Karma – alles kommt zurück

Es gibt Menschen, die gehen durchs Leben und nehmen sich, was sie wollen, weil sie es brauchen und denken, es stehe ihnen zu. Die ganze Welt, da sind sie sich sicher, ist nur dazu da, ihnen zu dienen. Sie greifen mit vollen Händen zu, Widerstand dulden sie nicht, sie erachten ihn als ihnen nicht gebührend, die ihnen Widerstehenden als ihnen untertan und deswegen nicht legitimiert, welchen zu leisten.

Was gibt ihnen das Recht, so zu sein? Wieso geben wir ihnen oft die Macht, sich so aufzuführen und uns gegenüber den grossen Macker herauszukehren? Wohl weil sie einem kaum eine Wahl lassen. Sie kommen mit einer Selbstverständlichkeit daher, die einen erst mal platt macht. Man denkt sich, das kann nicht sein, nicht ernst, nicht gemeint. Man kann es sich kaum vorstellen, dass jemand so unverfroren denken und gar handeln kann, weil es einem selber fern ist, hält man doch Werte wie Menschlichkeit, Miteinander, Rücksicht hoch. Und während man perplex die richtigen Worte sucht, sind sie mit ganzen Lawinen voller Unflätigkeiten über einen hinweggefegt.

Ab und an kommt der Gedanke auf, man müsste auch ein wenig mehr wie diese sein. Man müsste auch einfach nur noch für sich schauen, sich nehmen, was man will, nicht denkend, was das mit andern macht, da diese gar nicht zählen. Man malt es sich aus, sieht sich als alles hinwegfegenden Orkan, jeglichen Anstand und jegliche Rücksicht missachtend. Und man merkt plötzlich, dass man das nicht könnte, weil man es gar nicht wollte. Es wäre nicht vereinbar mit allem, was einem wichtig ist, was einem richtig erscheint, woran man glaubt. Es widerspräche jeglichen Grundsätzen von Moral und Ethik, jeglichen Forderungen der (Mit)Menschlichkeit.

So bleibt wohl nur noch eines: Sich so weit als möglich von Menschen zu distanzieren, die diese Werte nicht teilen, sie in ihrem Haifischbecken zu lassen, selber in den eigenen Buchten zu schwimmen, unter Gleichgesinnten, solchen, die Mensch sind und unter Menschen sein wollen. Glücklich sind die Haie wohl nicht, auch wenn sie sich mit Gewalt alles nehmen, was sie haben wollen. Das ist vermutlich sogar der Grund, wieso sie es tun. Der verzweifelte Kampf um Glück, welches sie mit Macht erreichen wollen, weil sie denken, es stehe ihnen zu. Dabei vernachlässigen sie, dass Glück nie auf Gewalt und Unfrieden aufbaut, sondern im Frieden und Miteinander begründet ist. Glück lässt sich nicht erkämpfen, es kommt über einen, wenn man dafür offen ist.

Egal was man liest, sei es die Bhagavad Gita, die Bibel, Kant oder andere wegweisenden Schriften und Denker: Alle haben als Handlungsmaxime dasselbe propagiert: Handle so, dass dein Handeln niemanden verletzt, dass dein Handeln andern als Beispiel dienen kann, dass dein Handeln nicht um der Früchte willen, sondern um des richtigen Handelns willen geschehe. Diese Schriften haben Jahrhunderte, Jahrtausende überdauert und wurden immer (wenn auch oft nur theoretisch) für richtig gehalten. Die darin liegende Botschaft scheint so etwas wie ein universelles Gesetz des Miteinanders zu sein. Sich daran zu halten kann also nicht so schlecht sein. Glaubt man an die Gesetze des Gleichgewichts, an Karma und Gerechtigkeit, so weiss man: Alles kommt zu einem zurück, irgendwann gleicht sich alles aus. Sich an die Werte des richtigen und guten Handelns zu halten lässt einen mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Und das kann helfen, im Hier und Jetzt für sich ein bisschen Ruhe zu finden.

18 Comments

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  1. Hi, Liebe Chefin,
    hab ‚justement‘ heute – in diesem Kontext – einen wunderbaren Artikel von Konstantiin Wecker gelesen … als Kommentar zu jenem unsäglichen CSU-Slogan „Wer betrügt, der fliegt“ … (… die anderen fahren Bahn …)
    http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/01/07/wer-betrugt-fliegt-stimmt/
    So universell wie das von Dir beschriebene ist auch das karmische Gesetz (selbst aus ‚rein‘ naturwissenschaftlicher Sicht) von Ursache und Wirkung …
    Ich selbst finde da eine für mich schlüssige Erklärung zum Thema Existenz tierischer ‚Parasiten‘ in der Welt aus buddhistischer Sicht … Die Ackermänner&Co. werden im ’nächsten Leben‘ das, was sie schon Immer waren … ‚blutsaugende‘ Stechfliegen, Mücken Moskitos etc, … also von hand- und be-greiflich oft recht kurzer Lebensdauer 😉
    Sonnige Sonntagsgrüße aus dem sonnigen Berlin 🙂

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      • Lieber Robert,
        … siehe Text … sie werden, was sie sind und sind, was sie werden …
        Doch bleibt karmisch auch immer die Möglichkeit, einer (Selbst-)Bereinigung … und nicht immer (nur) liegt das Karma in der Frage von Schuld und ‚Unschuld‘ einer Person …
        … unser Aller Verstrickungen – mental, materiell, familiär und individuell – sind Blinde Flecken auf unserem Inneren Auge, die, zu ‚ignorieren‘ nur umso mehr Karma erzeugt …
        Leider legen die Beiträge einer nomadisch (sic!) ‚unbeheimateten‘ Seele hier beredtes Zeugnis ab … Insofern muss ich (lediglich) deinem Satz (Das Karma eines bösen Menschen …) ernsthaft wiedersprechen … Das ‚Böse‘ lässt sich doch nicht ‚tautologisch‘ determinieren (man(n) könnte theosophisch von der tiefsten Gottesferne reden etc. …), hier besteht immer die Gefahr einer ‚Selbsterhebung‘ – den (eigenen) blinden Fleck ‚klärend‘ (ver)klärend – der wiederum Karma und ‚Gottesferne‘ im Kern schon innewohnen (siehe Philister, Schriftgelehrte im NT, siehe (Pseudo)Gurus etc. heutzutage …) …
        Ansonsten Herzlichen Dank für Deine Stimmigen und Lesenswerten Kommentare und Liebe Grüße in die Runde 🙂

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        • Danke dir herzlich für die freundliche Aufnahme in die Runde!

          Den Satz: „Das Karma eines bösen Menschen …“ meinte ich nicht tautologisch, sondern als Konsequenz eines Verhaltens. „Böses“ zu tun heißt nicht nur einen bösen Akt zu setzen, sondern auch alle Konsequenzen auf sich zu nehmen. Es mehrmals zu tun bedeutet – und das ist die schlimmste Konsequenz daraus – eben ein „böser“ Mensch zu werden und entsprechende Personen und Ereignisse anzuziehen, die dann das sind was wir gemeinhin als Karma bezeichnen.
          Hinter dem Begriff Karma steckt kein Kausalitätsgesetz, sondern ein – westlich gesprochen – eher psychologisches Gesetz. Daher ist es auch möglich, Karma für andere abzutragen oder Karma symbolisch abzutragen. Es ist kein physikalisches, sondern ein Lebensgesetz.

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  2. unter Gleichgesinnten, solchen, die Mensch sind und unter Menschen sein wollen.
    _____

    Autsch, autsch, autsch.

    Auch rücksichtslose Menschen sind immer noch Menschen. Deine Aussage gibt so wenig Sinn wie das Wort *unmenschlich*, welches dann verwendet wird, wenn jemand sich weigert zu akzeptieren, dass die Bandbreite menschlicher Verhaltensweisen sehr breit ist.

    Ganz davon abgesehen, sind das oft Leute, die mit sich mehr zufrieden sind als andere.

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    • Es tut mir leid, wenn mein Text dir so viele Schmerzen verursacht, dass du gleich dreimal autsch schreiben musst. Klar sind auch rücksichtslose Menschen Menschen. Jeder Menschen mordende Diktator ist ein Mensch, jeder Nazi war einer, jeder Mörder, Vergewaltiger ist ebenfalls einer. Und alle haben sie eine Daseinsberechtigung als Menschen, alle legen sie eine Verhaltensweise an den Tag und tragen auf ihre Weise zur Breite der Verhaltensweisen bei. Vielleicht sind all diese Menschen auch wirklich zufriedener als andere, wie du es in den Raum stellst – ich wage es zu bezweifeln, sonst würde nicht oft ein leidvoller Lebensweg propagiert, wenn es darum geht, ihre Verhaltensweisen zu erklären.

      Dieser Blog und alle Artikel sind meine persönliche Sicht der Dinge. Die muss mit der deinen nicht übereinstimmen. Ob die Artikel und die dahin enthaltenen Aussagen wenig Sinn ergeben, würde ich bezweifeln für mich, für dich tun sie das offensichtlich.

      „Unmenschlich“ wird in der Tat oft benutzt, wenn es darum geht, ein Verhalten zu beschreiben, das nicht den von Menschen gewünschten Verhalten entspricht. Dass der Terminus eigentlich falsch ist, damit hast du recht. Vielleicht würde es in meinem Sinne hier „menschenunwürdig“ oder „menschenverachtend“ besser treffen.

      So oder so denke ich, haben einige verstanden, was ich sagen wollte, die Botschaft hinter dem Text war klar. Da ich selber ein Freund von klaren Begrifflichkeiten bin, verstehe ich deinen Einwand, ab und an denke ich aber, dass Wortklauberei nicht immer notwendig ist und selber auch nicht immer Sinn ergibt.

      Danke trotzdem, dass du dir die Zeit nahmst, mir deine Gedanken zu meinem Text mitzuteilen.

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      • Man glaubt häufig, dass solche Dinge zurückkommen, in Martha Stouts *Der Soziopath von nebenan* hieß es am Ende des Buches – recht zufrieden -, dass diese Menschen irgendwann einsam wären.

        Die Narzissten und ein Prachtexemplar von Psychopath aus der entfernteren Umgebung wirken auf mich hochgradig zufrieden mit sich selbst.

        Dagegen konnte ich beobachten, wohin die vielgerühmte Empathie führt:

        Bekannte meiner Eltern haben sich aus Mitgefühl so ruiniert, dass deren Kinder irgendwann nur noch das Erbe ablehnen können. Sie können sich nicht einmal mehr einen Kaffee auswärts leisten.

        Meine Eltern haben mir vor lauter Mitgefühl und Anstand meine gesamte Jugend vers**t. Kann man leider nicht anders ausdrückt. Aber rechtschaffen fühlen sie sich immer noch – vielleicht ist das an *Empathie* ohnehin das Wichtigste – das eigene gute Gefühl.

        Ich fühle mich von Gott begnadet, dass mein Mitgefühl gegen Null tendiert.

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  3. Du machst das grossartig, liebe Sandra! Ich hoffe, das klingt bei so viel Leid und Verzweiflung nicht zynisch. Ich meine es ganz ehrlich. „Glück lässt sich nicht erkämpfen“. Das stimmt sicher. Wer derart gegen jemand kämpft, der lebt im Krieg, und das ist schon seine (selbst erwirkte) „Strafe“, auch wenn es vordergründig so ausschaut, als könnte er sich nehmen, was immer er wollte. Das Karma eines Menschen, der Böses tut ist, dass er ein böser Mensch ist. Und die Hölle ist dann, dass er mit seinesgelichen leben muss. Eigentlich ist er zu bedauern…

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  4. Schön beschrieben….ich habe leider daß vergangene Jahr den Beweis dafür gesehen und das in zweifacher Ausführung…..Angefangen hat es mit meiner Mutter.Sie hat ihr Leben nie so wirklich aufrichtig und ehrlich gelebt. Neben der Geldgier und ihrer Einstellung alles müsse man ihr schenken ( auch wenn sie dafür das arme hilflose Hässchen spielen müsste ) ohne das sie etwas dafür tun muss, hat sie mich als Baby abgegeben, weil ihr ihre Freiheit wichtiger war.Selbst als im im jugendlichen Alter zu ihr zurückkehren hatte sie nichts daraus gelernt. Letzten Endes bekam sie Krebs und starb daran. Sin hat bis zum Schluss an ihrer Lebenseinstellung festgehalten und ich habe noch nie einen Menschen so leiden sehen als es mit ihr zu ende ging. Sie starb im April dieses Jahres. Nun zum zweiten Beweis. Mein damaliger Freund, mit dem ich fast ein Jahr zusammen war und ihn sogar wie ich konnte immer unterstützt habe selbst in dieser schwierigen Zeit, verließ mich nach vier tagen, nach dem Tod meiner Mutter. Einen Grund gab es bis heute nicht, ausser das er mal sagte dass er der Meinung war ich müsse nach zwei Tagen wieder die alte sein die ihn auf Händen trägt. Tja Ironie des Schicksals…im September fing ich in seinem Unternehmen eine Ausbildung an. Ca. Im Oktober erzählte er mir das bei einer Blutuntersuchung Blutkreislauf verstgestellt wurde…..Ich glaube fest daran das es ein Wink mit nem Zaunpfahl für beide war bzw. ist. Leider sieht er es wohl nicht so und lebt sein egoistisches Leben weiter sogar noch schlimmer als vorher den er hat ja jetzt auch noch einen Grund und flieht vor seinen Probleme, Gefühlen und macht wie meine Mutter teils auf die Mittleidstour…..auch wenn ich immer noch unter der Trennung leide und ich ihm das nicht wünsche ist steht man hilflos daneben was für mich sehr schwer ist…..und es stellt sich mir die frage was habe ich getan das ich dies mit machen und ertragen muss? Gibt es sowas wie Erbschuld? Muss ich jetzt noch die Fehler meiner Mutter ausbügeln? Ich war in meinem leben zwar auch kein Engel aber sowas habe ich nicht verdient. Davon abgesehen war ich ein unschuldiges Baby als sie mich abgab und bei meinen Pflegeeltern war es schon die Hölle….was denkt ihr? Lieben Gruß Anna

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    • Ich denke, keiner hat einen qualvollen Tod verdient. Jeder lebt sein Leben nach seinen Massstäben, ich denke, es ist schwierig, da von aussen zu richten. Klar gibt es Menschen, die sich über alle Moral hinwegsetzen, die andere Menschen schlecht behandeln, ihnen Unrecht tun. Und ja, man wünscht ihnen auch, dass sie Unrecht erleben, um sie spüren zu lassen, was sie einem angetan haben. Nur: Es hilft einem dann doch nicht wirklich. Würde man ihnen wirklich das Unrecht an den Hals wünschen, wäre man ja genauso grausam.

      Kennt das Leben eine Gerechtigkeit? Mag sein. Man hofft es irgendwie, denn nur so ist das Leben tragbar, wenn man daran glauben kann, dass der, der Gutes tut, auch Gutes erntet. Ich für mich möchte den Umkehrschluss nicht machen, verstehe ihn aber durchaus.

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      • Nein nein…um Gottes Willen ich habe es beiden nicht gewünscht egal was Sie getan haben eher im Gegenteil es was sehr schlimm für mich meine Mutter so leiden zu sehen ich habe sie bis zum Schluss begleitet und war an ihrer Seite. Genauso wie jetzt bei meinem ex es hat mich richtig schockiert und ich War die erste Zeit fix und fertig. Gefühle habe ich auch noch, wenn auch nicht mehr so stark und unabhängig von dem was er mit mir gemacht hat…..ich finde es nur sehr seltsam das er mir das in solch einer Situation angetan hat und irgendwo davor geflogen ist und ihn jetzt das selbe Schicksal zugeteilt wurde mit dem Unterschied das er davon betroffen ist und nicht mehr fliehen kann….bei meiner Mutter bin ich mir sehr sicher das wenn sie etwas in ihrer Einstellung geändert hätte sie heute noch da wäre.

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        • Ach und richten tue ich nicht ich würde es nur gerne verstehen bzw. Wissen ob so etwas darauf zurückzuführen ist…..ich finde es zwar nicht ok und klar habe ich damit Schwierigkeiten zurecht zu kommen weil ich diejenige war denen sie das angetan haben aber meine Einstellung ist….wie Menschen dich behandeln ist ihr karma wie du darauf reagierst ist deins….

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  5. Es ist ihr Geist, der stirbt … ihr ‚MenschSein‘ … sie töten (sich), ohne Skrupel … Doch dürfen wir nicht deren Sprache & ihre niedere Energien an uns heranlassen … ‚verlorene Kinder‘ beißen geifernd um sich …
    Sie richten (sich) nur selbst … Hin & wieder kann man/n (noch) auf eine Heilung, ein Wort & ein EinSehen hoffen … doch wir haben & hatten schon Immer die Freie Wahl … des unseren eigenen Weges … mit ihm bestimmen wir bereits auch Ort & Ziel … auf Allen Ebenen … Sonnige Grüße & Lieben Dank für Deinen Beitrag 🙂

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