Ich lese gerne. Und viel. Ich habe versucht, mich auf ein Genre festzulegen. Meist sind es Thriller, die ich förmlich verschlinge, kaum innehalten kann, bis ich mit den Ermittlern den Mörder fasse. Aber auch bei Liebesromanen (wenn sie nicht zu plump und rosa sind) fiebere ich mit, will das Ende kennen. Was also ist mein Genre? Dass ich daneben noch Klassiker lese, bei denen alle am Schluss tot sind, lassen wir mal aussen vor, denn das würde die gleich folgende Analyse stören.
Mein Fazit ist: Ich habe kein Genre. Ich lese alles gerne, was gut geschrieben ist und ich fiebere dem Happy End entgegen. Ein Roman muss für mich ein Happy End haben. Dabei ist das Happy End nicht immer happy, was ich aber zugegebenermassen lieber mag, sondern hoffentlich stimmig, so dass ich mit zufriedenem Seufzer das Buch zur Seite legen kann und weiss: Alles ist gut. Es stimmt so. Das Versöhnliche, das Gute, das ist es, was ich suche in der Literatur, die Möglichkeit, dass das Leben eben gute Wendungen nimmt und am Schluss zu was Gutem führt.
Wozu ist Literatur gut? Sie zeigt uns Möglichkeiten von Lebenswegen und Lebensinhalten. In der Literatur erfahren wir, wie ein Leben geführt werden könnte. Es ist nicht unser Leben, aber wir sehen doch hinein. Bei unseren Mitmenschen sind wir immer aussen vor. Der Spekulation überlassen. In der Literatur sind wir mitten drin. Indem wir sehen, was möglich wäre, haben wir die Ahnung, dass es auch für uns möglich sein könnte. Und ja, ich gebe es zu: Ich mag das Leben mit Happy End. Ich möchte das für mich so glauben können, dass das Leben an einen guten Ort führt, dass man diesen guten Ort erleben kann, dass es ihn gibt.
Und so werde ich weiter lesen, weiter auf Happy Ends hoffen und weiter daran glauben, dass dies auch in der Realität möglich ist. Weil das Leben schlussendlich wunderbar sein kann. Wenn man daran glaubt. Und immer weiter geht. Bis man da ist, wo man sagt:
So will ich es haben, so gefällt es mir.
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Ein Happy End kann ja auch eine Trennung statt eines Kusses sein, denn eine Trennung eröffnet neue Wege für beide….
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So sehe ich das auch, drum: stimmig muss es sein
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Die Sehnsucht nach einem befriedigendem Abschluss kann ich natürlich nachvollziehen. Allerdings versuche ich als Autor die Machbarkeit der Emotionen auszuloten. Ich mag es den Leser traurig, oder neugierig zurückzulassen, aber nie ohne einen Funken Hoffnung, dass sich doch noch die Dinge zum positiven wenden könnten. Allerdings könnte das Licht am Ende des Tunnels, auch ein entgegenkommender Schnellzug sein.
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happy ends killen mich meistens… das absolute negativbeispiel war „the road“, wo all der horror in einem golden glänzenden bach voller fische mündet. wenn happy end, dann bitte glaubhaft. ich bin meistens ein fan der offenen enden 🙂 wo man als leser so richtig vor wut ins kissen beißen möchte, weil man nicht weiß, wie entschieden und weitergelebt wird.
so wie’s im leben nun mal auch ist.
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Stimmig muss es schon sein. Ich las kürzlich auch einen Krimi, der blutig, rasend, gut war. Als der Fall geklärt war, kamen irgendwie alle Figuren zusammen, es gab ein Happy End nach dem anderen und ich sass nur noch da und trauerte um den bis dahin guten Roman.
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hihi. genau! sowas ist doch furchtbar 😀
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das ist wie früher in diesen 60er-jahre-heimatfilmen… haarsträubendes durcheinander und am ende alle zum platzen glücklich 😀
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Fürs persönliche Happy end, so sagen ja die Weisen, bist Du ganz alleine verantwortlich und zuständig!
Woraus bestünde Dein persönliches Happyend – jetzt – ?
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Ich bin wohl in der glücklichen Lage, dass momentan eigentlich alles gut ist, wie es ist. Ich hoffe natürlich, bald in dem Bereich, den ich anstrebe und mir wünsche, eine Stelle zu finden, aber sonst: Alles prima.
Damit sage ich nicht, dass alles nur rosarot und absolut perfekt ist, aber es ist gut und ich bin dankbar, dass alles so ist, wie es ist.
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