Es gibt Löffel, grosse kleine,
jeder löffelt nur das Seine.
Gross für Suppe, klein für Tee,
Nur: Was nimmt man für Kaffee?
Schlagwort: Poetry
Ein Licht
Ich bin ein Licht.
Ein kleines nur.
Ich leuchte hell
in meinem Kreis.
Ich bin ein Licht.
Mein Kreis ist klein.
Doch ich bin da
und schaue hin.
Ich such das Licht.
Die Welt ist grau.
Sie sucht nach Licht
ich such’ es auch.
Ich bin ein Licht
Und suche stets
nach Sonnenschein
in meiner Welt.
Und wär ein Licht
in jeder Welt,
dann wär sie hell
und lebenswert.
Wir suchen Licht
und sehen nicht,
dass wir es wär’n
im Hier und Jetzt.
Sandburg
Worte nur,
just aus dem Nichts,
weckten auf
das grosse Sehnen
nach so viel,
das niemals war.
Es gab die Zeit,
da möglich schien,
was nur erträumt,
doch nie gelebt.
Trügerisch,
bloss Illusion.
Den Wolken gleich,
zerstob sogleich,
was Burg mal schien
und Sand nur war.
Doch manchmal kommt
ein Korn zurück.
Stillleben

Schwarze Welt,
ein blauer Tisch.
Weisse Blumen
stehen still.
Grüne Stämme
streben hoch.
Dunkle Vase
sammelt sie.
Licht und Hoffnung,
kühler Stand.
Dunkle Wände,
fensterlos.
Alles oder nichts
Nichts.
Alles.
Wen kümmert es?
Wieso?
Den Einen bin ich alles,
Den Andern bin ich:
Nichts.
Ab und an
fühl ich gleich.
Mit den Einen.
Mit den Anderen.
Bin schlussendlich Ich.
Der Falke
Der Falke fliegt,
weit über mir,
trägt Hoffnung mit,
die da noch ist.
Wie tonnenschwer
wiegt doch die Angst,
die runterzieht,
mich fest umschlingt.
Es kämpft der Falke
mit Gewicht,
mal schweb ich mit,
mal sink ich ab.
Ich pendle hin
und dann zurück,
ich such das Licht,
ich hoff auf Glück.
Drum Falke, flieg! –
ganz hoch hinaus,
dass keine Kette
dich noch hält.
Und sink ich doch,
dann sei es so.
Jedoch bis dann,
da hoffe ich.
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Wenn man vermisst,
was niemals ging,
wenn man ersehnt,
was noch nie war.
Wenn man stets will,
aber nie kann,
wenn man stets geht
und immer nur fällt.
Dann sitzt man da,
zwischen den Stühlen,
schielt mal hier hin
und mal da.
Wo man auch sitzt,
es ginge weicher,
wo man auch schaut,
da wär’ das Glück.
Und doch bleibt nur
das Sehnen zurück,
es bleibt ganz stark
der eine Wunsch.
Dass da was wäre,
was nicht ist,
dass da mal ginge,
was nie ging.
Wenn man vermisst,
was noch nie ging,
und doch immer hofft,
dass es mal würd.
Hier im Dort
Alles schreit
und alles drückt,
alles fällt
und alles stirbt.
Was mal war,
ist längst nicht mehr.
Was mal war,
ist längst passé.
Drum lass uns ziehen,
lass uns geh’n.
Ferne Lande,
weit von hier.
Lass uns sehen
was noch geht,
lass uns fühlen,
was noch ist.
Wenn das Ende
ist gekommen,
gibt es nur
den Neuanfang.
Lass ihn packen,
lass uns träumen,
lass den Zauber
wirken nun.
Und so ziehen wir
wir brechen auf,
um im Dort
im Hier zu sein.
Selbstschutz
Zumachen,
nicht angreifbar sein.
Ausblenden
nicht überwältigt werden.
Festhalten,
um nicht umzufallen.
Hochschauen,
um nicht runterzufallen.
Realisieren,
es bleibt doch da.
Weitergehen,
um zu überleben.
Ich hab‘ die Wahl
Was ihr mir tut,
was ich hier trag,
was das nur soll,
ich weiss es nicht.
Ich sitze hier
und frag mich nur,
die Antwort fehlt,
ein gähnend Loch.
Ich rufe aus,
ihr hört mich nicht,
ihr tut einfach,
was ihr tun wollt.
Ich gebe auf,
es bringt ja nichts,
ich habe nur
mein Leben noch.
Es bleibt die Wahl:
Lass’ ich euch zieh’n?
Gebe ich
mein Leben hin?
Ich bleibe hier,
denn alles mehr
wär euer Sieg,
den kriegt ihr nicht.
Ich lebe fort,
wie ich es will,
so lebt denn wohl,
das war’s für mich.
Ich fühl’ mich frei,
seit langem mal,
ihr könnt mir nichts,
ich hab die Wahl.
Ich darf sein
Ich schau in den Spiegel,
ich schaue mich an.
Ich blick durch mich durch
und doch nur heran.
Ich suche das Wesen,
ich suche den Kern,
ich frag mich „wer bin ich?“ und
hab’ ich mich gern?
Ich sehe die Haare,
ich sehe den Mund,
ich sehe die Augen,
was tun sie mir kund?
Ich schau in den Spiegel,
ich schaue mich an,
schau in die Augen,
und schliesse sie dann.
Ich suche die Töne,
ich suche den Klang,
ich hör auf mein Herz
und bleibe noch lang.
Ich fühle tief drinnen,
ich spüre hinein,
Ich merk’ ich bin gut so,
ich fühl, ich darf sein.
Das Leben ist scheisse
Das Leben ist scheisse
und so ist der Rest.
Wobei es kein Rest ist,
da nachher nichts ist.
Das Leben ist scheisse,
es ist nicht mal fair,
doch Fairness war nie Plan,
man hofft’ es nur sehr.
Das Leben ist scheisse,
ich bin ja schon still,
denn keiner will’s hören,
man hofft lieber still.
Das Leben ist scheisse,
ich hab’ es erkannt,
ich macht dennoch weiter,
Ich hoff auch noch mit.
Das Leben ist scheisse,
mal mehr und mal nicht,
ich geh durch die Jahre,
ich nehme sie mit.
Trauer
Wenn die Trauer
übermannt,
die Tränen
fliessen.
Wenn die Sonne
untergeht,
das Dunkel
einhüllt.
Wenn das Denken
anstösst,
Gefühle
drücken.
Wenn alles leer
und schwarz,
weil Schwermut
siegte.
Wenn Hoffnung nur
noch bleibt,
dass eines Tages
alles dreht.
Ich seh‘ dir zu
Ich seh
von aussen zu,
wie du ins Unglück rennst.
Ich ruf
dir ganz laut zu,
mach Halt,du hörst mich nicht.
Willst nicht?
Kannst es nicht?
weißt alles besser gar?
Ich seh
von aussen zu,
wie du ins Unglück rennst.
Ich kann
nichts mehr tun,
es ist bereits getan.
Du gehst,
schliesst Türen zu,
lässt mich ganz aussen vor.
Ich seh
von aussen zu,
wie du ins Unglück rennst.
Ich wein’
schon jetzt
um dich, ganz bitterlich.
Du hörst
nicht hin,
rennst fort, ich lasse dich.
Ich seh
von aussen zu,
wie du ins Unglück rennst.
Ich lass
dich zieh’n
und sitze hier, immer bereit.
Wenn du
mich brauchst,
dann fang und halt ich dich.
Fatalismuskurzgedicht
Wenn du glaubst, mehr geht nicht mehr,
kommt von irgendwo was Schlimm’res her.