Buchtipp: Liebe als Kunst

«Ich möchte den Leser davon überzeugen, dass alle seine Versuche zu lieben fehlschlagen müssen, sofern er nicht aktiv versucht, seine ganze Persönlichkeit zu entwickeln, und es ihm so gelingt, produktiv zu werden; ich möchte zeigen, dass es in der Liebe zu einem anderen Menschen überhaupt keine Erfüllung ohne die Liebe zum Nächsten, ohne wahre Demut, ohne Mut, Glaube und Disziplin geben kann.»[1]

Die Grundvoraussetzungen für die Liebe sind nach Fromm zwei Dinge: Sich selbst als Persönlichkeit zu entwickeln und eine innere Haltung gegenüber Menschen einzunehmen, die auf Liebe, Demut, Mut, Glaube und Disziplin beruht.

«Sie [Die Liebe] ist eine Haltung, eine Charakter-Orientierung, welche die Bezogenheit des Menschen zur Welt als Ganzem und nicht nur zu einem einzigen ‘Objekt’ der Liebe bestimmt.»[2]

Wenn wir von Liebe sprechen, denken wir oft an die romantische Liebe zwischen zwei Menschen, an die, teilweise fast symbiotische, Verbindung zwischen den beiden. Dies mag eine Form der Liebe sein, doch ist es keine reife. Liebe, so Erich Fromm, zielt nicht auf ein Objekt, sondern sie ist eine innere Haltung. Liebt man nur einen, liebt man nach Fromm keinen. Zudem fängt Liebe auch immer bei einem selbst an. Kann man sich nicht lieben, kann man auch keine Liebe zur Welt entwickeln. Ohne Selbstliebe fehlt einem das eigene Identitätsgefühl und man ist davon abhängig, dass die Welt einem die Identität quasi zuschreibt.

«Paradoxerweise ist die Fähigkeit, allein sein zu können, die Vorbedingung für die Fähigkeit zu lieben.»[3]

Liebe ist weiter eine Kunst, die man lernen kann. Um diese zu erlernen, braucht es einige Vorbedingungen: Disziplin, Ausdauer, Konzentration und Wichtigkeit. Disziplin lernt man am besten, indem man Routinen entwickelt, die zu Gewohnheiten werden: Täglich früh aufstehen, nicht zu viel essen und trinken. Sie soll nicht etwas von aussen Aufgezwungenes sein, sondern zum Ausdruck des eigenen Wollens werden. Konzentration bezeichnet die Fähigkeit, mit sich allein zu sein, möglichst ohne Ablenkungen. Geduld ist wichtig, da keine Kunst über Nacht erlernt werden kann. Wir neigen heute dazu, alles immer noch schneller machen zu wollen und denken, wir verpassen sonst etwas im Leben. Dadurch rennen wir aber nur durchs Leben und leben es nicht wirklich aus der Tiefe. Zuletzt muss einem Liebe als Kunst wichtig sein. Man muss sich ihr mit allem widmen, was man hat, sie muss oberste Priorität haben. Diese Voraussetzungen sollten nicht nur im Hinblick auf die Liebe gelebt werden, sondern im ganzen Leben.

«Genau wie der Glaube an ein Kind gründet auch die Idee, dass die dem Menschen gegebenen Möglichkeiten derart sind, dass er unter entsprechenden Bedingungen die Fähigkeit besitzt, eine von den Grundsätzen der Gleichheit, Gerechtigkeit und Liebe getragene Gesellschaftsordnung zu errichten.»[4]

Liebe als Haltung kann auch in der Gesellschaft relevant sein. Baut man diese auf den Grundsätzen der Liebe auf, handelt man im Miteinander aus einer Haltung der Liebe heraus, dann kann diese ein Ort der Gerechtigkeit werden, in dem Menschen als Gleiche miteinander leben und dieses Miteinander liebevoll gestalten.

«Der Glaube an die Möglichkeit der Liebe als einem gesellschaftlichen Phänomen und nicht nur als einer individuellen Ausnahmeerscheinung ist ein rationaler Glaube, der sich auf die Einsicht in das wahre Wesen des Menschen gründet.»[5]

*****
Zitate aus folgender Ausgabe: Erich Fromm: Kunst des Liebens, Ullstein Materialien, Frankfurt/M, Berlin 1989.


  • [1] Fromm, Kunst des Liebens, S. 9
  • [2] Fromm, Kunst des Liebens, S. 57
  • [3] Fromm, KdL, S. 124
  • [4] Fromm, KdL, S. 137
  • [5] Fromm, KdL, S. 146

16 Kommentare zu „Buchtipp: Liebe als Kunst

  1. Wie wahr! Und doch wie schwer zu verstehen mit unserem gewohnten, im 19. Jahrhundert steckengebliebenen Denken (und Fühlen)!
    Quantentheorie und Tiefenpsychologie, vor allem C. G. Jung, hätten uns ein neues Denken lehren können. Ein Elementarteilchen ist kein Teilchen, es ist gar nicht ohne Wechselwirkung und ohne Verbindung zum Kontext, der gar keine Grenzen hat.
    Das bewusste Ich ist nicht ohne das (persönliche) Unbewusste und ohne das kollektive Unbewusste (der Menschheitsgeschichte), dessen Archetypen auch in der äußeren „Welt“ wirken – als Matrix des inneren und äußeren Lebens.

    Der Mensch ist kein isoliertes Subjekt, kein bloßes Ich, sondern er ist nur in Beziehung – zu einem anderen, zu den anderen, zur Gesellschaft, zur „Welt“. Menschsein geht gar nicht ohne diesen Kontext. Und dieses Menschsein zu leben bedeutet lieben. Das ist eine verbindende Energie, die wachsen muss, und das ist eine Lebensaufgabe…
    Es braucht ein Gegenüber, es braucht eine Beziehung zu sich selbst, und es braucht ein sich Einfügen in das Ganze der „Welt“ oder ein Hereinnehmen des Ganzen in das Eigene – was letztlich dasselbe ist…

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    1. Wie wahr! Und doch wie schwer zu verstehen mit unserem gewohnten, im 19. Jahrhundert steckengebliebenen Denken (und Fühlen)!
      Quantentheorie und Tiefenpsychologie, vor allem C. G. Jung, hätten uns ein neues Denken lehren können. Ein Elementarteilchen ist kein Teilchen, es ist gar nicht ohne Wechselwirkung und ohne Verbindung zum Kontext, der gar keine Grenzen hat.
      Das bewusste Ich ist nicht ohne das (persönliche) Unbewusste und ohne das kollektive Unbewusste (der Menschheitsgeschichte), dessen Archetypen auch in der äußeren „Welt“ wirken – als Matrix des inneren und äußeren Lebens.

      Der Mensch ist kein isoliertes Subjekt, kein bloßes Ich, sondern er ist nur in Beziehung – zu einem anderen, zu den anderen, zur Gesellschaft, zur „Welt“. Menschsein geht gar nicht ohne diesen Kontext. Und dieses Menschsein zu leben bedeutet lieben. Das ist eine verbindende Energie, die wachsen muss, und das ist eine Lebensaufgabe…
      Es braucht ein Gegenüber, es braucht eine Beziehung zu sich selbst, und es braucht ein sich Einfügen in das Ganze der „Welt“ oder ein Hereinnehmen des Ganzen in das Eigene – was letztlich dasselbe ist…

      *

      Die Seele, der Geist ist in uns, nicht da draussen. Der umgebende Text einer sprachlichen Einheit, (Kontext) dem Bemühen durch die autonome keusche Vernunft,
      die Seele in Bildern und dem Wort zu begreifen und fest zu halten;

      die Vereinigung der Gegensätze (Mysterium Coniunctionis: Gesammelte Werke 14/ 1+2 | Jung, C.G. | ISBN: 9783843601337) als ein Alchemist und als Quantenphysiker, in eine unveränderbare, für ewig geltende Formel zu reduzieren.

      Es ist besser der Alma Mater, sich als Adept, weder in der Geisteswissenschaft, noch den empirischen Natur-Wissenschaften zu ergeben. Vielmehr den Broterwerb in einer einfachen Arbeit zu bewerkstelligen.

      Der alltäglichen Schulung, im Gehorsam der Seele, sich bilden, bis zum letzten Atemzug erziehen zu lassen. Dazu gehört das was Cusanus gesagt hat. „Gott , (meiner Meinung nach, die eine Seele), schaut mit einem Auge auf den Menschen, als gäbe es nur ihn allein“ und das macht die Seele, seit es die Menschen gibt bis heute, mit allen von uns, so meine Behauptung.

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        1. Was wollen Sie damit sagen?
          Jung war übrigens kein Alchemist und kein Quantenphysiker….

          *

          C. G. Jung hat sich in den drei genannten Bänden mit der Alchemie auseinander gesetzt.

          Er hat sich mit Wolfgang Pauli jahrelang eine freundschaftliche Beziehung gepflegt.

          Albert Einstein war oft bei C.G. Jung zu Gast.

          Mir kommt es nicht darauf an, wer welche Anschrift zu einer Person für richtig hält.

          Wichtig ist mir nicht Fragen zu stellen, sondern so gut wie möglich, auf das was ich noch nicht verstehe zu antworten.

          Sich irren ist bei aller exakten Wissenschaft möglich. Wissenschaft meint ja, was heute wahr ist, muss nach seiner Wahrheit überprüft; wenn nicht soll ein Begriff, eine These falsifiziert werden können.

          C.G. Jung sagte von sich selbst, er sei Arzt und der Sohn der Großen Mutter.

          Freundliche Grüße
          Hans Gamma

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          1. Niemand ist gleich Alchemist, der sich mit Alchemie beschäftigt. Jung tat es deshalb, weil es in der Alchemie noch keine Trennung zwischen Materie und Psyche gab.
            Niemand ist Quantenphysiker, der Einstein und Schrödinger zu Gast hat und mit Pauli freundschaftlich verbunden war und 26 Jahre mit ihm korrespondierte. Es zeigt nur, dass ihm – im Gegensatz zu vielen anderen – der Blick über den Tellerrand selbstverständlich war.
            Wenn Jung sagt, er sei Arzt und der Sohn der Großen Mutter, dann meinte er mit letzteren den Archetypus der Anima. Das hat weder mit Religion noch mit Esoterik zu tun, sondern mit Psychologie. Aber wir leben 100 Jahre danach immer noch so, als gäbe es sie nicht…

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          2. Niemand ist gleich Alchemist, der sich mit Alchemie beschäftigt. Jung tat es deshalb, weil es in der Alchemie noch keine Trennung zwischen Materie und Psyche gab.
            Niemand ist Quantenphysiker, der Einstein und Schrödinger zu Gast hat und mit Pauli freundschaftlich verbunden war und 26 Jahre mit ihm korrespondierte. Es zeigt nur, dass ihm – im Gegensatz zu vielen anderen – der Blick über den Tellerrand selbstverständlich war.
            Wenn Jung sagt, er sei Arzt und der Sohn der Großen Mutter, dann meinte er mit letzteren den Archetypus der Anima. Das hat weder mit Religion noch mit Esoterik zu tun, sondern mit Psychologie. Aber wir leben 100 Jahre danach immer noch so, als gäbe es sie nicht…

            Guten Tag Herr Harsieber.

            Richtig:

            Den Logos hat die Seele dem Menschen ins Bewusstsein gebracht.

            Die Seelsorger meinen es sich bis heute, wenn der Mensch der Logik, als Prämisse, der reinen autonomen Vernunft, dem wie die Dinge, ein Wesen funktionieren soll, nicht entspricht; man müsse, die Seele, die krank ist, von aussen, mit einer Intervention, sie selbst korrigieren.

            C.G. Jung: Das Heilende ist in der Seele selbst.

            Urbilder sind alle aus der Seele im Menschen entstanden. Die Seele selbst ist dadurch nicht in Begriffe zu fassen.

            Die Spaltung von Seele und Leib. Ist die Krankheit an der wir alle leiden.

            Wir sind alle aus dem selben Stoff gemacht. (Sternenstaub). Wo Seele nicht ist, dem weiss ich mir nicht. Wir sind Natur in der Natur, wir können als lebende Wesen, das Geheimnis unseres Daseins nicht auflösen.

            Freundliche Grüße
            Hans Gamma

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          3. Ich bin da (leider?) ganz mit dir. Die bedingungslose Liebe wäre wohl der Zustand der Erleuchtung. Ein Ideal, das mehrheitlich als Vorstellung existiert.

            *

            Guten Tag Frau Siebenthal.

            Zitat: Schon im Stein verbirgt sich Buddha – Natur.

            Mit der Erleuchtung will sich der Mensch über das Unergründliche des Unbewussten, dem Grauen in uns selbst hinwegsetzen; sich von Leid, Schuld und Not befreit wissen.

            Wenn ich meine Schattenarbeit tagtäglich nicht mache, kein anderer kann sie auf sich nehmen, schultern und schaffen.

            Der Tod ist die einzige Tatsache.

            Herzliche Grüße
            Hans Gamma

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  2. Erich: „Ich möchte den Leser davon überzeugen, dass alle seine Versuche zu lieben fehlschlagen müssen, sofern…“

    Daß die Absicht, jemanden überzeugen zu wollen, eine
    Spur von Gewalt in sich trägt, sei hier nur kurz erwähnt.

    Erich: „dass alle seine Versuche zu lieben fehlschlagen müssen“

    So isoliert, ist diesem Satzteil zuzustimmen.

    Denn zu lieben kann man nicht „versuchen“ und auch nicht einüben, oder wollen… Man kann das alles tun – aber ohne Erfolg. Um etwas zu wollen, braucht es das Ego.

    Jeder Mensch kann ohne „wenn“ und „aber“ lieben – ohne jede
    Voraussetzung. Hier und sofort. Ohne Übung, ohne Vor-Arbeit.

    Die Voraussetzungen, die Erich Fromm aufführt, werden
    vielleicht irgendwo gebraucht, aber nicht…, um zu lieben.

    In der Liebe ist kein Ego gegenwärtig.

    🍁

    Erich: „Die Liebe] ist eine Haltung, eine Charakter-Orientierung“

    Die Liebe ist weder eine Haltung, noch hat sie irgend etwas mit einem Charakter zu tun.

    🍁

    Zunächst sollte geklärt werden, von welcher „Liebe“ überhaupt die Rede ist, denn üblicherweise verwenden wir die selben 5 Buchstaben für ganz verschiedene Dinge; es wird nicht unterschieden zwischen…

    ◾ Sex
    ◾ Liebe
    ◾ Gefühle
    ◾ Liebhaberei
    ◾ Bedürftigkeiten

    Wann immer ich etwas von wem auch immer möchte,
    handelt es sich um Bedürftigkeit, und nicht um Liebe.

    Liebe ist absichts- und bedingungslos – oder es ist nicht Liebe.

    🍁

    Erich: „ist die Fähigkeit, allein sein zu können, die Vorbedingung für die Fähigkeit zu lieben“

    Das ist Quatsch.

    Ja, die Fähigkeit, allein sein zu können, hat s e h r viele
    Vorzüge, doch die Liebe stellt keinerlei Vorbedingungen.

    🍁

    Erich: „dass die dem Menschen gegebenen Möglichkeiten derart sind, dass er unter entsprechenden Bedingungen die Fähigkeit besitzt, eine von den Grundsätzen der Gleichheit, Gerechtigkeit und Liebe getragene Gesellschaftsordnung zu errichten“

    Zunächst mal: Ja. Das Gemeinwohl-Denken
    ist ein Zweig, eine Ausdrucksform der Liebe.

    Ja, wir Menschen erfreuen uns grundsätzlich alle der Möglichkeit, liebend gestalten zu können, also auch Gesellschaftsordnungen. Haben die jeweils involvierten Menschen die nötige Geistige Reife, wird es auch geschehen.

    🍁

    Erich: „Gleichheit, Gerechtigkeit und Liebe…“

    Wo Liebe die Kraft ist, welche die Handlungen leitet, werden
    die Begriffe Gleichheit und Gerechtigkeit nicht gebraucht.

    🍁

    Erich: „Der Glaube an die Möglichkeit der Liebe als einem gesellschaftlichen Phänomen und nicht nur als einer individuellen Ausnahmeerscheinung ist ein rationaler Glaube, der sich auf die Einsicht in das wahre Wesen des Menschen gründet“

    Erich: „…auf die Einsicht in das wahre Wesen des Menschen gründet“

    Ich teile diese (Ein-)Sicht. Aber wir wissen nicht, was das Gros der Menschen, die sich hier als unsere Zeitgenossen inkarniert haben, tatsächlich erleben wollen.

    Eine heitere Herbstzeit 🍂
    wünscht Nirmalo

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    1. Dem kann man durchaus zustimmen – nur liegt dem ein Begriff von Liebe ´(Liebe ist bedingungslos) zugrunde, der als Ideal zwar stimmt, aber in der konkreten Realität bloß eine abstrakte Zielvorstellung sein kann, die kaum jemand erreicht.
      Da machst du die Rechnung ohne die menschliche Psyche, die nicht am Ziel, sondern irgendwo unterwegs ist. Die Menschen deswegen zu verurteilen, ist nicht gerade liebevoll…
      Du sagst selbst, dass es viele Arten der Liebe gibt. Zu sagen, nur die eine Liebe ist wirklich Liebe, mag auch stimmen, bleibt aber zahnlose Theorie.
      Oder schaffst du es, wirklich bedingungslos zu lieben? Dann würde ich die Latte so hoch legen, dass auch du nie und nimmer herankommst.

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      1. Hallo Robert!

        Du sagst: „Die Menschen deswegen zu verurteilen…“

        Bitte mal die Stelle zitieren, in der du dich oder „die Menschen“ verurteilt siehst.

        🌿

        Robert: „Liebe … als Ideal zwar stimmt, aber in der konkreten Realität bloß eine abstrakte Zielvorstellung sein kann“

        • Liebe ist keine Idee
        • Liebe ist keine Abstraktion.
        • Liebe hat kein Ziel
        • Liebe ist keine Vorstellung

        🌿

        Robert: „Du sagst selbst, dass es viele Arten der Liebe gibt“

        ◾ Nur Liebe ist Liebe.
        ◾ Alles andere ist was anderes.

        Hier zitiere ich mich mal selber:

        „Zunächst muß geklärt werden, von welcher „Liebe“ überhaupt die Rede ist, denn üblicherweise verwenden wir die selben 5 Buchstaben für ganz verschiedene Dinge; es wird nicht unterschieden zwischen…

        ◾ Sex
        ◾ Liebe
        ◾ Gefühle
        ◾ Liebhaberei
        ◾ Bedürftigkeiten“

        Zitat-Ende

        Es macht Sinn, wenn jeder für sich (der Wahrheit wegen) den Dingen auf den Grund geht und selber überprüft, ob er/sie sich gerade in Liebe befindet, oder ob sich in Wirklichkeit eine Absicht, ein Begehren (welcher Art auch immer) dahinter versteckt.

        🌿

        Robert: „nur die eine Liebe ist wirklich Liebe, mag auch stimmen, bleibt aber zahnlose Theorie“

        Ist wirkliche Liebe für dich bloß eine Theorie?
        Willst du sagen, daß du sie gar nicht kennst?

        🌿

        Robert: „Dann würde ich die Latte so hoch legen, dass…“

        Das klingt, als befändest du dich im Vergleichen oder in einem Wettbewerb.

        Wenn du für dich – an der Wahrhaftigkeit orientiert – überprüfst, ob du in einer Situation liebst oder ob in Wirklichkeit eine Bedürftigkeit dahinter steckt und wenn ich für mich die selbe Untersuchung und die klare Unterscheidung an mir selber vornehme – wo ist da ein Wettbewerb?

        Die Referenz bildet nicht jemand
        anderes ― sondern die Wahrheit.

        🌿

        Es gibt Begriffe, die auf „etwas“ deuten, das sich positiv kaum formulieren läßt. Man nähert sich ihm sprachlich leichter, indem man sagt, was es alles NICHT ist.

        Die Formulierung: „Meine Frau“ ist das Anzeigen von Besitz, nicht das von Liebe.

        ✿ Bindung… ist nicht Liebe.
        ✿ Bedürftigkeit… ist nicht Liebe.
        ✿ Kontrollzwang… ist nicht Liebe.
        ✿ Sexuelle Anziehung… ist nicht Liebe.
        ✿ Romantische Gefühle… sind nicht Liebe.
        ✿ Vermeidung von Alleinsein…. ebenfalls nicht.

        Dem Interessierten empfehle ich den Text von Jiddu Krishnamurti über die Liebe (siehe Link vom SEPTEMBER 30, 2022 UM 8:58 AM).

        Ist aber keine leichte Kost! Er ist krass. Für den Anfänger nicht leicht verdaulich. Seine Lektüre bedarf einer teuren Voraussetzung – nämlich der Bereitschaft zur Wahrhaftigkeit! …sich selbst gegenüber.

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          1. Sandra: „…weswegen ich dir für den Kommentar danke, aber nicht drauf eingehen werde“

            Ist ja auch an den Robert gerichtet. 😉
            …meine Antwort auf seine Antwort.

            🌼

            Sandra: „Krishnamurti ist immer eine gute Wahl“

            Dann hast du seine Worte zum Thema Liebe wohl noch nicht gelesen? 😎 Die Wahrheit klingt eher selten nett und der Jiddu hat es mit der Wahrheit.

            Ja, die Wahrheit ist immer eine gute Wahl.

            Diese Zeilen zu „Erinnerung“ und „Wahrheit“ fand ich heute morgen in meinem eMail-Kasten vor:

            „Weil sich unser Blick mit jedem Moment verändert, sehen wir niemals die Wahrheit wenn wir zurückblicken. Wir sehen die Vergangenheit mit dem Blick von jetzt. Darum ist jede Erinnerung Unwahrheit weil der Blick von damals ein anderer Blick als der von heute ist. Wollten wir die Erinnerung in ihrer tatsächlichen Wahrheit erinnern, so müssten wir diese mit dem Blick von damals betrachten, was ganz und gar unmöglich ist. Aus diesem Grund ist es müßig über irgendeine Erfahrung in der Vergangenheit nachzudenken oder sich einzubilden dass man es hätte besser machen können. Es war wie es war und wäre anders nicht möglich gewesen.“ ― Salia

            Was wahr ist, ist wahr.

            🌼

            Ein freudvolles Wochenende
            wünscht Nirmalo

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        1. Du sagst: „Die Menschen deswegen zu verurteilen…“
          Wo hab ich das gesagt?

          Aber egal, ich lebe in der Realität und nicht in einer abstrakten „Wahrheit“. Diese Wahrheit ist im Kopf und nicht im Herzen. Dort ist Verstehen für Menschlichkeit! Die Liebe liegt nicht in einem abstrakten Ideal, das stimmt schon. Genau das meinte ich!

          Ja, viele verwechseln Liebe mit was anderem. Mit allem, was du aufgezählt hast. Du darfst dich ruhig besser fühlen als all diese anderen.
          Fakt ist: Dieses sich besser Fühlen als die anderen ist das erste Hindernis auf dem spirituellen Weg – und über dieses Hindernis kommen nur wenige hinweg. Die reden dann weiter von der bedingungslosen Liebe – aber sie reden nur….

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