Nachts sind
alle Katzen grau
– und –
im Grau in Grau
sind alle
etwas bunter.
@Sandra Matteotti
Denkzeiten – Sandra von Siebenthal
Philosophie und Lebens-Kunst
Nachts sind
alle Katzen grau
– und –
im Grau in Grau
sind alle
etwas bunter.
@Sandra Matteotti
Es gibt so Tage,
da möchtest du bloss,
wie’s deine Natur,
lieb nur sein,
nur…
es gelingt dir nicht.
Das sind die Tage,
an denen dir dann
so wider Natur
geht der Strich –
nur…
du kommst nicht raus.
Das sind die Tage,
wenn’s tief in dir drin
laut rumpelt und kracht,
Feuer entfacht –
und…
du speist es aus.
Es gibt so Tage,
da bleibt schliesslich nur
Asche zurück
und du mittendrin
bist…
ausgebrannt.
Das sind die Tage,
wenn weiter wer brennt,
der trägt dann den Kelch
mit dieser Flamme,
die…
Hass übergibt.
©Sandra Matteotti
common sense?
there’s none.
and would be some?
it would be wrong!
©Sandra Matteotti
Nicht alles, was sich reimt
ist ein Gedicht,
drum reimt sich dieses
hier mal nicht.
©Sandra Matteotti
Über alle die wichtigen
Dinge, die laut schreien
aus mir heraus
wollen schweige ich;
über all die Bosheiten,
die in mir stechen
sich mit ihren Spitzen
festsetzten, schweige ich.
Und ich höre die Stille
und ich spüre das Schweigen
als Loch in der Mitte
und als Stocken im Hals.
Und doch schweige ich
und fühle die Leere
und atme noch schwerer
und bald schon, da weiss ich,
was langsam sich zeigte
in all diesem Schweigen
geschrieener Worte:
Stille ist Tod.
©Sandra Matteotti
festgehalten
mit dem stativ
unverrückbarer
kindheitstraum
ohne mal
nachzuspüren
ob er noch immer
passt oder je
der eigene war
©Sandra Matteotti
_________
Für die abc.etüden, Woche 30.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Anna-Lena von „Meine literarische Visitenkarte“ und lauten: Stativ, Kindheitstraum, nachspüren.
Der Ursprungspost: HIER
Es ist zu schwer,
ich halte mir –
die Augen zu.
Ich bin so leer,
verstumme ganz
von innen her.
Wo sitzt es fest?
was weiss denn ich
und wusst ich je?
Es geht nicht weg,
weil wegzuschaun
das hilft schlicht nicht.
©Sandra Matteotti
sie rief mich an
sie brauchte was
wieso auch sonst
sonst tat sie’s nie
sie rief mich an
kam gleich zum punkt
ich sollt’ was tun
das musst ich stets
sie rief mich an
und als sie hatte
was gebraucht
da war sie weg
was hätte sie
auch sagen sollen
es ging ja nur
um diese chose
nun sitz ich hier
wie schon zuvor
nur um eine grosse
leere reicher
©Sandra Matteotti
Ich sitze hier,
mir fällt nichts ein,
ich möchte doch,
nur Reime machen.
So flotte, spritzige
mit Melodie
und ganz im Takt.
Doch sitz ich hier
und die Musik
spielt anderswo.,
wo ich nicht bin.
da sind dann wohl
die Worte hin
und auch der Takt.
So wird das mit
dem Dichten nichts!
Dann lass ich’s halt
für heute sein.
©Sandra Matteotti
er sagte so
du mach mal was
mit sichelmond*
du reimst so schön
das müsste gehn
nimm halt noch
ein bisschen schmus
so herz und schmerz
und bitte sehr
nicht zu konfus
bleib im takt
ohne zäsur
das wirkt sonst gleich
so hart und nach
nem bruch
das mag ich nicht
das macht mir das
gefühl kaputt
so schreib mal was
ich kann ja dann
noch kontrolliern
ob alles passt
wie ich es möcht
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Für die abc.etüden, Woche 25.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von autopict und lauten: Mondsichel, Zäsur, kontrollieren.
*Ich entschuldige mich für die Umdrehung, ich hoffe, das geht so noch so knapp irgendwie….
Der Ursprungspost: HIER
Wer kennt sie nicht, die Gedichte, die man in der Schule mühsam auswendig lernen musste, die Gedichte, die man in allen Gedichtbänden findet, die bei Hochzeiten, Trauerfeiern und auch zwischendurch zitiert werden. Das vorliegende Buch hat sie gesammelt und in die passende Reihenfolge gebracht. Entstanden ist eine Sammlung von 100 Gedichte aus fast 1000 Jahren, die am häufigsten in deutschen Anthologien zu finden sind.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiss nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun armes Herz, vergiss die Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.
Wir starten bei Uhlands Frühlingsglauben, finden später 18 Das Abendlied von Claudius, Nietzsches Vereinsamt, Eichendorffs Abschied, Platens Tristan und schliessen schliesslich mit Trakls Winterabend.
Des Sommers letzte Rosen bringt sicher nicht die neue Erkenntnis in Sachen Gedichten, man findet – vor allem als begeisterter Gedichte-Leser – keine Neuentdeckungen. Auch kann man sich fragen, ob es wirklich nötig ist, Ranglisten aus Gedichten anzulegen – so mutet es ein wenig an. Aber: Es ist ein sehr schön aufgemachtes Buch mit einem ansprechenden Deckblatt, das Layout ist schnörkellos und ganz auf die einzelnen Texte ausgerichtet – ein schönes Geschenk für einen guten Freund, die Mutter oder einen Einsteiger in die Welt der Lyrik.
Müsste man einen Kritikpunkt anbringen, so wäre es, dass die wirkliche Rangliste fehlt. Zwar kann man sich den Gedichten entlanglesen, aber wenn man schon eine Liste erstellt, wäre es schön, die einzelnen Plätze auf einen Blick erfassen zu können, ohne sie abzählen zu müssen.
Fazit:
Die 100 am häufigsten in Anthologien publizierten Gedichte in einem Band, sehr ansprechend gestaltet. Ein wunderbares Geschenk für Lyrik-Liebhaber und solche, die es werden wollen.
Zum Herausgeber
Dirk Ippen, Dr. jur., ist Zeitungsverleger und lebt in München.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: C.H.Beck (16. März 2017)
ISBN-Nr: 978-3406706301
Preis: EUR 14/ CHF 21.90
Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder online u.a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH
In Hamburg schlagen sie sich
die Köpfe ein.
Als Protest gegen Gewalt,
gegen Weltzerstörung derer,
die nichts verstehen,
nur sich selber sehen.
Sagen sie.
Zum Schein!
Sie zerstören Läden und Wagen,
schiessen auf Menschen und Häuser.
Strassen brennen
und Menschen rennen,
weil ein paar zum Schein
und aus Spass an der Freude
finden: So
soll es sein!
©Sandra Matteotti
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*aus aktuellem Anlass und dem Unverständnis heraus, wie nur irgendwer ernsthaft denken kann, mit Zerstörung und Gewalt diese beiden bekämpfen zu können…
Alle wissen,
was zu tun ist,
aber keiner
tut es.
©Sandra Matteotti
Im Wagen
zum Abgrund
und kurz vor dem Ende
die Wende
Achterbahn
Rummel im Kreis
und mal hoch
und mal runter
vom Berg
bis ins Tal
hin zu holprigen
Strassen
schluchten
mal wieder
und doch
einzigartig
bei jeder
Fahrt.
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Für die abc.etüden, Woche 25.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Bruni von Wortbehagen.de und lauten: Achterbahn, Strassenschlucht, einzigartig.
Der Ursprungspost: HIER
Ein Halbschuh, der beklagte mal,
sein Leder war schon ganz aschfahl,
dass immer, wenn was nicht entzückt,
man sagt, es sei der Schuh, der drückt.
©Sandra Matteotti