Gute Bücher, schlechte Bücher

Ich betreibe diesen Blog ja schon eine Weile und immer wieder stellte ich mir die Frage: Welche Bücher stelle ich rein. Ich habe irgendwann für mich entschieden, nur die Bücher zu besprechen, die ich (einigermassen) gut fand. Bücher, die ich nicht lesen konnte und abbrach, oder die zu lesen eine Qual waren, liess ich still im Regal verschwinden. Ich habe diese Entscheidung immer mal wieder hinterfragt, bin dann dabei geblieben. Die Gründe dafür waren vielfältig:

  • Respekt vor der Arbeit des Autors: Selbst wenn mir das Buch nicht gefällt, hat sich jemand Mühe gegeben, Zeit investiert, auch Herzblut wohl. Er hat es immerhin geschafft, ein ganzes Buch zu schreiben. Das möchte ich nicht einfach verreissen.
  • Unterschiedliche Geschmäcker: Ein Buch, das mir nicht gefällt, kann einem anderen super gefallen. Das, was mich langweilt, findet der vielleicht genau richtig. Ich möchte von keinem Buch abraten, das jemand anderem gefallen könnte.
  • Ich habe wohl generell eher Mühe, Negatives zu sagen, da ich schlicht keinen verletzen will. Auch Bücher haben eine Seele.

Ich kann hinter dieser Entscheidung nicht mehr stehen. Ich lese viel und ganz viel breche ich ab. Und das hat immer Gründe. Ich lese kein Buch, das mich nicht packt, aus Prinzip zu Ende, dazu ist die Zeit zu knapp und dazu gibt es schlicht zu viele Bücher, die ich noch lesen möchte. Und ich werde nicht mal so alle schaffen, wieso also noch mehr nicht schaffen, nur, weil ich denke, mich durch ein Buch hindurch quälen zu müssen? Wie haltet ihr das mit den Büchern? Lest ihr fertig, was ihr begonnen habt, oder legt ihr auch mal zur Seite?

In Zukunft werde ich also auch Bücher hier besprechen, die ich nicht gut fand. Wenn ich ein Buch abbrach, werde ich offenlegen, wie weit ich gelesen und wieso ich abgebrochen habe. Wenn ich trotz Missfallens fertig las, werde ich erläutern, was mir daran konkret nicht gefiel.

Das ist vielleicht nicht mehr so nett, aber es fühlt sich für mich ehrlicher an. Ein abwertendes Urteil muss ja nicht heissen, dass das Buch keinem gefallen kann, es ist einfach mein Urteil.

In diesem Sinne: Lasst die Spiele beginnen…

9 Comments

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  1. Limt von Schätzing habe ich abgebrochen, weil es verworren war und viele zuvile Baustellen hatte. Erst letzte Woche habe ich eine Sendung mit ihm gesehen, warum er es ebenso gesehen hat, also denke ich, dass ebenfalls negative Kritik für einen Autor wichtig ist. Ich würde mein erstes Buch auch nicht mehr lesen wollen, weil ich die Fehler jetzt erst erkannt habe, aber so etwas lässt sich ja ändern.

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  2. Ich breche relativ oft Bücher ab. Manchmal ist es mir peinlich, meist kümmert es mich nicht. Okay, stimmt schon, ich habe keinen Buchblog, ich habe den Druck nicht, etwas sagen zu wollen/müssen, mich verpflichtet zu fühlen.
    Es gibt aber auch Bücher, von denen ich sage, die will ich später weiterlesen, nur jetzt gerade fehlt mir die Ruhe dazu. Da meine Bücher oft erst mal Bibliotheksbücher sind, läuft deren Zeit irgendwann zwangsläufig ab. 😦
    Ich finde es gut, formulieren zu können, was einem an dem jeweiligen Buch (nicht) gefallen hat, ich habe schon öfter festgestellt, dass mir das schwerfällt, mein (Un-) Behagen zu begründen. Aber ist Stellung beziehen nicht die Kunst jeder Rezension?
    Liebe Grüße
    Christiane

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  3. Hänge mal wieder einen Tag hinterher, aber möchte ganz schnell meinen Comment hinterlassen:

    Obwohl ich als Kind immer eine „Leseratte“ war, ist das Lesen in meinem Leben leider -aus Zeitgründen- etwas in den Hintergrund gerückt. Schade eigentlich.
    Tagsüber konsultiere ich Fachliteratur und News (im Bereich von Communications & Marketing), um auf dem Laufenden zu bleiben, das ist für mich allerdings kein Lesen in dem Sinne.

    Was ich mir allerdings nie nehmen lasse, ist die täglich „Gute-Nacht-Lektüre“. Und da man, wenn man im Bett liegt oder so halb sitzt den ganzen Tag schon hinter sich hat und nicht mehr so fit ist, muß das Buch für mich wirklich ansprechend sein.
    Und da es ja was Angenehmes sein soll, vor dem Einschlafen noch zu lesen, breche ich Bücher, die mir nicht gefallen, grundsätzlich ab. Kann ja nicht sein, dass ich mich des Nächtens auch noch quäle, um bis ans Ende zu gelangen.

    Sandra, ich finde es gut, dass Du Bücher, die Du abbrichst hier besprichst. Man kann sich ja selbst ein Urteil bilden – aber man läuft auch nicht „Gefahr“ so einen „Schinken“ zu kaufen und „darauf sitzen zu bleiben“.

    Überhaupt habe ich durch Dich auch wieder meine Freude an Lyrik und Aphorismen entdeckt! Und ich habe eine Buchliste erstellt von Büchern, die Du hier in Deinen Rezessionen empfiehlst…

    Sehr gut!
    Laßt die Spiele beginnen!!!

    Liebe Grüße bT!NA

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  4. Es stimmt, dass es immer so eine Sache mit den Büchern ist, die einem nicht gefallen. Aber ich finde, dass ein Blog in seiner Meinung und Haltung vielfältig wird, wenn Bücher vorgestellt werden, die derjenige gut, aber auch schlecht findet. So bwweost man Neutralität. Zumal ich es nicht gleich automatisch respektlos finde, ehrlich zu sein, oder? Ich probiere zum Beispiel immer einen Kritikpunkt zu finden, bei Büchern die ich mag und auch Gutes, bei Büchern, die nicht so mein Geschmack waren. Den einen oder anderen spornt das vielleicht sogar an, das Buch zu lesen ;-)… Aber ja, am schwersten ist es mit denen, die man gar nicht erst beenden will, haha. Die erwähne ich meist zumindest in meinen Lesemonaten. ..

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  5. Also ich finde solange man es begründen kann ist alles in Ordnung. Dann kann ich als Leser selbst entscheiden ob das für mich Faktoren sind ein Buch auch nicht zu mögen. Man muss nur auch ehrlich zu sich selbst sein, wenn ich gerade ein Buch lese worauf ich aber Thematisch gerade gar keine Lust habe, dann kann das Buch noch so gut sein, meine Stimmung wird es mir vermasseln. Ich habe auch gelernt, ein Buch einfach mal aus der Hand zu legen und vielleicht ein anderes mal nochmal zu beginnen und dann zu entscheiden ob es an meiner Stimmung lag oder an dem Buch.

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    • Ist schon so, nicht jedes Buch spricht zu jeder Zeit an – das muss man sicher berücksichtigen. Drum sind auch klar nachvollziehbare Kriterien wichtig.

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