5 Inspirationen – Woche 17

Diese Woche durften hier die Terrassen der Restaurants wieder öffnen. Das Wetter spielte mit und es war, wann immer ich vorbeifuhr, alles voll, Lebensfreude sprudelte regelrecht von den Tischen. Das unbeschwerte Miteinander ist wohl für viele das, was wirklich fehlt. Ich bin dankbar, konnte ich das diese Woche dreimal im privaten Rahmen geniessen. Der persönliche Austausch, das Hinaustreten aus dem eigenen Denk-Universum und das Erleben von Freundschaften, von Austausch, von Miteinander ist auch für einen eher introvertierten Menschen wie mich immer wieder wertvoll.

Was ist mir diese Woche begegnet, hat mich diese Woche inspiriert?

  • Im Zusammenhang mit einem der drei oben genannten Treffen erreichte mich dieses Zitat von Viktor Frankl, den ich schon lange thematisch studiere und als gedanklich wertvoll erachte:

„Wir sind nicht verantwortlich für die Zeit, in der wir leben, aber wir sind verantwortlich dafür, wieweit wir diese Zeitströmungen mitprägen oder ihnen auch gegenhalten.“

Wir können die Zeiten nicht ändern, in denen wir leben, wir können auch gewisse Einflüsse von aussen nicht ändern, aber wir können doch bestimmen, wofür wir in unserem eigenen Leben verantwortlich sein wollen. Wir können Grenzen setzen für uns persönlich (nicht für die ganze Welt und missionarisch), müssen aber dann bereit sein, den Preis zu zahlen. Ich wünsche mir manchmal ein beherzteres «Nein» zu Dingen, die mir wirklich widersprechen. Aber: Das liegt dann allein in meiner Macht. Ich muss ja nicht jeden Trend mitmachen, muss nicht jeder Mode entsprechen, muss auch nicht mit dem Mainstream schwimmen – aber es wird etwas mit sich bringen.

  • Ich hörte einen Podcast. Ich habe überhaupt keine Lehre draus gezogen. Wobei. Das stimmt nicht, wohl ganz viele. Aber hauptsächlich war ich unterhalten, habe laut gelacht, war begeistert, die Zeit flog förmlich beim Hören. Das allein ist schon so wertvoll. Ich kann ihn nur ans Herz legen: Der Podcast vom Spiegel mit Joachim Meyerhoff. Hinsetzen, reinhören, geniessen. Danach ist alle schlechte Laune verflogen – und ja… so ein paar Gedanken zu sich selber macht man sich durchaus auch. 
  • Ich schaute am Wochenende die Regenprognosen an: Nur Regen… über Tage. Grau in Grau. Und ich fand das keine wirklich erbauliche Aussicht. Am Montag war der Tag dann doch etas sonnig, der Regen blieb aus, am Dienstag ebenso. Am Mittwoch hiess es, er käme, kam aber nicht, am Donnerstag war er dann da… die weiteren Prognosen verheissen immer noch nichts Gutes. Was mich daran inspiriert? Oft wird alles nicht so schlimm, wie es scheint, und: Ich mag das leise Prasseln am Fenster irgendwie auch. Sicher nicht über Tage, aber so im Moment ist es durchaus schön.
  • Vor ungefähr vier Jahren gab es einen grossen Bruch in meinem Leben – alles, was mal war, brach weg…Vor etwa drei Jahren trat ich in ein ziemlich neues Leben ein. Ich hatte wunderbares Neues gefunden, manche Dinge mit viel Schmerz und Tränen verloren, einiges suchte ich. Und ich musste mich in diesem Neuen einrichten und ich war unsicher. Und wenn ich heute zurück blicke, sehe ich ganz viel Schönes, sehe eine Veränderung auch bei mir selber, sehe, dass ich an all den Herausforderungen gewachsen bin. Ich habe seit Jahren, Jahrzehnten schon ein Lebensmotto, das ich einer Gedichtzeile von Rainer Maria Rilke entnahm:

«Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen…»

Ich nehme aus allem etwas mit, auch aus dem Schweren. Und ich wachse daran. Und nur so geht es weiter.

  • Ich sitze ganz oft am Donnerstag da und denke an meinen Vorsatz, jeden Freitag fünf Dinge zu haben, die mich in der Woche inspirierten. Anfangs hatte ich alle beisammen, das nahm dann ab, in letzter Zeit habe ich am Donnerstag wenig bis nichts. Und jedes Mal denke ich, es dieses Mal nicht zu schaffen. Und dann setze ich mich doch hin und überlege. Ich lasse die Woche Revue passieren und eines nach dem anderen stellt sich ein. Und ich habe gemerkt, dass mir auch dieser Prozess wirklich gut tut, weil ich mir nochmals bewusst vor Augen führe, was ich alles Wunderbares hatte diese Woche. Es wäre sonst einfach verpufft. So freute ich mich nochmals drüber. Vielleicht sollten wir das öfters tun: Wenn wir denken, dass die Zeit sinn- und nutzlos verstrichen ist, einfach mal zurückschauen. Hinschauen. Und merken, dass da ganz viele Dinge waren, die schön waren, bereichernd, sinnstiftend. (Und wer weiss… vielleicht gibt es irgendwann einen Freitag, an welchem nichts mehr kommt… aber das dürfte dann nach so vielen bereichernden Wochen auch mal sein. Irgendwie)

Ich hoffe, es war was für euch dabei, das euch angesprochen hat. Wenn ihr etwas habt, das euch diese Woche angesprochen, bewegt, inspiriert hat – ich würde mich freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!

6 Kommentare zu „5 Inspirationen – Woche 17

  1. Diese Rückbesinnungen sind als solche (und nicht so sehr durch das, was du beschreibst, denn das ist ja Deins) inspirierend für mich. Es sind die verschiedenen Ebenen, die du ansprichst und wie du sie ansprichst, was mir sehr gefällt.

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          1. Das ostkirchliche Ostern ist mal näher, mal ferner vom westkirchlichen Ostern. In diesem Jahr ist es ein ganzer Monat. Auch in Russland, Bulgarien, Serbien, Armenien, Ägypten, Syrien…. feiern die Christen erst jetzt Ostern (außer es handelt sich um Katholiken oder Protestanten)..

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