pinocchio verspricht, von nun an folgsam zu sein, zur Schule zu gehen und etwas lernen zu wollen. Doch schon auf dem nächsten Schulweg locken wieder viel spannendere Abenteuer. Auf seinen Reisen trifft er auf eine Fee, die seine Mama wird, auf Schurken, die ihn um alles bringen, was er hat, auf gefährliche Kreaturen, die ihn aufessen wollen, aber auch immer wieder auf Helfer, die ihn aus der Not retten.

Diese neue Auflage der Geschichte „Pinocchio“ nach der Idee von Carlo Collodi beinhaltet alles, was Comic-Bücher zum Genuss machen: Der Plot ist packend, sprachlich witzig und modern umgesetzt und illustratorisch ein Hochgenuss fürs Auge. Die Figuren sind charakterstark gezeichnet, die Farben greifen die Stimmung der jeweiligen Szenen auf. Das ist grosse Illustrationskunst.

Wer denkt, Comics seien nur was für Kinder, Pinocchio sowieso, der wird bei dem Buch eines Besseren belehrt: Das ist Lesespass für jung und alt. Für die jüngeren Semester hat es die eine oder andere „Moral von der Geschicht“ enthalten, unter anderem, dass aus Kindern, die nicht in die Schule wollen, Taugenichtse werden und dass Eltern mitunter Recht haben, wenn sie vor etwas warnen. Empfohlen ab 6 Jahren.

Fazit:
Wunderbar erzählte Geschichte mit hochwertigen Illustrationen. Sehr empfehlenswert!

Angaben zum Buch:
pinocchioGebundene Ausgabe: 224 Seiten
Idee: Carlo Collodi
Textadabtion: David Chauvel
Zeichnungen und Farben: Tim McBurnie
Empfohlen ab: 6 Jahren
Verlag: Splitter Verlag (11. Mai 2015)
ISBN-Nr.: 978-3958399037
Preis: EUR 15.95 / CHF 23.90

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Kunsthaus Zürich: Inspiration Japan

tamamura_kozaburo_glyzinien_beim_kameido_schreinMonet, Gauguin, van Gogh – dies nur einige Namen der aktuellen Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Über 350 Gemälde, Holzschnitte und Kunstgegenstände europäischer und japanischer Meister warten auf den Besucher – und dieser wird nicht enttäuscht werden. Die ausgestellte Kunst stammt hauptsächlich aus dem Zeitraum 1860 bis 1919, als die Rezeption japanischer Kunst in Frankreich ihre Anfangs- und Hochphase erlebte. Das grosse Interesse ist auf die Öffnung Japans im Jahr 1854 zurückzuführen – vorher war das Land vollständig abgeschottet.

monet_seerosenteich_pushkinDurch die Augen vieler grosser Künstler (Monet, Gauguin, van Gogh, Degas – um nur einige zu nennen) sieht man das Bild, das man im Europa des 19. Jahrhunderts von Japan hatte. Diese liessen sich von Motiven, Stilmitteln und den leuchtend kräftigen Farben inspirieren. Entstanden ist eine Kunst, die einerseits japanische Bildsujets übernommen hat, andererseits die Bildsprache verinnerlicht und sie mit der eigenen Kultur und Bildtradition verbunden hat.

monet_chrysanthemenbeetAls Beispiel sei hier Monet genannt, welcher Seerosenteiche und die Brücken von japanischen Farbholzschnitten übernommen hat und in seinen Gärten die fernöstliche Pflanzenwelt (wie Schwertlilien, Glyzinien, Azaleen und Chrysanthemen) integrierte.

Die Ausstellung läuft schon seit Februar, wurde nun aber verlängert bis am 25. Mai – Zeit genug, ihr einen Besuch abzustatten, was ich nur empfehlen kann.

Am Mittwoch, 29. April findet von 18 – 19 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt, in der man viel Hintergrundwissen mitnehmen kann. Wer diesen Termin nicht wahrnehmen kann, hat immer die Möglichkeit, mit dem Audioguide selber durch die Ausstellung zu gehen und Wissenswertes über die einzelnen Kunstwerke zu erfahren.

Link zur Ausstellung

Öffnungszeiten Museum
Di/Fr–So 10–18 Uhr
Mi/Do 10–20 Uhr

Feiertage: 1. Mai, Auffahrt 14. Mai,  Pfingsten 23.–25. Mai: 10–18 Uhr.

Holocaustleugnung – kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen

 „Ich möchte wissen, wo die angeblich sechs Millionen Menschen umgebracht worden sind“, ruft der Mann seinen Kameraden zu. „Warum bin ich jahrzehntelang belogen worden?“ (Panorama, Das Erste)

Ein Mensch stellt den Holocaust in Frage, spinnt Verschwörungstheorien. Das ist schon schlimm genug, noch schlimmer ist, dass er Zustimmung findet und alles nicht geistig verwirrte Menschen sind, sondern eigentlich solche, die man als klar denkend und rational erachten würde. Es sind Menschen, die eine Schuldbildung absolviert haben, Menschen, die es besser wissen müssten. In der Schweiz käme er damit durch, da wir keinen gesonderten Völkermordleugnungsparagraphen haben. Leider gibt es viele grosse Stimmen, die sich in unserem Land dagegen aussprechen, einen solchen im Strafrecht zu realisieren. Er widerspreche unserem liberalen Gedanken, beschränke die Meinungsäusserungsfreiheit – dies nur einige Argumente. Zum Glück sehen das nicht alle Länder so (eine Auflistung der rechtlichen Lage findet sich in meinem Buch Genozidleugnung als ethisch-moralisches Problem).

Ist Völkermordleugnung einfach eine Meinung, eine, die man frei äussern können soll? Ist der Holocaust wirklich eine historische Tatsache wie so viele, über die man heute frei schreiben und reden können muss, ihn auch verleugnen, weil dies der wissenschaftlichen Forschung geschuldet ist? Ist das Ganze sowieso Schnee von gestern und damit nicht mehr relevant für heutige Gesetze? Ich denke nicht:

Ein Mensch, dem in seinem Leben ein traumatisierendes Unrecht wiederfährt, trägt dieses Unrecht in sich mit in die Gegenwart und in die Zukunft. Es wird immer Teil seiner selbst sein, bedarf einerseits einer Aufarbeitung, damit der Mensch überhaupt weiter existieren kann und dieses Trauma ihn nicht überwältigt, und andererseits stellt das traumatische Unglück einen Teil seiner Persönlichkeit dar, prägt es sein Wesen unweigerlich. Spricht man nun von historischem Unrecht in der Grössenordnung von Völkermord, welcher wie im Falle des Holocaust sogar Millionen von Menschen das Leben kostete, welcher die Menschen über viele Jahre hinweg in grossem Leid leben liess und der ganze Völker ins Unglück stürzte, so hat dieses Unglück nicht nur eine prägende Wirkung auf die einzelnen Individuen, sondern auch auf die ganzen Völker. Die von dem Unrecht betroffenen Menschen fühlen sich durch ihr Schicksal verbunden, die Völker fühlen sich durch dasselbe geprägt.

Nach der Herrschaft eines Unrechtsregimes geht es darum, einen adäquaten Umgang mit historischem Unrecht zu finden. Es geht darum, sich als neue Regierung zu positionieren und zu signalisieren, dass man sich von dem Unrecht des Vorgängerregimes distanziert. Es geht weiter darum, das Unrecht, das geschehen ist, zu verarbeiten und ihm mit den nötigen Massnahmen entgegen zu treten.

Sowohl für die Opfer wie für die Nachfahren der Opfer historischen Unrechts ist dieses Unrecht auch nach Beendigung der Unrechtshandlungen noch präsent. Die Erinnerung an dieses Unrecht ist etwas, das sie umtreibt. Nun gibt es verschiedene Reaktionen auf historisches Unrecht bei den Überlebenden, die einen schweigen, weil sie die Emotionen, die mit dem Unrecht verbunden sind, nicht mehr weiter ertragen, sie haben innerlich abgeschaltet, um sich nicht ständig neu überwältigen zu lassen. Andere jedoch sehen es als ihre Pflicht an, an das Unrecht zu erinnern, da nur die Überlebenden noch Zeugnis ablegen können von dem Schrecklichen, was passiert ist. Sie sehen es als ihre Pflicht gegenüber ihren Mitopfern an, welche nicht mehr sprechen können, weil diese das Unrecht nicht überlebt haben. Und diese Pflicht zur Erinnerung, die trägt auch die Gesellschaft nach einem historischen Unrecht wie Völkermord. In dem man die Erinnerung an das Unrecht aufrechterhält, zeigt man den Opfern des Völkermords, dass man ihren Opferstatus anerkennt und sie in ihrem Unrecht, das ihnen widerfahren ist, annimmt. Die Erinnerung und die Stellungnahme, dass das, was passiert war, Unrecht war, ist ein Dienst an den Opfern, eine Pflicht an den Opfern, welcher von den Überlebenden und der Gesellschaft als Ganzes gefordert ist.

Eine Leugnung dieser schrecklichen Vergangenheit kommt dabei einem erneuten Unrecht gleich. Wurden während des Völkermords Menschen und ganze Volkstämme umgebracht (in der Absicht, diese schlussendlich sogar vollständig auszulöschen), so versucht Völkermordleugnung nun auch noch den letzten Rest zu eliminieren, nämlich die Erinnerung an das Unrecht und damit auch die Erinnerung an die diesem zum Opfer gefallenen Menschen. Die Leugnung vernichtet dabei quasi in letzter Konsequenz und stellt so eine eigentliche Fortsetzung des Völkermordes dar.
Unter diesen Gesichtspunkten ist es moralisch gefordert, historische Wahrheit über historisches Unrecht zu erinnern, anzuerkennen und Leugnung desselben nicht zu tolerieren. Es darf nicht angehen, dass Menschen, die ein solches historisches Unrecht erlitten haben, ein zweites Mal zum Opfer gemacht werden und dass das historische Unrecht seine Fäden in die Gegenwart spannt.

Scheint die moralische Position klar, so steht die rechtliche Handhabe des Problems unter grösseren Fragezeichen. Die Frage, die sich hier hauptsächlich stellt ist, ob in einer liberalen Gesellschaft das Grundrecht der freien Meinungsäusserung eingeschränkt werden darf und jemand dafür bestraft werden darf, dass er behauptet, ein historisches Unrecht wie Völkermord hätte nie statt gefunden oder dieses wird nur schon verharmlost und unter andere Vorzeichen gesetzt. Ist es zulässig, eine Meinung unter Sanktion zu stellen? Und wenn ja, wo zieht man die Grenzen? Stellt der Holocaust eine Sonderform von Völkermord dar, da die Zeit des Nationalsozialismus und die darin verübten Verbrechen zu einer ganzen Reihe Folgen führten, welche die heutige Zeit prägen.

Grundsätzlich kann man sicher argumentieren, dass Völkermordleugnung über den Paragraphen der Beleidigung und unter Umständen auch über Rassismusgesetze und gar als Verstoss gegen Grundrechte wie die Verletzung der Menschenwürde rechtlich verfolgt werden könnte, und man könnte sagen, ein eigener Völkermordparagraph wäre insofern hinfällig. Allerdings erscheint das erstens im Hinblick auf die Schwere des historischen Verbrechens unangemessen, dass etwas, das als eigentliche Fortführung desselben qualifizieren kann, nur über Umwege rechtlich belangt wird, und andererseits wäre es auch im Hinblick auf die Positionierung eines Staates und seiner Regierung angemessen, hier direkt und ohne Umwege zu reagieren. Völkermordleugnung stellt ein Unrecht dar, indem es die menschliche Würde antastet und Menschen erneut viktimisiert, welche schon einmal Opfer wurden. Sie stellt zudem eine Infragestellung einer heute eingenommenen gesellschaftlichen und politischen Haltung ein, dass solches Unrecht wie Völkermord nicht toleriert wird, dass es nie mehr passieren darf und man sich heute dagegen stellt. Würde man Völkermordleugnung akzeptieren und ihr nicht begegnen, setzte man so ein Signal in die entgegengesetzte Richtung und das wäre nicht gewünscht und kann im Interesse der gegenwärtig wie auch der zukünftig Lebenden nicht gewünscht sein.

Zu argumentieren, dass Völkermordleugnung der freien Meinungsäusserung unterstellt sein müsse und somit von einem Grundrecht gedeckt sei, welches man nicht rechtlich antasten dürfe, wäre dabei eine Affront, da die freie Meinungsäusserung vor allem deswegen zum Grundrecht wurde, um genau solche Zustände, wie sie zu den Zeiten herrschten, die man nun durch die Leugnung verherrlichen oder verharmlosen will, in Zukunft nicht mehr möglich machen zu können.

(Der Grossteils dieses Blogbeitrags ist das ursprüngliche Fazit meines oben genannten Buches, welches ich wegen gewisser Umstände zu ändern gezwungen war. )

Art meets Ad

Ich schreibe. Ich schreibe gut. Und gerne. Ich schreibe so, dass Menschen es gerne lesen. Darauf bin ich stolz, das liegt mir. Was für einen Sinn hätte Schreiben, wenn es nicht darum ginge, zu kommunizieren? Von Mensch zu Mensch? Wie oft hörte ich, meine Texte seien wunderbar, seien schön zu lesen, wie aus einem Fluss. Und so entstehen sie auch. Ich schreibe und gerate in einen Fluss und die Buchstaben quellen aus mir. Ich habe etwas zu sagen und packe es in Sprache. Sprache ist wundervoll und sie soll auch schön zu Papier (oder auf den Bildschirm) kommen. Ich überlege kaum je während des Schreibens. Es fliesst. Und das Ergebnis ist in meinen Augen so, wie es eben sein soll: Sprache, die Inhalt zu Menschen bringt. Gedanken in einer Form.

Ich bin in die Werbebranche gegangen, eine Branche, mit der ich immer liebäugelte. Cool, innovativ, kreativ sei sie. Hiess es. Dachte ich. Bildete ich mir nur ein? Nein, sie ist es. Ohne Frage. Aber: Es geht nicht mehr um Menschen, die lesen, es geht um Google, das durch Seiten pflügt und Stichworte sammelt. Texte müssen nicht schön sein, sie müssen nicht Freude bereiten beim Lesen und Inhalte portieren, sie müssen googleoptimiert sein. Dazu muss man Keywords einpflegen und Long Tails berücksichtigen. Schöne Texte, die dem Leser zeigen, was Sache ist, indem sie alle Informationen auf eine gute Weise überbringen, sind da nichts, dafür kriegt man einen Rüffel – klar mit dem Nebensatz, dass es wirklich schön zu lesen wäre, aber eben nicht gut genug für die Werbung, für die Kommunikation. Das relativiert die Floskel „Content is king“, die man gerne in Marketingkreisen hört, neu heisst es: „Google is dictator“ und alle unterwerfen sich.

Kunst ist das nicht. Mein Schreiben darf es auch nicht mehr sein. Der Frust ist gross. Ich schreibe gerne. Ich schreibe gut. Ich bin nicht eingebildet, aber das bilde ich mir ein. Trotzdem ist die Werbebranche toll. Die Stimmung in Agenturen ebenso. Aber schön schreiben muss man nicht mehr können. Man muss wissen, was Google mag. Für mich als Künstlerin, die ich bin, immer wieder eine Herausforderung. Aber ich nehme sie an.

Rezension zur Serie: Alles was zählt

Ich liebe meine Tochter über alles. Und wenn Sie ihr das Herz brechen, dann breche ich Ihnen das Genick. Ich schwöre es.

Der Satz ist typisch für die Serie und ich liebe diese Haltung. Sie drückt Kraft, Spannung, Energie und völlig verschwurbelte Verhältnisse aus. Worum es geht? Um einen Familienbetrieb, der mal auf Eislauf setzt, dann auf Sport, dann auf Wellness, schliesslich auf Tanzen – bis alle Tänzer bei einem Busunglück ums Leben kommen und die Firma vor dem Ruin steht und sich neu erfindet. Schliesslich und endlich aber geht es um die Irrungen und Wirrungen einer Familie: den Steinkamps.

An vorderster Front Richard und Simone, die schon mehrfach verheiratet und wieder geschieden waren (aktuell geschieden zusammen). Gemeinsam haben sie ein paar Kinder (ich weiss gar nicht wie viele, zwei sind grad präsent) – er hat ein paar mehr als sie, wobei sie vor kurzem nachzog mit dem Geliebten ihrer Tochter. Noch alles klar soweit? Auf alle Fälle zeigt das so ziemlich den Charakter der Serie, der in etwa als Dallas und Denver für überm Teich zu umschreiben wäre.

AWZHochstehend ist das nicht, aber die Serie wartet immer gerade mit soviel Liebe und Spannung auf, dass ich unbedingt die nächste Folge sehen möchte. Aktuell zapple ich, weil ich wissen will, was mit Vanessa (eine Tochter von Richard und Simone) und „Big Daddy“ (viel älter, verheiratet, aber es ist kompliziert und er kein Schwein) wird.

Alles was zählt schafft es, immer so viel Neugier zu wecken, dass man dranbleiben will. Glaubwürdigkeit fällt als Entscheidungskriterium unter den Tisch, einmal gefangen, bleibt man haften. Da es nur eine halbe Stunde täglich ist und man die im Replay gestaffelt und zu Zeiten, die passen, schauen kann, bin ich seit einer ganzen Weile dabei… und bleibe noch, bis die Sache mit Vanessa geklärt ist. Dann hör ich auf (wobei ich sicher bin, dass bis dahin sicher eine andere tolle Liebesgeschichte so spannend ist, dass ich unbedingt deren Ende abwarten muss….).

Für die, welche nicht so auf Liebeschnulzen stehen, gibt es auch das Krimielement. Für diese Fälle hat Simone einen verkommenen Sohn, der immer und überall für kriminelle und mörderische Intermezzi sorgt. Auch Richard nimmt es nicht immer so genau mit dem Gesetz und wenn es um die Familie geht, drückt sogar Simone alle Augen zu – man sieht es beim Zitat am Anfang – und sie meint das so. Was nämlich ganz zentral ist bei dieser Serie: Wenn es hart auf hart kommt, gelten Liebe, Familie, Freundschaft – und alle stehen füreinander ein.

Fazit:
Nicht hochstehend oder hochtrabend, aber wunderbare Unterhaltung mit der nötigen Spannung, verworrenen Verbandelungen und menschlichen Werte, die man sich im Alltag wünscht. Das perfekte Programm zum Abschalten.