Fragen, nicht Antworten

„Wichtig ist, nie aufzuhören zu fragen.“ (Albert Einstein)

„Wieso ist die Banane krumm?“
„Wo geht die Liebe hin, wenn sie geht?“
„Was passiert mit dem Licht im Kühlschrank, wenn die Tür schliesst?“

Wann haben wir aufgehört, Fragen zu stellen? Wann haben wir aufgehört, Antworten zu suchen zu den Fragen und stattdessen im Internet zu suchen? Wann haben wir aufgehört, Phantasie zu haben und stattedessen Autoritäten zu folgen?

Für uns ist es nicht mehr wichtig, wichtig ist nur noch, wie wir wieder zurück kommen. Unsere Kinder hätten noch eine Chance, das Fragen nicht zu verlernen und das Phantasieren zu behalten. Wollen wir sie ihnen nicht geben? Und mit ihnen wieder dahin zurück kommen?

Wer glaubt, alle Antworten zu kennen, ist kaum mehr als ein Besserwisser, sicher aber kein Weiser. Wenn schon Sokrates wusste, dass er nichts weiss, er drum Fragen stellte und keine Antworten lieferte, wer würde es besser können? Zumal: Das Orakel von Delphi sah Sokrates als klügsten Menschen….vermutlich gerade drum, weil er Fragen stellte.

Wenn du also wieder einmal denkst, alles zu wissen: Stell dir die einfache Frage: Weiss ich das wirklich? Ist es nicht bloss eine Meinung? Und wenn dir wieder mal jemand weismachen will, dass er alles weiss und das noch besser: Frag dich auch: Weiss der das wirklich, oder ist es nicht schlicht seine Meinung?

1 Comment

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  1. Sandra Matteotti: „Das Orakel von Delphi sah Sokrates als klügsten Menschen…. vermutlich gerade drum, weil er Fragen stellte.“

    So weit ich weiß, soll das Orakel von Delphi den Sokrates deshalb zum weisesten Menschen seiner Zeit erklärt haben, weil er bekannt habe, nichts zu wissen.

    Das Fragen-stellen ist bloß eine Technik. Die sollte jeder gute Lehrer kennen: Mehr Fragen stellen als Antworten geben.

    Fragen gestellt bekommen, fördert die Nutzung der Intelligenz. Und je nach Qualität und Tiefe der Fragen fördern sie auch… die Weisheit.
    .

    Sandra Matteotti: „Wer glaubt, alle Antworten zu kennen, ist kaum mehr als ein Besserwisser, sicher aber kein Weiser.“

    Ja, denn selbst, wenn wir alles wüßten: Wissen steht zur Weisheit, wie die Kuh zum Sonntag. 😉
    .

    Sandra Matteotti: „Wo geht die Liebe hin, wenn sie geht?“

    Die Frage führt dann auch noch zu dieser: „Wo kommt die Liebe her, wenn sie da ist?“ und noch zu dieser: „War sie schon vor dem Menschen da?“
    .

    Albert Einstein: „Wichtig ist, nie aufzuhören zu fragen.“

    Der Satz hat keine Allgemeingültigkeit!

    Zunächst müssen wir zwischen zwei Arten von Fragen unterscheiden:
    ◾ Wissens-fördernde Fragen
    ◾ Erkenntnis-fördernde Fragen (à la Sokrates)

    Wissens-Fragen haben ihre Blüte im Kleinkind-Modus, im Schüler-Modus und im Wissenschaftler-Modus.

    Das Fragen-stellen ist irrelevant im Baby-Modus (1), kommt auf im Kleinkind-Modus (2) und verliert sich wieder… in dem der Weisheit (6).

    Nur wer nicht an Weisheit interessiert ist,
    wird niemals aufhören, Fragen zu stellen.

    Die Gesellschaft interessiert sich vorrangig für die erste Sorte von Fragen, sie ist an Wissen interessiert. Für die zweite Sorte von Fragen, solche, mit denen Weisheitslehrer wie Sokrates arbeiten, interessieren sich nur wenige Individuen.

    Meditation kann dabei behilflich sein, aus der Tretmühle des fragenden Verstandes auszusteigen. Gelegentliche oder regelmäßige Pausen von Gedanken- (und damit auch Fragen-)Leere sind gesund und sorgen für einen klaren Blick auf die Dinge.

    Und irgendwann… ist alles Fragen hinfällig. Bloßes Sein genügt.

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