Hier sitze ich
so ganz allein,
trink zufrieden
ein Glas Wein.

Denke, dass auch
dies „Allein“
mitunter so ganz
schön kann sein.

Müsst ich doch
– oh Gott, oh nein,
ansonsten teilen
meinen Wein.

©Sandra Matteotti

Wandeln im Raum,
die Zeit durchschreitend
luftleer und zwischen
Glockenschlägen.

Fahren durch Strassen
wir alle gemein
und doch ein jeder
für sich allein.

Suchen nach Worten und
Antworten gar.
Haben nur Fragen,
doch davon zuviel.

Wandeln im Rahmen
und drüber hinaus,
fallen aus diesem
und nirgends hinein.

Fliegen zum Mond
und sitzen dahinter,
sehen die Welt,
verstehen sie nicht.

Nur dann und wann
hebt sich ein Schleier
und zeigt dir das Eine:
Es gibt noch viel mehr.

©Sandra Matteotti

ich bin ich
und du bist du.
und ich bin ich
nur weil du bist.

ohne dich
bin ich schlicht nicht,
nicht nur nicht ich.
gilt auch für dich.

denn erst das du
macht mich zum ich.
und ich mach dich
zum du durch mich.

drum einer nur
ist keiner denn
ein jemand ist
nur der zu zweit.

Zu zweien ist
ein jeder ich
und zeugt das du
durch dieses ich.

Da sitzen sie
und reden wild
ohne zu verstehen.

Sie werten nur
und dann geschwind
ist es um dich geschehen.

Du sitzt nur da
und hörst genau
was niemand wirklich sagt.

Es tobt allein
in deinem Herz
der Stimmen Widerpart.

©Sandra Matteotti

Nebelschwaden laden
ihre schweren Massen
in Wogen durchs Land.

Häuserzeilen weilen
hinter grauem Schleier
zu Säulen erstarrt.

Blätterleichen weichen
von den kahlen Ästen
die Bäume wie tot.

Wassertropfen klopfen
ihre letzten Male
dann frieren sie ein.

Jahresenden senden
ihren dunklen Abgesang
in Moll eingehüllt.

©Sandra Matteotti

Nie werde ich wissen,
was gewesen wäre, wenn.
Auch kann ich nie sagen,
was geworden wäre, denn:

Was nicht ist, bleibt ewiglich
ein Bild der Illusion.
Was nie war, existiert als
blosse Imagination.

Und in jedem wenn und wäre,
in jedem hätte, täte und so fort,
zeigt sich bloss mit jedem Wort:
Das was ist, ist nicht gewollt.

So suhlt man sich im Konjunktiv
und malt mit Farben bunte Bilder
von alledem, was man nicht wollte,
und redet es sich schön.

Viel besser wäre doch,
man schaute da, wo man grad steht,
prüfte, welcher Wind jetzt weht,
um dann die Segel neu zu setzen.

©Sandra Matteotti

Was hat das Leben
für einen Sinn?
Was ist der Lohn,
was der Gewinn?

Ist es nur Geld,
oder auch Ruhm?
Muss ich was tun
oder wer sein?

Ist Kunst nur Krempel,
braucht es sie?
Brauchen Götter Tempel,
wozu bauen wir die?

Wer definiert die Werte
wieso zerstören wir sie?
Gibt es noch Hoffnung?
Und: Wo finden wir sie?

©Sandra Matteotti