Stefan Zweig: Morgenlicht

Stefan Zweig (1881 – 1942)

Morgenlicht

(1901)
Nun wollen wir dem Licht entgegen,
Das um die Purpurwipfel rollt.
Das Leuchten flammt auf allen Wegen
Und wächst und wird zum Morgengold.

Die glutumlohten Tannen singen
Und Jubel bricht aus jedem Klang,
Wie kampfbereites Fahnenschwingen
Braust durch den Wald der Höhensang.

Und lauter werden alle Weisen
Und jedes Wesen sucht sein Lied,
Die Schaffenskraft des Lichts zu preisen,
Das nun ins volle Leben glüht.

___

Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht für den Morgen


Entdecke mehr von Denkzeiten - Sandra von Siebenthal

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

3 Kommentare zu „Stefan Zweig: Morgenlicht

    1. OH ja – ein wunderbarer Dichter, ein Mensch, der sich teilweise über seine Kräfte für andere eingesetzt hat und für die gute Sache kämpfte.

      Like

Hinterlasse einen Kommentar