Wir finden immer noch politisch korrektere Begriffe für Minderheiten, vergessen dabei, dass das, was wirklich zählt, die Haltung ist, die wir gegenüber Menschen generell einnehmen.
@Sandra Matteotti
Kategorie: Gedanken
Verlockungen….
Früher gab es das nicht. Black Friday. Und ja, er ist rabenschwarz. Ich kriege fast minütlich Nachrichten, was ich alles günstiger haben könnte. Eigentlich brauche ich nichts, ich habe alles, aber: Der Fernseher wäre grad zum halben Preis zu haben. Nie käme ich so günstig an einen neuen Fernseher. Klar, ich schaue nie fern, zumindest nie an einem Fernseher, aber: Das kümmert grad nicht, oder?
Stereoanlagen wären grad unglaublich günstig. Ich höre mehrheitlich klassische Musik, sehr gerne Opernsängerinnen. Ohne die entsprechende Wiedergabequalität könnte ich auch selber singen. Und nein, ich kann nicht singen. Ich treffe die Töne, aber die Stimme reicht nicht. Ich müsste das haben. Auch wenn ich das nie gedacht hätte, aber wo sie es so anbieten???
Notebooks kriegte man aktuell zum halben Preis. Nur Windows, aber ich bin ja kein Banause. Und: Ich habe grad erlebt, wie es ist, wenn das eigene Notebook aussteigt… wäre doch praktisch, eines für den Notfall zu haben??
Alle meine Künstlerseiten präsentieren mir Prozente auf Farben, Malgründe und alles drum rum. Ich habe zwar von allem genug, aber irgendwann brauch ich das wieder und dann wäre es teurer….
Und so sitze ich hier und kämpfe. Gegen Verlockungen. Ich brauche nichts von alledem, aber ich denke, es wäre nie mehr so günstig wie jetzt. Nur wenn ich es jetzt nicht kaufen würde, kaufte ich es wohl kaum je. Und wenn, dann würde ich es dann wirklich brauchen. Und da ich all das, das ich eigentlich nicht brauchte, nicht kaufte, wäre das, was ich dann wirklich brauche, immer noch günstiger, als wenn ich wegen des schwarzen Freitags eine neue Stereoanlage, einen neuen Computer, Farben, Malgründe und alles mehr gekauft hätte….
Aphorismus #94
Wenn wir immer anklagen, was lustig gemeint ist, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir nichts mehr zu lachen haben.
@Sandra Matteotti
Aphorismus #93
Just dann merkt man, wie toll Spatzen sind, wenn der in der Hand nach langem vergeblichem Greifen nach der Taube auf dem Dach davongeflogen ist.
@Sandra Matteotti
Aphorismus #92
Es ist einfacher, andere auf ihre Fehler hinzuweisen, als für die eigenen einzustehen.
@Sandra Matteotti
Aphorismus #91
Manche fragen dich, wie es dir geht, um dir dann von ihrem Befinden zu erzählen.
@Sandra Matteotti
Aphorismus #90
Man kann noch so sehr wollen, dass es anderen gut geht. Wenn sie es nicht selber wollen, führt es zu nichts.
@Sandra Matteotti
Frühstück im Bett
Er: „Liebste, wie wäre es mit Frühstück im Bett, ich möchte dich verwöhnen, dir was Gutes tun, dir damit zeigen, wie toll du bist.“
Sie: „Wieso das denn? Weißt du nicht, wie unbequem das ist? Da helfen auch keine stützenden Kissen. Und wer kehrt am Schluss die Krümel weg?“
Er: „Du bist ja heute mies drauf, so ne richtige Pissnelke.“
Sie: „Ha – so sieht es also aus, wenn du mich verwöhnen willst – Pissnelke? Ist das das prämierte Kosewort 2017?“
Er: Du verdrehst mal wieder alles. Ich wollte doch nur….
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Für die abc.etüden, Woche 47.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für Textwoche 46.17 kommt von Bettina von Wortgerinnsel, die Wörter lauten: Pissnelke, krümelig, verdrehen.
Der Ursprungspost: HIER
Wie weit darf freie Meinungsäusserung gehen?
Kürzlich lief ich mit dem Hund durch die Pampa und liess mich über Kopfhörer willkürlich beschallen. Eine Mischung aus allem lief, es war wunderbar. Ab und an kamen langjährige Lieblinge, dann und wann Dinge, die ich nicht mehr auf dem Radar hatte oder aber gar nicht kannte. Und dann kam das:
Ich dachte, ich höre nicht recht. Ich versuchte bislang, Rap etwas abzugewinnen. Sprachkönnen war da, oft auch Tiefgang. Eine Botschaft. Es war nie mein Gebiet, aber es war eines. Das hier ist aber nur noch destruktiv und abwertend. Und es hat Erfolg. Es ist unsere Jugend, die das hört. Und sie nimmt es sich zum Vorbild.
Wir hatten Jahrhunderte, in denen nur Männer was waren. Frauen gab es natürlich, doch sie waren mehrheitlich untergeben und weniger wert, die unbequemen wurden gar verbrannt. Dann standen ein paar auf und fingen zu kämpfen an. Einige Nachfolgerinnen haben es übertrieben, sie wollten den Spiess umkehren statt für ein Miteinander einzustehen. Ich denke, dem schulden wir das hier unter anderem…
Wann wird der Mensch endlich lernen, dass es nicht geht, wenn einer nur für sich und Seinesgleichen einsteht, alle anderen bekämpft? Es wird nur klappen, wenn wir miteinander in die Welt gehen. Die ist schon schwer genug, wir sollten die Kräfte bündeln.
Was aber machen wir nun mit solchem Schrott? Darf man das verbieten? Ich meine, es ist ein Aufruf, Mütter (das sind alle Frauen, die ein Kind haben) einfach von hinten zu nehmen, egal ob sie wollen. Damit wäre doch der Tatbestand des Aufrufs zu einer Straftat gegeben? Kann oder muss man es einfach laufen lassen? Ich weiss es nicht, aber: Solche Texte sind mehr als grenzwertig.
Aphorismus #89
Oft lacht man, obwohl einem ums Weinen wäre, weil keiner die Tränen sehen wollte.
@Sandra Matteotti
Aphorismus #88
Manche Menschen tragen die Nase nur so hoch, weil sie sich selber überschätzen.
@Sandra Matteotti
Das Wesen der Kritik
Ich zeichne. Und male. Wer das noch nicht weiss, findet auf Instagram mehr davon:
oder auf meinem Blog
Ab und an kriege ich Kommentare. Das, was ich gezeichnet hätte, sei nicht ganz realitätsgetreu. Das verwundert mich immer, da mein Stil alles andere als realistisch ist. Er ist nicht abstrakt, aber niemals detailgetreu. Kürzlich konnte ich nicht schlafen und plötzlich kam mir die passende Antwort auf solche Kommentare. Sie war einfach da. Wie irgendwo tief angelegt:
Ich zeichne die Dinge, wie ich sie fühle. Für alles andere habe ich eine Kamera.
Sogar beim Fotografieren wählt man immer einen Ausschnitt. Man entscheidet sich für die eigene Sicht der Situation. Beim Zeichnen hat man noch mehr Freiheit. Mir geht es nicht um Realitätstreue. Ja, ich bin sehr konkret in dem, was ich tue, ich möchte etwas darstellen und kann mit vielen Formen der Abstraktion wenig anfangen. Abstraktion heisst oft:
Ich male einfach mal was hin.
Picasso sah das noch anders. Er fragte sich: Was muss ich weglassen, damit man immer noch sieht, was ich will. Dahinter sehe ich viel Können. Einfach mal Farben über die Leinwand zu giessen, sieht nett aus, ab und an, ist für mich aber keine Kunst, nur Dekoration. Das darf jeder sehen, wie er will und ich würde es nie verurteilen. Es ist schlicht ein anderer Weg als meiner.
Also: Wer gerne realitätsgetreue Bilder sieht, soll sich eine Kamera zulegen oder selber lernen, zu zeichnen – was ich nur empfehlen kann, es ist toll. Ich kenne die Gesetze, ich kann auch nach ihnen zeichnen. Aber: Darum geht es am Ende nicht. Mir nicht.
Ab und an üben Menschen einfach gerne Kritik. Um was gesagt zu haben. Sie fühlen sich dann wichtig. Und ganz viele Menschen lassen sich davon einschüchtern. Das ist schade. Denn: Sie sind genauso wichtig.
Laut gedacht…
Je älter das Gesicht, desto grösser die Sonnenbrille.
Aphorismus #87
Hilfsbereitschaft ist nicht, zu sagen, was man gerne für den andern täte, es ist, zu fragen, was er braucht.
@Sandra Matteotti
Aphorismus #86
Ob etwas möglich ist, sieht man erst, wenn man es probiert.
@Sandra Matteotti