Thomas Bien: Buddhas Glücksgeheimnis

Glückliche Menschen leben in einer Welt, in der ständig etwas Gutes passiert. Liebevolle Menschen sehen überall Güte und Freundlichkeit. […] Verärgerte Menschen leben in einer durch und durch ungerechten Welt. Neidische Menschen leben in einer Welt, in der alle mehr haben als sie.

Thomas Bien zeigt in seinem Buch Buddhas Glücksgeheimnis auf, dass wir selber dafür verantwortlich sind, wie wir unsere Welt wahrnehmen und wie wir uns in ihr fühlen. Durch Beispiele aus buddhistischen Schriften, Geschichten über Buddhas Weg hin zur Erleuchtung sowie anhand von einfachen Übungen zeigt Thomas Bien, was wir selber verändern können, um glücklicher im Leben zu sein.

Thomas Bien beleuchtet dabei die illusionäre Sicht auf das eigene Ich, aus welcher Leid erst entsteht. Das Ich gibt es nicht, so seine Devise. Er beruft sich dabei einerseits auf buddhistische Lehren der umfassenden Einheit, andererseits auf eine neurowissenschaftliche Studie. Der neurowissenschaftlichen Forschung und der darum herrschenden Diskussion wird er damit nicht gerecht.

Fazit ist, dass wir die Identifikation mit dem Ich und allem, was wir dazu zählen, loslassen müssen, um wirkliche Freiheit zu erlangen. Erst wenn wir uns nicht mehr identifizieren, hängen wir an nichts und müssen nicht leiden, wenn Dinge vergehen. Denn das, so Bien, ist ein weiterer Punkt auf dem Weg zum Glück: Das Akzeptieren der Vergänglichkeit von allem. Nichts ist beständig, alles entsteht, um auch wieder zu vergehen. Hängen wir uns an die Dinge, werden wir jeder Veränderung mit Schrecken entgegen sehen. Lassen wir los, können wir das Kommen und Gehen gelassen betrachten und uns daran freuen.

Nur durch ein bewusstes und achtsames Leben werden wir wirklich den vollen Genuss dieses Lebens erfassen und darin besteht das Glück. Glück ist kein andauernder Zustand, sondern es sind die vielen kleinen Momente, die achtsam und ganz präsent genossen Glücksgefühle in uns auslösen.

Das Buch bietet eine schöne und leicht lesbare Wegbeschreibung hin zum eigenen Glück. Alle Wegweiser sind dabei nicht neu, sie finden sich in vielen Büchern zu Themen rund ums Glück, den Buddhismus und die Achtsamkeit. Insofern ist dieses Buch einfach eines mehr im jetzt schon vielfältigen Angebot. Durch die Vielfalt von eingängigen Geschichten, Übungen, die leicht zu praktizieren sind und psychologischen Hintergründen ist es aber sicher eines der lesenswerteren Bücher in der Glücksliteratur und damit sehr zu empfehlen.

Fazit:

Unterhaltsam geschriebene Wegbeschreibung hin zu einem bewussteren und damit glücklicheren Leben. Gehen muss man den Weg selber, wirklich neu ist auch die Beschreibung nicht, trotzdem ist das Buch empfehlenswert und lesenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 316 Seiten
Verlag: Lotos Verlag (2012)
Übersetzung: Jochen Lehner
Preis: EUR 19.99 ; CHF 31.90

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Erschienen im Yoga Magazin Schweiz

Björn Moschinski: hier & jetzt vegan

Dies ist bereits Björn Moschinskis zweites Kochbuch zur veganen Küche. Sein Erstling  Vegan kochen für alle stiess auf grosses Interesse. Nachdem sich das erste Buch an Kochanfänger und Neulinge in der veganen Küche richtete, konzentriert sich Moschinski  bei hier & jetzt vegan auf Regionalität und Saisonalität. Damit soll eine Küche gefördert werden, die auf Produkte baut, welche keine weiten Wege hinter sich haben und dann verzehrt werden, wenn sie nach dem Plan der Natur reif sind.

Ausserhalb der Saison unreif gepflücktes und künstlich nachgereiftes Obst und Gemüse können nie den Geschmack und die Qualität liefern, welche die Gemüse- und Obstbauern aus der Region durch kurze Lieferwege frisch und knackig auf die Teller der Konsumenten bringen.

In einer anschaulichen Tabelle sieht man, wenn welche Produkte erntereif sind und sich damit für die vorgeschlagene Küche eignen. Das Buch ist aufgeteilt auf die vier Jahreszeiten, innerhalb derer man von Salatkreationen über Vorspeisen, Hauptspeisen bis hin zu Desserts und Drinks alles findet, das man ohne tierische Produkte und mit einheimischen Produkten kochen kann.

Kirschmichel, Flammkuchen, Gedeckter Apfelkuchen, Bruschetta, selbstgemachte Pasta mit geschmortem Fenchel oder Steinpilzrisotto – all das und noch viel mehr findet sich in diesem Kochbuch. Die wirklich tollen Bilder werden begleitet von einer ausführlichen Zutatenliste und einer Kochanleitung, die auch für wenig kochbegabte Esser verständlich ist.

Das Buch ist nicht nur für Veganer geeignet. Es liefert auch tolle und kreative Ideen für experimentierfreudige Mischköstler. Das Buch kann somit als Einstieg in eine vegane Ernährungsweise genauso dienlich sein wie als Alternative zur sonstigen fleischbasierten Ernährung. Es liefert Ideen, welche durch die wirklich ansprechenden Bilder zum Nachmachen einladen.

Wer sich nicht gleich ans Kochen traut, kann sich Moschinskis Küche auch kochen lassen im Kopps, Moschinskis veganem Restaurant in Berlin Mitte.

Fazit:
Schön aufgemacht, tolle Bilder, verständliche Rezepte, appetitanregende Rezepte. Sehr empfehlenswert – auch für Nichtveganer.

Eindruck zum Autor

moschinskiveganAngaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: südwest Verlag, Random House Verlagsgruppe (2013)
Preis: EUR  17.90 / CHF 28.90

Zu kaufen bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Sex und der Postbote

Ab und an klingelt es hier und der Postbote hat wieder eine Paket-Ladung für mich. Das ab und an ist wohl eher ein „sehr oft“, denn der Postbote erkennt mich schon von Weitem auf der Strasse und grüsst mich mit Namen (mein Sohn fragte mich schon: Wieso kennt der dich?). Wir wohnen erst ein halbes Jahr hier. Da es kein Dorf, sondern Grossstadt ist und ich mir überhaupt keine Namen merken kann, gehe ich davon aus, dass es an der Paketflut liegen muss. So weit, so gut.

Heute hat er nicht geklingelt. Nicht einmal ein Mal. Trotzdem war der Briefkasten voll. Ich freute mich. Bücherpakete. Eines mit gelbem Kleber – von der Post wegen Überprüfung von was auch immer geöffnet und schön gelb wieder zugeklebt. Kein Thema, dachte ich so naiv. Ich packte die drei Pakete, ging in meine Wohnung, begann mit Auspacken. Ein Roman war schöner als der andere. Die Vorfreude aufs Lesen stieg förmlich an. Dann kam der Karton mit den gelben Klebern dran. Ich schnitt sie auf, schüttelte mühsam das Buch heraus, in freudiger Erwartung.

Raus kam: Sex total. Lebe deine Fantasien! Ein Rezensionsexemplar, von dem ich nicht wusste, es je angefordert zu haben. Ich blickte auf das Buch und in meinem Kopf startete der ganze Fragenkatalog: Wieso hatte die Post ausgerechnet dieses Paket geöffnet? Hätte es nicht das mit einem harmlos witzigen Roman sein können? Was denken die nun von mir? Und vor allem: was mache ich nun damit? Ich kann doch UNMÖGLICH ein solches Buch in meinem Blog rezensieren? Was denken all die Leser? In welche Schublade gerate ich da?

Ich wage einen Blick ins Buch. Die Bilder sind eigentlich meist ansprechend, negativ fällt mir nur auf, dass man die Frau in allen Posen und von allen Seiten mit (fast) allen Details nackt sieht, der Mann doch eher bedeckt bleibt. Nicht dass ich ihn selber hätte sehen wollen, aber ganz fair und richtig finde ich das nicht. Entweder alle oder keiner.

Auf der Umschlag-Innenseite finden sich die „Zehn Gebote für einfallsreiche Paare“. Nun wären einfallsreiche Paare wohl gar nicht darauf angewiesen, solche Gebote zu haben, geschweige denn, ein Buch zu konsultieren, insofern wären es wohl eher Gebote für einfallslose Paare.Da sich niemand so nennen lassen will, hat der Titel wohl Programm. Die Gebote selber sind durchaus gut, besagen, dass man sich selber annehmen und zu sich stehen, sich dem anderen mitteilen und ehrlich bleiben soll. Ob die Anlehnung an die Bibel (10 Gebote) sinnvoll ist, bleibe dahingestellt. Jeder wie er mag.

Das Buch glänzt mit Superlativen wie „den besten Stellungen“, „Sex für Experten“ und „Unwiderstehlicher Cunnilingus“ (ich lerne heute viel – was man als Philosophin und Literaturwissenschaftlerin an Lernpotential hat – enorm – und ich meinte das nun in Bezug auf die Begrifflichkeiten, damit hier kein Missverständnis aufkommt), es hat aber auch Tipps für schwierige Momente, wenn es eben nicht klappt, wie man sich das so vorstellt.

Fazit:
Nützt’s nicht, so schadet es auch nicht. Neues lernen ist immer schön, wenn man am Ende des eigenen Lateins steht, hilft ein Wörterbuch weiter.

 

Und so sitze ich hier, das Buch neben mir. Ich denke an den Postdienst, an die gelben Kleber, frage mich, was ich meinem Sohn sage, wenn er das Buch je findet und versuche nun, die rote Farbe wieder aus dem Gesicht zu kriegen.

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Für die, welche es interessiert:
Anna Costa: Sex total. Lebe deine Fantasie, südwest Verlag, München 2013.

Annemarie Pieper: Gut und Böse

Die Frage nach dem Guten und Bösen hat viele Philosophen, Theologen, Psychologen, Biologenbeschäftigt. Jede Richtung ging aus der ihr eigenen Warte an die Thematik heran, versuchte sie mit Hilfe der eigenen Methoden zu entschlüsseln. Annemarie Pieper geht diesen Erklärungsversuchen quer durch die einzelnen Richtungen nach.

Können Mittel, die zu einem bösen Zweck verwendet gut sein? Rechtfertigt der gute Zweck die bösen Mittel? Was ist „das Gute“ im Gegensatz zu „gut“ als Adjektiv? Alltagssprachlich streben wir nach dem Guten, wollen das Böse meiden. Wir teilen Menschen in gut und böse ein und haben damit unsere Welt strukturiert. Dass dies zu kurz greift, liegt auf der Hand. Die Problematik liegt tiefer. Und so kommt Annemarie Pieper zu der Hypothese,

dass der Mensch von Natur aus weder gut noch böse ist, wohl aber an sich indifferente Anlagen mitbringt, die sich je nach Einfluss und Milieu zur Moral oder zur Unmoral hin entwickeln können.

Annemarie Pieper stürzt sich zur weiteren Erforschung in die Ethologie, verweist auf Lorenz’ Aggressionstrieb, geht weiter zum Sozialdarwinismus, wo sie Dawkins egoistisches Gen seziert, geht danach der Frage nach, ob der Mensch durch seine Anlagen determiniert oder frei in seinem Handeln und damit dafür verantwortlich ist. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Als nächstes sind die Psychoanalytiker und Soziologen gefragt, welche auf eine Wechselbeziehung zwischen Ich und Gesellschaft verweisen. Dabei gehen die Meinungen auseinander, ob nun das Individuum in seiner Triebunterdrückung oder aber die Gesellschaft mit ihren repressiven Strukturen für das Böse mehr verantwortlich sei. Wohl auch da liegt die Antwort irgendwo in der Mitte oder ganz woanders.

Bei so viel irdischem Unwissen kann nur noch die Theologie helfen, welche daraufhin befragt wird, wo das Übel herkomme. Von Gott kann es nicht kommen, es muss von den Menschen sein. Der hätte es zwar kommen sehen, musste es aber stehen lassen, um dem Menschen nicht seine Willensfreiheit zu nehmen, welche den Menschen als solchen ausmacht. Das ist die Antwort auf die Frage, wie Gott Auschwitz hätte geschehen lassen können. Nachdem auch noch Pandora als Schuldige ins Feld geführt wurde, kommen wir zur Philosophie, durchlaufen Metaphysik und Ethik, verweilen lange bei Kant, streifen Kierkegaard, vermissen danach Hannah Arendt, freuen uns dafür über Nietzsche.

Und am Schluss stehen wir da und sind so klug als wie zuvor. Der Mensch will stets das Gute, fühlt sich vom Bösen angezogen, widersteht ihm nicht und tut es doch. Im Wissen, dass es falsch ist, zu sehr davon gezogen. Schlussendlich bleiben die Begriffe ein Rätsel, das auch dieses Buch nicht lösen konnte.

Die Lösung zu erwarten wäre zu hoch gegriffen. Die Thematik ist zu komplex und es gibt keine definitiven klaren Antworten. Die Ausführungen sind teilweise für die knappe Schrift zu lang, um in der Folge in wenigen Sätzen verworfen zu werden. Es fehlt der rote Faden und eine wirklich stringente Argumentationskette. Das Ganze wirkt eher wie eine Aneinanderreihung von verschiedenen Theorien, die man aufgelesen hat, nun da wiedergibt, wo sie gerade in die vorher gesetzten Kapitel passen und am Schluss zum schon vorher klaren Ergebnis kommt, nämlich keinem. Trotzdem ein guter Einstieg in die Thematik, der gute Hinweise zur Vertiefung liefert.

Fazit
Ein guter Einstieg in ein sehr komplexes Thema. Die breit angelegte Analyse hilft, verschiedene Gesichtspunkte dieses Themas wahrzunehmen und das Gefühl für die Vielschichtigkeit desselben zu erhalten. Prädikat empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 127 Seiten
Verlag: C.H.Beck Verlag 2008
Preis: EUR: 8.95 ; CHF 13.40

Frans de Waal: Primaten und Philosophen

DeWaalPrimatenDas vorliegende Buch bietet einen interdisziplinären Diskurs, welcher auf einer Vorlesung Frans de Waals innerhalb der „Tanner-Lectures on Human Values“ basiert. Drei Philosophen und ein

Evolutionspsychologe nehmen de Waals Sicht in der Folge kritisch unter die Lupe, halten ihre Argumente dagegen, worauf Frans de Waal in einer abschliessenden Antwort reagiert.

Frans de Waal führt seine jahrzehntelange Erfahrung in der Primatenforschung sowie evolutionstheoretische Betrachtungen ins Feld, um darauf aufbauend über die Moral des Menschen nachzudenken. Beim Blick auf die Natur des Menschen unterscheidet er zwei grundlegende Strömungen, mit der Moralität des Menschen umzugehen. Die eine, die Fassadentheorie, sieht den Menschen als von Natur böse und Moral als kulturelles Konstrukt, das zu wählen dem Menschen möglich ist. Auf der anderen Seite steht die evolutive Ethik, welche Moralität als Ergebnis einer Entwicklung vom Sozialverhalten der Tiere hin zu einer menschlich immanenten Wesenseigenschaft sieht.

Mit Beispielen aus seiner Primatenforschung zeigt Frans de Waal Grundzüge sozialer Interaktion und auch Emotionen wie Empathie bereits bei diesen Tieren vorhanden. Aufgrund dieser Entdeckung schliesst er, dass die menschlichen Anlagen zur Empathiefähigkeit sowie die Bedürfnisse nach Kooperation und Moral nicht kulturelle Fassade, sondern sich in einer evolutionären Kontinuität entwickelte Natur sei.

Bei allen Parallelen zwischen Tieren und Menschen gibt es durchaus Unterschiede, welche sowohl Frans de Waal wie auch die anderen Autoren des Buches thematisieren. Zentral sind dabei sicher die Sprachfähigkeit und kognitive Fähigkeiten, welche beim Menschen weiter ausgebildet sind.

Peter Wright behandelt im Anschluss an de Waals Artikel die Problematik von Anthropomorphismen, Philip Kitcher und Christine M. Korsgaard sehen die menschliche Moralität stärker im kognitiven Bereich (im Gegensatz zum eher emotional gesteuerten Verhalten der Tiere), wozu auch Peter Singer tendiert, welcher aufgrund von Versuchen mit Hirnscans für eine kognitiv rationale Moralität beim Menschen plädiert

Die Wahrheit findet man durch dieses Buch nicht, aber sicher viele Ansätze aus diversen Forschungsrichtungen, die sich gegenseitig in Frage stellen aber auch befruchten. Das Buch zeugt von der gegenseitigen Achtung der Autoren und vermittelt dem Leser damit eine unbeschwerte Sicht auf die grundlegenden emotionalen Verhaltensweisen des menschlichen Tieres. Denn:

Es ist klar, dass Tiere keine Menschen sind, genauso klar ist aber, dass Menschen Tiere sind.

Fazit
Themen wie Mitleid, Empathie und Selbstlosigkeit bei Mensch und Tier werden kontrovers diskutiert. Informative, kurzweilige Lektüre. Absolut lesenswert.

Angaben zum Buch:
Taschenbuch: 220 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag 2011
Übersetzung: Hartmut Schickert, Birgit Brandau, Klaus Fritz
Preis: EUR: 12.90 ; CHF 17.90

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Anne-Katrin Weber: Mini-Brote & Brötchen

Grosse Brote kennen alle. Brotscheiben auch. Aber so ein kleines Brot? Ein ganz persönliches? Eines für mich ganz allein? Wer will das nicht haben! Jedem das Seine, Kleine.

Nach einer kurzen Erklärung, wie mit der Silikonbackform umzugehen ist, folgt eine Erläuterung der gängigen Mehlsorten und Teigarten. So gerüstet kann das Backvergnügen losgehen.

Ob herzhaft und rustikal oder hell, ob süss oder salzig, für alle Geschmackrichtungen gibt es entsprechende Rezepte, welche Schritt für Schritt erklärt werden. Die Bilder zu den Rezepten sind ansprechend und natürlich, die abgebildeten Brötchen laden zum reinbeissen ein. Wer nach dem Backen noch nicht genug hat, kann auch noch die herzhaften oder süssen Brotaufstriche ausprobieren.

Sowohl bei den Broten und den Aufstrichen wie auch bei den süssen Kreationen hat es für jeden Geschmack etwas. Die Rezepte sind nachvollziehbar beschrieben, Zutaten, Zubereitungs- und Backzeit ausgewiesen.

Also ran an die Rührschüssel, denn die kleinen Brote sorgen im Handumdrehen für grossen Genuss!

Fazit:

Das kleine Buch ist übersichtlich und sinnvoll aufgebaut sowie ästhetisch präsentiert. Auch ungeübte Bäcker werden damit Backerfolge erzielen. Absolut empfehlenswert.

Bild

 

Angaben zum Buch:

Gebundene Ausgabe: 64 Seiten

Verlag: Südwestverlag, ein Unternehmen der Random House GmbH (9. Juli 2012)

Preis: EUR: 16.99 ; CHF 26.90

Anne-Katrin Weber: Mini-Brote & Brötchen. Ciabatta, Roggenbrot, Laugengebäck, Brioche und Co. Mit schnellen Brotaufstrichen, Südwestverlag, München 2012.

Zu kaufen bei: AMAZON.DE und BOOKS.CH

Franz Brandl: Cocktails

Eine gut bestückte Bar trifft viele Aussagen. Die zahlreichen Flaschen vermitteln eine Atmosphäre der Trinkkultur, und ihr Zauber erfasst jeden Barbesucher immer wieder aufs Neue.

Mit diesem schön gestalteten, umfangreichen und sinnvoll aufgebauten Buch führt Franz Brandl den Leser in die Welt der Cocktails ein. Er zeigt zuerst auf, was in einer gut sortierten Hausbar nicht fehlen darf, um eine gewisse Bandbreite an Möglichkeiten zu haben und nicht zu den ewig gleichen bekannten Drinks greifen zu müssen. Neben der flüssigen Ausstattung bedarf es auch einiger Arbeitsgeräte, um Drinks herstellen und stilecht servieren zu können. Der Leser erfährt des Weiteren alles über verschiedene Zubereitungs- und Servierarten, lernt die passenden Gläser zu den verschiedenen Getränken kennen und lernt, sich bei Fachausdrücken zurechtzufinden.

So gerüstet steht dem eigenen Mixvergnügen nichts mehr im Wege. Brandls Tips helfen dabei, dass auch wirklicher Trinkgenuss entsteht.

 Grundsätzlich ist es empfehlenswert, nicht zu viele verschiedene Alkoholika in einem Drink zu verwenden und beim Genuss unterschiedlicher Mixturen bei einer Basisspirituose zu bleiben.

Der Aufbau des Buches erfolgt sinnvoll nach Basisspirituosen, denen die einzelnen Cocktails zugeordnet sind. Die Anleitung ist verständlich, die Illustrationen einladend. Es fehlt auch nie an Informationen zu einzelnen Getränken, so dass man sich auf kurzweilige Weise Hintergrundwissen aneignen kann.

Damit auch Kinder auf ihre Kosten kommen oder man einen unbedenklichen Cocktail zwischen durch mixen kann, beinhaltet das Buch ein Kapitel mit Alkoholfreien Getränken. Auch diese erscheinen als wahre Freude für die Sinne.

Fazit:

Ein schön gestaltetes Buch, welches in der ganzen Aufmachung eine Freude für die ästhetischen Sinne ist und Gaumenfreuden verspricht. Eine gute Mischung aus Information, Anleitung und Bebilderung. Absolut empfehlenswert.

BildAngaben zum Buch:

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

Verlag: Südwestverlag, ein Unternehmen der Random House GmbH (12. Juli 2012)

Preis: EUR: 14.99 ; CHF 23.90

Franz Brandl: Cocktails. Über 1000 Drinks mit und ohne Alkohol, Südwestverlag, München 2012.

Zu kaufen bei: AMAZON.DE und BOOKS.CH

Selim Özdogan: Kopfstand im Karmataxi

 

„…die Sehnsucht nach Sinn wiegt möglicherweise in jedem Alter jenseits der Kindheit gleich schwer und man sieht die Dinge klarer, wenn man noch nicht zu vielen irrigen Annahmen aufgesessen ist.“  

Was ist der Sinn des Lebens und wo findet man ihn? Was ist Erleuchtung und welcher Weg führt dahin? Das hier vorgestellte Buch schildert die fast schon verzweifelte Suche nach Erleuchtung, nach Erkenntnis, nach Durchblick und nach Sinn des Lebens. Der Weg führt über Drogen, Hochschulvorlesungen, Alkohol, exzessives Gewichtheben und Zen hin zu Yoga. Allerdings endet er da nicht, sondern er scheint erst anzufangen, indem nun das ganze Erleuchtung versprechende System durchleuchtet und mit dem Verstand zerpflückt wird.

Nachdem das ruhige Sitzen in der Zenmeditation nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert hat, stellt Yoga einen nächsten Versuch dar, dem Lebenssin auf die Spur zu kommen. Obwohl ein erster Versuch vor Jahren gescheitert ist, gibt Özgür Yolcu Yoga eine zweite Chance. Er fühlt sich nicht glücklich, obwohl er sich ein Leben geschaffen hat, wie er es sich wünscht, frei, unabhängig, selbstbestimmt. Er hadert mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten, versinkt in Selbstzweifeln. Er sehnt sich nach Glück, einem sich zuverlässig einstellenden Wohlgefühl. Nach einigen Yogastunden fühlt er es zum ersten Mal. Etwas verändert sich, er fühlt sich gut – und das Gefühl hält an. Özgür belässt es nicht bei den Asanas, sondern vertieft sich in die Philosophie des Yogas, welche er mit viel Ironie, Skepsis und Verstandesakrobatik angeht. Die regelmässigen Yogastunden zeigen erste Fortschritte, so dass er die Dosis nach und nach steigert. Nebenher widmet er sich den Yamas und Niyamas, fragt sich, welchen Sinn Pranayama macht, wenn man das Leben gar nicht verlängern will, sinniert darüber, weswegen er keinen Guru findet und was Grenzen sind. Während Özgür auf der körperlichen Ebene vom Yoga überzeugt ist, zweifelt er noch immer an der geistigen, weil er da keine Veränderung spürt. Trotzdem geht er weiter auf dem Weg, hinterfragt sich und die Welt und seinen eigenen Weg in dieser Welt.

 

Fazit:

Ein Buch, das flüssig geschrieben und leicht lesbar einen Yogaweg aufzeigt, der sich von den sonst üblichen Lobeshymnen der Schauspielerautobiographien abhebt. Mit viel Selbstironie, Authentizität und kritischem Verstand stellt Selim Özdogan das östliche System in Frage, ohne es zu verurteilen, aber auch ohne es unreflektiert zu verherrlichen.

 

Selim Özdogan: Kopfstand im Karma-Taxi. Bekenntnisse eines Pranajunkies. Edition Spuren,  Winterthur 2012. (Rezension erschienen im Schweizer Yoga Magazin)

Rainer Dresden: Beim ersten OM wird alles anders

„Über Männer, die im Lotossitz laut atmen und Om singen, habe ich noch nicht einmal gelächelt; ein derartiges Verhalten erschien mir völlig artfremd.“, schreibt Rainer Dresden in seinem witzig-ironischen Buch über seinen Weg vom Yoga-Ignoranten hin zum begeisterten Yoga-Anhänger. Yoga sei Frauensache, davon ist er spätestens in den 70er-Jahren überzeugt, nachdem er die Bücher und Sendungen der damals populären Yoga-Pionierin Kareen Zebroff gesehen hat. Er begrüsst gar die abflachende Yogabegeisterung und die aufkommende Aerobicwelle in den 80er-Jahren. Nicht dass er da hätte mitmachen wollen, aber das Zuschauen empfindet er durch die andere Art der Trikots und Frisuren attraktiver.

Zu früh gefreut, möchte man sagen, Yoga kam wieder auf und er entkommt ihm nicht mehr. Eine zu unbedacht geäusserte Bemerkung darüber, dass er den Yogakopfstand beherrsche bringt ihn in seine erste Yogastunde, welche nicht die letzte sein soll. In seinem ersten Übermut bucht er gar sogleich einen Yogaurlaub in Griechenland, welcher ihn vor die Aufgabe stellt, eine eigene Yogamatte zu besorgen. Fortan sieht man ihn mit rosa Matte unter dem Arm durch München laufen.

Schon bald ist Yoga nicht mehr aus seinem Leben wegzudenken. Mehr noch: Rainer Dresden kommt zum Schluss, dass er eigentlich schon immer Yogi war, auch wenn er sich dessen nicht bewusst war. Dass er sich auch nach einem Jahr Yoga-Unterricht weigert, gemeinsam beim OM mitzusingen, tut dem keinen Abbruch, denn Yoga heisst auch, seine Grenzen zu akzeptieren und nichts zu erzwingen.

Beim ersten OM wird alles anders handelt von der „Kunst, Yoga zu lernen und doch Mann zu bleiben“. Obwohl Yoga in Indien ursprünglich von Männern praktiziert wurde, sind es heute vorwiegend Frauen, die sich in den örtlichen Yogastudios tummeln. Das Bild, dass Yoga eine Frauensache sei, hält sich hartnäckig in den Köpfen der männlichen Spezies, wie es auch in Rainer Dresdens Kopf war. In seinem Buch beschreibt er, wie er auf den Yogaweg kam und was er auf diesem erlebte. Dabei behält er einen nüchternen Blick, zeigt auf, dass nicht überall, wo Yoga drauf steht, auch Yoga drin ist und die wirtschaftlich orientierten Versuche, Yoga mit allen Themen des sonstigen Lebens zu kombinieren, nicht immer glücklich sind.

Das Buch glänzt durch anschauliche Beschreibungen und witzige Anekdoten. Der Leser begleitet Rainer Dresden zu seinen Yogastunden, schwitzt mit ihm, ertappt sich ab und an, lesend eine Haltung nachzumachen, fiebert der ersten Nackt-Yogastunde entgegen und erkennt sich sicherlich an vielen Stellen wieder. Mit viel Humor und überhaupt nicht dogmatisch werden auch Themen wie Vegetarismus und andere yogischen Prinzipien angeschnitten. Ein Lesegenuss, welcher hoffentlich den einen oder anderen Mann dazu bringt, zur Matte zu greifen und sich in den Handstand zu schwingen.

Fazit:

Kurzweiliger Lesespass, der einen kleinen Überblick darüber gibt, was Yoga ist und versucht, mit einigen Klischees aufzuräumen.

Rainer Dresden: Beim ersten OM wird alles anders, Südwest, München 2010. (Rezension erschienen im Schweizer Yoga Magazin)