„Wichtig ist, nie aufzuhören zu fragen.“ (Albert Einstein)

„Wieso ist die Banane krumm?“
„Wo geht die Liebe hin, wenn sie geht?“
„Was passiert mit dem Licht im Kühlschrank, wenn die Tür schliesst?“

Wann haben wir aufgehört, Fragen zu stellen? Wann haben wir aufgehört, Antworten zu suchen zu den Fragen und stattdessen im Internet zu suchen? Wann haben wir aufgehört, Phantasie zu haben und stattedessen Autoritäten zu folgen?

Für uns ist es nicht mehr wichtig, wichtig ist nur noch, wie wir wieder zurück kommen. Unsere Kinder hätten noch eine Chance, das Fragen nicht zu verlernen und das Phantasieren zu behalten. Wollen wir sie ihnen nicht geben? Und mit ihnen wieder dahin zurück kommen?

Wer glaubt, alle Antworten zu kennen, ist kaum mehr als ein Besserwisser, sicher aber kein Weiser. Wenn schon Sokrates wusste, dass er nichts weiss, er drum Fragen stellte und keine Antworten lieferte, wer würde es besser können? Zumal: Das Orakel von Delphi sah Sokrates als klügsten Menschen….vermutlich gerade drum, weil er Fragen stellte.

Wenn du also wieder einmal denkst, alles zu wissen: Stell dir die einfache Frage: Weiss ich das wirklich? Ist es nicht bloss eine Meinung? Und wenn dir wieder mal jemand weismachen will, dass er alles weiss und das noch besser: Frag dich auch: Weiss der das wirklich, oder ist es nicht schlicht seine Meinung?

„Man muss viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiss, fragen zu können.“ (Jean-Jacques Rousseau)

Sokrates ist bekannt für seinen Ausspruch, dass er wisse, dass er nichts weiss. Dieser Spruch könnte wie Koketterie anmuten, wenn man bedenkt, dass er als weisester Mensch galt damals. Und gerade der Mensch hat eine Dialogform gepflegt, die mehrheitlich aus Fragen bestand. Im Gespräch ging er auf den anderen ein und hinterfragte immer wieder festgefahrene Annahmen.

„Ist das wirklich so?“

Wie oft versteigen wir uns in unsere eigenen Meinungen, setzen sie als sakrosankt und lassen nicht mehr dran rütteln? Wie oft geraten wir deswegen sogar in Streitdiskussionen und fühlen uns schlussendlich schlecht, weil die Diskussion lief, wie sie lief, oder weil wir merken mussten, dass so manches Festgefahrene doch nicht der Wahrheit letzter Schluss war?

Alles zu wissen (oder es zu glauben) ist kein Zeichen wirklicher Weisheit. Die Offenheit, Dinge in Frage zu stellen, mitunter auch sich selber, zeugt von einer Grösse gepaart mit Demut. Die erreicht man nur, wenn man aus den Erfahrungen lernt – allem voran: Es gibt die eine Wahrheit nicht, die Wirklichkeit lässt sich von verschiedenen Seiten betrachten, und erst durch Fragen lernt man andere, einem nicht sichtbare, kennen.

Ich habe schon lange keine Nominierung mehr angenommen oder Fragen beantwortet. Heute wurde ich nicht nominiert, aber inspiriert. Und da ich grad lustig bin, mache ich mich doch mal ans Werk.

Stein des (durchwegs positiven) Anstosses war mein lieber Freund Arno mit diesem Beitrag: HIER

Und hier haben wir die 11 Fragen, alles aus Arnos Lieblingsbereich, wie mir scheint: Kochen und essen:

  1. Warum isst du Fleisch/ kein Fleisch?
  2. Welches Gesetz würdest du im Bundestag verabschieden, um Tiere besser zu schützen?
  3. Was ist der größte Irrtum bei Lebensmitteln, den du immer schon mal aufdecken wolltest?
  4. Gibt es einen genialen Küchentrick, welchen du noch nie verraten hast? Welcher ist das?
  5. Wenn du Gäste mit Essen beeindrucken willst, was zauberst du dann in der Küche?
  6. Erfindest du eigene Rezepte, und wie machst du das?
  7. Woher bekommst du deine Inspirationen? Kochbuch, TV, Internet?
  8. Du hast einen eigenen Garten. Was pflanzt du an? Blumen, Obst und Gemüse oder reicht dir eine schöne Wiese?
  9. Was ist derzeit dein Lieblingsrezept, egal von wem?
  10. Lässt du Besucher gerne in deine Kochtöpfe gucken oder bist du lieber alleine?
  11. Hast du ein ökologisches Projekt für 2019 oder die nahe Zukunft, und was wäre das?

Meine Antworten:

  1. Ich war viele Jahre/Jahrzehnte sogar Vegetarier, dies hauptsächlich aus ethischen Gründen. Heute esse ich gerne Fleisch, da es mir sehr schmeckt und ich auch merkte, dass mein Körper Fleisch braucht. Zudem bin ich immer der Meinung, dass ein bewusster Umgang mit Nahrung (und generell) sinnvoller ist als Ge- und Verbote.
  2. Bestimmungen, die generell dem Tierwohl zugute kommen. Tiere dürfen Nutztiere sein, aber sie sollen die Zeit, die sie leben, ein schönes und erfülltes Leben haben dürfen. Leben beinhaltet den Prozess des Sterbens immer mit. Ein Zuwiderhandeln sollte nach gleichen Massstäben wie entsprechende Strafen in Bezug auf Menschen geahndet werden: Tierquälerei ist Körperverletzung und soll entsprechend bestraft werden.
  3. Ich denke nicht, dass ich etwas neu aufdecken kann, da mir dazu das nötige Fachwissen fehlt. Was ich aber immer wieder anprangere, sind die nicht totzukriegenden Mythen, dass gewisse Lebensmittel gut, andere schlecht sind, einige dick machen, andere nicht. Es ist bei allem immer das Mass, das entscheidet.
  4. Vorbereitung ist alles. Ich koche praktisch jedes Essen frisch und mit frischen Zutaten und brauche kaum je länger als eine halbe Stunde (wenn keine langen Garzeiten nötig sind). Ein kurzes Überdenken des richtigen Ablaufs entkräftet jedes Argument, dass man leider keine Zeit zum kochen hätte.
  5. Selbstgemachtes Apéro-Gebäck kommt immer gut an (und ich liebe es selber sehr). Dann: Ich mag niedergegartes Fleisch sehr gerne, mariniere es immer wieder anders. Vorab einen nicht alltäglichen Salat, gerne auch eine Mischung aus fruchtig-süss und herzhaft, hinterher selbstgemachtes Eis.
  6. Ich lasse mich gerne von Geschmackskombinationen inspirieren und probiere diese dann auf meine eigene Weise aus. Auch kombiniere ich gerne Dinge, die ich mag zu neuen Menus.
  7. Kochbücher und Internet. Pinterest ist dafür eine Goldgrube. Würde ich all meine gesammelten Rezepte da mal kochen wollen, hätte ich mein Leben lang zu tun. Ich koche aber, um ehrlich zu sein, selten nach Rezept, sondern variiere dann immer hier und da.
  8. Ich habe einen Garten, aber keinen grünen Daumen. Das höchste der Gefühle sind Kräuter, die sogar teilweise wuchern. Ansonsten belasse ich es bei einer Wiese, träume aber jedes Jahr davon, doch mal einen Gemüsegarten haben zu wollen…
  9. Ich habe kein Lieblingsrezept. Aktuell liebe ich ganz schlicht Fleisch vom Grill (das ich selber mariniere) und Salat. Das könnte ich täglich essen. Für Gäste kochte ich kürzlich ein Schweinefilet in Whiskeymarinade – das war sehr lecker. Ebenso ein Kalbskotelett mit Kräuterkruste aus dem Ofen… Aber Lieblingsrezepte würde ich die nicht nennen. Geschmortes Kaninchen wäre das Lieblingsrezept des von mir mehrheitlich Bekochten.
  10. Unterhaltung und Gesellschaft habe ich gerne, aber in die Töpfe blicken oder gar Ratschläge geben gar nicht.
  11. Ich versuche nur, meine eigene Ökologiebilanz in einem akzeptablen Rahmen zu halten.

Nominieren werde ich niemanden. Ich würde mich aber natürlich freuen, wenn jemand die folgenden Fragen interessant fände und sie beantwortet:

  1. Hast du ein Hobby, etwas, bei dem plötzlich alles wie von selber fliesst, du alles um dich vergisst?
  2. Hast du einen Wohlfühlort, von dem du weißt: Wenn ich da bin, dann fühle ich mich wohl, dann geht es mir gut?
  3. Wenn es dir nicht gut geht, was tust du, um das zu ändern?
  4. Fallen dir auf Anhieb drei Stärken von dir ein?
  5. Bist du nachtragend oder denkst du eher schnell „vergeben und vergessen“?
  6. Hast du einen Traum, den du gerne noch verwirklichen würdest?
  7. Gibt es etwas, das du bereust in deinem Leben?
  8. Wenn dir eine Fee drei Wünsche (egal was) erfüllen würde, du aber etwas von dem, was du hast (nicht zwingend materiell) abgeben müsstest, ohne zu wissen was, würdest du es tun?
  9. Kämpfst du lieber dafür, Unrecht aus der Welt zu schaffen, oder aber dafür, Gutes in die Welt zu bringen?
  10. Bist du frei in deinem Tun und wollen? Wenn nicht, wer bestimmt?
  11. Wenn du noch einen Tag zu leben hättest, wie würdest du ihn verbringen?

 

Es war einmal ein kleines Kind,
das fragte viel, wie Kinder sind.
Wieso ist die Banane krumm?
Wer ist gescheit und wer schlicht dumm?

Wo kommt die Liebe her, wo geht sie hin?
Will ich da sein, wo ich jetzt bin?
Haben Tiere auch Gefühle,
gibt’s in Jerusalem genügend Stühle?

Was sehe ich, was du nicht siehst,
Wer ist nun schön und wer das Biest?
Wer muss gehorchen, wer hat Macht?
Was ist ein Krieg, was nur ne Schlacht?

Wieso sind Früchte so gesund,
was macht den Mond oft kugelrund?
Wie melkt man eigentlich die Mäuse
und wie kriegt man schlussendlich Läuse?

Was macht im Sommer Blumen bunt,
und wer bestimmt die letzte Stund’?
In welchem Alter ist man wirklich alt
und wie viel Grad sind bitterkalt?

So fragt das Kind ganz munter weiter,
von bewölkt bis richtig heiter.
Man sitzt so da und staunt gar gross,
woher nimmt es die Fragen bloss?

Es sind die Fragen schlichtes Streben,
zu verstehen, ganz zu leben,
mit jeder Blume, allem Schönen,
der Lebensfreude neu zu frönen.

Drum seid euch sicher, eins ist klar:
Was richtig ist, und was ist wahr,
das findet nur, wer Fragen stellt,
weil sich dann die Welt erhellt.

Bewahre drum das Staunen dir:
Sind zwei mal zwei auch wirklich vier?
Denn was wir glauben oder sehen,
eines bleibt: Wunder geschehen!

@Sandra Matteotti

Worauf bauen
hoffen, und auch
vertrauen?

Was kann ich
wollen, tun und
was sollen?

Was darf ich
wünschen und was
für mich wollen?

Kann ich es
sagen, ist es
gegeben?

Was darf ich
dürfen und was
muss ich müssen?

Was ist mein Ziel
und was passt
so richtig?

Was ist schlicht gut
und was ist
das Falsche?

Was ist der Mensch
und was macht
ihn zu dem?

Wann bin ich Mensch
und wann darf
ich’s sein?

©Sandra Matteotti

 

Ich stiess über Mia HIER  auf diese Fragen. Ich machte ja schon mal solche Bloggeraktionen mit, vom Freitagsfüller über Montagsirgendwas hin zu was weiss ich (man findet es alles im Blog, ich habe schlicht ein Sieb von Gedächtnis, das alles ad acta legt, was erledigt ist – so bleibt Platz für Neues und das kommt ja täglich dazu). Die Aktion stammt von der Brüllmaus, der Ursprungslink zu diesen Fragen ist HIER.

1.) Kommst Du gut mit Schlafmangel zurecht? Wie kämpfst Du gegen die Müdigkeit an?

Ich kannte früher Schlafmangel kaum. Er kam mit den Problemen, die das Leben in mein Dasein warf. Nacht für Nacht wachte ich um 2 oder 3 auf und konnte nicht mehr einschlafen. Sprich: 3-4 Stunden Schlaf pro Nacht, danach stand ich auf. Irgendwann ging ich wirklich auf dem Zahnfleisch. Seit ich wieder zurück auf der Yogamatte bin (ich musste pausieren), schlafe ich besser. Wenn ich mal nicht kann, wende ich etwas an, das Thich Nhat Han in einem Buch erwähnte: Liegen bleiben, bewusst atmen, mit dem Bewusstsein dem Atem folgen. Es hilft oft, wieder einzuschlafen, wenn ich doch mal mit Schlaflosigkeit kämpfe. Und ansonsten stehe ich auf und geh auf meine Yogamatte. Ich praktiziere erst eine fordernde, dann eine meditative Praxis. Und ja, danach fühle ich mich gestärkt für den Tag. Trotz Schlafmangel. Ab und an kommt am Nachmittag ein Zwischentief. Wenn ich kann, mache ich ein paar Yin-Yoga-Übungen oder Atemübungen. Zweites passt ja eigentlich immer rein.

2.) Es gibt Wiedergeburt und weil Du der 300 Milliardendste Gestorbene bist, darfst Du Dir aussuchen, als was Du wiedergeboren wirst. Was wird es sein?

Mein eigener Hund.

3.) Sammelst und benutzt Du Gutscheine, Rabattcoupons und dergleichen?

Ich behielt sie (sammeln wäre zu viel gesagt) lange, nutzte sie nie. Nun werfe ich sie weg. Ich hab sie eh nie dabei, wenn ich einkaufe.

4.) Die Wahl der Qual: ständig an Papier schneiden oder ständig etwas ins Auge bekommen?

Das klingt ein wenig nach „Das Leben ist scheisse, hättest du lieber Kuh- oder Pferdemist?“. Finde ich schade. Ja, das Leben ist nicht immer einfach. Eigentlich selten. Im Buddhismus heisst es, das Leben ist Leiden. Und das ist (zumindest bei mir) sehr oft so. Aber: Es gibt auch in den dunkelsten Stunden gute Seiten. Man muss sie auch sehen wollen. Und: Ganz viel Leid erschaffen wir uns selber. Wenn man das mal erkennt, kann man schon ganz viel mehr Licht ins Dunkel bringen. Das heisst dann nicht, dass man sich nicht mehr am Papier schneidet oder was ins Auge kriegt, aber man sieht auch, was man aufs Papier zeichnen kann und was mit den Augen sehen.

 

Ich wollte zuerst eine 1 bei Titel schreiben. Ich weiss aber nicht, ob ich das nochmals mache. Dieses Mal sprangen mich die Fragen an, drum machte ich mit.

 

 

Nun hat es mich also erwischt. Ich wurde nominiert. Ich muss Fragen beantworten. Ich überleg ja immer noch, wie genau der Award gemeint ist. So, wie er da steht, wäre es der liebste Award – ob es auch weniger liebe gibt? So die Unholde unter den Awarden? Oder ist es ein Award für den Liebsten (hier Blog)? Dann würde da aber ein Bindestrich fehlen. Ich ignoriere das aber nun absichtlich und werde auch nicht drüber schreiben, da ich ja nicht gefragt wurde – hier geht es nur um Fragen. 😉

Nominiert hat mich die liebe Bettina: HIER

    1. Seit wann bloggst Du?

Laaaaaange – ich habe keine Ahnung

      1. Was sind Deine Stärken?

Ich habe Mühe mit eigenen Stärken. Sie zu benennen fällt mir eher schwer, da ich mich dann irgendwie überheblich fühle. Aber wenn ich denn muss: Ich denke, ich kann ziemlich klar und schnell denken, ich habe ein Herz für Menschen, man kann auf mich bauen, wenn man mich braucht.

      1. Welche Farben magst Du am Liebsten?

Türkis und Blautöne. Ausser in kurzen Phasen, wo ich rosa schön finde. Die gehen aber schnell vorbei. Und dann mag ich rosa nicht mehr, nur noch Blautöne. Also eigentlich mag ich ja alle Farben irgendwie… aber wenn…

      1. Wie findest Du Deine innere Mitte am besten?

Das ist aber keine ernsthafte Frage, oder? Yoga, what else?

      1. Was ist für Dich widerstrebend, welcher Typ von Mensch?

Menschen, die ständig nur sich und ihren Profit sehen.

      1. Hast Du Lieblingsmaler, wenn ja, welche?

Schwere Frage. Ich bewundere Picasso für seine Schaffenskraft, für seine Neugier, für seine immense Kreativität und Hingabe an die Kunst. Wenn es darum geht, wessen Bilder mir wirklich sehr gefallen (das tun Picassos natürlich auch), wäre es Franz Marc.

      1. Wenn man Dir einen großen Herzenswunsch erfüllen könnte, was wäre das?

Den gibt es ganz klar – und es wäre kein Wunsch für mich. Welcher es wäre, möchte ich hier aber nicht öffentlich schreiben.

      1. Kaffee – Tee? Pasta – Kartoffeln? Wein – Bier? Vegan/vegetarisch/Fleisch?

Kaffee und Tee, Pasta, Wein, nie konsequent vegan, ab und an schon, vegetarisch ok, Fleisch… lange Jahre nicht, dann wieder, aktuell grad nicht.

      1. Auf welchen SocialMedia bist Du? (Facebook, Twitter, LinkedIN, Instagram, …)

Auf allen hier genannten, nicht auf allen sehr aktiv.

      1. Was sind Deine Schwächen, wo kannst Du am wenigsten widerstehen?

Ich kann schlecht nein sagen. Und: Ich habe immer das Gefühl, mich beweisen zu müssen.

      1. Wie haben wir uns gefunden und weißt Du noch wann?

Über WordPress. Und ich bin so froh drüber.

      • Und hier die Regeln zum Mitmachen:

1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel. 
2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt. 
3. Nominiere 3 (bis 11) weitere Blogger für den Liebster Award. 
4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen. 
5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel. 
6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel

Ich werde niemanden nominieren. Ich würde mich aber freuen, wenn ich die einen oder anderen Antworten lesen könnte. Das wären die Fragen:

      1. Was ist für dich die höchste Tugend?
      2. Was ist Liebe?
      3. Stadt oder Land? Und wieso?
      4. Buch oder Film zuerst?
      5. Hund oder Katze?
      6. Schaust du Serien? Wenn ja, welche und wieso?
      7. Berge oder Meer?
      8. Wenn du die Protagonistin/der Protagonist eines Märchens wärst, welches wäre es?
      9. Hast du ein Lieblingstier? Wieso?
      • Können wir frei entscheiden, was wir wollen, oder sind wir von unserer Vergangenheit, Erziehung, den Genen gar geprägt?
      • Wird wohl jemand die Fragen beantworten, wenn er nicht durch eine Nomination genötigt wurde?

Fragen über Fragen….

Ich stiess über Miasraum (LINK) auf diesen Fragebogen, den sie auch über sieben Ecken fand. Spannende Fragen, denen ich mich gerne stellen möchte. Und während ich das hier schreibe, weiss ich noch nicht, wo es enden wird. Ich leg einfach mal los.

Zorn

  1. Würdest du je einen anderen Menschen schlagen?

In der Theorie nicht, da ich absolut nicht aggressiv bin, aber: Ich habe es schon getan. Als mir jemand gegen meinen Willen zu nah kamen. Ich bin nicht stolz drauf.

  1. Was ist dein persönliches Lieblingsärgernis?

Menschen, die sich über dich stellen, die sich für etwas Besseres halten und dir die Welt erklären wollen.

  1. Würdest du gegen jemanden einen Groll hegen? Oder kannst du es einfach loslassen?
    Groll hilft nie und schadet nur – aber nie dem anderen, nur mir selber. Trotzdem bin ich nicht gefeit.

Trägheit

  1. Kannst du etwas nennen, das du jeden Tag tun solltest, aber was du trotzdem nicht tust?
    Ich bin relativ pflichtbewusst. Ab und an denke ich: Zu sehr… also: Nein.
  1. Wann hast du zum letzten Mal eine faule Ausrede gemacht?
    Ich habe keine Ahnung, ich versuche, solche zu vermeiden.
  1. Wie lange hast du heute Morgen die Schlummertaste gedrückt?
    Mache ich nie, ich stehe beim ersten Ton auf.

Völlerei

  1. Isst du Fleisch?
    Ich starte grad den nächsten Versuch, es (wieder – ich war viele Jahre Vegetarier) zu lassen.
  1. Wie viel Alkohol hast du zu einem gegebenen Zeitpunkt getrunken?
    Was ist ein gegebener Anlass? Ich habe so oder so kein festes Mass. Ich höre auf, wenn es sich nicht mehr gut anfühlt. Und das tut es für mich, wenn nicht mehr klar denken kann.
  1. Was isst du am liebsten: Süßigkeiten, fetthaltige oder salzige Lebensmittel?
    Salzig. Süss mag ich kaum, fettig auch eher wenig.

Geiz

  1. Wie viele Kreditkarten hast du?
    Eine.
  1. Was würdest du mit einer Million Euro tun?
    So weiterleben wie bisher – einfach mit einem sichereren Ruhekissen.
  1. Würdest du lieber reich oder berühmt sein?
    Am liebsten wäre ich schlicht zufrieden und glücklich. Was dabei hilft, nehme ich – wobei ich nicht denke, dass es eines von den Beiden wäre….

Stolz

  1. Ärgerst du dich, wenn du den ersten Platz nicht erlangst?
    Wenn ich an Wettbewerben teilnehme, will ich auch gewinnen. Alles andere ist irgendwie sinnfrei.
  1. Würdest du mogeln, um eine bessere Note zu bekommen?
    Nein
  1. Worauf bist du wirklich stolz?
    Dass ich immer wieder aufstehe.

Wollust

  1. Wie viele Menschen haben dich nackt gesehen (außer Familie, Ärzte, usw.)?
    Es war mir nie bewusst, dass ich die zählen müsste…
  1. Was ist dein Lieblingskörperteil an anderen Menschen?
    Oberarme…
  1. Hat je eine Prostituierte dich angemacht?

Neid

  1. Welches Objekt hat ein Freund von dir, das du auch für dich selbst haben willst?
    keins
  1. Wer würdest du am liebsten sein, wenn du jemand anders sein könntest?
    Niemand, den ich kenne
  1. Welches physische Attribut würdest du an dir selbst ändern?
    Keine Ahnung – darüber möchte ich auch nicht nachdenken.

 

Vor einiger Zeit startete ich mit dem ersten Fragebogen von Max Frisch Fragebogen (HIER), der zweite folgte (Thema Ehe: HIER), dann der dritte (HIER) – wir kommen zur vierten Runde, das Thema ist dieses Mal die Hoffnung. Hier ist auch wieder nur eine Auswahl aus den Fragen des Fragebogens, den ganzen findet ihr im am Schluss genannten Buch.

Fragebogen IV

  1. Wissen Sie in der Regel, was sie hoffen?

Meistens schon. Ich bin aber nicht immer sicher, ob es auch gut ist, wenn es eintrifft.

  1. Beneiden Sie manchmal Tiere, die ohne Hoffnung auszukommen scheinen, z. B. Fische in einem Aquarium?

Mit Fischen habe ich keine Erfahrung. Ich beneide ab und an meinen Hund um sein Leben, es muss sehr entspannt und schön sein – so wirkt er auf alle Fälle meistens. Hoffnungen hat er aber durchaus, wie mir scheint. Immer nach dem Abendessen hofft er ganz offensichtlich auf einen Knochen für sich. Und den kriegt er dann auch meistens, da er in seiner hoffnungsvollen Haltung (und vor allem seinem Blick aus Knopfaugen) unwiderstehlich aussieht.

  1. Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?

Wirklich aufgegeben wohl keine – zumindest keine, die ich noch als wünschenswert erachte, wenn sie eintreffen würde. Ich male mir nur die Chancen auf Erfolg ab und an verschwindend klein aus, aber: Die Hoffnung stirbt trotz allem zuletzt.

  1. Kann Hass eine Hoffnung erzeugen?

Das wäre in meinen Augen keine Hoffnung, sondern ein Rachegedanke.

  1. Hoffen Sie angesichts der Weltlage: a) auf die Vernunft? b) auf ein Wunder c) dass es weitergeht wie bisher?

Weder noch. Am ehesten hoffe ich auf ein zunehmendes Bewusstsein, was wir tun, auf mehr Einsicht, dass keiner allein überleben kann, dies nur im Miteinander geht, und auf mehr Menschlichkeit.

  1. Können Sie ohne Hoffnung denken?

Hoffnungslosigkeit ist ein sehr lähmendes Gefühl. Da fällt mitunter alles schwer, auch das Denken. Hoffnungslosigkeit kann aber auch das Resultat von zu viel Denken sein. Wenn man in einer Abwärtsspirale denkt, mögliche negative Folgen ausmalt und alles in düstere Farben kleidet, führt genau dieses Denken zur Hoffnungslosigkeit. Vielleicht ist es dann und wann sogar sinnvoll, mit dem Denken aufzuhören und sich mal abzulenken. Das kann vieles sein: In die Natur gehen, zeichnen, lesen, tanzen, singen – alles, was hilft, den Kreislauf der Gedanken zu unterbrechen. Und dann, wenn wieder Hoffnung da ist, langsam und behutsam wieder zu denken beginnen.

  1. Was erhoffen Sie sich von Reisen?

Neue Eindrücke, Inspirationen, Anreize – aber auch: Eine Auszeit, Ruhe für mich, mal dem Alltag entkommen.

  1. Wenn Sie jemand in einer unheilbaren Krankheit wissen: machen Sie ihm dann Hoffnungen, die Sie selber als Trug erkennen?

Nein, das fände ich nicht richtig. Grundsätzlich würde ich mit ihm über andere Themen sprechen als über seine Krankheit, da er diese ja selber kennt. Wenn er aber darüber sprechen will, dann würde ich ihm zuhören und versuchen, auf ihn einzugehen.

  1. Was erwarten Sie im umgekehrten Fall?

Dasselbe. Ich hasse Lügen, ich hasse Beschwichtigungen oder Schönfärberei.

  1. Muss eine Hoffnung, damit Sie in ihrem Sinn denken und handeln, nach Ihrem menschlichen Ermessen erfüllbar sein?

Wenn eine Hoffnung nur auf Erfüllung eines Zieles ausgerichtet ist, das Handeln und Denken nur Mittel zum Zweck ist dahin, dann wohl kaum. Allerdings erachte ich solche Ziele und Hoffnungen als wenig sinnvoll. Wenn einer nur schreibt, weil er reich werden will, nur malt, weil er umjubelt werden will, selber aber nicht gerne schreibt oder malt, dann sollte er wohl besser damit aufhören, wenn er denkt, es eh nie dahin zu schaffen. Wieso sich vergebens quälen? Wenn man aber gerne malt und schreibt, dabei klar auch mal denkt, es wäre schön, das würde mal jemandem Freude bereiten, dann wird man auch weitermachen, wenn das nie eintritt. Gauguin hätte kein Bild gemalt sonst, Fontane hätte das Schreiben beendet, zu gross waren seine Zweifel oft, Kafka wollte sogar alles verbrennen… er hat es also geschrieben, obwohl er nicht an den Erfolg glaubte. Langer Rede kurzer Sinn: Ich würde keinen Weg gehen wollen, nur um ein Ziel zu erreichen. Wenn ich aber einen Weg mag, gehe ich ihn auch, wenn das Ziel unerreichbar scheint.

  1. Hoffen Sie auf ein Jenseits?

Ich hoffe nicht, dass es das gibt! Irgendwann muss mal fertig sein.

Vielleicht regen euch die Fragen ja auch an? Wenn ihr mitmachen wollt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir den Link zu eurem Beitrag in den Kommentar schreibt und/oder diesen Beitrag hier bei euch verlinkt. #FrischsFragebogen

Zum Autor
Max Frisch
Max Frisch (1911-1991), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, konnte nicht nur mit dem Wort etwas erschaffen: Er arbeitete auch erfolgreich als Architekt. Über journalistische Arbeiten und erste literarische Versuche fand er schließlich seinen eigenen Stil als Autor. In seinen Essays, Erzählungen, Hörspielen, Dramen und Romanen war er nicht nur ein großer Literat, sondern auch ein streitbarer Humanist. Sein kritischer Geist rieb sich an seiner Schweizer Heimat ebenso wie an Demagogen in aller Welt – um doch anlässlich seines 75. Geburtstags ernüchtert festzustellen: „Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb.“ Bekannt wurde er u. a. mit den Romanen „Stiller“, „Homo Faber“ und „Sein Name sei Gantenbein“ sowie Theaterstücken wie „Andorra“ und „Triptychon“.

Angaben zum Buch:
FrischFragebogenTaschenbuch: 96 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (24. August 1998)
ISBN: 978-3518394526
Preis: EUR 6 / CHF 9.90

Online zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE oder BOOKS.CH

Eine wettertechnisch sehr graue Woche neigt sich dem Ende zu, ich freue mich aufs Wochenende, zuerst aber noch der Freitagsfüller:

  1. CoffeeHeute wird ein ruhiger Tag werden. Ich will noch einiges recherchieren für ein mögliches Projekt, ansonsten sind keine Pendenzen oder Termine da, ich kann friedlich vor mich hin arbeiten, abarbeiten, was grad noch so anliegt. Diese Tage mag ich am liebsten. Und: Es ist Freitag, sprich: Das Wochenende steht vor der Tür. Das mag ich sowieso.
  1.  Ich bin – man höre und staune – nicht gerne beim Zahnarzt. Ich hätte Anfangs August einen Termin gehabt, den hat der Zahnarzt abgesagt, nun hätte ich ihn nächste Woche – ich überlege, ob ich den absage… Es ist auch nur eine Kontrolle und ich bin so fürchterlich unlustig, hinzugehen, zumal ich eventuell – man höre und staune nochmals – nächste Woche ein paar Tage verreisen könnte (meine Reiseunfreudigkeit – was für ein Wort – ist ja mittlerweile wohl bekannt). Vermutlich haben mich Kästner und Franz Hohler animiert. Aktuell lese ich gerade Rilkes „Florenzer Tagebuch“ – da kann schon mal Fernweh aufkommen. Da ist so ein Zahnarzttermin schlicht im Weg. Und: Die Zähne sind ja im September auch noch da, die kann man auch dann noch anschauen lassen.
  1. Vor meinem Fenster herrscht, die ganze Woche schon, so auch heute, Grau in Grau. Ich sehe durch die Vorhänge nur Silhouetten eines Hauses und von Bäumen, höre kaum Vögel, ab und an ein Flugzeug am Himmel brummen. Kühl ist es auch geworden – Vorboten des Herbstes? Oder ist der schon da?
  1. Abschied tut weh. Dabei kommt es nicht drauf an, ob man sich von Menschen, Träumen oder Situationen verabschiedet: Man möchte das, was schön ist, gerne behalten. Wenn es dann geht, geht etwas von einem mit. Die eigenen Gefühle, der Teil in einem, der daran hing, geht ein bisschen kaputt. Mascha Kaleko nannte in einem ihrer wunderbaren Gedichte jeden Abschied einen kleinen Tod. Das sehe ich genauso. Der einzige Trost ist: Meist kommt etwas Neues nach. Wir müssen dem die Chance geben, genauso schön zu werden, wie es das Alte war. Erich Kästner schrieb in einem seiner Gedichte:

Muss das Alte immer erst versinken,
ehe Neues aufersteht?

Vermutlich ist das so.

  1. Es könnte sein, dass…“. oder „es wäre, wenn…“ sind Wendungen, die ich nicht mag. Ich mag keinen Konjunktiv. Ich mag auch nicht „mal versuchen“. Entweder man tut oder man lässt es. „Ich versuche es mal“ trägt schon die Hintertür zum Nichtgelingen mit sich. Klar können Dinge nicht klappen, aber das sieht man ja noch früh genug. Also macht man sie am besten mal und versucht sie nicht nur. Und: Was dann wäre, wenn etwas andere einträfe, das sieht man, wenn das andere eingetroffen ist. Alles andere ist Spekulation und blosse Plauderei.
  1. Ich mag eigentlich auch diese lautmalerischen Wendungen wie „hahaha!“, „hihihi“ und dergleichen nicht. Ab und an verwende ich sie auch, aber möglichst selten. Ich habe es mir in der Zeit angewöhnt, als ich dachte, das gehöre dazu im Internet, man „müsse“ so schreiben. Ein paar Reste sind noch davon übrig geblieben, ansonsten schreibe ich lieber wieder ganze Sätze. Was ich aber durchaus gerne mache – und darum ging es wohl hier: Lachen. Und oft auch über mich, da ich doch auch immer wieder Stoff dazu liefere. Ich kann im Einkaufszentrum stehen und vergessen haben, was ich eigentlich einkaufen wollte – dabei bin ich nur deswegen gekommen. Es gibt so Tage, an denen suche ich alles: Telefon, Schlüssel, meinen Kopf. Und dann gibt es Tage, an denen ich alles fallen lasse, das ich in die Hand nehme – zum Glück nie Dinge, die kaputt gehen, aber Kleingeld, Schlüssel – alles fällt. Und dann wären da noch Fettnäpfchen – die müssen eine magische Anziehungskraft haben. Fies eigentlich.
  1. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit einem Glas Wein, morgen habe ich geplant, neben allen Wochenenderledigungen wie putzen, einkaufen und dergleichen mit dem Hund spazieren zu gehen, zu zeichnen, zu lesen, Bücher für ein neues Thema zusammenzusuchen und dann den Tag ausklingen zu lassen. Am Sonntag möchte ich lesen, zeichnen und hoffentlich viel Ruhe haben.

Danke für die Inspiration an Barbara, die diese tolle Aktion gestartet hat. Ihr Ursprungspost: HIER