Ein fundiertes, aufschlussreiches, lebenspraktisches Buch, das die indische Philosophie in eine verständliche Sprache packt. Pflichtlektüre für Yogalehrer. Sehr empfehlenswert.
Kategorie: Gedanken
Wann darf ich sterben?
Gestern überlegte ich mir, Mitglied bei Exit zu werden. Aus Überzeugung. Ich bin dafür, das Leben selber beenden zu dürfen, wann immer ich will (ist aber auch da nicht ganz bedingungslos – das ist aber absolut ok). Ich habe es nicht abgeschickt.
Wieso? Andere würden leiden, wenn ich sterbe. Denke ich. Dieses Denken hielt mich zurück. Und nein, ich hoffe es nicht – also dass sie leiden, denn: Darf man sterben? Gar selbstgewählt? Wie viel am Tod ist eigene Angst? Wie viel an Leben denkt man, anderen zu schulden? Was hat wirklich Gewicht?
Als ich vor einiger Zeit Krebsverdacht hatte (es war nicht nur einmal, es waren mehrere), war mein erster Gedanke: Was wird aus meinem Sohn? Es ging nie um mich. Mir ist es egal, ob ich lebe oder nicht. Ich sehe darin keinen grossen Unterschied. Es sind Zustände. Ich finde dieses aktuelle Leben nicht wirklich toll, aber ich werde meine Pflicht darin erfüllen. Und: Ich habe es im weltweiten Vergleich relativ gut getroffen. Dafür bin ich dankbar.
Trotzdem bleibt für mich die Frage: Wann darf ich gehen? Ist ein tödlicher Unfall besser als eine lange Krankheit? Ist ein selbst gewählter Zeitpunkt schlimmer als ein Aushalten von Dingen, die man nicht halten möchte? In einer Welt, in der man das körperliche Leben über alles stellt, wird der Tod immer zum falschen Zeitpunkt kommen. Wieso also sollte man ihn nicht selber wählen dürfen?
Mein Vater hat Krebs. Wenn er stirbt, werde ich nie frohlocken. Er ist der wichtigste Mensch für mich. War er immer. Ich wünsche mir, dass er nicht leiden muss. Für sich. Weil ich ihn liebe. Und wenn er denkt, gehen zu müssen, weil das Leben für ihn nicht mehr tragbar ist, würde ich ihm wünschen, dass er es könnte. Und genauso sollte es jeder können dürfen.
Das Recht auf Leben ist ein Menschenrecht. Dann sollte es auch eines sein, dessen Ende bestimmen zu dürfen. Was ist Leben? Was Tod? Wer kann darüber bestimmen?
Tanja Seehofer: Yoga für den inneren Frieden
Buchtipp für Yogafans und solche, die gerne mehr innere Ruhe finden möchten
Glück oder Untergang? Das Unterhemd
Sie: „Sag mal, kannst du dich nicht mal ordentlich kleiden? Ich mein, das Unterhemd geht ja gar nicht.“
Er: „Ach komm, das ist so knallvergnügt. Das Leben ist schon trist genug. Und schau mal raus, das Wetter ist grau in grau, drückt aufs Gemüt, zieht runter, raubt Kraft und Energie, und das könnte schon fast ein neuer Hip-Hop-Hit sein, ich müsste es noch aufschreiben, und den Beat drunter legen, dann wäre es mitreissend, und Stimmung hebend, im Gegensatz zum Grau draussen, und wer nun noch nicht im Takt mitliest, hat schlicht kein Musikg’hör.“
Sie: „Sprich, du willst auf dieses ach so schreckliche Teil nicht verzichten, und fügst als Argument diesen Sermon an, der weder Rhythmus noch Reim hat?“
Er: „Ja!“
Wir wissen nicht, wie er endete…..
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Für die abc.etüden, Woche 04.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 06.18 kommt von Anna-Lena von visitenkartemyblog.wordpress.com
Sie lautet: Unterhemd, knallvergnügt, verzichten.
Der Ursprungspost: HIER
Aphorismus #121
Wenn sich Freunde abwenden, wenn dein Leben schwierig ist, sagt das mehr über sie als über dich aus.
©Sandra Matteotti
Zensur an der Kunst
Ein Gedicht wird von einer Hauswand gewischt (HIER) , Bilder in Museen werden abgehängt. (HIER ein Beispiel). Alles aus Gründen des Sexismus’.
Wir sind also so weit, Zensur an der Kunst zu üben, um eine Gesinnung zu schützen. Und ja, ich meine es, wie ich es schreibe. Heute scheint alles Sexismus zu sein, das in irgendeiner Form Frauen in Rollen zeigt, die man in den Kreisen, die ständig „Hier“ schreien, nicht haben will und zu Un-Rollen erklärt hat.
Ich bezweifle, dass solche Aktionen dem Anliegen von Frauen, gleiche Chancen und gleiche Behandlung zu erfahren, dient. Im Gegenteil. Ich denke erstens, dass man aufgrund solchen Irrsinns wirklich angebrachte Forderungen nicht mehr ernst nimmt. Ich denke zweitens, dass man dadurch so viel Energie von wichtigen Fragen abzieht, dass für diese – und damit eine Veränderung da, wo es Not täte – zu wenig bleibt.
Zensur an der Kunst hatten wir vor einigen Jahrzehnten. Und nein, ich will das hier nicht mit einem Holocaust vergleichen. Die Tragweite ist weit davon entfernt und die Grausamkeit von damals steht in keinem Vergleich. Aber: Die Mittel. Um etwas zu erreichen, eine eigene Sicht zu zementieren, geht man dahin und streicht, was nicht ins eigene Weltbild passt. Das allein lässt aufhorchen.
Es ist kunstfeindlich (und ohne Kunst und Kreativität wäre das Leben gar trist – wenn überhaupt noch lebbar auf Dauer), es ist undemokratisch, es ist unmenschlich (da ohne Kunst….man lese oben….). Die Kunst ist es doch erst, die uns immer wieder erinnert. Sie ist es, welche uns Dinge vor Augen führt. Sie ist es, die Freude bringt, Leben ins Leben bringt. Sie ist es, die ungehindert hinschauen können muss, da sie sonst keine Kunst, sondern Dekoration ist. Beschneiden wir sie, schneiden wir uns vom Leben ab.
Und drum nochmals hier. Nur für euch. Lesbar, auch wenn man es von Wänden wischt:
avenidas
avenidas y floresflores
flores y mujeresavenidas
avenidas y mujeresavenidas y flores y mujeres y
un admirador(Eugen Gomringer, Alice Salomon Poetik Preis 2011)
Es soll immerhin ein neues Zuhause kriegen: HIER
Freitagsfragen – Ich hab Antworten
Ich stiess über Mia HIER auf diese Fragen. Ich machte ja schon mal solche Bloggeraktionen mit, vom Freitagsfüller über Montagsirgendwas hin zu was weiss ich (man findet es alles im Blog, ich habe schlicht ein Sieb von Gedächtnis, das alles ad acta legt, was erledigt ist – so bleibt Platz für Neues und das kommt ja täglich dazu). Die Aktion stammt von der Brüllmaus, der Ursprungslink zu diesen Fragen ist HIER.
1.) Kommst Du gut mit Schlafmangel zurecht? Wie kämpfst Du gegen die Müdigkeit an?
Ich kannte früher Schlafmangel kaum. Er kam mit den Problemen, die das Leben in mein Dasein warf. Nacht für Nacht wachte ich um 2 oder 3 auf und konnte nicht mehr einschlafen. Sprich: 3-4 Stunden Schlaf pro Nacht, danach stand ich auf. Irgendwann ging ich wirklich auf dem Zahnfleisch. Seit ich wieder zurück auf der Yogamatte bin (ich musste pausieren), schlafe ich besser. Wenn ich mal nicht kann, wende ich etwas an, das Thich Nhat Han in einem Buch erwähnte: Liegen bleiben, bewusst atmen, mit dem Bewusstsein dem Atem folgen. Es hilft oft, wieder einzuschlafen, wenn ich doch mal mit Schlaflosigkeit kämpfe. Und ansonsten stehe ich auf und geh auf meine Yogamatte. Ich praktiziere erst eine fordernde, dann eine meditative Praxis. Und ja, danach fühle ich mich gestärkt für den Tag. Trotz Schlafmangel. Ab und an kommt am Nachmittag ein Zwischentief. Wenn ich kann, mache ich ein paar Yin-Yoga-Übungen oder Atemübungen. Zweites passt ja eigentlich immer rein.
2.) Es gibt Wiedergeburt und weil Du der 300 Milliardendste Gestorbene bist, darfst Du Dir aussuchen, als was Du wiedergeboren wirst. Was wird es sein?
Mein eigener Hund.
3.) Sammelst und benutzt Du Gutscheine, Rabattcoupons und dergleichen?
Ich behielt sie (sammeln wäre zu viel gesagt) lange, nutzte sie nie. Nun werfe ich sie weg. Ich hab sie eh nie dabei, wenn ich einkaufe.
4.) Die Wahl der Qual: ständig an Papier schneiden oder ständig etwas ins Auge bekommen?
Das klingt ein wenig nach „Das Leben ist scheisse, hättest du lieber Kuh- oder Pferdemist?“. Finde ich schade. Ja, das Leben ist nicht immer einfach. Eigentlich selten. Im Buddhismus heisst es, das Leben ist Leiden. Und das ist (zumindest bei mir) sehr oft so. Aber: Es gibt auch in den dunkelsten Stunden gute Seiten. Man muss sie auch sehen wollen. Und: Ganz viel Leid erschaffen wir uns selber. Wenn man das mal erkennt, kann man schon ganz viel mehr Licht ins Dunkel bringen. Das heisst dann nicht, dass man sich nicht mehr am Papier schneidet oder was ins Auge kriegt, aber man sieht auch, was man aufs Papier zeichnen kann und was mit den Augen sehen.
Ich wollte zuerst eine 1 bei Titel schreiben. Ich weiss aber nicht, ob ich das nochmals mache. Dieses Mal sprangen mich die Fragen an, drum machte ich mit.
Aphorismus #120
Wie oft tun wir, was wir tun, weil es gut ist? Wie oft tun wir es, weil wir uns etwas davon erhoffen?
©Sandra Matteotti
Aphorismus #119
Dass etwas gratis ist, heisst nicht, dass es nichts kostet.
©Sandra Matteotti
Aphorismus #118
Wie oft gehen wir mit einer Erwartungshaltung an eine Situation heran und lassen dann nicht zu, dass sie uns eines Besseren belehrt?
©Sandra Matteotti
Sei kein Verräter
Auf Facebook gibt es immer wieder diese Aufrufe: Teile dieses Bild, um deine Solidarität mit den Hungernden in Afrika zu demonstrieren. Setze dein Bild auf schwarz, um dich für Frauen, die Gewalt erlebt haben, eingesetzt haben. Teile diesen Beitrag, wenn du dich für die einsetzen willst, die Krebs haben.
Und wenn nicht? Bin ich ignorant und schuld an Hungersnöten, Gewalt und Krebs? Und ja, es steht nicht nur so da, es kommt gleich noch hinterher – so von oben herab quasi: Ich weiss, dass viele es nicht tun. Und nein, man will nicht ignorieren, man will ja ein guter Mensch sein, man kann nicht einfach wegschauen.
Nur: Wenn ich das teile: Sind dann alle Erkrankten wieder gesund? Haben alle Hungernden Essen? Hört die Gewalt auf? Hat bisher nicht funktioniert und geteilt wurde fleissig. Ich denke auch, dass man was tun muss, wenn man was ändern will, aber mit solchen Methoden? Mach, was ich fordere, sonst soll dich dein Gewissen plagen? Ein Teilen sind zwei Klicks… Damit lässt sich ein Gewissen beruhigen?
Vielleicht liegt genau da das Problem….
Elena Brower und Erica Jago: Die Kunst der Aufmerksamkeit
Ein wunderbares Buch
Lieblingswitze
Ich war nie der Witze-Erzähler. Ich kann mir Witze schlicht nie merken. Da gibt es nur den einen, den ich aber auch nicht erzählen kann, da ich schon während des Erzählens in Lachen ausbreche. ich finde ihn schlicht lustig. Ich bin damit die einzige, wie mir scheint. Wem ich ihn auch erzähle… kaum Reaktion… Ihr müsst da durch.
Mama wollte in die Stadt, eine Bank für den Garten kaufen. Sie geht zu Sohn Ernst und fragt: „Ernst, kommst du mit, ich muss in die Stadt, eine Bank kaufen.“
Ernst meint, er könne nicht, er sei beschäftigt. Also fragt sie Fritz: „Fritz, kommst du mit in die Stadt, ich muss eine Bank kaufen.“
Fritz will mit. Mama findet, er brauche ne Mütze, da es kalt sei, doch er hat keine. „Dann nimm Ernsts Mütze.“
Die beiden gehen in die Stadt. Da angekommen sieht die Mutter eine Bank und denkt, wo Bank drauf steht, kann man auch eine kaufen.Sie gehen rein, die Mutter sagt am Schalter: „Grüezi, ich würde gerne eine Bank kaufen.“ Der Schalterbeamte schaut sie gross an und fragt: „Ist das ihr Ernst?“
Sie: „Nein, das ist Fritz, er trägt nur die Mütze von Ernst.“
Was mich interessieren würde: Habt ihr Lieblingswitze? Welcher ist euer Lieblingswitz? Her damit!
Aphorismus #117
Wenn du dir sicher bist, dich für die richtige Sache einzusetzen, hör nicht auf damit, nur weil du Gegenwind erhältst.
©Sandra Matteotti
Aphorismus #116
Wenn sich Witz und Bierernst mischen, ist der Cocktail selten bekömmlich…
©Sandra Matteotti