Leserückblick August

Schon sind wir wieder in einem neuen Monat, Zeit für einen Rückblick. Der August war für mich ein Monat voller Umbrüche, Zweifel, Abschiede, Veränderungen und Erkenntnissen. Wenn so viel zusammenkommt, ist klar, dass es kein ruhiger war, und ich hatte auch das Gefühl, dass zu viel auf der Strecke bleibt, so auch das Lesen. Dass es nun doch 11 Bücher geworden sind, erstaunt mich sehr. Das ist aber auch ein Grund dafür, alles aufzuschreiben: Meine Wahrnehmung zu prüfen. Zudem zeigt mir die Wahl der Lektüre immer auch viel über meinen Monat, darüber, was mich interessiert hat, bewegt hat. Beim Blick zurück erinnere ich mich an das Buch und die Inhalte, es kommen auch Gedankenfetzen zur Zeit des Lesens. Manchmal hing mit einem Buch auch mehr zusammen, es war Auslöser einer Einsicht, der Anfang eines neuen Weges. Auf diese Weise ist mein Leserückblick mehr als das. Es ist eine Form der Selbstbetrachtung, des Rückblicks auf einen gelebten Monat. Die Bücher sind ein Teil davon und sie stehen oft für eine Gesinnung, für Gefühle, für Interessen in dieser Zeit.

Ich habe im August mit Josef Dohmen die Wege aus der Gleichgültigkeit der heutigen Zeit gesucht, mit Stefanie Stahl mein inneres Kind gestärkt und von William B. Irvine eine Anleitung zum guten Leben erhalten. Ryan Holiday zeigte mir auf, wie Hindernisse zu Chancen werden können, und Seneca den Weg hin zu mehr Gelassenheit. Albert Kitzler sprach mir aus der Seele, dass Philosophie einem gesunden Leben dienlich ist und Donald Robertson zeigte das anhand des stoischen Weg zum Glück ebenfalls. Alan Watts pries die Unsicherheit als Quelle von Lebendigkeit und Albert Kitzler zeigte, wie man bei all dem Ruhe bewahren kann. Nach einem Abstecher nach Japan zu Kaizen, sitze ich nun hier nach einem wilden Ritt und habe den September schon mit Thich Nhat Han begonnen – es geht weiter in den Buddhismus und ins Yoga.

Hier die ausführlichere Leseliste:

Josef Dohmen: Wider die Gleichgültigkeit. Plädoyer für eine moderne LebenskunstWas ist nötig für ein gutes Leben, welche Kriterien sind wichtig, sie zu realisieren, um ein Leben als der zu leben, der man sein will? Freiheit, Wahrhaftigkeit, Selbstbejahung und einige mehr werden in die Waagschale einer neuen Lebenskunst geworfen. 4
Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden. Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller ProblemeWie steuern Prägungen aus der Kindheit unser Verhalten? Wie haben sich alte Glaubessätze in uns festgesetzt und bringen uns nun immer wieder in leidvolle Situationen? Diese zu erkennen und zu ersetzen hilft, ein freudvolleres Leben zu führen. 5
Stefanie Stahl: So stärken Sie ihr SelbstwertgefühlMangelndes Selbstwertgefühl kann einem selbst und dem Umfeld das Leben erschweren. Was kann ich tun, um mein Selbstwertgefühl zu stärken, um ein ausgeglicheneres und zufriedeneres Leben zu führen, in dem ich mich nicht ständig durch unangemessenes Verhalten schützen muss?5
Wiliam B. Irvine: Anleitung zum guten Leben: Wie Sie die alte Kunst des Stoizismus für Ihr Leben nutzenEin gutes Leben gelingt nur, wenn wir eine Lebensphilosophie haben, die uns dahin führt. Eine solche finden wir bei den Stoikern. Indem wir praktizierende Stoiker werden, lernen wir, uns von Leid bringenden Affekten zu lösen und eine innere Ruhe zu erlangen. 5
Ryan Holiday: Das Hindernis ist der Weg. Mit der Philosophie der Stoiker zum TriumphWie man dem eigenen Leben ein Ziel setzt und die auftretenden Hindernisse als Chancen statt als Grund zu scheitern sieht. Stoische Gedanken und anschauliche Beispiele für ein zielgerichtetes Leben, in dem man nicht zu schnell aufgibt, sondern neue Wege sucht.5
Seneca: Von der GelassenheitKleines Buch voller Weisheiten darüber, was man tun und was lassen soll, um ein gutes Leben zu führen. 5
Albert Kitzler: Denken heilt!: Philosophie für ein gesundes LebenLehren und Weisheiten der antiken Philosophen zur Bekämpfung von Seelenkrankheit und Erlangung einer gesunden Seele, die zu einem glücklichen Leben führt. 4
Donald Robertson: Stoizismus und die Kunst, Glücklich zu sein. Alte Weisheiten für moderne HerausforderungenEine Einführung in den Stoizismus, ein Blick auf einzelne Themen und den Umgang der stoischen Philosophen damit. 5
Alan Watts: Weisheit des ungesicherten LebensWie wir dadurch, dass wir alles planen und absichern wollen, immer weiter vom Lebendigen wegkommen und uns schliesslich selbst verlieren. 4
Albert Kitzler: Nur die Ruhe. Einfach gut leben mit Philosophie12 Regeln der Stoiker zu verschiedenen Lebensthemen, dargestellt in fiktiven Gesprächen einer Philosophin mit ihren Klienten. Neben den Stoikern kommen auch andere antike Philosophen aus Ost und West zur Sprache. 4
Haruki Necharo: Kaizen – die japanische Philosophie für ein erfülltes Leben: Wie Sie mit einfachen täglichen Verbesserungen langfristig Ihre Ziele erreichen.Kaizen ist eine japanische Philosophie, die ursprünglich auf Unternehmen zugeschnitten war, die aber auch gut auf die Lebenskunst anwendbar ist, was in diesem Buch versucht wird. Es ist die Philosophie der Verbesserung, des Hinschauens und verbessern des eigenen Tuns und Seins. Nicht als Selbstoptimierung, sondern aus der Akzeptanz dessen, wer wir sind und dem Wunsch nach mehr Glück. Inklusive ist ein Kapitel mit Wabi-Sabi, einer Sicht, das Leben zu betrachten. Indem der Autor es sehr anschaulich machen wollte, ist es etwas gar „einfach“ geschrieben.3

Wie war euer Lesemonat August?

2 Kommentare zu „Leserückblick August

  1. Seneca hatte ich auch auf dem Tisch liegen, witzigerweise, aber De vita beata … habe es schon mal, vor vielen Jahren gelesen und bin die Notizen durchgegangen. Ich bin immer noch etwas bestürzt darüber, wie wenig von Epikur überliefert ist, oder Heraklit. Hast du schon Lukrez, Die Welt aus Atomen, gelesen?

    Was aber sagen muss, dein Lesepensum ist beeindruckend! So viele Bücher schaffe ich nicht zu lesen. Oft hänge ich auch etwas länger an theoretischen Schriften, wie Platon Der Staat, oder Erich Fromm Die Pathologie der Normalität … etc. Vielen Dank für deine Tipps und deinen Blog! Viele Grüße, Alexander

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, Epikur würde man gerne mehr davon haben. Das denke ich auch immer wieder. Ich konnte gar nicht glauben, dass das, was ich habe, alles ist und habe immer wieder gesucht – aber nein. De vita beata ist auch sehr lesenswert. Aktuell bin ich noch an den Selbstbetrachtungen von Marc Aurel, aber eher in Häppchen als durchgehen, da ich nun wieder in die östliche Philosophie eintauche – worauf ich mich sehr freue.

      Es sind ja durchaus ein paar Leichtgewichte darunter, die ich ziemlich schnell nebenher noch weggelesen habe. So ging es wohl unbewusst sehr schnell. Ich merke, dass ich mehr lese, wenn ebooks drunter sind, obwohl ich die nicht mag. Aber: Ich lese sie am Computer und so sind sie immer da, wenn ich mal eine Pause mache sonst – und ich rufe mich dann bewusst vom Internet weg hin in meinen Kindle.

      Herzliche Grüsse zu dir
      Sandra

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