Lebenskunst: Eigene Grenzen erkennen

«So ist das Wichtigste im Leben, die Dinge zu unterscheiden und sich klarzumachen: Äussere Ereignisse habe ich nicht in der Hand, aber meine Entscheidungen zu den Ereignissen habe ich sehr wohl in der Hand.» Epiktet

Wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir das gerne hätten, neigen wir dazu, uns zu ärgern, mit dem Schicksal zu hadern, uns aufzuregen. Dies passiert auf allen Ebenen: Wir haben ein Grillfest geplant und das Wetter schlägt um, der Autofahrer vor uns findet den zweiten Gang nicht, auf alle Fälle lässt sein Fahrstil darauf schliessen, ein Bekannter hat uns beleidigt –  und vieles mehr. Nur: Wir haben das Wetter nicht in der Hand, der Fahrer vor uns hört unser Fluchen und Toben nicht und den Bekannten können wir nicht erziehen. Ein Sprichwort lautet:

„Was kümmert es den Mond, wenn ihn ein Hund anbellt“

 Die Antwort ist offensichtlich. Und: Wir sollten sein, wie der Mond: Was uns von aussen zufällt, sind bellende Hunde. Sie sind da, sie werden immer da sein, wir können das nicht beeinflussen. Wir können uns aufregen oder im Bewusstsein, dass all das nicht in unserer Macht liegt, versuchen, es anzunehmen und das Beste aus der Situation zu machen. Das liegt in unserer Hand: unsere Reaktion auf diese Hunde.

Wenn das von aussen Kommende von Menschen stammt, kann es auch helfen, wenn wir uns vor Augen führen, dass wir nicht wissen, wieso diese Menschen so sind und handeln, wie sie es tun. Wir alle sind Menschen mit Eigenheiten und Eigenarten, mit guten und schlechten Tagen, mit Stärken und Schwächen. Andere zu verurteilen, zeugt von Überheblichkeit. Wir spielen uns zum Richter auf, vergessen dabei unsere eigene unvollkommene Menschennatur. Mit mehr Mitmenschlichkeit und Verständnis fiele es leichter, die ungewünschten Verhaltensweisen anzunehmen. Und dann könnte all das auch nicht zum eigenen Leid werden. 

Das alles hat nichts mit Gleichgültigkeit oder gar Gefühlskälte zu tun, im Gegenteil: Es ist ein Akt der Selbstsorge, denn das Leid, das wir uns durch affektive Reaktionen zufügen, schadet nur einem: Uns selbst.  

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