Eine Insel

Ich hätte gerne
eine Insel
nur für mich.

Niemand will was,
niemand braucht was,
keiner spricht.

Keine Sorgen,
auch kein Morgen,
immer jetzt.

Alles weit weg,
nichts erreichbar,
Einsamkeit.

Niemand sieht mich,
niemand hört mich,
nicht mal ich.

Ich hätte gerne
eine Insel
nur für mich.

Ein Vogel im Wind

Ein Vogel im Wind,
ein Blatt, das sich dreht.
Ein Geist,
der frei sein will.
Das warst du.

So liebte ich dich,
danach sehnte ich mich.
Weil du
all das warst,
was fehlte.

Doch du flogst,
wo ich stand,
warst frei,
wo kein Weg war
für mich.

Du flogst dahin
und riefst nach mir.
Klagtest,
vom Himmel herab
in die Grube.

Ich schaute hinauf,
und sehnte mich,
spürte Stäbe,
stiess dagegen.

Du flogst weiter,
labtest dich am Sehnen,
ohne je
die Stäbe gespürt zu haben,
die beengten.

Manchmal

Manchmal schaust du nach Licht,
weil das Dunkel erschlägt.

Manchmal schnappst du nach Luft,
weil du zu ersticken drohst.

Manchmal brauchst du Ruhe,
weil alles in dir schreit.

Manchmal suchst du Zuflucht,
weil du dich gejagt fühlst.

Manchmal gehst du den Weg,
weil du keinen andern hast.

Manchmal drückt das Leben,
weil du es nicht tragen kannst.

Manchmal sehnst du dich nach Schlaf,
weil er Erlösung scheint.

Manchmal sehnst du dich nach Schlaf,
weil sonst nichts mehr geht.

Zum Zerplatzen

Und dann kam der Tag,
an dem die Beine nachgaben,
nicht mehr trugen.

Es kam der Tag,
an dem die Kraft ausging
und alles stand.

Nur das Herz
schlug bis zum Hals,
zum zerplatzen.

Und dann kam der Tag,
an dem die Lungen einsackten,
nichts mehr fassten.

Es kam der Tag,
an dem der Atem stockte,
Ersticken drohte.

Nur das Herz
schlug bis zum Hals,
zum zerplatzen.

Und dann kam der Tag,
an dem die Hoffnung schwand,
und nichts mehr blieb.

Es kam der Tag,
als nichts mehr ging,
ausser Tränen.

Nur das Herz
schlug bis zum Hals,
zum zerplatzen.

Ich bin schwierig

Ich bin schwierig,
oft sogar sehr.

Nie einfach so,
oft ganz viel mehr.

Ich habe Ideen,
und ändere sie.

Ich habe auch Wünsche,
oft ganz verquer.

Du hältst diese aus,
und bleibst doch bei mir.

Du trägst alles mit,
und klagst oft nicht mal.

Ich weiss, ich last schwer,
ich mag das nicht sehr.

Es ist nun mal so,
es ändert nicht mehr.

Wo ich dich brauch,
da bau ich auf dich.

Ich dank dir dafür,
es ist nicht ganz fair.

Weil: Ich bin schwierig,
oft lastet es schwer.

War ich zu feige?

War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?

Ich sitze hier
und denke,
was alles sein könnte.

Ich sitze hier
und frage
nach einem Grund.

War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?

Ich sitze hier
und ich weine,
um blosse Tagträume.

Ich sitze hier
und trinke
Schluck für Schluck Wein.

War ich zu feige?
Fehlte der Mut?
Musste es sein?
War alles gut?

Ich sitze hier
und sinke
langsam ins Dunkel,
das mich sanft umhüllt.

Ein kleiner Tod

Ich sitze hier
und stell mir vor,
wie es wohl wär,
wenn du wärst hier.

Ich sehe dich,
du blickst mich an,
ich frag wieso,
du lächelst nur.

Ich rieche dich,
ich mag den Duft,
er ist wie du,
er passt zu dir.

Ich höre dich,
du sprichst mich an,
die Stimme sanft,
mit Liebe drin.

Ich spüre dich,
du gehst mir tief,
mit deinem Sein,
unter die Haut.

Ich sitze hier,
und du bist fort,
kein Ton, kein Hauch,
ein kleiner Tod.

Weiter

Du reichst mir die Hand,
ich nehme sie an.

Du blickst zu mir hin,
ich fühl mich geseh’n.

Du läufst mit mir los,
vor uns liegt der Weg.

Ich nehm’ deine Hand
und fühle den Halt.

Ich seh’ deinen Blick,
bin nicht mehr allein.

Mit dir geh’ ich weiter,
als ich je geglaubt,

mit dir scheint das möglich,
was ich mir erhofft..