Erinnern an die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933

«Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.» Heinrich Heine

Weil nicht sein durfte, was nicht genehm war. Weil nicht genehm war, was den vorgeschriebenen Dogmen entsprach. Weil es nur ein Mass aller Dinge gab und alles daneben weg musste. Aus diesem Geist heraus versank die Welt in Dunkelheit. Es wurde offensichtlich, wozu Menschen fähig sind. Hätte man mal früher hingeschaut. Wie lange waren sich viele (auch intelligente Leute) sicher, dass alles gut gehen würde. Dass alles nicht so schlimm würde. Dass es bald vorüber wäre. Dass keine Gefahr herrsche. Nicht wirklich. Welch ein Irrtum. Und als es vorüber war, hiess es: Nie mehr. Und man meinte es ernst. Die Zeit festigte den Glauben, dass es gelingen könnte. Ich bin mir nicht mehr sicher. 

91 Jahre ist es her, dass es in Deutschland zu einer öffentlichen Bücherverbrennung kam, organisiert von der nationalsozialistischen Deutschen Studentenschaft unter dem schönen Titel «Wider den undeutschen Geist». Die Liste der Autoren liest sich fast wie der heutige literarische Kanon deutschsprachiger Literatur. 

Nach mittlerweile Jahrzehnten, die ich mich mit den Themen Shoah, Exilliteratur, Völkermord beschäftige, ist mir eines immer noch nicht gelungen: Die tiefe Trauer, die Wut, das Entsetzen abzulegen, wenn ich wieder neu damit konfrontiert bin. Wir müssen uns erinnern. Daran, was war. Vielleicht ist das «nie mehr» doch noch nicht ganz vorbei. 

Hier ein paar Buchtipps, um die Erinnerung hochzuhalten:

Und eine Erinnerung an Jean Améry – seine Bücher kann ich ans Herz legen. Ebenso die von George Tabori.

Habt einen schönen Tag!


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