5 Inspirationen – Woche 22

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Ich hörte einen Podcast mit Remo Largo. Sein Lebenswerk ist beeindruckend genug und wohl den meisten bekannt, was mir von diesem Podcast speziell geblieben ist, sind zwei Dinge: Jeder Mensch ist einzigartig, es gab ihn nie vorher und wird ihn nicht mehr geben. Der Mensch ist bestimmt durch seine Anlagen, die er nicht verändern kann. Er kann seine Möglichkeiten aber ausschöpfen und genau das zu tun gibt dem Leben auch einen Sinn. Es geht also darum, sich selber kennenzulernen und zu sehen, wozu man in der Lage ist, was einem liegt, weil es in einem angelegt ist. Das Zweite war sein Spruch vom Getriebensein: Schöpferische Menschen seien immer getriebene, sie wollen nicht, sie müssen schaffen. Das kenne ich von mir, merke, dass ich innerlich unruhig und unzufrieden werde, wenn ich nicht kann, weil äussere Umstände dazwischen kommen. Wie oft hörte ich, ich solle gelassener sein, es käme ja ein neuer Tag. Aber nein, das geht nicht. Irgendwie spürte ich wie eine Bestätigung, so sein zu dürfen.
  • Ich las einen Artikel mit einem Interview mit Francis Fukuyama, Professor in Stanford, Politikwissenschaftler und politischer Ökonom. Er vertritt darin eine Sicht, die ich seit langem – leider oft auf verlorenem Posten – teile: Wir reiten unsere Demokratie zugrunde. Offene Dialoge finden kaum mehr statt, jeder versucht krampfhaft, die eigene Meinung als der eigenen Identiät geschuldete Maxime hochzuhalten, andere Argumente werden ausgeblendet, beschimpft, in den Sozialen Medien, welche praktisch der Totalersatz früherer Marktplätze und Stammtische sind, geblockt und damit unsichtbar gemacht. Genehm ist, was einem entspricht. So ist keine Demokratie möglich, die wirklich noch beinhaltet, was der Begriff verheisst.
  • Kürzlich sass ich beim Nachtessen und mir ging spontan durch den Kopf, wofür ich alles dankbar bin. Ich hatte – vor allem in schwierigen Zeiten – ein Ritual, mir jeden Abend drei Dinge zu notieren, für die ich an dem Tag dankbar war. Das half mir, den Blick vom Dunkel ins Licht zu heben, das half mir, einen klareren Blick zu bewahren. Es kam dann eine Zeit, in welcher sich die drei Punkte jeden Tag hätten wiederholen können. Nicht, dass nichts mehr schlecht war, aber das Gute war immer auch im Blick und half, die Waage im Gleichgewicht zu halten. Heute dachte ich an die Dankbarkeitsübungen zurück, war dankbar, sie in dunklen Zeiten zur Hand gehabt zu haben. Und ich spürte das wunderbare Gefühl, das Dankbarkeit in mir auslöste. Einfach mal wieder hinschauen. Dankbar sein. Danke sagen. Es tut so gut.
  • Manchmal ertappe ich mich dabei, zu viel zu wollen. Ich schreibe ganze Listen, was ich unbedingt an dem Tag reinbringen will, darunter auch ganz viele kreative Projekte. Und dann bleibt die Inspiration aus, die Schaffenskraft versiegt, ich sitze da und bin unzufrieden. Ich habe gemerkt, dass es oft mehr bringt, ohne Vorsätze, ohne Absichten an die Dinge heranzugehen. Vielleicht mich einfach mal ein wenig treiben lassen zuerst. Sehr oft springt mich dann etwas an, das mich inspiriert, das einen Gedanken auslöst, aus dem sich dann ganz viel entwickelt. Und einmal dran, läuft der Tag nachher wie von selber. Vielleicht ist dies dieses „In der Ruhe liegt die Kraft“?
  • Abschliessen möchte ich mit einem Gedicht. Zwar sind die Temperaturen schon sommerlich draussen, aber ich lasse Ludwig Uhland doch nochmals den Frühling preisen:

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Ende.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiss nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun armes Herz, vergiss die Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Ein Gedicht, das Hoffnung macht, das nicht nur den Frühling lobt, sondern darauf hinweist, dass nach kargen, kühlen, düsteren Zeiten auch wieder andere kommen. Wie tröstlich, wenn man das in den schweren Zeiten im Sinn behalten kann.

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

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