Eine zweite Chance

Ihm wurde klar, dass in knapp einer Woche Weihnachten war, und diese Feststellung versetzte ihn in einen Zustand des Kummers und der Panik. Er sah mit Entsetzen den ersten Jahrestag von Kates Tod auf sich zukommen…diesen verhängnisvollen 24. Dezember 2010, der sein Leben mit Trauer und Schwermut erfüllt hatte.

Mathew ist Philosophieprofessor und lebt in Boston. Seit dem Tod seiner über alles geliebten Frau Kate kümmert er sich alleine um seine Tochter. Emma lebt in New York, sie ist Sommelier in einem guten Restaurant. Wäre ihr Leben nicht gezeichnet von falschen Beziehungen, wäre es ein gutes Leben. Sowohl Mathew wie auch Emma kämpfen mit ihrer Vergangenheit, sind immer wieder Ängsten und auch Verzweiflung ausgesetzt.

Eines Tages kreuzen sich ihre Wege auf wundersame Weise. Was als E-Mailaustausch startet, soll beim Essen in einem kleinen italienischen Lokal weitergeführt werden. Als Emma im Restaurant ankommt, wartet sie vergebens auf Mathew. Auch Mathew wartet vergebens.

Ich war da, Matthew. Ich habe den ganzen Abend auf Sie gewartet. Und ich habe keine E-Mail von Ihnen beikommen!

Dann haben Sie sich vielleicht im Restaurant geirrt?

Nein, es gibt nur eine Nummer 5 im East Village.

Das ist erst der Anfang. Was dann kommt, stellt die Vergangenheit und auch die Zukunft von Emma und von Matthew auf die Probe.

Guillaume Musso ist mit Vielleicht morgen ein packender Roman gelungen, der eine Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi darstellt. Gewisse literarische Finessen lassen die Geschichte ins irreale abdriften, was dem Buch aber keinen Abbruch tut, selbst wenn man lieber realitätsnahe Literatur liest. Eine spannende Idee wurde hier in einen stimmigen Plot mit packenden Überraschungen verwandelt, so dass man als Leser förmlich am Buch klebt und es nicht mehr weglegen mag, bis man hinter das Geheimnis der Geschichte gekommen ist.

Fazit:
Leichte und gute Unterhaltung mit einer Mischung aus Liebesroman und Krimi. Sehr empfehlenswert.

 

Zum Autor
Guillaume Musso
Guillaume Musso wurde 1974 in Antibes geboren. Er arbeitete als Gymnasiallehrer und Universitätsdozent, bis er 2001 seinen von der Kritik hoch gelobten Debütroman veröffentlichte. Der große Durchbruch gelang ihm mit seinem zweiten Roman Ein Engel im Winter, den er nach einem schweren Autounfall geschrieben hatte. Auch sein dritter Roman Eine himmlische Begegnung stürmte auf Anhieb die französischen Bestsellerlisten.

Angaben zum Buch:
Mussovielleicht_morgenTaschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Pendo Verlag (11. August 2014)
ISBN-Nr.: 978-3866123762
Preis: EUR 14.99 / CHF 19.45

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Ich lese gerne. Und viel. Ich habe versucht, mich auf ein Genre festzulegen. Meist sind es Thriller, die ich förmlich verschlinge, kaum innehalten kann, bis ich mit den Ermittlern den Mörder fasse. Aber auch bei Liebesromanen (wenn sie nicht zu plump und rosa sind) fiebere ich mit, will das Ende kennen. Was also ist mein Genre? Dass ich daneben noch Klassiker lese, bei denen alle am Schluss tot sind, lassen wir mal aussen vor, denn das würde die gleich folgende Analyse stören.

Mein Fazit ist: Ich habe kein  Genre. Ich lese alles gerne, was gut geschrieben ist und ich fiebere dem Happy End entgegen. Ein Roman muss für mich ein Happy End haben. Dabei ist das Happy End nicht immer happy, was ich aber zugegebenermassen lieber mag, sondern hoffentlich stimmig, so dass ich mit zufriedenem Seufzer das Buch zur Seite legen kann und weiss: Alles ist gut. Es stimmt so. Das Versöhnliche, das Gute, das ist es, was ich suche in der Literatur, die Möglichkeit, dass das Leben eben gute Wendungen nimmt und am Schluss zu was Gutem führt.

Wozu ist Literatur gut? Sie zeigt uns Möglichkeiten von Lebenswegen und Lebensinhalten. In der Literatur erfahren wir, wie ein Leben geführt werden könnte. Es ist nicht unser Leben, aber wir sehen doch hinein. Bei unseren Mitmenschen sind wir immer aussen vor. Der Spekulation überlassen. In der Literatur sind wir mitten drin. Indem wir sehen, was möglich wäre, haben wir die Ahnung, dass es auch für uns möglich sein könnte. Und ja, ich gebe es zu: Ich mag das Leben mit Happy End. Ich möchte das für mich so glauben können, dass das Leben an einen guten Ort führt, dass man diesen guten Ort erleben kann, dass es ihn gibt.

Und so werde ich weiter lesen, weiter auf Happy Ends hoffen und weiter daran glauben, dass dies auch in der Realität möglich ist. Weil das Leben schlussendlich wunderbar sein kann. Wenn man daran glaubt. Und immer weiter geht. Bis man da ist, wo man sagt:

So will ich es haben, so gefällt es mir.