Wann ist ein Leben lebenswert?

Heute las ich die Schlagzeile, dass sich ein erfolgreicher Mann umgebracht haben soll. Sie hat mich erschüttert. Ich kannte ihn nicht, nicht mal namentlich. Und doch schaue ich immer und immer wieder sein Bild an. Ich suche nach Spuren. Suche nach einem Anzeichen, wieso sich ein solcher Mann das Leben nehmen könne. Sind das Falten, die von Ärger, Trauer, Wut, Überdruss, Verzweiflung zeugen, die seinen Mund, seine Augen umgeben? Ist das Lachen echt? Was sagen die Augen?

Ein Mann geht einen Weg ganz nach oben. er hat viel mehr zum leben als sicher 90% der Menschen weltweit. Er sieht gut aus. Er hat Familie. Ein Mann, ein Mensch, der es geschafft hat, würde man denken. Und man scheint falsch gedacht zu haben, denn er ist nicht mehr. Er hatte so viel mehr als so mancher oft zu träumen wagte, was fehlte noch? Wohin soll man streben, wenn selbst all das nicht reicht, leben zu wollen? Was ist Glück? Was sind wirkliche Ziele und Inhalte? Was heisst Leben überhaupt und wann ist es blosses Überleben und damit bald mal nur noch Plage?

Heute fuhr ich durch Zürich. Wohin ich schaute, sah ich Porsches, Mercedes, BMWs, Audis. Ab und an sicher auch eine andere Marke, aber die überwiegten stark. Es geht uns gut? Scheint so. Trotzdem heisst es, die Armut greife um sich in der Schweiz. Man sieht sie wohl noch nicht oder ist geblendet von all dem Reichtum, der sich so offensichtlich zeigt. Und viele der Armen schauen wohl auf die grossen Autos und denken sich, wie glücklich sie wären, hätten sie nur die Hälfte, gar nur einen Bruchteil dessen, was all diese Menschen haben, die in diesen Autos sitzen. Und dann liest man eine solche Schlagzeile. Und man fragt sich: Was nun? Woran noch glauben? Was ist wirklich wichtig im Leben?

Es wäre nun einfach, auf die ach so schönen inneren Werte und immateriellen Güter zu verweisen. Das wäre die Moralinkeule und allen Idealismus nur so mit der Kelle ausschöpfen. Das greift zu kurz, wie ich denke. Wer hungert, kann noch so viel Herz, Verstand, positive Beziehungen und was es noch so an immateriellen Gütern gibt haben. Er hat Hunger und Hunger trübt das Glück ganz massgeblich. Was also ist Glück? Wonach soll der Mensch noch streben? Geld allein scheint nicht glücklich zu machen, wirtschaftsferner Idealismus stopft das Hungerloch nicht und alles kann man, das Leben lehrt es einen meist unbarmherzig, nicht haben.

Es bliebe nur noch das schöne Wort „sei zufrieden mit dem, was du hast“. Und genau das scheint so unendlich schwer, dass man zu oft daran verzweifelt.

15 Comments

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  1. Einige Wochen war ich in meiner Einsiedelei am See. Es entsteht ein Kinderbuch, das seinen Handlungsort genau dort hat. Eine befreundete Journalistin hatte mir die Anregung dazu gegeben nachdem sie eine Kurzgeschichte von mir zum Thema las.

    Was hat das mit „Selbstmord“ zu tun? Alles! Dieser Begriff ist übrigens emotional und moralisch stark belastet, weshalb ich lieber vom Suizid spreche. Ich bin in meiner letzten Lebensphase, und es war ein gutes Leben. Das merke ich besonders jetzt, wo ich einmal ein Kinderbuch schreibe und mich natürlich dabei meiner eigenen Kinder erinnere. Sie stehen jetzt mitten in ihrem Leben. Und ich sehe um mich herum auch auf die schon etwas älteren und jene, die als Pflegefälle ihr eigenes und das Glück ihrer Angehörigen auffressen, ohne dass sie das wirklich wollen oder gar wahrnehmen. Nein, das will ich nicht!

    Ich werde also hoffentlich noch zur rechten Zeit meine Entscheidung treffen, falls sie mir nicht gnädig abgenommen wird. Wenn es geht, werde ich die Gelegenheit zum Abschied wahrnehmen. In einer Patientenverfügung habe ich das auch so festgelegt: keine Intensivmedizin, wenn die völlige Wiederherstellung kaum mehr zu erwarten ist. Was noch ein ungelöstes Problem ist, ist die Methode. Bis dahin nenne ich es, „in mein Kajak steigen und in den Sonnenuntergang paddeln“.

    Die Würde eines Lebens liegt nicht in seiner Dauer!

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    • Danke für diesen Kommentar! Ich stehe in der Mitte des Lebens (wenn man von einem statistischen gesunden Leben ausgeht), aber auch ich machte mir schon diese Gedanken. Wie will ich leben, was ist mir wichtig? Ich möchte nicht besonders alt werden, da Alter und Lebensdauer für mich keinen Wert an sich darstellen. Wichtiger ist mir, das, was ich von meinem Leben erwarte, verwirklichen zu können. An Maschinen zu hängen, nicht mehr denken zu können, mich nicht mehr frei bewegen zu können – all das wären für mich Einschränkungen, die mir Mühe machten. Aber noch viel mehr Mühe hätte ich damit, wenn ein anderer sein Leben dafür aufwenden müsste, mich zu pflegen, weil ich nicht mehr selbständig dazu in der Lage wäre, wenn ich quasi eine Last wäre. Mein Kind ist nicht deshalt auf dieser Welt, dass es mich irgendwann mal pflegen muss. Es hat sein eigenes Leben, ich hoffe, meinen Sohn noch lange und gut genug auf dieses vorbereiten und dabei begleiten zu können, aber dann? Ich sage nicht, jeder soll für sich und sein Leben schauen und die anderen – vor allem Eltern – ihrem Schicksal überlassen. Trotzdem möchte ich für mich in keine solche Abhängigkeit fallen, die ich schon so oft sah. Das muss jeder für sich selber entscheiden, ich für mich wähle denselben Weg, wie du ihn vor dir hast. Ich habe leider kein Kajak, der Weg ist noch offen.

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      • Noch einmal möchte ich mich zu Wort melden, weil ich mich nicht nur theoretisch mit der Frage des Suizids befasste, sondern ihn aus einer ganz persönlichen Perspektive heraus als eine Möglichkeit sehe, selbstbestimmt das Lebensende zu gestalten.

        Bei allem was ich bisher über dieses Thema gelesen habe, scheint mir die über Jahrhunderte in unserem Kulturkreis verbreitete Ächtung eines Selbsttötung als „Mord“ (also aus niederen Beweggründen) die wissenschaftliche Perspektive bestimmt zu haben. Auch in der juristischen Betrachtung wird dieses Verhalten dann als ein Krankheitsbild bewertet, das die Zurechnungsfähigkeit des Suizidgefährdeten in Frage stellt und daher einen zwangsweisen Eingriff zu dessen „Schutz“ rechtfertigt.

        Der Katholizismus im Besonderen und auch die anderen christlichen Kirchen haben die Selbsttötung von jeher als Sünde definiert. Den Wunsch nach Selbsttötung auch als ein Recht auf freie Willensentscheidung zu respektieren, gelingt daher nur wenigen bei einer objektiven Analyse als Möglichkeit zu sehen. Man versteigt sich dann auch in eine Beschreibung von „Normalität“, die eine Pflicht zum Leben verlangt, wenn nicht gegenüber einem Gott, dann doch gegenüber einer Gesellschaft.

        Dies alles resultiert dann aus der theologischen Vorgabe, dem Menschen werde das Leben „gegeben“, also dürfe er es sich selbst nicht nehmen. Die gleiche Theologie aber konstruiert Gründe, warum der Menschen andererseits in der Verfolgung höherer Werte anderen Menschen dann doch das Leben nehmen dürfe. Das Gebot „Du sollst nicht töten“ wird argumentativ stark strapaziert. Wie überhaupt die Verfügungsfreiheit des Menschen über sein Leben immer wieder so eingeschränkt wird, dass es einer „Obrigkeit“ ob vom Jenseits oder vom Diesseits leichter macht, ihre Machtstellung zu behaupten.

        Einem neuen Freiheitsverständnis wäre es aber geschuldet, wenn man die alten Perspektiven auf den Suizid verließe und sich einer objektivierten Betrachtung öffnete.

        Sonstige Kommentare, die ich hier gelesen habe, verleiteten mich dazu, diese Ergänzung meines Kommentars anzubringen, was ich zu entschuldigen bitte.

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      • Du musst dich nicht entschuldigen, im Gegenteil, ich danke dir für diese Sicht, die ich ja – wie schon gesagt – teile. Grundsätzlich bin ich auch dafür, dass man, wenn man ein Recht auf sein Leben hat, auch dazu berechtigt sein soll, das frei zu führen und damit auch, dessen Ende selbstbestimmt herbeizuführen, wenn man das denn will.

        Trotzdem stellt sich immer wieder die Frage, was diesen Wunsch herbeiführt und ich denke, wir sind uns einig, dass er selten aus Lebensfreude resultiert, sondern eher aus Trauer, Wut, Verzweiflung, Enttäuschung, dem Gefühl, das Leben, das ist, so nicht mehr leben zu wollen. Das ist traurig insofern, als man ja glücklich und zufrieden sein möchte, dies aber in dem Fall nicht kann. Die Frage ist, ob es wirklich keinen anderen Ausweg gibt als den einen aus dem Leben oder ob der Betroffene ihn nur (kurzfristig) nicht sieht. Im ersten Fall (der individuell zu bestimmen ist) sollte das Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende in meinen Augen gegeben sein und dürfte nicht verurteilt werden, im zweiten Fall fände ich es aber durchaus angebracht, das Mögliche zu versuchen, diesen Ausweg zu zeigen, auf dass der letzte und endgültige Schritt vielleicht überflüssig würde und das Leben an sich wieder eine Qualität hätte, die es lebenswert macht.

        Schliesslich und endlich, da stimme ich dir zu, hat jeder sein eigenes Leben und er muss es auch leben. Es ist leicht von aussen zu sagen, dass er es leben muss, wenn er es nicht mehr leben mag. Es ist einfach, mit dem Finger zu zeigen und zu verurteilen, da man schlussendlich nie selber im Leben eines anderen drinsteckt, sondern nur von aussen urteilt.

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        • Vielleicht noch einen Begriff, den ich bisher hier nicht gelesen habe: Lebensmüdigkeit. Das ist sicher kein Ausdruck von Überdruss oder negativen Gefühlen. Ich habe da immer noch das zugegeben romantisierende Bild im Kopf, dass von einigen indianischen Völkern bekannt ist. Die Alten spürten, wenn ihre Zeit gekommen war. Sie verließen ihr Dorf, setzten sich auf einen Hügel und starben. Niemand hinderte sie respektlos. Das ist eine Kultur des Sterbens, die uns abhanden gekommen ist.

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        • Vielleicht noch einen Begriff, den ich bisher hier nicht gelesen habe: Lebensmüdigkeit. Das ist sicher kein Ausdruck von Überdruss oder negativen Gefühlen. Ich habe da immer noch das zugegeben romantisierende Bild im Kopf, das von einigen indianischen Völkern bekannt ist. Die Alten spürten, wenn ihre Zeit gekommen war. Sie verließen ihr Dorf, setzten sich auf einen Hügel und starben. Niemand hinderte sie respektlos. Das ist eine Kultur des Sterbens, die uns abhanden gekommen ist.

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  2. Der Sinn des Lebens ist eine immerwährende kollektive Erarbeitung der Weiterentwicklung unserer Gesamt-Menschheit durch die Verbreiterung des eigen mentalen Wissensstandes jeder einzelnen Persönlichkeit und der damit verbundenen besseren ethischen Kollektiv-Verhaltensweise innerhalb der menschlichen Lebensgemeinschaft. William Baracchi 2013

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    • Das wäre das Wunschdenken, doch entspricht das der Realität? Arbeiten wir wirklich im Kollektiv und ist das wirkliche Ziel die ehische Verhaltensweise? Der Wunsch wäre vielleicht in der Theorie da, in der Praxis wird er oft anderen Zielen unterworfen.

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  3. wir leben leider in zeiten von globalisierter gleichgültigkeit und mit kritiklosen befehlsempfängern::
    http://campogeno.wordpress.com/2013/07/17/globalisierte-gleichgultigkeit/
    http://campogeno.wordpress.com/2013/07/18/die-kritiklosen-befehlsempfanger/
    vielleicht wurde dem mann aber auch bewusst:
    unsere gesellschaft und vor allem unser gesellschaftssystem lassen sich wahrscheinlich nicht ändern. die regierungen, die gewählt wurden, regieren in wirklichkeit nicht und die, die regieren (goldmänner & komplizen), wurden nie gewählt. ich habe mal gelesen: “unwissenheit ist der schlüssel zum glück” und es liegt nahe, dass die mächtigsten deshalb die totale verblödung unserer bevölkerung vorantreiben.

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  4. In „Der Wahnsinn der Normalität“ von Arno Gruen wird ein Versuch unternommen destruktive Verhaltensweisen (die möglicherweise in einem Suizid ihren Gipfel finden) aus einer psychoanalytischen Perspektive heraus zu erklären. Hier wird die These aufgestellt, dass eine Ursache destruktiver Mechanismen in der Entwicklung eines abgespaltenen Selbst von seinem inneren Kern zu finden ist. Ich selber bin mir über die Richtigkeit noch nicht zu 100% sicher, da diese Thematik sehr komplex ist.

    Laut Gruen fängt die Abspaltung schon in der frühen Kindesentwicklung an und ist oftmals eine zwangsläufige Reaktion des Kindes auf „falsche“ bzw. empathielose Liebe bzw. Erziehungsstile der Eltern. Dieser Liebesmangel bleibt dem Kind nicht verborgen und somit entsteht der Antrieb die eigenen Lebensäußerungen nach denen der Eltern auszurichten, um doch noch wahre Liebe und Anerkennung zu bekommen. Auf diesen Mechanismus möchte ich auf meinem Blog näher eingehen. Hier der Link zum Artikel:

    http://sinnbehaftetegesundheit.wordpress.com/2013/06/16/5-empathieunfahigkeit-ein-teufelskreis/

    Dieses nach außen gerichtete Verhalten durch Anpassung untergräbt die eigene Entwicklung der Identität bzw. Integration und folglich entsteht eine Diskrepanz zwischen Innen- und Außenerleben der Person, welche einen inneren Konflikt mit sich bringen muss. Diese Diskrepanz muss nicht zwingend für andere Personen im Umfeld erkennbar sein, doch dem eigenen Inneren bleibt dieser Konflikt nicht verborgen. Gruen sieht darin eine Ursache für die Entstehung von Selbsthass, der sich in Form von Wut, Aggression, Gewalt und Destruktivität breitmacht. Man hasst sich selbst, weil man ein falsches Leben (basierend auf der Lüge, dass man durch Anpassung Liebe und Anerkennung erhält) gewählt bzw. entwickelt hat. Deshalb werden von solchen Personen alle solidarischen und menschlichen Züge (z.B. echte Gefühle) abgewertet, gemieden und unterdrückt, da sie an den frühzeitig erfahrenen Liebesmangel erinnern. Folglich stirbt der Rest an Empathiefähigkeit ab (auf die daraus resultierenden Folgen möchte ich jetzt nicht eingehen) und die Lüge des Verrates an einem Selbst bleibt ignoriert, aber dennoch spürbar, was den Hass erneut mit Futter nährt.

    Demnach scheint für bestimmte Personen Gewalt, Hass und Destruktivität (unabhängig davon wie stark diese ausgeprägt sind) der einzig „wahre“ Ausweg aus diesem Teufelskreis zu sein. Doch dieser Ausweg ist vielmehr eine Vertiefung der Problematik. Vielleicht konnte Gruen innerhalb seiner Theorie einige Ursachen für das Verhalten der Person in deinem Beitrag finden. Denn oftmals sind es im Leben völlig andere Dinge die uns glücklich machen und nicht das was uns oft suggeriert wird.

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    • Ein weites Feld und eine interessante These von Arno Grün. Ich bin mir nicht ganz sicher, inwieweit ich ihr zustimmen mag, so gelesen hängt sie ziemlich in der Luft und ist wenig abgestützt. ich habe das Buch, auf das du verweist hier, aber ich weiss auch nicht mehr, wie er genau argumentierte, worauf er seine These aufbaut.

      Ich bin mir nicht sicher, ob Suizid wirklich auf Selbsthass beruht, ich würde – auch das ohne Belege – dagegen sprechen und ihn eher als Reaktion auf eine Enttäuschung sehen. Die Enttäuschung kommt dann, wenn alle Täuschungen, denen man vorher unterlag – eigene und fremde – aufgeflogen sind und man sich einer Realität ausgesetzt sieht, die man nicht mehr tragen kann (auch wenn das oft eine Momentaufnahme ist, die vielleicht vergehen würde, wenn man sich die Zeit gäbe und die Kraft hätte, sie zu überstehen). So gesehen wäre dann nicht wirklich Selbsthass, sondern eher eine Art Selbstschutz die Ursache. Der Schutz besteht darin, als einzigen Ausweg aus der eigenen Überforderung mit dem Leben und der Welt sich selber aus dieser herauszunehmen.

      Worin gründet nun diese Wegeswahl? Die Gründe liegen wohl in vielen Bereichen. Es kann eine herabgesetzte Fähigkeit mit Niederlagen und daraus resultierenden Spannungen sein. Man sah sich von klein auf Leistungsdruck ausgesetzt und erfuhr Liebe und Zuwendung nur über erbrachte Leistung. Insofern ist sicher das Elternhaus, aber auch spätere Beziehungen prägend. Ob es wirklich sinnvoll ist, da zu sehr in den Ursachen zu grübeln, wage ich zu bezweifeln, da man diese sowieso nie ändern können wird. Kinder wachsen auf, meist gut gemeint, oft nicht perfekt. Kein Mensch ist perfekt und so machen Menschen Fehler – auch bei der Erziehung und im Umgang mit ihren Kindern. Dies Prägung ist ziemlich unumgänglich, sich ihrer bewusst zu sein ist sicher wichtig, die Lösung muss in meinen Augen aber im Jetzt ansetzen und da Wege und Mittel zu finden, wie man eben als erwachsener und mündiger Mensch mit sich, dem Leben und der Umwelt umgehen kann. Dazu bedarf es des Bewusstseins der eigenen Muster und Prägungen, aber auch der Achtsamkeit auf die eigenen Lösungsstrategien und mögliche Variationen derselben.

      Und ja – ab und an sieht man die wohl nicht mehr und entscheidet sich, dass an diesem Punkt das Leben, das eigene, enden soll. Darf man das? Man hat ein Recht auf Leben und körperliche (und geistige) Unversehrtheit. Wenn man selber dieses nicht mehr will, hat man die Pflicht, es weiter zu haben? Ich für mich denke nicht. Aber ich weiss, dass ich mit dieser Aussage eher einsam stehe und oft nicht verstanden werde.

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  5. Das ist in der Tat ein wirklich schwieriges und komplexes Thema. Die Theorie von Arno Gruen klingt sehr plausibel, aber auch dein angesprochener Selbstschutzaspekt. Wo genau die Wahrheit liegt ist wahrscheinlich sehr schwer zu beurteilen. Davon mal abgesehen und die Ursachen und Gründe einmal beiseite gelassen erscheint mir jedoch die Frage sehr wichtig, ob eine Person, die sich dafür entscheidet die „Pflichten“ des Lebens nicht mehr erfüllen zu wollen, in ihrer Meinung umgestimmt werden kann. Ich interessiere mich sehr stark für die individuellen, aber auch gesamtgesellschaftlichen Bedingungen, die eine Person dazu veranlassen ihr Leben destruktiv, egoistisch, aggressiv und antagonistisch zu gestalten. Du hast in deinem Kommentar ja auch schon gewisse Ansätze dargelegt. Erich Fromm liefert zu diesen Fragestellungen ebenso wunderbare Ansätze, die ich in meinem Blog sehr gerne teile. Hierzu möchte ich die Bücher „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ und „Haben oder Sein“ einbringen, die mir auf bestimmte Fragen wunderbare Antworten liefern. Jedoch wird auch dort wahrscheinlich nur ein gewisser Teil der Wahrheit dargestellt, jedoch finde ich es sehr wichtig nach dieser zu suchen, auch wenn sie sich nur sehr schwer zeigt.

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