Ich wollte dir wohl
glauben, denn es klang so
wunderschön.
Bei jedem Blick und
jedem Wort fand ich
mich wieder,
merkte nicht, dass alles nur
ein einziges Gerüst
aus Lügen war.
©Sandra Matteotti
Denkzeiten – Vom Leben und Lesen
Dr. Sandra von Siebenthal
Philosophische Gedanken zu Politik, zur Lage der Welt, zur gesellschaftlichen und menschlichen Situation
Ich wollte dir wohl
glauben, denn es klang so
wunderschön.
Bei jedem Blick und
jedem Wort fand ich
mich wieder,
merkte nicht, dass alles nur
ein einziges Gerüst
aus Lügen war.
©Sandra Matteotti
bist mir so nah
aber auch fern
bist immer da
und wieder nicht
fühl dich ganz tief
und tauche rein
tauch ich dann auf
suche ich dich
draussen ist leer
nur in mir drin
sind wir zu zweit
für alle zeit
©Sandra Matteotti
Wer denkt, was einer dichtet,
sei auch so wahr und ganz sein Leben,
der glaubt wohl auch, dass einer liebt,
der grad gestorben war.
Wie bunt wär so ein Leben,
so voller Liebe und auch Not,
grad noch in Liebelei verlor’n,
stürb er den nächsten Tod,
Doch leider sind’s nur Zeilen,
die einer – gar im Abendrot? –
zu Papier gebracht, dabei gedacht:
Der Wein war gut, fruchtig und rot.
@Sandra Matteotti
der Tag erwacht
Kaffee gemacht
an dich gedacht
im Herz gelacht
den Tag verbracht
bald kommt die Nacht
die Sternenpracht
über mir wacht
entschlafen sacht
wieder erwacht
©Sandra Matteotti
Ich spüre dich
im ganzen Körper,
ich fühle dich
mit jedem Wort.
Verstehe dich,
ohne zu denken,
ich liebe dich,
drum sei mein Hort.
Ich sehne mich,
mit jeder Faser
vermisse dich
mit Haut und Haar.
Ich höre dich,
auch wenn du nichts sagst,
was sind schon Worte –
es ist fühlbar.
©Sandra Matteotti
Ich habe so Angst,
nicht zu genügen
so diese Angst,
nicht gut zu sein.
Es ist diese Angst,
dass einer käme,
und einfach nur fragte:
Was soll das sein?
Ich hab’ diese Angst,
nicht zu genügen,
dass einer schlicht sagt:
„Das reicht so nicht.“
Es ist diese Angst,
die stetig brodelt,
selbst einfach mal schlafen –
das geht schlicht nicht.
©Sandra Matteotti
Da waren diese Ferien,
er holte dort Lysterien,
doch dann daheim, da lobte er,
den Aufenthalt über den Klee.
@Sandra Matteotti
Ein Flügelschlag
ein Wort im Ohr
ein kurzer Satz
und alles dreht.
Ein Wendepunkt
und was mal war,
ist nun vorbei,
kommt nimmer mehr.
Ein Meilenstein,
der alles teilt
in vor und nach,
der Bruch besteht.
Was bleibt ist nur
die Dankbarkeit,
dass einmal war,
was immer zählt.
©Sandra Matteotti
Als deine Seele
meine traf,
lag der See still;
und drin spiegelte
Unendlichkeit.
©Sandra Matteotti
ich mag keine
halben sachen
mag die dinge
richtig machen
denn zwei halbe
sind kein ganzes
sind 3/4
nur des tanzes
den man durch
das leben geht
und sich selbst
im wege steht
macht man nur so
halbe sachen
ich mag nur die
ganzen sachen
so mit haut und haar
und einem wachen
verstand noch
obendrein der
niemals doch
das herz besiegt
wenn wange sich
an wange schmiegt
©Sandra Matteotti
Bei dir
mit dir
in dir
durch dich
für mich
halt mich
fest an
deiner Seite
Bei mir
mit mir
in mir
durch mich
für dich
halt ich
dich für
immer fest.
©Sandra Matteotti
Es war einmal ein Drachenei,
doch mit dem Ei war’s schnell vorbei,
mit einem Rums und einem Knall,
zerbrach die Hülle, Feuerschwall
trat heraus und dann ein Drache.
Doch da war diese eine Sache
mit dem strengen Elternpaar,
das sich zwar freute, ist ja klar,
doch befand bei solch Geschehen,
sei das Feuer ein Vergehen.
Ein wenig Anstand und auch Sitte,
so die einstimmige Bitte,
wären wichtig, täten Not,
und keine Flamme in tiefrot.
Das Drachenkind zog eine Schnute,
ärgerlich war ihm zumute,
dass die zwei altbackenen Greise,
begrüssten es auf solche Weise.
Es ist denn auch bei kleinen Drachen
oft gar wenig Grund zu lachen,
wenn die Eltern schlicht nur motzen,
– so beginnen sie zu trotzen.
Diese Alten sollen niemals denken,
sie alleine könnten lenken,
denn auch Kinder wollen Macht,
woraus erfolgt, dass es mal kracht.
Doch ist der Streit dann erst verflogen,
und glätten sich die wilden Wogen,
herrscht auch wieder Sonnenschein,
so war es immer, denn so soll es sein.
©Sandra Matteotti
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Für die abc.etüden, Woche 26.18: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Wortspende für die Textwoche 26.18 kommt von Frau Flumsel (wortgeflumselkritzelkram)
Sie lautet: Drachenei, altbacken, knallen
Der Ursprungspost: HIER
fragen
immer
fragen
doch die antwort
seh ich nicht
dunkel
immer
dunkel
und was mir fehlt
das ist das licht
suchen
immer suchen
aber finden
kann ich nicht
hoffen
immer
hoffen
aber glauben
trau ich nicht
leben
weiter
leben
denn was andres
bleibt schlicht nicht
©Sandra Matteotti
mir fehlt ganz schlicht
der eine…
mit dem man einfach
reden kann
der erste
wenn was auf
der Seele brennt
der eine
mit dem man
Schönes teilt
Der mit dem
man gerne
Wein geniesst
der welcher
versteht wie man
so selber denkt
wenn ich es
selber nicht
versteh’
©Sandra Matteotti
Hermann Hesse (1877 – 1962)
Glück
Solang du nach dem Glücke jagst,
Bist du nicht reif zum Glücklichsein,
Und wäre alles Liebste dein.Solang du um Verlornes klagst
Und Ziele hast und rastlos bist,
Weißt du noch nicht, was Friede ist.Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
Nicht Ziel mehr noch Begehren kennst,
Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,Dann reicht dir des Geschehens Flut
Nicht mehr ans Herz, und deine Seele ruht.
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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, das man lesen kann, wenn man glücklich ist oder das Glück sucht