Zerrissen zwischen den Orten
und nirgends daheim,
erdrückt von Gefühlen
und damit allein.
Heimat ersehnen
und doch nur ein Gast,
den Hafen ansteuern,
der zu mir passt.
©Sandra Matteotti
Denkzeiten – Philosophie eines kreativen Lebens
Dr. Sandra von Siebenthal
Philosophische Gedanken zu Politik, zur Lage der Welt, zur gesellschaftlichen und menschlichen Situation
Zerrissen zwischen den Orten
und nirgends daheim,
erdrückt von Gefühlen
und damit allein.
Heimat ersehnen
und doch nur ein Gast,
den Hafen ansteuern,
der zu mir passt.
©Sandra Matteotti
Da war noch Frau Schmitt aus Malle,
die hatte ne scharfe Kralle,
die war so ganz pink
die war auch ganz flink,
und krallt’ sich die Männer alle.
©Sandra Matteotti
Wenn Liebe einen Namen hätte,
hiesse sie wie du.
Wenn Fühlen Sinn und Zweck,
wären sie so gut.
Sie sind es klar,
doch ohne Ziel,
denn du bist du,
auch namenlos.
Wenn Liebe einen Namen hätte,
hiesse sie wie du.
Nun heisst sie nicht,
doch da bist du und
alles, was man Liebe nennt,
und alles, was man ach so kennt
ist als die Eine
tief gefühlt.
Wenn Liebe einen Namen hätte,
hiesse sie wie du.
Das tut sie schlicht,
das tut sie immerzu.
©Sandra Matteotti
und dann kam
das ende auf
leisen sohlen
um die ecke
geschlichen
nahm mit
was noch war
und liess gar
nichts zurück
alles begann
©Sandra Matteotti
Könnte die Welt umarmen
und meine nur dich,
weil schlicht in deinen Armen
die Welt liegt für mich.
Möcht’ in der Sonne lachen
ein Strahlen im Blick,
verrückt tolle Sachen machen
und singen vor Glück.
Spüre das pralle Leben
und spüre ganz mich
fühle mein Herz erbeben,
und das nur durch dich.
Könnte die Welt umarmen
und meine nur dich,
weil schlicht in deinen Armen
die Welt liegt für mich.
©Sandra Matteotti
Als der Träger einer Hose,
die nicht wirklich lose,
sondern am Gesäss sehr prall,
sich setzte, kam’s zum Knall.
©Sandra Matteotti
Das Huhn, das gackert, der Hahn kräht
Die Kuh macht Muh, der Bauer mäht.
Ein grosser Hund bewacht das Haus
und eine Katz’ sagt: „Aus die Maus.“
©Sandra Matteotti
Nach dunkler Nacht
Tautropfen glänzen
auf Halmen zart
und grün.
Langsam erwacht
was lange geschlafen
sieht Sonne nun
und Licht.
Nach dunkler Nacht
Tautropfen glänzen
das Leben kehrt
zurück.
©Sandra Matteotti
wir reden viel
und hören wenig
wollen tun und
machen nichts
wir rasen durch
und warten kaum je
wollen sein wo
wir nicht sind
Wir hoffen stets
und sehen gern nur
unser Ziel nicht
das was ist
vergessen so
was einzig wichtig
für uns ein- und
hinzusteh’n.
denn nur wer sieht
wo er grad feststeckt
wird je sein wo
er hin will.
©Sandra Matteotti
Liebst du mich?
Ich weiss es nicht!
Ach komm, das
kannst du nun nicht sagen.
Liebst du mich?
Ich trau mich nicht!
Ach komm, man
muss auch mal was wagen.
Liebst du mich?
Ich glaube nicht!
Ach kommt, du
willst es schlicht nicht sagen.
Liebst du mich?
Ich fühle nichts!
Ach komm, was
lässt du mich so klagen.
Liebst du mich?
Ich weiss, dass nicht!
Ach komm, das
lass ich dich nicht sagen.
Liebst du mich?
Nein, nun lasse mich!
Ach komm, wir
sollten uns vertragen.
©Sandra Matteotti
habe mich
grad neu erfunden
und finde mich
in mir zurecht
verbringe nun
ganz viele stunden
und suche mich
in dem geflecht
und wenn ich mich
dann wirklich kenne
und in mir
zu hause bin
dann lade ich
euch alle ein
mit mir zu feiern
wer ich bin
@Sandra Matteotti
Theodor Storm (1817 – 1888)
Schliesse mir die Augen beide
Schliesse mir die Augen beide
Mit den lieben Händen zu!
Geht doch alles, was ich leide,
Unter deiner Hand zur Ruh’.
Und wie leise sich der Schmerz
Well’ und Welle schlafen leget,
Wie der letzte Schlag sich reget,
Füllest du mein ganzes Herz.
______________
Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wenn man liebt
Es war einmal ein kleines Kind,
das fragte viel, wie Kinder sind.
Wieso ist die Banane krumm?
Wer ist gescheit und wer schlicht dumm?
Wo kommt die Liebe her, wo geht sie hin?
Will ich da sein, wo ich jetzt bin?
Haben Tiere auch Gefühle,
gibt’s in Jerusalem genügend Stühle?
Was sehe ich, was du nicht siehst,
Wer ist nun schön und wer das Biest?
Wer muss gehorchen, wer hat Macht?
Was ist ein Krieg, was nur ne Schlacht?
Wieso sind Früchte so gesund,
was macht den Mond oft kugelrund?
Wie melkt man eigentlich die Mäuse
und wie kriegt man schlussendlich Läuse?
Was macht im Sommer Blumen bunt,
und wer bestimmt die letzte Stund’?
In welchem Alter ist man wirklich alt
und wie viel Grad sind bitterkalt?
So fragt das Kind ganz munter weiter,
von bewölkt bis richtig heiter.
Man sitzt so da und staunt gar gross,
woher nimmt es die Fragen bloss?
Es sind die Fragen schlichtes Streben,
zu verstehen, ganz zu leben,
mit jeder Blume, allem Schönen,
der Lebensfreude neu zu frönen.
Drum seid euch sicher, eins ist klar:
Was richtig ist, und was ist wahr,
das findet nur, wer Fragen stellt,
weil sich dann die Welt erhellt.
Bewahre drum das Staunen dir:
Sind zwei mal zwei auch wirklich vier?
Denn was wir glauben oder sehen,
eines bleibt: Wunder geschehen!
@Sandra Matteotti
So betitelt und untertitelt kommt dieser kleine, aber feine Gedichtband daher. Kannte ich aus Schulzeiten nur den Schimmelreiter und die ach so norddeutschen Novellen, entdeckte ich den Lyriker Storm erst spät. Das bedaure ich sehr, bin aber froh, dass es nicht zu spät war, ich ihn entdeckte. Eine wunderbar klare Sicht aufs Leben, so viel Herz und Verstand.
Wer je gelebt in Liebesarmen,
Der kann im Leben nie verarmen;
Und müsst’ er sterben, fern, allein,
Er fühlte noch die selge Stunde,
Da er gelebt an ihrem Munde,
Und noch im Tode ist sie sein.
Ein wunderbares Buch voller Gefühl, voller Poesie, voller Leben und aus dem Leben.
Was mich sehr traurig stimmt – und da kommt nun eine Kritik in eine Rezension, die nicht dem Inhalt des Buches, sondern der heutigen Zeit gilt: Lyrik wird zu gering geschätzt. Lyrik trägt so viel an Leben, an Philosophie, an Gefühl. Sie regt zum Denken an, lädt zum Innehalten ein, kann Halt in schweren Stunden sein oder Begleiter in den leichten.
Wir haben hier ein gebundenes Buch. Für 6 Euro. 9.90 CHF. Jeder seichte Krimi ist teurer. Und der wird nie nachhallen. Er ist Unterhaltung und dafür toll, ich las viele davon und möchte sie nicht schlecht reden. Nur: Wo bleiben unsere Werte? Dies ein kurzer Exkurs einer Lyrik-Liebhaberin.
Fazit:
Ein kleiner, feiner, tiefgründiger, gefühlvoller Gedichtband. Lyrik, die berührt. Absolute Leseempfehlung.
Zum Autor und den Mitwirkenden
Theodor Storm wurde 1817 in Husum geboren und studierte Jura in Kiel und Berlin. Anschließend ließ er sich als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder. Neben seinem Beruf widmete er sich jedoch leidenschaftlich seinem eigenen literarischen Schaffen: Er schrieb Gedichte, Märchen und Novellen. Im Jahr 1888 verfassteStorm sein letztes und erfolgreichstes Werk: die Novelle ‚Der Schimmelreiter‘. Noch im gleichen Jahr erlag er einer schweren Erkrankung und starb am 4. Juli.
Prof. Dr. Gerd Eversberg war 22 Jahre lang Sekretär der Theodor-Storm-Gesellschaft in Husum. Er studierte Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Pädagogik in Köln und leitet seit 1989 das Theodor- Storm-Zentrum mit Archiv und Museum in Husum. Er war Herausgeber der Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft, der Editionen aus dem Storm-Haus und der Storm-Briefwechsel. Neben seinen Arbeiten zur Literatur des poetischen Realismus und zur Mediengeschichte veröffentlichte er Beiträge zur „Fachdidaktik Deutsch“ und zum Philosophieunterricht sowie zur Ausstellungsdidaktik und zur Kulturgeschichte Nordfrieslands. Seit 2011 lehrt er als Honorarprofessor am Seminar für deutsche Philologie der Georg-August-Universität in Göttingen.
Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg; Auflage: 1 (18. August 2017)
ISBN-Nr: 978-3737410526
Preis: EUR 6/ CHF 9.90
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Du liegst mir im Sinn,
ob ich will oder nicht.
Du bist einfach drin,
darum dieses Gedicht.
Es tat uns nicht gut,
miteinander zu sein.
Statt Liebe meist Wut
und wir waren gemein.
Wir kämpften aufs Blut
und bereuten gleich sehr.
Wir meinten es gut
und machten’s uns schwer.
Und oft hält man nur
an den Träumen noch fest.
Fokussiert viel zu stur,
ignoriert dann den Rest.
Es gibt nur ein Leben,
was machen wir draus?
Könnten viel geben
und halten nur aus.
Und dann kommt die Zeit,
und wir müssen einseh’n,
was in uns laut schreit,
und müssen dann geh’n.
Zurück bleibt der Schmerz
und Trauer und Not,
es blutet das Herz
und fühlt sich wie tot.
Und irgendwann hoffst du,
nun bald zu gesunden,
und irgendwann hoffst du,
auf bessere Stunden.
©Sandra Matteotti