Nur weil nicht jeder die Kurven auf deinem Lebensweg versteht, heisst nicht, dass gerade Strecken die besseren Wege sind.
©Sandra Matteotti
Denkzeiten – Philosophie als Lebenskunst
Dr. Sandra von Siebenthal
Nur weil nicht jeder die Kurven auf deinem Lebensweg versteht, heisst nicht, dass gerade Strecken die besseren Wege sind.
©Sandra Matteotti
„Immer die Wahrheit, keine Lügen. Unter keinen Umständen.“
Diesen Spruch hörte ich grad in einer eigentlich sehr seichten Liebesschnulze. Aber ja, das wäre mein Wunsch zum Glück. Ich mag keine Lügen. Egal wie schwer die Wahrheit auch sein mag. Eine Lüge wiegt schwerer.
Thomas Mann sagte mal:
Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge.
Das ist genau mein Motto. Bei der Wahrheit habe ich die Wahl, mich zu entscheiden. Und selbst wenn sie mich im ersten Moment wütend macht, traue ich mir zu, am Schluss in Ruhe den richtigen Schluss zu ziehen. Wenn mich aber wer belügt, weil a) den Ausbruch fürchtet und mir b) die sachliche Analyse nicht zutraut – dann ist es zwischen uns nicht weit her.
Wer mich belügt zweifelt meine Denkfähigkeit an (und da reagiere ich sehr heikel) und er stellt sich über mich – indem er mir nicht die Chance gibt, selber Stellung zu einer Realität zu beziehen, von der er weiss.
Wieso lügen wir? Sind Lügen wirklich je sinnvoll? Ich denke nicht. Ich bin gespannt, was ihr denkt!
Es wird immer Menschen geben, die dich erst in die Ecke drängen und dann fragen, wieso du nicht raus kommst. Die Frage ist: Wieso lässt du sie gewähren?
©Sandra Matteotti
Hier sitze ich und schaue zurück. Auf mein Leben, auf den Weg, den ich gegangen bin. Er war wohl nicht das, was man einen linearen Weg nennen würde. Ich wusste nicht mit 4, dass ich Ärztin werden wollte, wurde es und bin seit da glücklich als solche.
Ich habe ursprünglich bei der Veterinär-Medizin immatrikuliert, dann Juristerei begonnen und schlussendlich in Germanistik den Master gemacht. In Philosophie habe ich schlussendlich promoviert, wanderte aber schon da zum Yoga ab. Vor allem mit dem Herzen, der Rest blieb noch ein wenig in der westlichen Wissenschaft. Danach wurde es unruhiger. Ich hatte viele Interessen und wohl auch Talente, probierte sie aus, legte mal die Schwerpunkte auf das eine, dann auf das andere – oft auch gesteuert durch äussere Gründe wie Verletzungen, notwendige Einkünfte, aber auch Inspirationen, Euphorien – und so vieles mehr.
Ich bin nicht kreuz und quer durch die Landschaft der Möglichkeiten gegangen, kam auch immer wieder zu den bald mal gefundenen Verdächtigen zurück (und habe immer bei allem das, was ich von den anderen Bereichen gelernt habe, integriert). Von aussen muss es wohl so ausgesehen haben, als sei da eine, die wild von einer Blume zur andern fliegt, ein Schmetterling, der Nektar sucht.
Das Bild trifft es aber doch gut. Ich suchte Nektar. Ich suchte neue Impulse, um meinen Weg zu dem zu machen, was er sein soll: Meiner. Da sollte alles Platz haben, es sollte ein Ganzes geben, nicht viele Einzelteile, bei denen ich mich für eines entscheiden muss. Und ich denke, das ist mir gelungen. Ich fühle mich heute an einem Punkt, wo ich sagen kann: Das ist mein Weg, den will ich gehen. Und ich habe ganz viel im Rucksack, das den Weg bunt macht, das den Weg spannend macht, was ihn auch kreativ macht.
Solche bunten Wege sind nicht immer einfach zu gehen. Sie werden umso schwerer, weil sie von vielen nicht verstanden werden. Und wir alle möchten verstanden sein, denn nur dann fühlen wir uns dazugehörig. Ich habe vor langer Zeit mal die Geschichte vom Schmetterling und vom Maulwurf hier reingestellt. Sie ist und bleibt wohl meine Lebensgeschichte. Dabei möchte ich nicht werten, ob nun der Schmetterling oder der Maulwurf das bessere Leben führt, beide führen das für sie richtige – so hoffe ich. Schwierig wird es, wenn einer das Leben des anderen leben will oder aber man sich durch die Bewertung von jemandem, der ein anderes Leben fühlt, in seinem Leben falsch fühlt.
Wer kennt nicht die Aussage
Jeder soll nach seiner Façon selig werden.
Man schreibt sie dem preussischen König Friedrich II. zu. Das sollte sich jeder Mensch immer wieder sagen – und auch fragen: Was ist meine Façon? Und: Wenn man wieder mal dahin gehen will und die Wege anderer kritisieren, könnte man sich an Voltaire erinnern, der sagte:
Was ist das: Toleranz? Es ist die schönste Gabe der Menschlichkeit. Wir sind alle voller Schwächen und Irrtümer; vergeben wir uns also gegenseitig unsere Torheiten. Das ist das erste Gebot der Natur.
Und eigentlich könnte man dann alle reden lassen. Und man könnte einfach nur denken:
Du hast nichts begriffen. Wie sagte der Dalai Lama so schön:
Kriege entstehen aus dem Scheitern, das Menschsein der Anderen zu verstehen.
Wie oft verlieren wir die Zeit damit, uns anzupassen, statt sie zu nutzen, selbst zu sein?
©Sandra Matteotti
Manchmal hilft Abstand, Nähe zu schaffen.
@Sandra Matteotti
Es ist wohl nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, dass wohl jeder schon mal ein Bild von Gustav Klimt gesehen hat. Vor allem seine ganz berühmten Werke wie „Der Kuss“ oder „Adele Bloch-Bauer“, über welches auch ein sehr empfehlenswerter Film gedreht wurde (Die goldene Frau) sind noch heute sehr präsent. Klimt (14. Juli 1862 – 6. Februar 1918) war schon zu Lebzeiten bekannt, er genoss grosses Ansehen, vor allem auch bei anderen Künstlern (einer von Klimts grossen Verehrern war übrigens Egon Schiele, welcher in seiner Direktheit, den Finger auf die Tabus der Gesellschaft zu legen, noch über Klimt hinauswuchs.). Mit seinen oft provokativen und auch erotischen Bildern ebnete er den Weg in die Avantgarde, brachte er neuen Wind in die Wiener Malerei. Noch heute gilt er als bekanntester Vertreter des Wiener Jugendstils.
Der vorliegende Bildband präsentiert die Gemälde Gustav Klimts, angefangen bei der frühen Salonmalerei über die Frauenporträts bis hin zu den Landschaften der späteren Jahre. Auch dem landläufig weniger bekannten zeichnerischen Werk wird Rechnung getragen. Die sehr informativen und kompetenten Begleittexte helfen, die Bilder, ihre Entstehung und Wirkung zu verstehen, sie liefern Detailwissen und schärfen den Blick auf das grossartige Werk dieses Künstlers.
Das Buch ist die etwas verkleinerte Version eines früheren Buches, welches damals 150 Euro kostete. Klein ist es aber immer noch nicht mit fast 26 cm Breite, 35 cm Höhe und 5 cm Dicke, was auch gewichtsmässig im wahrsten Sinne des Wortes zu Buche schlägt. Der Kraftakt lohnt sich aber: Eine überzeugende Gestaltung, ein sehr ansprechendes Layout und fantastische Reproduktionen machen das Buch zu einem wahren Kunstwerk.
Fazit
Ein grossartiges, tiefgründiges und sehr hochwertig gestaltetes Buch, das die Bilder des grossartigen Künstlers Gustav Klimt wunderbar präsentiert. Absolut empfehlenswert.
Zum Herausgeber:
Tobias G. Natter ist ein international geschätzter Fachmann für die Kunst in Wien um 1900. Er war lange Zeit an der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien tätig, zuletzt als Chefkurator. Zudem arbeitete er als Gastkurator an der Tate Liverpool, der Neuen Galerie New York, der Hamburger Kunsthalle, der Schirn in Frankfurt am Main und dem Jüdischen Museum Wien. Von 2006 bis 2011 leitete er das Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz und war von 2011 bis 2013 Direktor des Wiener Leopold Museums. Im Jahr 2014 gründete er das Unternehmen Natter Fine Arts, das sich auf die Schätzung von Kunstwerken und die Entwicklung von Ausstellungen spezialisiert hat. Bei TASCHEN sind von ihm Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Kunst für alle. Der Farbholzschnitt in Wien um 1900 und Egon Schiele. Sämtliche Gemälde 1909-1918 erschienen.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 604 Seiten
Verlag: Taschen Verlag (24. November 2017)
Herausgeber: Tobias G. Natter
ISBN: 978-3836566599
Preis: EUR: 50 ; CHF 68
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
Ich schimpfe ja immer mal gerne über die sozialen Medien. Über die Fassaden, an die man gerät, über den Mist, den man sich auflädt. Aber: Es gibt auch das andere: Man trifft auf Menschen, die man sonst vielleicht nie getroffen hätte. Und teilweise trifft man die dann auch real. Das ist mir in meinem Leben oft passiert, schon vor den Sozialen Medien, als es noch nur Foren gab. Eine meiner langjährigsten Freundinnen stammt aus einem solchen Forum. Eigentlich nicht nur eine.
Kürzlich hatte ich wieder das Vergnügen. Wir verflogten uns schon lange im Netz, nun klappt ein Treffen. Ich sass also in ihrer Wohnstube und wir plauderten. Und der Gesprächsstoff ging nie aus. Das allein war schon wunderbar. Doch dann kriegte ich sogar noch ein Geschenk mit auf den Weg. Eine Gewürzmischung (nicht nur eine, aber die eine habe ich gleich probiert und bin hin und weg): Ein Rosmarin-Knoblauchsalz. Ich liebe rohes Gemüse, würze das gerne mit einer Würze, die neben Salz auch noch Geschmack liefert, ich hatte bisher so meine Favoriten – die sind alle übertroffen:
Würzmeister – Rosmarin-Knoblauchsalz

Das war das Wundersalz. Wer nun denkt, das sei doch „cheibe tüür“ (wie man in der Schweiz sagen würde): Das Salz wird von Würzmeister eigenhändig hergestellt. Und: Man braucht so wenig dafür für eine wirklich grosse Portion Gemüse. Und zu guter Letzt: Der Geschmack… Er überzeugt schlicht. Da schmeckt man raus, was drin ist. Man muss das Essen nicht zuschütten mit Gewürz, es reicht ein Hauch und es ist ein Genuss.
Ich mache auf meinem Blog nie Werbung, hier steht immer meine Meinung. So auch hier. Wer hochwertige Gewürze schätzt, die danach schmecken, was drin ist:
Hier kriegt man die:

Und auch wenn die Qualität für sich spricht, ist es umso schöner, dass dahinter Menschen stehen, die einen Traum leben, für den sie einen immensen Einsatz leisten. Dass sich diese Menschen dabei auch noch für andere Menschen einsetzen, denen es nicht gut geht, ihnen eine warme Stube, eine Gemeinschaft, ein Mittagessen und auch mehr bieten, spricht nur noch mehr für sie!
Heute scheine ich es mit einem Beitrag mal wieder geschafft zu haben. Ich bin keinem auf die Füsse getreten. In der letzten Zeit fragte ich mich: Was kann ich noch bringen, ohne dass gleich jemand „AUAAAA“ schreit. Hilfsaufrufe für arme und geplagte Tiere gehen nicht, das Leid ist zu grausam, man kann nimmer schlafen. Harmlose Tierbilder gehen nicht, man möchte keine so zuckersüsse Welt sehen. Politische Themen gehen nicht, sagen, dass man die nun nimmer bringt aber auch nicht, da man dann ja ignorant ist.
Eigene Gedichte gehen nicht, da kommen Fragen wie „wovon lebst du eigentlich?“, bei Bildern ebenfalls, noch dazu kommt „Was jammerst du eigentlich, deine Bilder zeigen, dir geht es ach so gut! Hab dich nicht so!“
Nur kann man mit den fröhlichen Bilder dann auch nicht aufhören, denn dann heisst es „Die kannst du uns nicht nehmen, die machen uns froh“.
Musikvideos sind zu seicht oder zu anspruchsvoll, Philosophie zu hochgestochen oder banal, Yoga zu esoterisch, Religion eh für Dumme. Gott gibt es nicht und ohne Gott will man nicht mehr mit mir befreundet sein. Trotzdem ist Religionsfreiheit hochzuachten, aber nur so lange es nicht um den Islam geht. Da müsste ich mich dann doch wieder distanzieren.
Bei profanen FB-Testchen fühlen sich die einen ignoriert, weil der Test sie nicht in die Freundesliste wählte, die anderen, die drin sind, wehren sich als Revoluzzer der ersten Stunde, sie hätten nie irgendwo dazu gehören wollen.
Nur heute, heute hatte ich was, das keine Einwände brachte:
In Zukunft nur noch so bei mir!
Sie: „Ich werde nun Vegetarier. Das habe ich beim Jahreswechsel beschlossen.“
Er: „Ach ja? Und, wie geht es dir bislang?“
Sie: „Ich bin noch immer voll überzeugt? Ich fühle mich auch schon viel besser!“
Er: „Was isst du denn da so?“
Sie: „Gestern gab es Lammnierstücke mit Kräuterbutter und Nudeln, heute nur kalte Küche mit Rohschinken, Salami. Und morgen werde Bratwurst mit Rösti kochen.“
Er: „Ich dachte, du bist nun Vegetarier?“
Sie: „Ich muss zuerst noch alles an Fleisch aufessen, das hier an Vorräten lagert. Ich meine, die Tiere sind ja schon tot….“
©Sandra Matteotti
Sie: „Das Leben kann eine unglaubliche Bürde sein, vor allem mit dir!“
Er: „Was habe ich denn nun schon wieder falsch gemacht? Ich verstehe dich wirklich nicht, hattest du an Silvester nicht den guten Vorsatz gefasst, etwas netter mit deinem Mann zu sein?“
[Anmerkung der Redaktion: Spätestens da wäre er eigentlich tot….]
Sie: „Ich wäre ja nett, wenn du es mir nicht so schwer machen würdest, aber schau dich mal an, deine Haare sind ganz speckig, vom Bauch ganz zu schweigen. Muss man dir wirklich alles sagen, selbst, dass du die Haare waschen musst?“
Er: „Wollte ich heute Morgen, doch dann kam von dir ein Schrei, schrill und spitz, gefolgt von Rufen nach mir, so dass ich das verschieben musste, um dich vor einer – ich sage es ungern, aber du hast es provoziert – 4 mm grossen Spinne zu retten.“
[Anmerkung der Redaktion: Jetzt wäre er es definitiv…]
Sie: „Und nun hackst du wieder auf mir rum, richtig unfair ist das!“
[Anmerkung der Redaktion: Sein Neujahrsvorsatz war übrigens, mehr Risiken und Abenteuer in sein Leben zu holen…]
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Für die abc.etüden, Woche 02.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 02.18 kommt vom freundlichen Herrn IZ (Hier sein Blog). Sie lauten: Bürde, speckig, schieben.
Der Ursprungspost: HIER
Ich stiess über Miasraum (LINK) auf diesen Fragebogen, den sie auch über sieben Ecken fand. Spannende Fragen, denen ich mich gerne stellen möchte. Und während ich das hier schreibe, weiss ich noch nicht, wo es enden wird. Ich leg einfach mal los.
Zorn
In der Theorie nicht, da ich absolut nicht aggressiv bin, aber: Ich habe es schon getan. Als mir jemand gegen meinen Willen zu nah kamen. Ich bin nicht stolz drauf.
Menschen, die sich über dich stellen, die sich für etwas Besseres halten und dir die Welt erklären wollen.
Trägheit
Völlerei
Geiz
Stolz
Wollust
Neid
Ich hörte in letzter Zeit von verschiedenen Seiten, ich wirke immer so fröhlich, male Bilder, verbreite positive Gedanken. Ich habe die anderen durchaus auch verbreitet, man wollte sie wohl nicht sehen.
Die Menschen beurteilen alle Dinge nach dem Erfolg.
Jeder sieht, was du scheinst
und nur wenige fühlen,
was du bist.
(Niccolò Machiavelli)
Die Menschen beurteilen alle Dinge nach dem Erfolg.
Jeder sieht, was du scheinst
und nur wenige fühlen,
was du bist.
(Niccolò Machiavelli)
Menschen, die auf alles und jeden einen dummen Spruch bereit haben, muss man nicht mehr einordnen – sie machen es selber.
@Sandra Matteotti
Wer auf zu vielen Hochzeiten tanzt, verpasst am Schluss seine eigene.
@Sandra Matteotti