Unter Sternen
wandeln
in Gedanken
von Herzen
nur wünschend
den Monden
schein mit
dir zu seh’n.
@Sandra Matteotti
Denkzeiten – Philosophie in Theorie und Praxis
Dr. Sandra von Siebenthal
Unter Sternen
wandeln
in Gedanken
von Herzen
nur wünschend
den Monden
schein mit
dir zu seh’n.
@Sandra Matteotti
Theodor Storm (1817 – 1888)
Wer je gelebt in Liebesarmen
Wer je gelebt in Liebesarmen,
Der kann im Leben nie verarmen;
Und müsst’ er sterben, fern, allein,
Er fühlte noch die selge Stunde,
Da er gelebt an ihrem Munde,
Und noch im Tode ist sie sein.
_______________
Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wenn man liebt
Einst kam vom Hof die Steiner Liesel
daher ganz flott und so pompös,
sie wollt fürs Auto Biodiesel,
weil Umweltschutz sei gar famös.
Der Garagist, der schaute gross
und meinte knochentrocken:
„Von Diesel lass die Hände bloss,
sonst wird dein Wagen bocken.“
„Dann lauf ich halt anstatt zu fahren,
das gäbe erstens stramme Waden,
und da sie viel zu bleich auch waren,
könnten’s dann gleich sonnenbaden.
Zudem ist das Laufen gar
noch schonender als Diesel,
und eines ist ja eh mal klar:
Ich bin flink ganz wie ein Wiesel.“
Der Mann schaute noch grösser nun,
verstand die Welt gar nimmer,
das war ja ein verrücktes Huhn,
nein: Die war noch schlimmer.
__________
Für die abc.etüden, Woche 30.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 30.18 kommt von Yvonne von umgeBUCHt
Sie lautet: Biodiesel, pompös, sonnenbaden
Der Ursprungspost:HIER
Und ich denke,
denke an dich.
Denke an dich und
denke an mich.
An uns denke ich.
Und ich denke,
denke gar nicht.
Fühle so mich und
fühle tief dich.
Und fühle dann uns.
Und ich denke.
Und fühle ganz dich.
Und fühle und bin
nur ich ohne dich.
Vermisse dich schlicht.
Und ich denke,
denke an dich.
Denke an dich
und plötzlich weiss ich:
Dich spüren will ich.
©Sandra Matteotti
Wo die Liebe
hinfällt
liegt sie
wenn gebettet
in Herz und
Verstand
gepflegt ein
Rosenstrauch
im Wissen um
Dornen und
Blütenpracht
geniessend
©Sandra Matteotti
Siehst du
mich so
wie ich bin?
Liest du
nur so
dich hinein?
Bist du
wirklich
hier und jetzt?
Fühlst du
mich so
wie ich dich?
Willst du
es nur
gerne tun?
Was ist
echt und
was gespielt?
Was ist
echt und
was gefühlt?
Siehst du
mich so
wie ich bin?
Das kam
mir grad
in den Sinn.
©Sandra Matteotti
Das ist mein Haus
und hier mein Boot
und Autos hab’ ich viele.
Erzähl von dir,
wie steht es da?
Und: Hast du auch noch Ziele?
Was bringen die
so finanziell?
Was sollte and’res zählen?
Du hast gar nichts?
Und bist auch nichts?
Was ist das für ein Leben?
Was kümmert mich,
wer du sonst bist?
Kein Geld, das ist wie sterben.
So läuft die Welt,
setzt ihren Wert.
Und: Opfert dafür viele.
©Sandra Matteotti
Heimat finden
einen Hafen
vielleicht –
in dir
Liebe schenken
alles geben
vielleicht –
ja dir
Anker setzen
und dann landen
vielleicht –
bei dir
Zukunft denken
endlich leben
vielleicht –
mit dir
©Sandra Matteotti
Theodor Storm (1817 – 1888)
Im Volkston
1
Als ich dich kaum gesehn,
Musst es mein Herz gestehn,
Ich könnt’ dir nimmermehr
Vorübergehn.
Fällt nun der Sternenschein
Nachts in mein Kämmerlein,
Lieg’ ich und schlafe nicht
Und denke dein.
Ist doch die Seele mein
So ganz geworden dein,
Zittert in deiner Hand,
Tu’ ihr kein Leid!
2
Einen Brief soll ich schreiben
Meinem Schatz in der Fern’;
Sie hat mich gebeten,
Sie hätt’s gar zu gern.
Da lauf’ ich zum Krämer,
Kauf Tint’ und Papier
Und schneid’ mir ein’ Feder,
Und sitz’ nun dahier.
Als wir noch mitsammen
Uns lustig gemacht,
Da haben wir nimmer
An’s Schreiben gedacht.
Was hilft mir nun Feder
Und Tint’ und Papier!
Und weißt, die Gedanken
Sind allzeit bei dir.
_______________
Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wenn man liebt oder sich sehnt
Ich wollte so viel schreiben,
Romane, ganze Zyklen,
doch merkte ich schon bald mal:
um alles das zu sagen,
was mir so in den Sinn kam,
da reichten keine Worte.
Drum schrieb ich ein Gedicht.
@Sandra Matteotti
meine welt ist
nicht glänzend
nicht ständig nur pink und gar
himmelblau strahlend
es gibt da die ganz
dunklen töne die
mitunter auch
das zepter einnehmen
es gibt da so diese
gar düsteren klänge
die statt in dur auch
moll halt verströmen
meine welt ist nicht
jeden tag glänzend
sie malt auch in matt und
dunkelblau – satt
das ist halt die welt die
die meine ich nenne
und wem’s nicht gefällt
der hat dann noch seine.
©Sandra Matteotti
Und dann kam die Zeit
als Menschen verwert-
und austauschbar warn.
Wo nur noch Gewinn,
nur Leistung wert war –
niemals Gefühl.
Und dann kam die Zeit,
als wir uns verlorn
und Leere nur blieb,
weil die Illusion
der Jahre zuvor
im Sande verlief.
©Sandra Matteotti
Ich wollte dir wohl
glauben, denn es klang so
wunderschön.
Bei jedem Blick und
jedem Wort fand ich
mich wieder,
merkte nicht, dass alles nur
ein einziges Gerüst
aus Lügen war.
©Sandra Matteotti
bist mir so nah
aber auch fern
bist immer da
und wieder nicht
fühl dich ganz tief
und tauche rein
tauch ich dann auf
suche ich dich
draussen ist leer
nur in mir drin
sind wir zu zweit
für alle zeit
©Sandra Matteotti
Wer denkt, was einer dichtet,
sei auch so wahr und ganz sein Leben,
der glaubt wohl auch, dass einer liebt,
der grad gestorben war.
Wie bunt wär so ein Leben,
so voller Liebe und auch Not,
grad noch in Liebelei verlor’n,
stürb er den nächsten Tod,
Doch leider sind’s nur Zeilen,
die einer – gar im Abendrot? –
zu Papier gebracht, dabei gedacht:
Der Wein war gut, fruchtig und rot.
@Sandra Matteotti