5 Inspirationen – Woche 6

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Erich Fromm: Die Kunst des Liebens – es ist nicht das erste Mal, dass ich das Buch lese, und doch packt es mich immer wieder in seiner Klarheit, in seiner Einsicht. Der Mensch, ein Wesen, das Zugehörigkeit und Verbindung braucht wie die Luft zum Atmen, so Fromm, leidet unter seiner Abgrenzung gegen andere Menschen und gegen die Natur. Es gibt verschiedene Wege, diese Abgrenzung aufzulösen: Orgiastische Zustände, Konformität und eben Liebe. Das Bewusstsein, dass wir alle verbunden sind und nur in dieser Verbindung leben können, hilft, sie zurück ins Leben zu bringen. Ein schönes Zitat dazu:„Es gibt im anderen Menschen nichts, was es nicht auch in mir gibt. Dies ist die einzige Grundlage für das Verstehen der Menschen untereinander.“ (Erich Fromm)Das fällt nicht einfach zu, das ist eine Kunst, die wie jede andere neu gelernt und gepflegt werden will.
  • Ich brauche mehr Gelassenheit. Das wurde mir wieder einmal bewusst. Dabei kam mir ein Zitat in den Sinn, das genau das ausdrückt:
    “ Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ (Reinhold Niebuhr)

    Wie oft hadere ich mit Dingen, die noch gar nicht real sind, reagiere aus Ängsten heraus, die auf wenig realen Füssen stehen, oder rege mich über Dinge auf, die schlicht nicht in meiner Hand liegen. Und wenn sie das tun, sollte ich mich nicht aufregen, sondern etwas ändern. Ich arbeite dran….
  • Eine wahre Freude war die Rede von Neil Gaiman, die er 2012 vor einer Abschlussklasse hielt: Make good Art! Er plädiert dafür, sich eigene Ziele zu setzen und darauf zuzugehen – aus ganzem Herzen und mit Freude. Er windet Fehlern einen Kranz, denn sie zu machen bringt einen weiter. Sei du selber, sprich mit deiner Stimme, denn alle anderen Stimmen gibt es, die deine ist das Einzigartige in der Welt – so Neil Gaiman! Eine grossartige Rede voller Witz, Einsichten, Bescheidenheit, Inspiration.
  • Ich mochte sie immer sehr, doch in der Flut des Lesestoffes und da es doch viele tolle Dichter und Schriftsteller gibt, ging sie ein wenig unter. Diese Woche hätte Else Lasker-Schüler ihren 152. Geburtstag gefeiert und ich las ein paar Gedichte von ihr – und sie berührten mich tief, liessen mich innehalten, eintauchen, durchatmen, mich freuen. Schön, solche unverhofften Momente ganz für sich zu finden und zu geniessen.
  • Kochen – Ich liebe es, auf Rezeptseiten zu stöbern und neue Gerichte zu finden. Zwar koche ich höchst selten streng nach Vorschrift, finde immer etwas, das ich für mich austausche oder „optimiere“, und doch bin ich auch diese Woche wieder auf Gerichte gestossen, die ich so von selber nie gekocht hätte, die aber von Anfang bis Ende ein Erlebnis waren: Die Suche nach dem Rezept, die Jagd nach den teilweise komplizierten Zutaten, die Planung der Zubereitung, die effektive Zubereitung und die Freude, wenn es gelingt. Im Kochen liegt für mich schlicht viel Kreativität, Vorfreude und beim Gelingen erst noch Genuss.

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

5 Inspirationen – Woche 4

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Ich las einen spannenden Artikel von Hannah Mann „Oh Mann“. Es ist kein Anschlag auf den Mann als wie auch immer gesehenes Wesen, sondern die Geschichte der Urenkelin von Heinrich Mann, ihre Gefühle für ihre berühmten Vorfahren und deren Bücher sowie ihren Wunsch, selber zu schreiben – und wie sie ihn sich schliesslich verwirklichte. ()
  • Angeregt durch ein Foto auf Instagram habe ich Brené Browns Buch „Gaben der Unvollkommenheit“ wieder in die Hände genommen und zu lesen begonnen. Und es hat mich gleich wieder gepackt, zum Nachdenken und auch zum selber Schreiben angeregt. Wichtig, richtig und schön fand ich dieses Zitat (neben vielen anderen):

„Lass los, was du glaubst, sein zu müssen, und umarme, was du bist.“

  • In einem Artikel in der Zeit las ich einen Artikel über die liebsten Kinderbücher von acht Prominenten. Nicht nur erinnerte ich mich an die von ihnen erwähnten Kinderbücher und schwelgte in Erinnerungen (eines wollte ich sogar sofort wieder lesen – ihr dürft gerne raten, welches davon), ich tauchte auch in die eigenen Kinderbuch-Erinnerungen ab. Es gab viele Bücher, die mich in meiner Kindheit begeistert und begleitet haben. Eines kam mir speziell in den Sinn. Ich habe darüber dann einen kleinen Text geschrieben. Was waren eure liebsten Kinderbücher?
  • Ich las schon oft, man solle immer mal wieder etwas Neues machen oder die gleichen Dinge auf neue Weise. Das halte flexibel, rege die Kreativität an. Auch las ich an vielen Orten, dass gerade in Zeiten wie diesen mit den Einschränkungen von Corona die Gelegenheit gut wäre, mit etwas Neuem zu beginnen, etwas Neues zu lernen. Nun weiss ich nicht, ob einer der beiden Gründe bei mir ausschlaggebend war, aber: Ich habe mir ein Keyboard gekauft. Als Kind spielte ich Orgel, später Klavier. Unter Zwang und wenig geliebt. Zwar hiess es, ich hätte Talent, doch ich hatte keine Freude und schon gar keinen Sinn fürs Üben. Viel lieber las ich oder kletterte auf Bäumen. Im Erwachsenenalter gab es immer mal wieder Phasen, in denen ich das bereute. Und ich wollte nachholen, was ich verpasst hatte, wollte spielen lernen und dann all die schweren Stücke mit Bravour meistern. Ich kaufte ein Klavier, verkaufte es praktisch unbespielt wieder. Einmal kaufte ich ein Keyboard, hatte grossen Spass dran, doch fand dann, das sei nicht das Wahre, es müsste ein Klavier sein. Ich verkaufte das Keyboard und kaufte ein ePiano. Die Freude war weg und das Piano auch bald. Und nun war er wieder da. So unermüdlich drehte er in meinem Kopf. Ich möchte wieder diese Freude mit dem Keyboard haben. Ich möchte einfach mal ein paar Töne klimpern. Ohne Anspruch, ohne dass etwas entstehen soll. Und ich drehte und wendete ihn, er ging nicht weg. Und nun steht es da. Und ich habe Freude. Und es ist das erste Mal wohl, dass ich das ohne Anspruch tun will. Einfach für mich und zum Spass. Und ja, es wird wohl keinen Türkischen Marsch geben und auch Chopins Nocturne wird weiter vom Band gespielt und nicht aus meinen Tasten. Etwas, das ich lernen musste und ziemlich lang brauchte dafür: Ich muss nicht alles können, es muss nicht alles etwas genügen. Ich darf auch einfach mal nur Spass haben. Aus dem Stück: Die späten Lehren einer Perfektionistin….
  • Ich stiess per Zufall auf das Hörbuch von Theodor Fontane, Von zwanzig bis dreissig. Ich bin begeistert. Ich liebte Fontane immer, habe praktisch alles von ihm in meinem Regal und auch gelesen, aber ich hatte vergessen, wie grossartig er schreibt, mit wie viel Humor, Sprachgefühl, Lebendigkeit. In dieser Autobiographie fiel mir besonders auf, wie die Beschreibungen von Situationen aus der Erinnerung seinen Beschreibungen in den Romanen ähnelt. So liest sich auch die Biographie wie einer. Ich kann das Buch nur ans Herz legen – noch besser, um es zu lesen, aber auch das Hören ist eine Freude. Mich inspiriert es dazu, mich auch an mein Leben erinnern zu wollen. Ich bin ein Mensch, der sich eigentlich selten erinnert, ich vergesse mehr, als dass ich behalte. Auch bewahre ich keine Erinnerungsstücke an Situationen oder Menschen auf. Die sind bei mir in mir drin, die Menschen im Herzen und durchaus auch im Sinn. Ich möchte mich aber gerne bewusster erinnern, an Kleinigkeiten, die irgendwo in mir verborgen schlummern, und möchte diese Erinnerungen zu Geschichten werden lassen.

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

5 Inspirationen – Woche 3

Es ist ein neues Jahr, doch irgendwie hat sich gar nicht viel verändert. Das ist ja meistens so. Wir setzen uns zeitlich Termine wie Geburtstage, Jahresenden und -anfänge und dann soll alles anders sein. Dabei war nur eine normale Nacht dazwischen. Noch immer ist Corona in aller Munde, die Möglichkeiten sind beschränkt, die Aussichten ungewiss. Ich versuche weiter, das zu sehen, was geht, das bewusst wahrzunehmen, was gut ist – so auch heute wieder die fünf Inspirationen der letzten Woche.

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Ich stiess im Netz auf einen Artikel über die täglichen Routinen von Schriftstellern, ein Thema, das mich schon lange interessiert: Wie tut ein Schriftsteller das, was er tut? Ich schrieb auch meine Masterarbeit zu diesem Thema am Beispiel von Thomas Mann. Die Herangehensweisen an das Schreiben sind oft unterschiedlich, und doch finden sich auch Parallelen. Etwas, das ich oft las, dass viele Schriftsteller eine tägliche Routine haben, dass sich die Tage und das Schreiben in immer gleichem Rhythmus abspielt. Diese Verpflichtung dem eigenen Schreiben gegenüber scheint, so interpretiere ich das, eine grundlegende Voraussetzung zu sein für das erfolgreiche Schreiben (im Sinne eines wirklich stattfindenden und zu einem Ergebnis führenden). In dem Zusammenhang finde ich es auch spannend, die Schreibplätze von Schriftstellern zu sehen – dazu gab es in der NY Times mal einen Artikel: Hier
  • Gerald Hüthers Buch „Würde“ hat mich zum Nachdenken angeregt – nicht zum ersten Mal: Hier die Rezension. Was bedeutet Würde eigentlich? Ist sie eine absolute Grösse oder aber eine individuelle Bestimmung? Können wir als Einzelne würdevoll leben oder bedürfen wir der Gesellschaft dazu? Ist ein Leben im Alleingang würdevoll oder zeigt sich Würde gerade auch im Miteinander?
  • Freundschaft – diese Woche wurde mir einmal mehr bewusst, wie wichtig Freunde sind, wie wichtig, irgendwie lebensnotwendig es ist (in meinem Leben teilweise wirklich wortwörtlich), welche zu haben. Menschen, die da sind Die auch ehrlich sind. Die dir deine Schwächen durchaus zeigen, aber dich trotzdem lieben und dich damit begleiten. Bei denen du weisst: Ich muss mich nur melden, da kommt was zurück. Ich kann drauf zählen. Ich bin sehr dankbar, in meinem Leben Menschen kennengelernt zu haben, die ich wirklich Freunde nennen darf. An einem Tag, an dem ich Freunde brauchte waren welche da. Und ich las zufällig (?) dieses Gedicht:

Der Freundschaft Immergrün
Glücklich, was in Lieb und Treue
sich hienieden einst verband
und sich immerfort aufs Neue
noch wie weiland wiederfand!
 
Schön wie eine liebe Sage
klinget die Erinnerung
und im Zauber schöner Tage
fühlt das Herz sich wieder jung.
 
So nur gibt′s für uns kein Altern,
kein Verwelken, kein Verblühn,
wenn wir treu verbunden halten
fest der Freundschaft Immergrün.
(Hoffmann von Fallersleben, * 02.04.1798, † 19.01.1874)

  • Dankbarkeit – die Freundschaft führt mich gleich zum nächsten. Aristoteles nannte das grösste Gut des Menschen die Glückseligkeit. Damit war durchaus etwas anderes gemeint das das heute alltägliche Glück – und doch… ich würde die Dankbarkeit höher einstufen. Jeden Tag zu sehen, wofür wir dankbar sein können, ist eine Gabe und eine Wohltat. Ich sage nicht, dass damit jeder Schmerz und jedes Leid aus dem Leben weggewischt ist, aber: Selbst wenn wir leiden, selbst wenn Dinge weh tun: Wir haben immer auch gute Dinge im Leben. Es hilft oft schon viel, sich diese wieder ganz bewusst vor Augen zu führen. In ganz dunkeln Stunden im Leben habe ich immer wieder damit begonnen, mich abends hinzusetzen und fünf Dinge aufzuschreiben, wofür ich an dem Tag dankbar war. Ich habe immer fünf Dinge gefunden. Die mussten nicht gross sein. Ein schönes Gespräch beim Einkaufen, eine Blume am Wegesrand, ein Hundespaziergang bei Sonnenschein, ein Lächeln, ein schönes Lied, das Erinnerungen weckte… ich hätte sie übersehen in all dem Tagesgeschehen und dem drückenden Leid. So aber brachten sie ein Gegengewicht – ein Wohlgefühl sogar. Und das tat gut. Und genau das hatte ich so dringend nötig. Und ja, vielleicht ist auch das schon ein kleines Quäntchen Glück.
  • #the100dayproject – Es ist nicht neu, es findet glaube ich schon viele Jahre statt. Es geht dabei darum, 100 Tage einem Projekt zu widmen und dies dann in den sozialen Medien zu zeigen. Die Idee dahinter ist nicht neu: Wenn man etwas lang genug macht, entwickelt sich eine Routine, man wird besser. Da man aber mit solchen Projekten oft alleine ist und bei einem Durchhänger alles schwer wird, soll die Gemeinschaft der Mitstreiter helfen, die Motivation zu behalten. Es gibt dafür ein bezahltes Programm, aber das ist für mich gar nicht nötig. Das offizielle Projekt startet am 31. Januar, aber eigentlich kann man zu jedem Zeitpunkt anfangen. Nur schon die eine Frage finde ich wertvoll: Was ist mir so wichtig, was möchte ich so gerne, dass ich mich für 100 Tage verpflichten würde, es zu tun. Um selber zu wachsen. Um selber tiefer zu gehen und zu sehen, ob es wirklich meins ist. Oder auch schlicht: Um Spass zu haben. Ich habe ein paar Ideen für meinen Instagram-Account. Ich kann nicht garantieren, dass ich es jeden Tag machen werde, denn dann und wann werden Aktualitäten dazwischen kommen… aber ich bin gespannt. Und ich lasse mir die Zeit bis zum 31. Januar noch für die definitive Entscheidung.

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

5 Inspirationen – Woche 2

Während ich das hier schreibe, schneit es draussen ohne Unterlass, Romanshorn versinkt im Schnee. Während ich Winter eigentlich nicht so gerne mag, freut sich mein kleiner Hund so sehr über diesen Schnee, dass ich gar nicht anders kann, als mich auch zu freuen. Am liebsten aber sitze ich drin und lese, ab und an einen Blick über die Schneelandschaft streifen lassend.

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Ein Podcast, der mich sehr beeindruckte, war der Podcast Hotel Matze mit Martin Suter. Martin Suter, bekannter Schweizer Autor von Büchern wie „Lila, Lila“, „Die dunkle Seite des Mondes“ und vielen mehr spricht mit Matze Hielscher übers Schreiben, über die Gründe hinter seinem Schreiben, über seinen Werdegang und vieles mehr. Beim Hören sieht man das schelmische Grinsen des Autors förmlich vor sich, das Interview war eine wahre Freude und ich habe auch den einen oder anderen Gedanken für mich mitgenommen.
  • Man könnte meinen, es sei unpassend bei diesem Wetter ein Buch mit dem Titel „Das Buch eines Sommers“ (Bas Kast, hier die Rezension) zu lesen – aber: Weit gefehlt. Das Buch regt zum Nachdenken an, lädt zur Einkehr ein. Wann könnte man das besser als im Winter, wenn das Wetter draussen ungastlich ist und man zu Hause im Warmen mit einer Tasse Tee auf dem Sofa sitzt?
  • Bei Austin Kleon las ich mal das Zitat: „First fake it, than make it“ (aus dem Buch „Alles nur geklaut“). An dieses Zitat erinnerte mich der Artikel, den ich kürzlich las: How to get inspiration from others without copying their creation
  • Eigentlich wäre ich aktuell noch im warmen Spanien, mir fehlen Sonne, Licht und Farben und auch das südländische Gefühl lässt sich in der winterlichen Schweiz nicht wirklich einstellen. So holte ich mir ein wenig Süden ins Wohnzimmer mit dem Fado – zwar nicht aus Spanien, aber Portugal ist ja nicht weit weg. Zudem: Mir gefällt die Mischung aus Melancholie und Lebensfreude, das so tief spürbare Gefühl in den Liedern. Was bedeutet euch Musik? Mir war sie immer sehr wichtig. Sie fängt mich auf in meinen Gefühlen.
  • Etwas, das mich immer wieder inspiriert und anregt, sind Notizbücher. Ich kann nicht genug von ihnen haben – und: Es gibt auch so viele wunderschöne. Was ich an Notizbüchern schön finde, ist die Möglichkeit, eigene Welten zu erdenken und sie niederzuschreiben. Oder zu zeichnen, was ich auch oft tue. Auch unterwegs habe ich immer ein Notizbuch dabei. So gibt es nie Momente der Langeweile. Ich zeichne, schreibe, lasse meine Gedanken ziehen, notiere, was mich anspringt. Ich kann das nur empfehlen. Ich hatte ganze Regale vollgeschriebener und bemalter Notizbücher. Bei meinem letzten Umzug habe ich mich von den meisten getrennt, nur ein paar wenige kamen mit. Es werden schon wieder mehr in den Regalen, ein Ende ist nicht in Sicht.

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

5 Inspirationen – Woche 1

Nun geht auch schon die erste Woche des neuen Jahres zu Ende. Die Woche war bei mir sehr intensiv, sie war geprägt von Einkehr, von Fragen an mich und mein Tun. Erstens habe ich mir vorgenommen, bewusster durchs Leben zu gehen, mir bewusster, zweitens ist ein Geburtstag ja immer auch die Gelegenheit zu fragen: Bin ich die, welche ich sein will, mache ich, was mir entspricht?

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Morgenseiten: Ich habe wieder begonnen, jeden Morgen gleich nach meiner Yogapraxis zu schreiben. Bei diesem Schreiben geht es darum, zehn Minuten ohne Unterbruch zu schreiben, was einem ohne Nachdenken einfach in den Sinn kommt – ohne Korrektur und Bewertung.
  • Die Morgenseiten werden schön beschrieben in Doris Dörries Buch „Leben Schreiben Atmen – eine Einladung zum Schreiben“. Dieses Zusammentreffen ist eher zufällig, ich hatte damit nicht gerechnet, als ich begann, dieses Buch als Hörbuch zu hören. Mir gefällt der autobiographische Ansatz des sich Erinnerns, die kleinen Anekdoten aus dem Leben, anhand derer Doris Dörrie aufzeigt, wie Schreiben zu einem bewussteren Wahrnehmen des eigenen Lebens führen kann.
  • Ein Gedicht von Joseph von Eichendorff fand ich auch sehr inspirierend:
    Wünschelrute
    Schläft ein Lied in allen Dingen,
    die da träumen fort und fort,
    und die Welt hebt an zu singen,
    triffst du nur das Zauberwort.

    Mögen wir die Lieder in den Dingen hören und uns dran erfreuen.
  • Persönliche Herausforderungen – Ich habe mir auf Instagram selber eine „Challenge“ (es gibt auf Instagram auch ganz viele organisierte Challenges, bei denen man mitmachen kann) auferlegt: 100 Tage zeichne ich einen Vogel. Egal in welchem Stil, einfach ein Vogel muss es sein. Was ich nach nun 35 Tagen gemerkt habe:
    • Reduktion entfaltet Kreativität.
    • Wiederholung tut dasselbe
    • Neugier entwickelt sich aus dem Wunsch, neue Wege zu begehen
    • An etwas dran zu bleiben bringt eine neue Art Ernsthaftigkeit ins Tun
    • Ich liebe Vögel (gut, das war nicht neu)

      Eine solche persönliche Herausforderung kann ich wirklich empfehlen. Das kann auch unabhängig von sozialen Medien passieren, muss rein gar nichts mit Kunst oder Kreativem zu tun haben.
      Mögliche Projekte, die mir spontan in den Sinn kommen: 100 Tage jeden Tag
    • ein Gedicht lesen
    • etwas aus dem Haushalt werfen, um zu reduzieren
    • sich etwas sagen, das man an dem Tag gut gemacht hat
    • für etwas dankbar zu sein
    • Morgenseiten zu schreiben, um zu sehen, ob das etwas wäre
    • die eigene Kaffeetasse zeichnen
  • Der Podcast „Inside the Edge“ mit Tami Simon. Ich hörte die Folge mit Rebecca Walker und Lily Diamond, in dem es darum ging, wie man dem eigenen Leben eine neue Geschichte zugrunde legen kann. Das Prinzip ist nicht neu, schon Paul Ricoeur nannte die Identität eine narrative, weil sie sich aus den Geschichten zusammen setzt, die wir uns selber erzählen. Und wenn man mal hinschaut, was man sich so alles erzählt und unzufrieden damit ist, dann könnte man sich doch fragen, ob das wirklich alles war – oder ob die eigene Lebensgeschichte nicht ganz viel beinhaltet, das im Alltag einfach ausgeblendet ist, wenn wir unsere Geschichten erzählen. Und wer weiss: Vielleicht ergäbe eine neu erzählte Geschichte ein ganz neues Leben. Die Gedanken sind nicht aus dem Podcast, sondern die meinen basierend auf meinen Studien zur narrativen Identität, was aber bei der Suche nach einer eigenen Geschichte helfen könnte, ist das Buch, das Rebecca Walker und Lily Diamond herausgegeben haben: What’s your Story?

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!