Heute vor einem Jahr ging ich ins Bett und ich wusste: Morgen wird nichts mehr sein, wie es mal war. Zwar war es lange schon nicht mehr genau so, wie es war – und vielleicht war es nie so, wie ich im Moment dachte, dass es gewesen wäre, aber: In dem Moment des Ins-Bett-Gehens war klar: In dieser Nacht passiert etwas, von dem ich immer dachte, dass ich nach diesem Einschnitt nicht mehr weiterleben könnte. Wollte. Möchte, Könnte.

In dieser Nacht würde mein Vater sterben.

Als im August 2017 die Diagnose Lungenkrebs feststand – mit allem drum rum – war mir sofort klar: Da kommen wir nicht mehr heil raus. Wie viel Zeit uns noch bleiben würde, stand offen, die Hoffnung war natürlich da, dass es viel wäre und sie – vor allem – für meinen Vater schön sei. Anfangs sah es gut aus. Ich besuchte ihn täglich, nutzte die 5 Stunden Reise zum Malen, Schreiben, Denken. Wir lachten zusammen, schwiegen zusammen, plauderten, hingen Erinnerungen nach. Es war wie immer, nur dass wir uns viel öfter sahen, früher telefonierten wir mehr, feierten die Treffen aber entsprechend mit einem guten Champagner und ebensolchem Rotwein. Wir wusste unser Zusammensein zu geniessen. Er feierte es offensichtlich und mir war es ein Fest.

Das Feiern und Festen fiel weg nach der Diagnose. Er vertrug keinen Alkohol mehr. Bald ertrug er immer weniger, da ihm die Kraft fehlte. Und das Lachen kam ihm abhanden. Anfangs tat er noch als ob. Dann fehlte sogar die Kraft dafür. Was vielleicht gut war und viel früher hätte passieren sollen. Vielleicht hätte er dann mehr Kraft für anderes gehabt. Aber darüber nun nachzudenken, ist müssig. Es war, wie es war. Er lebte sein Leben, wie er es konnte. Und wollte.

Wir waren nie viele in unserer Familie. Im engen Kreis waren es nur drei. Und mein Vater und ich waren der engste Kreis. Für mich. Meine Mutter warf mir ab und an vor, dass es auch für ihn so sei. Ich hatte deswegen ein schlechtes Gewissen. Und war auch ein wenig stolz. Und froh. Nicht ganz alleine zu sein. Drum kam wohl schon früh der Gedanke auf: Wenn ich ihn nicht mehr hätte, gäbe es kein Leben mehr.

Und nun standen wir also an dem Punkt. Alle Therapien hatten keinen Erfolg gehabt, der Krebs hatte alle Organe befallen, löste immer wieder neue Schlaganfälle aus, die Kraft schwand – mit ihr der Lebenswille. Aus einem einst fröhlichen, das Leben geniessenden, sozialen Menschen war ein stiller, in sich gekehrter Mensch geworden. Das war er – wenn man ihn kannte – schon vorher, nur wusste er es da noch zu überspielen. Und schon wieder sind wir an dem Punkt: Er war, wie er war, weil er es sein wollte. Er machte die Dinge mit sich selber aus. Mich liess er ab und an reinschauen. Weil er wusste, er kann es mir eh nicht verbergen – wir waren uns zu ähnlich. Und so wusste ich: Ich werde ihn gehen lassen müssen. Zwar redeten die Ärzte noch von Eventualitäten, die aber alle ein paar Wochen maximal bedeutet hätten.

Papa und ich schauten uns an. Und wir verstanden uns. Und wir verabschiedeten uns. Sagten: Wir überlegen uns all die Möglichkeiten noch bis zum Wochenende. Das war am Dienstag. Am Mittwoch Abend kam das Telefon: „Er wird die Nacht nicht überleben.“ Obwohl es klar gewesen war, traf es. Ein weiterer Schlag in dieser Zeit der immer neuen Schläge: Das vorher Vertraute hatte über die Zeit immer mehr abgenommen, war teilweise in eine Umkehrung der Rollen gegangen. Und nun also der endgültige Bruch. Ich war feige, ich schluckte eine Schlaftablette.

Am Morgen kam der Anruf meiner Mutter: „Papa ist gestorben.“ Und ja, es fühlte sich an wie ein eigener kleiner Tod.

„Am Ende wird alles gut.“

Diese Worte hat mein Vater in seiner letzten Zeit immer wieder gesagt. Und ja, für ihn war es gut, wie es gekommen war. In dem Moment hielt ich mich daran. Und hoffte auch ein wenig für mich, dass es so kommen würde. Frei nach dem Motto:

„Am Ende wird alles gut. Und ist es nicht gut, ist es noch nicht das Ende.“

Ich werde morgen ein Schild mit seinem Namen, seinen Daten und diesem Spruch in meiner Herzensheimat Spanien auf einem Stein nah dem Meer platzieren. Und werde an den Menschen denken, der mein Leben lang bei mir war. Für mich war. Und dankbar sein. Ihn gehabt zu haben. Und ja, vielleicht wird auch morgen die eine oder andere Träne fliessen, wie sie es beim Schreiben dieses Textes tat. Wie schön wäre es gewesen, hätte er meinen Weg weiter begleiten können. Wie schön war es, dass er es so lange tat.

DANKE!

Sonnenschein und Meereswogen,
Sternenhimmel, Traumesnacht,
Blaue Wellen, Windesflüstern,
und ein Mond, der oben wacht.

Strandessand und Kieselsteine,
Muschelmeer und Fischgesang,
und Libellen zirpen leise:
Lebenszeit nimmt ihren Gang.

Tagestraum und roter Wein,
Herzgefühl und auch Sehnsucht,
könnt es so doch immer bleiben,
dass es ist, lässt dankbar sein.

©Sandra Matteotti

Ab und an denke ich: Es ist ein Scheissleben. Aber das ist es nicht. Es ist einfach, wie es ist. Nie fair, nie einfach, nie gerecht. Mit schönen Momenten, wertvollen Momenten, kleinen Schönheiten am Wegesrand, Hoch-Zeiten – und viel Schwerem. Man muss irgendwie innerlich schaffen, ein Gleichgewicht herzustellen.

Das klingt düster? Das mag sein. Mehr habe ich nicht. Ich habe viele Menschen gehen sehen. Ich stand oft selber kurz davor. Manchmal denke ich, es wäre eine Erlösung gewesen, und doch bin ich froh, hier zu sein. Das Leben ist schön. Es hat viel zu bieten. Und es nimmt viel. Es nimmt einem Menschen, kostet Kraft. Es bring Unsicherheiten. Es macht ab und an Angst.

Und immer geht man weiter. Man hadert, weint, schimpft. Und wenn es hart auf hart kommt, möchte man es behalten. So irgendwie. Vielleicht nicht genauso, wie es ist, aber doch behalten.

Wir können uns das Leben nicht aussuchen. Gewisse Dinge haben wir im Griff, für gewisse können wir kämpfen, einige kommen ungefragt. Und ab und an singen wir Halleluja, ab und an verfluchen wir alles – uns damit.

Am Schluss bleibt wohl nur, herauszufinden: Was liegt in meiner Macht?

  • Kann ich es ändern? Ok, ich ändere es! Alles gut!
  • Kann ich es ändern, es ist aber schwer? Ich mache es oder höre auf, zu heulen!
  • Ich kann es nicht ändern? Ich muss es schlucken und habe zwei Möglichkeiten:
    • ich verfluche das Leben
    • Ich verfluche das, was ich nicht ändern kann, sehe aber, dass es noch anderes gibt.

Mehr habe ich auch nicht. Ich hätte ab und an gerne mehr, glaube aber nicht an die Alles-ist-möglich-Sprüche, weil ich zu wissen glaube, dass es das nicht ist. Wir haben schlicht nur die Möglichkeit, mit dem, was möglich ist, umzugehen. Das ist viel, aber es rettet uns nie vor den Tiefen, die das Leben mit sich bringt.

Ich hoffe und wünsche mir, immer die Schönheiten zu sehen, die das Leben bringt. Sie machen das Leben lebenswert.

Zum Thema hätte ich noch ein bisschen Musik – ein Lied, das ich sehr liebe

Es gibt so Tage, da zweifelt man. Zweifelt an sich, am Leben. Es liegt nahe, sich dann mit anderen zu vergleichen. Da die Tage grad eher schwierig sind, fallen diese Vergleiche selten positiv aus:

Ich bin nicht reich, es gibt viele, die mehr haben als ich. Ich bin nicht schön, es gibt viele, die schöner sind als ich. Ich bin nicht klug, wie viele sind klüger als ich, haben mehr erreicht. Ich bin nicht glücklich, weil so viele schöner, klüger, reicher und erfolgreicher sind als ich.

Und dann denkt man:

Ich möchte doch nur glücklich sein.

Das möchte wohl jeder Mensch. Und dann malt man sich aus, was es denn bräuchte, um glücklich zu sein. Und man findet ganz viel, das zum Glück beitragen könnte:

Wie glücklich wäre ich, hätte ich mehr, dann könnte ich mir mehr leisten. Wie glücklich wäre ich, hätte ich nur erst Erfolg, dann hätte ich auch mehr Geld und die Menschen fänden mich gut, ich wäre akzeptiert, vielleicht gar angesehen. Wie glücklich könnte ich sein, wäre ich klüger, wüsste ich all das, was ich nicht weiss, mich ab und an schäme dafür. Und wenn ich nur erst den perfekten Mann, ein paar Kilos weniger, schönere Haare hätte, wenn ich mir das teure Kleid, den Urlaub in Italien und die Ausbildung in den USA leisten könnte.

In all dem Streben nach Glück und der Mittel, die wir denken, dafür zu benötigen, übersehen wir oft, was wir alles schon haben. Wir übersehen, dass wir, während wir das denken, überhaupt frei denken dürfen, dass wir das, was wir schon wissen, in einer Schule gelernt haben und die Ausbildung für uns normal war. Wir übersehen, dass wir einen Computer zu Hause haben und Zugang zum Internet, wo wir noch mehr Wissen anzapfen können. Das Handy ist zur Norm und Fernsehen, Zeitungen, Essen, ein Dach über dem Kopf, Kleider, die zur Jahreszeit passen, selbstverständlich geworden. Wir können uns solche Gedanken, solche Sehnsüchte leisten, da die elementaren Bedürfnisse gedeckt sind. Wir vergessen bei all dem zusätzlich, dass es viele Menschen gibt, die uns genau so lieben, achten und schätzen, wie wir sind, egal, ob wir Erfolg haben oder nicht, reich, schön, klug oder sonst wie privilegiert sind.

Vielleicht könnten wir längst glücklich sein. Vielleicht wäre bereits alles da, was uns glücklich macht, wenn wir es nur sehen könnten und ein wenig dankbar dafür wären? Vielleicht wäre die Dankbarkeit für das, was ist, der Schlüssel zum Glück? Was hilft es, wenn das Glück immer eine Nasenlänge voraus ist, wir es aber im Hier und Jetzt nie greifen können? Was ist Glück, wenn es immer an irgendwelche Dinge geknüpft sein soll, die a) nicht in unserer Hand, b) sehr vergänglich und c) schlicht nicht vorhanden sind?

Das Leben ist selten perfekt und alles hat man nie. Gewisse Dinge haben ihre Zeit, andere brauchen einen bestimmten Raum und ganz viele passen einfach nicht in unser Leben, weil dieses an einem anderen Ort und mit anderen Parametern stattfindet. So lange wir unser Leben und uns selber nicht so annehmen, wie wir sind, nicht mit Dankbarkeit sehen, was alles schon gut ist, so lange werden wir dem Glück vergeblich nachrennen. Und während wir das tun, verpassen wir all das, was glücklich machen könnte, weil es schon da ist.

Ich wurde kürzlich gefragt, was ich im und vom Jahr 2015 erwarte. Ich habe überlegt und musste sagen:

Ich wünsche mir, dass alles genauso bleibt, wie es ist. Damit wäre ich glücklich.

Ich habe sehr viel, für das ich dankbar bin. Das Jahr 2014 war nicht nur einfach, es hatte viele Hochs und Tiefs, viele schwierige Situationen. Einiges ging zu Ende, einiges fing neu an, manches schien kaputt und war nachher schöner als je zuvor. Das Leben ging seinen Lauf und es ging ihn gut. Nun, am Ende des Jahres, blicke ich auf mein Leben, wie es heute ist und ich kann nur sagen: Es ist wundervoll.

Wofür ich dankbar bin?

  • Für meine wunderbare Familie, die mein Hafen ist
  • Für meine Eltern, auf die ich seit bald 42 Jahren zählen kann
  • Dass ich wunderbare Freunde habe, auf die ich bauen kann und die mir wichtig sind
  • Dass wir alle gesund sind
  • Dass ich beruflich das machen darf, was ich liebe – im 2015 erst recht
  • Dass ich ein Zuhause habe, in dem ich mich wohl fühle
  • Dass ich genug Zeit habe, auch meine Leidenschaft (Bücher) zu pflegen
  • Dass ich überhaupt eine solche Leidenschaft habe
  • Dass wir in einem wunderschönen und im Vergleich sicheren Land wohnen
  • Dass ich ein eigenes Zimmer habe
  • Dass ich klar denken kann
  • Dass ich meine Meinung frei äussern darf – und kann
  • Dass ich auch schweigen kann – und darf
  • Dass ich die Ausbildungen machen konnte, die ich wollte
  • Dass ich neue Ausbildungen machen darf und werde
  • Dass es immer wieder weiter geht
  • Dass ich lachen kann, bis mir die Tränen kommen
  • Dass ich Menschen habe, die mit mir lachen
  • Dass ich weinen kann
  • Dass ich Menschen habe, die mit mir weinen
  • Dass ich Menschen habe, die mir Taschentücher reichen
  • Dass immer helfende Engel da waren, wenn ich sie brauchte
  • Dass ich nicht alles nennen kann, weil es zu viel ist

Das Jahr 2015 steht vor der Tür. Es bringt neue Herausforderungen für mich, auf die ich mich freue. Der Blog hier wird weiter bestehen, ich bin dankbar dafür, dass er sich entwickelt, wie er es tut. Ich bin dankbar dafür, dass da draussen Menschen sitzen, die ihn lesen, die ab und an ihre Gedanken zu meinem Schreiben teilen. Ohne euch wäre der Blog nicht, was er ist. Drum an dieser Stelle ein ganz grosses Danke. Fürs neue Jahr wünsche euch alles nur erdenklich Gute, möge auch in eurem Leben ganz viel sein, wofür ihr dankbar seid. Manchmal muss man es nur sehen.

Die Würde des Menschen besteht in seiner Wahl.

Dieser Satz von Max Frisch zierte lange Zeit das Haus neben dem, in welchem ich wohnte. Jeden Tag, wenn ich daran vorbei lief, las ich ihn aktiv und stimmte ihm innerlich zu. Der Satz wurde mittlerweile überstrichen und ich bin umgezogen, geblieben ist meine Liebe zu dem Satz und die tiefe Zustimmung.

Es ist mir wichtig, die Wahl zu haben. Die Freiheit, zu wählen, gehört für mich zu meinem Leben. Ich bin immer meinen eigenen Weg gegangen. Dass der Weg nicht immer linear war, blieb nicht aus. Wird meine Wahl eingeschränkt, fühle ich mich aus meinem Leben vertrieben. Es ist, als ob jemand das Ruder in meinem Boot übernommen hätte und nun rudern will. Weil er wüsste, wo ich hin müsste. Nur: Selbst wenn ich es selber nicht wüsste, wie sollte es jemand anders besser wissen als ich?

Alles, was mich einengt, zwingt mich in die Flucht. Alles, was mich steuern will, lässt mich gegensteuern. Manche nennen es Trotz, ich nenne es Selbsterhaltungstrieb, da ich nur ich bin, wenn ich den Weg selber definiere. Sonst bin ich eine Marionette und das will ich nie sein.

Ich habe Ideale und auch Vorstellungen. Die mögen utopisch sein, nicht gesellschaftlichen Massstäben entsprechen, vielleicht auch idealistisch klingen. Aber ich will die umsetzen. Es zumindest versuchen. Wenn es nicht klappt oder nicht so toll ist, wie anfänglich vorgestellt, kein Problem, ich plane um. Aber nie, ohne es vorher versucht zu haben. Und von jedem Versuch bleibt etwas hängen. Jeder Versuch, auch einer, der nicht das anfangs anvisierte Ziel erreichte, brachte weiter. Schön war immer, wenn ich die Versuche selber abbrechen konnte, nicht abbrechen musste. Das war nie ein Versagen, es war ein Gewinn. Weil: Ich hatte die Wahl und ich habe sie getroffen. Frei.

Ich habe in meinem Leben einiges probiert. Vieles habe ich wieder aufgegeben, gewisse Dinge blieben. Was immer blieb, war das Schreiben. Dass ich es heute leben darf, liegt daran, dass ich nie an dieser Wahl zweifelte. Ab und an am Erfolg derselben, nie aber am Schreiben selber. Ich ohne Schreiben, das gab es nie und wird es nie geben. Die Inhalte sind nicht immer gleich, aber das Schreiben bleibt. Sollte ich mal nicht mehr schreiben, bin ich tot. Ich wünsche mir, mitten im Satz zu sterben. Dann hätte ich bis ganz am Schluss das getan, was ich tun will, immer tun wollte, was mein Leben ist.

Ich bin dankbar, die Wahl zu haben. Ich bin dankbar, sie immer gehabt zu haben. Das Leben war nicht immer einfach, was sicher auch ab und an an meiner Wahl lag. Immerhin: Ich habe sie frei getroffen, nach bestem Wissen und Gewissen, ab und an ein wenig unbedarft, manchmal vielleicht auch überstürzt oder aus Launen heraus, aber immer ich. Ich bin ich, wenn ich die Freiheit habe von und die Freiheit zu. So beschrieb mich heute eine wunderbare Frau. Und sie hat mich voll durchschaut.

Oft gehen wir durchs Leben, hadern mit diesem und jenem, meist Kleinigkeiten, an denen wir uns aufhängen, und sehen nicht, was alles gut ist, wofür wir eigentlich dankbar sein könnten. Dankbarkeit ist so etwas, das unglaublich gut tut, auch ein wenig demütig macht, wenn man erkennt, was alles ist, weil man sieht, dass man zu vielem keinen Beitrag leistete, vieles als selbstverständlich annahm, ohne es zu schätzen. Genau hingeschaut zeigt sich grosses Glück – Glück, für das viele froh wären, während wir es hinnehmen und uns dem Hadern hingeben. Drum hier meine (unvollständige) Liste der Gründe, dankbar zu sein:

  • Ich bin geliebt und liebe
  • Ich habe Menschen um mich, die mir viel bedeuten und auf die ich bauen kann
  • ich bin gesund
  • ich habe ein Dach über dem Kopf
  • mir geht es so gut, dass ich diesen Text am Computer schreiben kann (ich habe also einen Computer, kann schreiben, kann meine Gedanken in Worte fassen, habe Internet, alles zu publizieren und es funktioniert sogar)
  • Ich habe einen gesunden Sohn
  • Ich habe Eltern, die sich um mich kümmerten, so dass ich auf eine heile Kindheit zurück blicken kann
  • Ich hatte die freie Wahl, welchen Bildungsweg ich einschlug
  • ich lebe in einem freien Land
  • ich lebe in einem wunderschönen Land
  • ich kann wählen, was ich esse (und sogar drüber diskutieren, was nun vertretbar sei und was nicht)
  • ich kann tun, was ich liebe
  • ich kenne Momente, in denen ich die ganze Welt umarmen möchte
  • ich kann manchmal sogar den gegenteiligen Momenten etwas Positives abgewinnen
  • ich lerne jeden Tag etwas dazu
  • ich bin gut so, wie ich bin (wer das nicht so sieht, soll sich wo anders aufhalten)
  • ich kann noch viel lernen (es wäre ja langweilig sonst – allerdings gebe ich das selten so zu)
  • es geht mir verdammt gut
  • ich habe die Möglichkeit, Genussmensch zu sein
  • ich bin, wie ich bin, werde dafür weder verbrannt, gesteinigt oder sonst irgendwie malträtiert
  • und selbst wenn ich nicht jedermanns Geschmack bin, darf ich so bleiben
  • Die Natur hat es verdammt gut mit mir gemeint
  • …..

Ich bin übrigens dankbar für jede Ergänzung, die euch in den Sinn kommt. Ich hoffe, dass Menschen das lesen und merken, dass es so viel gibt auf dieser Welt, für das man dankbar sein kann. Vielleicht relativiert das ein wenig das, womit man hadert. Und wenn es nur für einen Bruchteil einer Sekunde ist.