Das Fest der Liebe

Ab und an möchte ich
in die Welt raus schreien,
möchte es allen sagen,
möchte schlicht danke sagen,
dass es dich gibt.

Ich möchte laut Lieder singen,
und durch Zimmer springen,
möchte Tänze tanzen,
und vor Glück zerspringen,
weil es dich gibt.

Ab und an möchte ich
auch mal im Stillen
in mich gehen,
und dann dich da sehen,
weil es dich gibt.

Ich möchte Träume träumen,
und Verse reimen,
möchte Bilder malen,
und für mich zelebrieren,
dass es dich gibt

©Sandra Matteotti

 

Liebesmahl

Du bist der Zucker im Kaffee und
die Butter auf dem Brot.
Bist das Salz in meiner Suppe,
und das Dressing am Salat.

Du bist der Pfeffer im Gericht und der
Sahneklecks beim Kuchen.
Bist schlicht das, was erst das Essen
zu viel mehr als Nahrung macht.

Du bist die Würze meines Lebens,
bist mein Lebenselixier.
Du bist die Liebe meines Lebens,
bis mein Glück – das bist du mir.

Drum lass uns dies zusammen leben,
dieses kunterbunte Festtagsmahl.
Lass uns schwelgen, schlemmen, lieben,
denn wir leben nur dies eine Mal!

©Sandra Matteotti

Tanzt du mit?

Und ich tanzte.
Übers Parkett.
Mit diesem Mann.
So Schritt für Schritt.

Und ich fühlte.
Das Leben atmen.
So soll es sein.
In meinem Sein.

Und wir schwebten.
Durch jeden Takt.
Ganz hindurch.
Durch die Melodie.

Und ja, es war klar.
Das ist der Tanz.
Der durch mein
Leben führt.

©Sandra Matteotti

 

Abt Muho: Das Meer weist keinen Fluss zurück

Ein Weg zu Liebe und Gelassenheit

Liebe ist für den anderen da. Sie darf nicht, wie es leider allzu oft im Alltag der Fall ist, vergiftet sein von Eifersucht und Obsession. Liebe braucht Gelassenheit. Um gelassen zu sein, muss ich mich selbst wie auch den anderen annehmen können, ihn sein lassen. Nur wer sich und den andere in seinem Sein annehmen kann, erfährt Gelassenheit.

muhoWas ist Liebe? Eine Frage, die sich wohl jeder schon mal gestellt hat, sogar Lieder wurden darüber gesungen. Abt Muho widmet sich dieser Frage und unterscheidet dabei zwischen den vier klassischen Liebesbegriffen storge, eros, philia und agape. Kommend aus einer christlichen Kultur nun im Buddhismus zu Hause verbindet er diese Begriffe mit der buddhistischen Lehre, bringt die Liebe mit Gelassenheit in Beziehung

Muho belässt es aber nicht bei der Erklärung der Begriffe, er erzählt auch seine Geschichte, die Geschichte eines eher unsicheren deutschen Jungen, der nach dem Studium beschliesst, nach Japan zu gehen und schlussendlich Abt des grössten Zen-Klosters da wird. Er erzählt von seinen Liebeserfahrungen, stellt dabei immer auch sein eigenes Verhalten in Frage. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern im Kloster, sieht sich dabei immer auch in Situationen, in denen er sich entscheiden muss, wem er seine Aufmerksamkeit nun schenken muss: Seiner Familie oder seiner Gemeinde. Nicht immer leicht zu fällen, die Entscheidung, und nicht immer gelingt es, die richtige zu treffen.

Gerade die persönliche Geschichte zeigt viel über das Thema des Buches: Liebe ist vielfältig und vielschichtig, sie muss im Alltag gelebt werden, denn da bewährt sie sich. Und: Ohne eine Spur Gelassenheit geht es nicht. Erst durch sie gelingt es in der Liebe, dass auch schwierige Zeiten, persönliche Macken und falsche Entscheidungen nicht zum Abbruch führen.

Die theoretischen Kapitel sind mitunter etwas gar abstrakt und teilweise zu kurz gehalten geschrieben, was vor allem durch den Vergleich mit den persönlichen Kapiteln noch stärker ins Auge fällt. Sie weisen aber auch auf die grosse Belesenheit und das Hintergrundwissen des Autors hin, so dass man ihm das gerne nachsieht.

Fazit
Ein sehr offenes, eingängiges, persönliches Buch zum Thema Liebe und Gelassenheit, das einen von der ersten Seite an in den Bann zieht. Sehr empfehlenswert.

Zum Autor
Muhô ist Abt von Antaiji, einem tief in den japanischen Bergen gelegenen Zen-Kloster. Er wurde 1968 in Berlin geboren und kam mit 16 Jahren mit Zazen in Kontakt. 1993 wurde er zum Mönch ordiniert und 2001 von seinem Lehrer als eigenständigen Zenmeister anerkannt. Er beschloss, als Obdachloser in Ôsaka zu leben, wo er eine Zengruppe leitete. Am 14. Februar 2002 erreichte ihn die Nachricht vom Tod seines Lehrers, und er wurde als dessen Nachfolger zum Abt von Antaiji berufen.

Muhô ist der Autor von „Ein Regentropfen kehrt ins Meer zurück“, „Das Meer weist keinen Fluss zurück“ (beide im Berlin-Verlag), „Futter für Pferd und Esel“ (Angkor Verlag) und „Zazen oder der Weg zum Glück“ (Rowohlt Taschenbuch-Verlag) und hat die Bücher „An dich“, „Zen ist die größte Lüge aller Zeiten“ und „Tag für Tag ein guter Tag“ von Sawaki Kôdô ins Deutsche übersetzt. Homepage: http://www.antaiji.org

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Berlin Verlag (4. September 2018)
ISBN-Nr.: 978-3827013804
Preis: 18 Euro /28.90 CHF

 

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In Liebe

Ich möchte dir
nur liebe geben
nicht nur neben
mit dir leben
dich erkunden
tief empfunden
sinn ergeben
deinem leben
und daneben
eng verbunden
all die Stunden

glück erleben

dich gefunden
unumwunden
zu nur geben
dass mein leben
dir verbunden
wie beim weben
strang um strang
dem band entlang
den faden schlagen
dass es hält
ein leben lang

©Sandra Matteotti

An den Geliebten

Es gab eine Zeit,
so dunkel und leer,
da dachte ich bei mir,
das Leben sei schwer.

Es gab viele Tage,
die drückten so sehr,
ich sah weder Licht noch
Hoffnung gar mehr.

Du tratst in mein Leben,
nie hätt’ ich gedacht,
dass einer allein so
was Schönes entfacht.

Wo grade noch Dunkel,
ist nun ganz viel Licht,
wo grade noch Schweres,
ist Leichtigkeit schlicht.

Und wenn ich im Leben
was wünschte für mich:
Ich möchte dir geben,
was ich hab durch dich!

©Sandra Matteotti

Liebesrausch

Hier sitz ich nun,
so ganz allein,
und könnte gut
auch bei dir sein.

Doch sitz ich hier
und du bist da,
und du trinkst Gin
und ich trink’ Wein.

Ich sitze hier
und denk’ an dich,
und denk’ mir schlicht:
so sollt’s nicht sein.

Wir könnten auch
beisammen sein,
tränken erst Gin
und danach Wein.

©Sandra Matteotti

Glück im Blick

Könnte die Welt umarmen
und meine nur dich,
weil schlicht in deinen Armen
die Welt liegt für mich.

Möcht’ in der Sonne lachen
ein Strahlen im Blick,
verrückt tolle Sachen machen
und singen vor Glück.

Spüre das pralle Leben
und spüre ganz mich
fühle mein Herz erbeben,
und das nur durch dich.

Könnte die Welt umarmen
und meine nur dich,
weil schlicht in deinen Armen
die Welt liegt für mich.

©Sandra Matteotti

Unter Druck

Liebst du mich?
Ich weiss es nicht!
Ach komm, das
kannst du nun nicht sagen.

Liebst du mich?
Ich trau mich nicht!
Ach komm, man
muss auch mal was wagen.

Liebst du mich?
Ich glaube nicht!
Ach kommt, du
willst es schlicht nicht sagen.

Liebst du mich?
Ich fühle nichts!
Ach komm, was
lässt du mich so klagen.

Liebst du mich?
Ich weiss, dass nicht!
Ach komm, das
lass ich dich nicht sagen.

Liebst du mich?
Nein, nun lasse mich!
Ach komm, wir
sollten uns vertragen.

©Sandra Matteotti

Nach der Liebe

Du liegst mir im Sinn,
ob ich will oder nicht.
Du bist einfach drin,
darum dieses Gedicht.

Es tat uns nicht gut,
miteinander zu sein.
Statt Liebe meist Wut
und wir waren gemein.

Wir kämpften aufs Blut
und bereuten gleich sehr.
Wir meinten es gut
und machten’s uns schwer.

Und oft hält man nur
an den Träumen noch fest.
Fokussiert viel zu stur,
ignoriert dann den Rest.

Es gibt nur ein Leben,
was machen wir draus?
Könnten viel geben
und halten nur aus.

Und dann kommt die Zeit,
und wir müssen einseh’n,
was in uns laut schreit,
und müssen dann geh’n.

Zurück bleibt der Schmerz
und Trauer und Not,
es blutet das Herz
und fühlt sich wie tot.

Und irgendwann hoffst du,
nun bald zu gesunden,
und irgendwann hoffst du,
auf bessere Stunden.

©Sandra Matteotti

Christian Morgenstern: Mittag

Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Mittag

Tage gibt es, da des Mittags Bläue
Uebermild um braune Berge zittert
Und in unaussprechlich linder Läue
Sie wie Himmelsliebesrausch umwittert.

Ja, wie Liebe bricht es aus den Räumen,
Und nur noch aus Frauenaugensternen
Kannst du dies aus fast zu seligen Träumen
Hergesunkene Gottesleuchten lernen.

1910

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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, das man lesen kann, wenn man liebt

Sehnsucht

Und ich denke,
denke an dich.
Denke an dich und
denke an mich.
An uns denke ich.

Und ich denke,
denke gar nicht.
Fühle so mich und
fühle tief dich.
Und fühle dann uns.

Und ich denke.
Und fühle ganz dich.
Und fühle und bin
nur ich ohne dich.
Vermisse dich schlicht.

Und ich denke,
denke an dich.
Denke an dich
und plötzlich weiss ich:
Dich spüren will ich.

©Sandra Matteotti