Was ich für mein Leben möchte?

Gewahrsein. 

Was das ist? Es soll davon handeln, was in mir und um mich ist Wie will ich sein, wie will ich leben? Lebe ich so? Und das möchte ich mich fragen. Jeden Tag neu. Und entsprechend handeln. Für mich. Nicht nach äusseren Regeln, nicht nach Maximen oder Grundsätzen. Ich bin mein eigenes Licht, das mir den Weg leuchtet, ich bin mein Massstab. Aber ja, ich möchte keinem weh tun, ich möchte zu einem guten Miteinander beitragen. Und genau das denke ich zu tun, wenn ich genau so lebe: Wie bin ich das beste Ich, das ich sein kann?

Das heisst nicht, dass ich nie mehr Fehler mache, im Gegenteil, ich werde wohl noch viele machen. Aber: Ich lerne, damit umzugehen und damit auch besser, gelassener, wohl auch angemessener auf einen zu reagieren.

Das heisst nicht, immer zu wissen, was zu tun ist. Aber: Ich kenne meine Stärken und meine Schwächen – und lasse bei den Schwächen auch Hilfe zu.

Das heisst nicht, alles zu können und von allen gemocht zu werden. Aber: Ich lerne, damit umzugehen, wenn es mal nicht so ist. Im Glauben daran, dass ich so sein darf, wie ich bin.

Nur, wenn ich mir dieses Ich-Sein gestatte, wenn ich lerne, damit umzugehen, dass es auch Fehler, Schwächen hat und Ablehnung hervorruft (und rufen darf), schaffe ich es, wirklich authentisch zu sein. So ich. Und wie anders sollte das beste Ich sein, das ich sein könnte? Alles andere wäre jemand anders. Und davon hat es genug. Andere.

„Oft kämpft man mit dem am meisten, was einem am nächsten ist.“

„Sei mal so wie alle andern. Sei einfach mal normal.“ Das sagte mir mein Vater als Kind oft. Später kam dann, dass ich nicht einfach sei und mir bewusst sein müsse, dass mich so nie jemand mögen würde. Auf Dauer. Und ja, er meinte es nur gut, ich weiss, er liebte mich, er wollte, dass ich ein leichtes Leben habe. Und er hat es damit so schwer gemacht. Nicht, dass er schuld wäre daran. Ein anderes Kind hätte Paroli geboten, wäre in den Widerstand gegangen, hätte aufbegehrt. Ich wollte genügen. Ich wollte in die von ihm bereitete Schachtel passen, in die man passen muss, um geliebt zu werden – wenigstens von ihm. Um einmal gut genug zu sein.

Ich habe mir im Leben immer wieder Ziele gesetzt. Und immer gedacht: Wenn ich DAS erreiche, dann bin ich gut genug. Das erste war die Matur. Ich hasste die Schule, aber ich wollte sie machen. Erstens, weil ich dann gut wäre. Zweitens, weil ich nichts lieber wollte, als zu studieren. Als ich die Matur bestanden hatte, merkte ich: Hinter der Tür ist alles noch wie vor derselben. Die Matur hatte ich im Sack, ich fühlte mich aber nicht besser. Aber das nächste Ziel stand schon da: Studienabschluss. Ich hätte gerne Kunst oder Innenarchitektur studiert. Das Veto kam sofort. Ich fing mit Jura an. Nach der Zwischenprüfung war mein Mass an stillem Zuhören erreicht. Ich ertrug es nicht und wollte mitreden, kreativer denken dürfen. Literatur und Philosophie waren die Rettungsanker, ein wirklich wunderbares Studium mit ganz vielen grossartigen Professoren, für die ich noch heute dankbar bin ( zu nennen wären u.a. Peter von Matt, Georg Kohler, Thomas Fries – sie haben meinen Lebensweg alle massgeblich geprägt).

Und ich dachte: Wenn ich ein Studium schaffe, dann bin ich gut genug. Mein Vater fand eigentlich, dass ich gar nicht studieren sollte, da ich sowieso irgendwann mal Familie haben würde. Als ich neben dem Studium auch Jobs für meinen Lebensunterhalt hatte, die mehr einbrachten, als es ein Studium wohl je bringen würde, verstand er mich gar nicht mehr, nur: Für mich waren diese Stellen nur Mittel zum Zweck und immer auch eher Qual, da mir diese Art Arbeit nicht entsprach. Aber ich nahm sie auf mich, um mein Ziel zu erreichen. Und ja, ich erreichte es Ich erreichte es sogar mit Kleinkind als Alleinerziehende. Damals fiel ein paar Männern nichts Besseres ein, als zu spotten, ich hätte sicher einen kurzen Rock angehabt beim Abschluss – sicher unglaublich witzig gemeint, aber trotzdem auch verletzend. Und: Auch hinter der Tür war nichts besser oder anders als vorher. Meine Zweifel an mir bestanden nach wie vorher. Aber: Es gab ein neues Ziel: Doktorat.

Ich bewarb mich um ein Stipendium, um diesen Traum zu erfüllen – wie sonst hätte ich das mit Kleinkind machen sollen? Ich hatte mich vorher für einige Assistenzstellen beworben, kriegte aber explizit die Antwort: Als Alleinerziehende mit Kind würde ich das sowieso nicht schaffen. Wäre ich ein Mann oder ohne Kind, hätte ich die Stelle gehabt mit meinem Abschluss. Ich kriegte das Stipendium, es war für ein Jahr begrenzt. Das reichte natürlich nicht für eine ganze Dissertation, so dass ich ein Neues anvisierte, beim Schweizer Nationalfonds. Auch das habe ich gekriegt. Die nächste Hürde stand schon an: Der Professor, unter dem mein Antrag gelaufen war, fand: Als Alleinerziehende schaffst du das eh nicht. Ich wäre vor Gericht gezogen, doch dann lenkte er ein mit der Äusserung: Wärst du ein Mann, würde ich dich in Ruhe arbeiten lassen, aber so??? Will ich Beweise… es waren eher Schikanen und ein drohendes Damoklesschwert, dass das Geld weg sei, sobald ich nicht genügend liefere einen Monat. Ich kürze ab, ich erreichte auch den Doktortitel, es kamen ein paar Hürden dazu, aber nun denn. Nur: Auch danach war alles beim Alten: Ich fühlte mich noch immer nicht zureichend.

Ich absolvierte noch einige weitere Ausbildungen, gründete Unternehmen… Das innere Bild blieb. Und die Stimme:

„Sei doch mal wie alle anderen. So bist du nicht genug.“

Und ich dachte immer, die anderen fänden das sicher auch. Und wollte mich beweisen. Egal, was ich tat oder erreichte, immer wieder kamen neue Wogen des Selbstzweifels. Zwischendurch auch wieder Hoch-Zeiten, in denen ich glücklich und dankbar war für meinen kreativen Weg, sah, was ich erreicht hatte. Doch sie wurden schnell wieder abgelöst durch das Grundgefühl des Nicht-Genügens.

Ich bin nun in der zweiten Hälfte meines Lebens. Ich war nie ein Freund von Feminismus und Emanzipation und möchte auch fortan keinen Kampf gegen Männer führen, denn ich mag Männer. Und doch möchte ich endlich das Thema angehen, das mich doch so lange begleitet hat… und ich kann nur das aus eigenem Herzen tun: Was bedeutet Frau-Sein? Was würde ich mir wünschen im Leben als Frau? Für mich selber, in der Gesellschaft.

Ich wünsche mir Männer, die das ebenso für ihr Geschlecht tun. Damit wir endlich mal in ein Miteinander starten können, in welchen keine vorgefertigten Muster das Rollenspiel definieren, sondern Menschen auf Menschen treffen und sich gegenseitig annehmen in ihrem So-Sein.

Ich-Sein, Frau-Sein, der Umgang mit Mustern, Rollen und Zwängen wird für mich ein Hauptthema werden – in Bild und Text. Weil: Es ist mein Thema. Von klein an. Und es prägt noch heute.

„Ich muss nicht alles können. Ich muss nicht jedem gefallen. Ich muss nicht alles wissen. Ich muss nicht jeden mögen.“

Das schrieb ich mal auf Twitter. Aus einer Erkenntnis heraus, sicher vermischt aus einem Frust, weil ich das so nicht gelebt hatte, aber als eigentlich wünschenswerte Lebenshaltung erkannte. Ich kann es nicht allen recht machen. Der Versuch, dies zu wollen, ist per se zum Scheitern verurteilt. Und doch: Ich hatte den Spruch, ich fand ihn gut – gelebt habe ich ihn nicht.

Ich habe Mühe, wenn ich was nicht gut (genug) kann. Ich habe Mühe, wenn ich merke, man mag mich nicht. Ich habe Mühe, wenn ich Wissensdefizite bemerke, ich fühle mich dumm – und ja, es gibt sehr viele. Ich mag Menschen eigentlich. Mag ich wen nicht, versuche ich, was Liebenswertes zu finden, da ich denke, dass dies jeder hat. Umso mehr Mühe habe ich natürlich, wenn ich denke, jemand mag mich nicht. Kann es aber verstehen. Ich finde mich selber ja auch nicht sooo toll. Aus Gründen. Sie stehen oben. Ich kann nicht alles, weiss nicht alles, habe ab und an Bedürfnisse, die andere nicht kennen, habe Eigenarten…

Und oft denke ich dann: Damit man das alles mag, muss ich mich ja anstrengen. Es recht machen. Entgegen kommen. Akzeptieren. Und oft spüre ich auch die Erwartung: He, ich will das so, das musst du akzeptieren. Was das dann mit mir macht? Das scheint kein Thema. Und das ist nicht gut.

Ja. Ein anderer kann etwas wollen. Auch entgegen meiner Bedürfnisse. Aber: Es macht was mit mir und das bringt wiederum etwas mit sich. Vielleicht auch Konsequenzen für den anderen. Nicht als Strafe für sein Wollen, sondern als Reaktion, damit ich es tragen kann. Wie oft hört man dann aber: He, nun hab dich nicht so. Es kann doch alles genau so bleiben, wie es war (für den anderen), ich mach doch nur dies und jenes – und du bist wie immer. Eine verständlich bequeme Sicht – aber sehr einseitig.

Beziehungen bestehen immer aus zwei Menschen. Jeder bringt sich rein. Jeder lebt sich aus. Und ja, jeder muss sich vielleicht auch mal einschränken. Für ein Wir. Und bei allem bleibt: Jeder trägt die Konsequenzen, für das, was passiert. Er kann sich also vorher ausrechnen, welchen Preis er für sein Ausleben zahlen will und was zu hoch ist.

Mit der Entscheidung müssen dann immer beide leben. Wenn aber nur einer lebt, wie er lustig ist, der andere sich anpasst, lebt nur einer. Der andere hat sich schon längst aufgegeben. Und DAS ist immer ein viel zu hoher Preis. Für alles. Die Entscheidung für ein Leben zu zweit sollte nie eine Entscheidung gegen das eigene Sein sein. Aber es wird wohl eine sein müssen, die den anderen miteinbezieht in die eigenen Entscheidungen. Ist man dazu nicht bereit, sieht man alles, was eingeschränkt ist, als Beeinträchtigung des freien Seins und die Bedürfnisse des anderen und die daraus resultierenden Konsequenzen als Gefängnis, ist vielleicht eine Beziehung nicht das richtige Lebensgefäss. Denn: Jeder andere Mensch bringt sich und seine eigenen Gefühle, Sichtweisen und Wahrnehmungen mit. Die sind nie richtiger oder besser – aber auch nicht das Gegenteil davon. Sie sind aber mit Garantie anders. Es gibt nur zwei Möglichkeiten hier: Man findet einen gemeinsamen Weg oder man sucht sich wieder den eigenen. Denn: Auf Dauer macht man keinen Spagat.

Und so bleibt am Schuss doch:

„Ich muss nicht alles können. Ich muss nicht jedem gefallen. Ich muss nicht alles wissen. Ich muss nicht jeden mögen.“

Umgekehrt aber auch nicht. Und damit muss ich auch leben können. Mit allem, was ich bin und tue. Alles bringt Konsequenzen. Will ich sie tragen? Kann ich es? Wenn nicht: Was ist die Alternative? Kann ich die tragen? Besser als die anderen? Schlussendlich ist alles ein Entscheid. Sogar ein wenigstens teilweise freier. Nicht frei im Sinne davon, dass ich alle Parameter von aussen steuern kann, aber frei darin, dass ich entscheiden kann, was ich an Konsequenzen tragen will und kann für meine Entscheidungen. Und ab und an schmerzen sie alle. Nur: Selbstaufgabe schmerzt lange, denn man tötet sich damit eigentlich selber permanent bei lebendigem Leib. Das würde man keinem anderen wünschen. Wieso tun wir es so oft mit uns selber?

Ich bin so ich
Und oft wohl eigen,
ich fühle halt,
wie ich es tu.

Du fragst dich wohl,
was das nun solle,
bist gar anders,
find’st deins gut.

Das find ich auch,
nur bin ich anders,
und würde gern
als ich geseh’n.

Wir können doch
Auf eig’nen Wegen,
unsern Weg
gemeinsam geh’n.

Indem ich lieb,
was dich so prägt,
und du mich nimmst,
wie ich halt bin.

©Sandra Matteotti

„Wir sollten uns immer wieder klar machen, dass die Emotionen, die wir haben, ob negative oder positive, genau das sind, was wir brauchen, um ganz Mensch sein zu können, ganz erwacht und lebendig.“ (Pema Chödrön)

Wir neigen dazu, Gefühle in gute und schlechte einzuteilen. Die einen wollen wir haben, die anderen nicht. Doch: Nichts hat nur eine Seite. Sobald wir einige unserer Gefühle verleugnen oder gar verdammen, negieren wir einen Teil unserer selbst.

Und seien wir mal ehrlich: Würden wir einem Menschen begegnen, der ständig nur grinst wie ein Honigkuchenpferd, der nie nachdenklich, traurig, wütend ist: Würden wir uns nicht fragen, ob dieser Mensch wirklich authentisch ist? Weil wir selber nicht glauben, dass jemand nur gut drauf ist. Wieso also erwarten wir es von uns selber?

Ich bin ich. So wie ich bin. Doch ab und an hadere ich. Und denke, was ich alles nicht kann. Dann frage ich mich, wieso andere können, was ich nicht kann und werte mich ab. Weil ich es nicht kann. Ich vergesse dabei, dass ich es nicht muss.

Ich bin ich. So wie ich bin. Doch ab und an hadere ich. Und denke, wer mich wohl nicht mag. Dann frage ich mich, wieso mich nicht alle mögen und was ich tun kann, wie mich ändern. Weil ich gefallen will. Ich vergesse dabei, dass ich es nicht muss.

Ich bin ich. So wie ich bin. Doch ab und an hadere ich. Und denke, wieso ich Menschen nicht mag. Dann frage ich mich, wo ich das Recht hernehme, was ich tun kann, es zu ändern. Weil jeder liebenswert ist. Ich vergesse dabei, dass das nicht für jeden so ist.

Ich bin ich. So wie ich bin. Doch ab und an hadere ich. Ich denke und setze Massstäbe danach. Dann frage ich mich, wer denen genügen könnte. Und merke nur, dass keiner es kann. Und während ich andern verzeihe, martere ich mich. Ich vergesse dabei, dass ich ich bin. Und bleibe.

Martin Heidegger verzog sich in die einsame Natur, um seine Gedanken zu sortieren. Nur da konnte er, wie er dachte, seine Philosophie, seine Weltsicht entwickeln. Hannah Arendt, die ihm sehr (und mehr als das) verbunden war, folgte ihm in vielem, war fasziniert von ihm und seinem Denken, seiner Art der Gedankenführung. In dem Punkt (neben durchaus anderen) widersprach sie ihm. Sie fand, das Leben sei immer ein gemeinsames, das man nur im Miteinander, durch Gespräche erfahren, durchschauen und überhaupt sinnvoll machen könne. Allein oder gemeinsam?

Oft hört man, man solle sich auf sich besinnen, in sich gehen, da die Wahrheiten des eigenen Selbst finden und danach leben. Allerdings gibt es auch die These, dass wir uns durch den Blick von Aussen besser erkennen können, weil wir da den Spiegel sehen, das, was von aussen von uns sichtbar ist. Das verwehrt sich uns, da wir immer in uns gefangen sind und nicht unvoreingenommen aus uns heraustreten können. Insofern bräuchte man das Aussen, um das Innen, das aus uns herausspricht, erkennen zu können.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Ohne andere Menschen wird er nicht leben können. Das konnte nicht mal Martin Heidegger, der zwar zum Schreiben in die Einsamkeit flüchtete, allerdings die Gemeinschaft (auch die von Hannah Arendt) durchaus brauchte, um eben produktiv zu sein, seine Gedanken zu finden und zu Papier zu bringen. Gerade von seinem Erstwerk sagte er, dass es ohne Hannah Arendt nicht entstanden wäre – allerdings auch nicht ohne seine Frau, die ihm den Rücken freihielt und ihm so überhaupt die Ruhe ermöglichte, die er brauchte.

Die Zeit heute ist schneller geworden. Informationen fliessen schneller, man muss sie schneller erfassen, verarbeiten, verwerten und sich dazu stellen. Das ermüdet, das härtet auch ab. Vielleicht ist die Ignoranz, die man vielerorts spürt, diesem Umstand geschuldet. Man will sich nicht mehr einlassen, weil sonst noch mehr auf einen einprasseln könnte, von dem man sowieso schon zu viel hat. Vor allem negative Dinge lässt man lieber aussen vor, man müsste sich sonst noch wirklich Gedanken machen, es könnte von einem eine Haltung gefordert sein und die könnten einen vor die Wahl stellen, ob man im eigenen Gärtchen bleibt oder dem Gewissen folgt, welches zu Mitgefühl und Anteilnahme aufruft.

Die neuen Medien erleichtern die Ignoranz. Zwar war das Innenleben noch nie so nach aussen gekehrt, man erfährt von anderen, wo sie ihr Essen kaufen, wann sie es wie zubereitet essen, mit wem sie es essen und was sie über den denken. Dass man nicht auch noch weiss, wie und wann sie es wieder loswerden, ist wohl eine Frage der Zeit (ab und an ist auch die Grenze schon überschritten). Nie war es aber auch so einfach, Dinge einfach zu überlesen – oder so zu tun als ob. Man liest sie und lässt sie im Nirgendwo des Datendschungels versanden. Dass hinter diesen Dingen Menschen sitzen, hat man wohl vergessen, verdrängt oder man denkt, die ja nicht wirklich zu kennen, da alles nur virtuell, nichts real sei. Wieso reale Anstrengung für eine virtuelle Welt verschwenden?

Ist diese Welt wirklich nur virtuell? Klar ist es über Datennetze verbunden, aber dahinter stehen reale Menschen mit realen Gefühlen. Und so sehr man die Welten trennen will, so eng sind die beiden verwoben. Die Trennung ist wohl eher dem eigenen Gewissen genehm, weil man sich dann aus der Affäre ziehen kann, denn wirkliche Realität. Und wenn die Trennung wirklich da ist, muss man sich auch fragen, wieso das so ist und was man sich dann von einer solchen virtuellen Welt erhofft, was man da will. Und vielleicht sind dann gewisse Inhalte gar nicht mehr angebracht, nämlich alles, was menschlich, nah und echt ist. Dann hätten wir eine virtuelle Kunstwelt ohne menschliche Authentizität. Ob man sich dann noch wohl fühlte darin?