Da waren diese Ferien,
er holte dort Lysterien,
doch dann daheim, da lobte er,
den Aufenthalt über den Klee.
@Sandra Matteotti
Denkzeiten – Philosophie als Lebenskunst
Dr. Sandra von Siebenthal
Philosophische Gedanken zu Politik, zur Lage der Welt, zur gesellschaftlichen und menschlichen Situation
Da waren diese Ferien,
er holte dort Lysterien,
doch dann daheim, da lobte er,
den Aufenthalt über den Klee.
@Sandra Matteotti
Ein Flügelschlag
ein Wort im Ohr
ein kurzer Satz
und alles dreht.
Ein Wendepunkt
und was mal war,
ist nun vorbei,
kommt nimmer mehr.
Ein Meilenstein,
der alles teilt
in vor und nach,
der Bruch besteht.
Was bleibt ist nur
die Dankbarkeit,
dass einmal war,
was immer zählt.
©Sandra Matteotti
Als deine Seele
meine traf,
lag der See still;
und drin spiegelte
Unendlichkeit.
©Sandra Matteotti
ich mag keine
halben sachen
mag die dinge
richtig machen
denn zwei halbe
sind kein ganzes
sind 3/4
nur des tanzes
den man durch
das leben geht
und sich selbst
im wege steht
macht man nur so
halbe sachen
ich mag nur die
ganzen sachen
so mit haut und haar
und einem wachen
verstand noch
obendrein der
niemals doch
das herz besiegt
wenn wange sich
an wange schmiegt
©Sandra Matteotti
Bei dir
mit dir
in dir
durch dich
für mich
halt mich
fest an
deiner Seite
Bei mir
mit mir
in mir
durch mich
für dich
halt ich
dich für
immer fest.
©Sandra Matteotti
Es war einmal ein Drachenei,
doch mit dem Ei war’s schnell vorbei,
mit einem Rums und einem Knall,
zerbrach die Hülle, Feuerschwall
trat heraus und dann ein Drache.
Doch da war diese eine Sache
mit dem strengen Elternpaar,
das sich zwar freute, ist ja klar,
doch befand bei solch Geschehen,
sei das Feuer ein Vergehen.
Ein wenig Anstand und auch Sitte,
so die einstimmige Bitte,
wären wichtig, täten Not,
und keine Flamme in tiefrot.
Das Drachenkind zog eine Schnute,
ärgerlich war ihm zumute,
dass die zwei altbackenen Greise,
begrüssten es auf solche Weise.
Es ist denn auch bei kleinen Drachen
oft gar wenig Grund zu lachen,
wenn die Eltern schlicht nur motzen,
– so beginnen sie zu trotzen.
Diese Alten sollen niemals denken,
sie alleine könnten lenken,
denn auch Kinder wollen Macht,
woraus erfolgt, dass es mal kracht.
Doch ist der Streit dann erst verflogen,
und glätten sich die wilden Wogen,
herrscht auch wieder Sonnenschein,
so war es immer, denn so soll es sein.
©Sandra Matteotti
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Für die abc.etüden, Woche 26.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 26.18 kommt von Frau Flumsel (wortgeflumselkritzelkram)
Sie lautet: Drachenei, altbacken, knallen
Der Ursprungspost: HIER
fragen
immer
fragen
doch die antwort
seh ich nicht
dunkel
immer
dunkel
und was mir fehlt
das ist das licht
suchen
immer suchen
aber finden
kann ich nicht
hoffen
immer
hoffen
aber glauben
trau ich nicht
leben
weiter
leben
denn was andres
bleibt schlicht nicht
©Sandra Matteotti
mir fehlt ganz schlicht
der eine…
mit dem man einfach
reden kann
der erste
wenn was auf
der Seele brennt
der eine
mit dem man
Schönes teilt
Der mit dem
man gerne
Wein geniesst
der welcher
versteht wie man
so selber denkt
wenn ich es
selber nicht
versteh’
©Sandra Matteotti
Hermann Hesse (1877 – 1962)
Glück
Solang du nach dem Glücke jagst,
Bist du nicht reif zum Glücklichsein,
Und wäre alles Liebste dein.Solang du um Verlornes klagst
Und Ziele hast und rastlos bist,
Weißt du noch nicht, was Friede ist.Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
Nicht Ziel mehr noch Begehren kennst,
Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,Dann reicht dir des Geschehens Flut
Nicht mehr ans Herz, und deine Seele ruht.
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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, das man lesen kann, wenn man glücklich ist oder das Glück sucht
Ingeborg Bachmann (1926 – 1973)
Mein Vogel
Was auch geschieht:
die verheerte Welt sinkt in die Dämmerung zurück,
einen Schlaftrunk halten ihr die Wälder bereit,
und vom Turm, den der Wächter verliess,
blicken ruhig und stet die Augen der Eule herab.Was auch geschieht:
du weißt deine Zeit, mein Vogel,
nimmst deinen Schleier und fliegst durch den Nebel zu mir.Wir äugen im Dunstkreis, den das Gelichter bewohnt.
Du folgst meinem Wink, stösst hinaus
und wirbelst Gefieder und Fell –Mein eisgrauer Schultergenoss, meine Waffe,
mit jener Feder besteckt, meiner einzigen Waffe!
Mein einziger Schmuck: Schleier und Feder von dir.Wenn auch im Nadeltanz unterm Baum die Haut mir brennt
und der hüfthohe Strauch mich mit würzigen Blättern versucht,
wenn meine Locke züngelt, sich wiegt und nach Feuchte verzehrt,
stürzt mir der Sterne Schutt
doch genau auf das Haar.Wenn ich vom Rauch behelmt
wieder weiß, was geschieht,
mein Vogel, mein Beistand des Nachts,
wenn ich befeuert bin in der Nacht,
knistert’s im dunklen Bestand, und ich schlage den Funken aus mir.Wenn ich befeuert bleib wie ich bin
und vom Feuer geliebt,
bis das Harz aus den Stämmen tritt,auf die Wunden träufelt und warm
die Erde verspinnt,
(und wenn du mein Herz auch ausraubst des Nachts,
mein Vogel auf Glauben und mein Vogel auf Treu!)
rückt jene Warte ins Licht,
die du, besänftigt,
in herrlicher Ruhe erfliegst –
was auch geschieht.
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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wenn das Leben schwierig ist oder man Mut braucht
Sie legte den Kopf schräge: „Weißt du, was mich brennend interessiert?“
Er: „Hm….“
Sie: „War das nun ein Ja oder ein Nein?“
Er: „Was?“
Sie: „Ich fragte dich, ob du wüsstest, was mich brennend interessiere, heisst „Hm“ ja oder nein?“
Er: „Wieso interessiert dich das?“
Sie: „Na, weil ich sonst ja nicht weiss, ob du es nun weißt oder nicht..:“
Er: „Ich wüsste vor allem mal gerne, was in Köpfen, die sich für solchen Mist interessieren, vorgeht…“
Im Märchen hiesse es nun, dass sie, wenn sie nicht gestorben sind, glücklich weiterleben würden, es ist aber davon auszugehen, dass einer der beiden das nicht überlebt hat.
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Für die abc.etüden, Woche 23.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 23.18 kommt von Gerda Kazakou (gerdakazakou.com)
Sie lautet: Schräge, brennend, köpfen
Der Ursprungspost: HIER
Hans- Christoph Neuert (1958 – 2011)
Alle
Alle
Welten abgesucht
nur Träume
sind mir oft geblieben
endlich hab ich – dich
gefunden
doch auch die Angst
vor Schmerz
Verlust
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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedichte, wenn man von Angst geplagt ist
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)
Klärchens Lied
(1788)Freudvoll
Und leidvoll,
gedankenvoll sein,
Langen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt;
Glücklich allein
ist die Seele, die liebt.
(aus Egmont, 3. Aufzug, 2. Szene)
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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wenn man liebt
Und wenn du gehst,
geht etwas von mir mit.
Und weil ich bleibe,
bleibt etwas von dir hier.
©Sandra Matteotti
Hans Brinkmann (*1956)
Rummel*
Wir machen den ganzen Rummel mit.
Jeden Tag sind wir hier.
Riesenräder überrollen uns,
auf den Karussells drehen wir durch.
Wie die Schweine und Kleeblätter
haben wir meist kein Glück. Die Schiessbuden
laden uns ein, aufeinander zu feuern,
ehe wir in die Bierzelte laufen,
wo unsre Köpfe im Schaum verschwinden.
Lachend stehen die Rittmeister
an den Kassen der Hippodrome.
Pass doch auf, Junge, wo du hintrittst!
Wie du dich wunderst, lassen sie dich
dafür bezahlen. Nichts ist umsonst.
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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wie man das Leben angehen kann
Das Leben als Rummelplatz, manchmal dreht man im Kreis, manchmal hofft man auf Glück, doch das bleibt aus. Man stösst auf Menschen, die einem nicht wohlgesonnen sind, tritt anderen auf die Füsse – und am Schluss kriegen wir die Rechnung, da nichts umsonst ist. Alles ein einziges Trübsal? Nein! Das Gute liegt im Detail. Wir haben nur meist kein Glück, sprich: ab und an haben wir welches. Der Rittmeister lacht, wir können mit ihm lachen, statt über alles zu klagen, nur weil es grad nicht rund läuft. Wir müssen auch nicht auf andere feuern, wir sind nur dazu eingeladen. Es bleibt unsre Wahl, ob wir es tun – nur wenn, dürfen wir uns nicht wundern, wenn andere zurückschiessen. Es bleibt unsere Wahl, wie wir das Leben sehen. Jede Sicht hat ihren Preis, unsere Entscheidung bleibt, was die Währung ist.
*zit. nach „Alle Tage ein Gedicht“, Aufbau Verlag