Frohe Weihnachten

Nun ist es also so weit. Dieses Jahr waren die Weihnachtstage wohl noch mehr Thema als sonst, da sie durch all die Einschränkungen, Bestimmungen und Ge- und Verbote im kleinen Rahmen stattfinden müssen – oft anders als gewohnt.

Ich hoffe, ihr habt für euch einen Weg gefunden, der für euch stimmig und schön ist, diese Tage zu verbringen. Ich wünsche euch von Herzen frohe Weihnachten und eine besinnliche und frohe, lichtvolle Zeit.

Ich möchte mich an dieser Stelle bedanken für all die, welche immer wieder reinschauen, auch mal einen Kommentar und/oder Gruss da lassen. Es ist schön, zu sehen, dass das, was ich tue, bei anderen Menschen ankommt und gesehen wird.

Herzlich, Sandra

Ein Blick hinter die Kulissen: Doris Lecher

Kurze Biographie
Doris Lecher wuchs in einem Dorf am Zürichsee auf. Ihre Berufswünsche schwankten zwischen Malerin und Schriftstellerin, nach einem ersten Roman mit 13 kamen Bühnenauftritte und der Gedanke, Schauspielerin zu werden. Mit 24 zog Doris Lecher mit ihrem Mann nach New York, sie nutzte die Zeit und lernte an einer Kunstgewerbeschule das Handwerk des Malens, Illustrierens und Schreibens für Kinder. In New York wurde auch ihr erstes Kinderbuch, Angelita’s Magic Yarn, verlegt.
Doris Lecher lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Basel, wo auch ihre wunderbaren Bildergeschichten entstehen.

Fragen

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Ja, ich hab immer schon gern gezeichnet und Geschichten erfunden. Bevor ich schreiben konnte mittels Bildern.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Irgendwann realisierte ich, dass, wenn ich schreiben und malen will, die beste Kombination Bilderbücher sind. Damals lebten wir in New York. Und ich entdeckte, dass man das sogar studieren kann. So besuchte ich dort die Parsons School of Design.

Ist eine Ausbildung zum Illustratoren unabdingbar oder lernt man Illustration eher im Stil von learning by doing? Oder anders gefragt: Alles Talent oder kann man es überhaupt lernen?

Wie in jeder Kunstsparte läuft ohne Talent nichts und mit nur Talent noch weniger. Ein Werk erschaffen bedeutet Knochenarbeit. Mein Weg war vor allem Learning by doing mit guten Tipps von Lehrern, Lektoren, Kollegen und anderen kritischen Geistern. Ein Diplom in der Tasche bedeutet in dieser Branche aber weniger als ein publiziertes Buch.

Was macht einen guten Illustratoren aus?

Dass er einem Text Tiefe verleiht und ihn erleuchtet, wortwörtlich illuminiert. Dass er die Geschichte ergänzt und das Buch bereichert.

Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Ich persönlich unterscheide nicht zwischen Kunst und Kunsthandwerk, sondern halte es wie die alten Meister, die nur einen Begriff dafür hatten. (Ars)

Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Was eindeutig einfacher wurde, ist die Recherche. Wenn ich heute ein Okapi zeichnen will, muss ich dafür weder in die Bibliothek noch in den Zoo gehen. Obwohl ich mir bei grossen Projekten die Dinge gerne immer live anschaue, weil ich sie dann mit allen Sinnen erfahre. Ansonsten gehöre ich zu den alten Hasen und bin mit Papier und Pinsel und Stiften unterwegs. Den Computer brauche ich manchmal für nachträgliche Korrekturen oder dort, wo er sehr viel praktischer ist (bei Spiegelungen, Wiederholungen etc.) Der erste Strich entsteht aber immer von Hand auf Papier.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Fantasie, Humor und sehr viele Details vielleicht? Einer bestimmten „Schule“ gehöre ich nicht an.

Wo holen Sie Ihre Inspirationen/Ideen?

Woher die Ideen kommen ist mir selber ein Rätsel. Und ich habe mehr als mir lieb ist. Mein Problem ist eher, wie bündle ich sie, sodass ein Bild oder Text nicht überladen wird.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Am liebsten male ich mit Aquarellfarben. Für mein letztes Buch „Spiegel, das Kätzchen“ machte ich Kupferdrucke mit Radier- und Kaltnadeltechniken. Das passt mit dem vielen Schwarz gut zu der hintergründigen und auch etwas unheimlichen Geschichte. Jedes Buch verlangt ein bisschen nach einer anderen Technik.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Wie der eines Beamten: Morgens am Schreibtisch die kreative Arbeit, Mittagspause, nachmittags Korrespondenz oder Haushalt oder Tierarzt oder was sonst noch alles anfällt. Wenn eine Arbeit sehr eilt, illustriere ich auch noch am Nachmittag.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?

Nicht in zwei, drei Sätzen! Die Entstehung eines ganzen Buches ist es ein langer Prozess, der bei mir in mindestens ein Jahr in Anspruch nimmt.

Sie haben kürzlich Gottfried Kellers „Spiegel, das Kätzchen“ illustriert. Wie kam es dazu?

Als unsere Jugendlichen Gottfried Keller in der Schule lesen mussten, war ich entsetzt über ihr Gejammer. Da hab ich ihn auch wieder gelesen und ganz wunderbar gefunden. Besonders der Spiegel hat es mir angetan. Und weil darin genau das vorkommt, das ich am allerliebsten male: Katzen, Eulen, Hexereien, alte merkwürdige Dinge, Gutes zu Essen und einen leicht schrägen Humor, konnte ich nicht widerstehen, die Geschichte neu und kürzer zu erzählen und Bilder dazu zu malen.

Wie wählen Sie generell aus, was Sie illustrieren wollen? Gäbe es Dinge, die Sie nicht illustrieren wollen oder sehen Sie hinter allem die kreative Herausforderung?

Wenn eine Weltanschauung mir gar nicht entspricht, (Esoterik z.B.) würde ich ein Buch nicht illustrieren. Und nicht stimmige Geschichten oder sprachlich schlecht geschriebene nehme ich auch nicht an. Dafür arbeite ich zu lange an den Illustrationen und ist mir die Sprache zu wichtig.

Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Natürlich sind wir Konkurrenten, aber ob man die anderen Illustrierenden als Konkurrenz oder Kollegen anschaut ist eine Frage der Persönlichkeit. Ich bin in zwei Vereinen, wo wir uns austauschen, auch mal helfen, und sogar Aufträge weiter reichen, wenn wir selber keine Zeit dafür haben oder denken, der andere kann das besser.

Was raten Sie jemandem, der Illustrator werden will?

Noch einen anderen Beruf dazu zu lernen! Nicht nur als Einkommensquelle – es ist hart und sehr unsicher, nur vom Illustrieren zu leben –, sondern auch, weil die Arbeit ausgesprochen einsam ist. Da tut es gut, noch ein anderes, sozialeres Tätigkeitsfeld zu haben.

Welchen Illustrator soll ich hier noch vorstellen?

Käthi Bhend und/oder Albertine. Die beiden gefallen mir ganz besonders unter den Schweizer Illustratoren und haben vollendete Kunstwerke von Büchern geschaffen.

Rittiner & Gomez – ein Blick hinter die Kulissen

Rittiner & Gomez  – Spiez
*1960 Simplon-Dorf
Bildermacher  und Webbewohner
seit 1985 diverse Ausstellungen im In- und Ausland
vertreten in mehreren Publikationen
WWW:  www.rittiner-gomez.ch / www.isla-volante.ch

Waren Sie das Kind, das immer und überall mit Zeichenstiften bewaffnet auftrat?

Nein.

Wie sah Ihr Weg in die Illustration aus?

Schleichend, wir machten unsere Bilder, die dann zur Illustration verwendet wurden.

Was macht einen guten Illustrator aus?

Sie unterstützt treffend einen Text und erklärt zusätzlich Dinge die sich nicht mit Worten sagen lassen.

Ist Illustration Kunst oder Handwerk?

Als Bildermacher haben wir uns diese Frage noch nie gestellt. Sind aber eindeutig Handwerker.

Haben die elektronischen Medien den Beruf schwerer gemacht oder beflügelt?

Beflügelt, die meisten Arbeiten entstanden durch Onlinekontakte und die Zusammenarbeit läuft, fasst ausschliesslich über das Internet.

Was zeichnet Ihren Stil aus?

Eine eigene Bildsprache, die wir über Jahre entwickelt haben, die vom Comic inspiriert ist.

Haben Sie Lieblingsmedien (welche?) oder passen Sie diese immer dem jeweiligen Thema/Auftrag an?

Zeichnung und Aquarellmalerei, die sich vermischt, wobei es oft das zeichnerische und dann wieder das malerische im Vordergrund ist.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

7 30 – 11 00h / 14 00 – 17 00h und mit Kaffeepause.

Ich hörte mal, der grösste Feind des Künstlers sei nicht mangelndes Talent, sondern die Störung durch andere Menschen. Brauchen Sie zum Arbeiten Stille und Einsamkeit, oder stören Sie andere Menschen nicht?

Zu Talent können wir nichts sagen. Zum arbeiten brauchen wir nicht Stille. Hören oft Radio oder Musik . Das mit den Menschen ist tatsächlich so eine Sache, selbes wenn sie nicht im gleichen Raum sind können wir nicht arbeiten.

Können Sie Ihren Weg von der ersten Idee bis hin zur fertigen Illustration beschreiben?

Meistens kommen beim Lesen eines Textes, die Bilder ganz automatisch, es gilt dann eine Auswahl zu treffen. Machen auch nie Entwürfe, lassen die Bilder quasi, aus dem Papier heraus wachsen.

Wenn sie an Ihre vergangenen Arbeiten denken: Gibt es ein Projekt, das Sie als Ihr Lieblingsprojekt bezeichnen würden? Wenn ja: Welches, und wieso?

„Ewig Dein“ eine Liebesgeschichte mit einem wortlosen Comic auf 26 Bildern für die Ausstellung „Liebes Radio“ im historischen Museum Luzern. Jede Woche der Ausstellung kam ein neues Bild hinzu. Den Auftrag erhielten wir 4 Tage vor der Ausstellungseröffnung. Es war also ein Sprung in das kalte Wasser und wie die Geschichte enden würde, wussten wir beim Start noch nicht.

Welches Projekt würden Sie einem Leser gerne vorstellen?

Arbeiten nun seit 19 Jahren an dem Weblog „Isla Volante“ und sind selber erstaunt wie sich der Blog immer wieder veränderte und was daraus alles entstand. Sind aber auch gespannt wie sich die Isla Volante weiter entwickeln wird.

Wie ist das Klima zwischen Illustratoren? Ist jeder ein potentieller Konkurrent, den man meidet, oder ein Kollege im selben Arbeitsumfeld, mit dem man netzwerkt?

Kennen persönlich gar keine Illustratoren. Sind aber immer in Kontakt mit diversen Menschen, aus verschiedensten Berufen, die unsere Arbeit beeinflussen und weiterbringen. Selbstverständlich, hätten wir grosses Interesse, uns mit Illustratorinnen auszutauschen und zu vernetzen.

Was raten Sie jemanden, der Illustrator werden will?

Zeichnen, malen, zeichnen, malen, zeichnen, malen, zeichnen und viel Radfahren.

Welchen Illustrator oder Künstler soll ich hier noch vorstellen?

Patricia Keller

Der Link zum im Interview erwähnten Weblog: HIER

Kleine Poesie: Tibetteppich

Else Lasker-Schüler: Ein alter Tibetteppich

Deine Seele, die die meine liebet
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet

Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füsse ruhen auf der Kostbarkeit
Maschentausendabertausendweit.

Süsser Lamasohn auf Moschuspflanzentron
Wie lange küsst dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon.

Das Jahr, das war – ein Blick zurück

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, immer wieder eine gute Gelegenheit, zurückzublicken, Bilanz zu ziehen, Einsichten zu formulieren und auf Aussichten zu hoffen aufgrund von Plänen, die man aus allem heraus schmiedet.

Müsste ich für das Jahr ein Wort finden, das es beschriebe, wäre es wohl „Fragezeichen“. Wie vieles kam aus dem Nichts und vorher unvorstellbar, wie oft verstand ich Dinge nicht, arrangierte mich mit Situationen, versuchte, mir einen Reim aus allem zu machen und stand doch an. Wie oft hinterfragte ich mich selber, kam auch da auf keine abschliessende Antwort. Und irgendwann beschloss ich, das Jahr genau so zu nehmen: Als Entdeckungsreise in einem praktisch allumfassenden Suchen und (auch mich) finden.

Solche Suchen, sind sie wirklich tief und unbarmherzig, gehen selten ohne Herausforderungen und auch Schmerz vonstatten – das war auch in meinem Selbst-Entdecker-Jahr so. Es gab ein paar Täler und Tiefschläge, es gab ganz oft Selbstzweifel und Wehmut und Trauer. Es gab Hoffnungslosigkeiten und Gefühle der Hilflosigkeit, es gab Zeiten der Sinnsuche (und des nicht Findens). ABER: Es gab ganz viel Schönes, Wunderbares, Geschenktes, Erarbeitetes, Gefundenes.

Ich startete ins neue Jahr in meiner Paradiesheimat Spanien. Ein wunderbarer Silvester, eine ganz tolle Zeit danach, mein Geburtstag als Versprechen, wie das Jahr aussehen kann, da in Liebe gefeiert. Ein paar Zeichen standen auf Sturm – schon da. Aber ja… es stand ein gutes Jahr vor mir. Im Frühjahr meinte es das Leben wieder gut, ich durfte für einige Woche zurück nach Spanien. In der Schweiz war Corona in aller Munde, in Spanien merkte ich wenig davon. Ich wurde krank. Schwer. So schwer, dass ich zeitweise dachte, ich würde lieber sterben, als noch eine Nacht länger so zu leiden. Corona war kein Thema beim Arzt. Es ging langsam aufwärts – eine Stunde inhalieren, zwei Stunden schlafen. So kam ich durch die nächste Woche. Und dann mit grösseren Schlaffenstern weiter. Es mag komisch klingen, aber ich habe mir die Zeit eingerichtet, dass sie auch Positives hat. Ich habe die Inhalationszeiten genutzt, mich mit Schönem und Wertvollem für mich zu beschäftigen. Das fehlte mir fast, als ich endlich wieder wirklich schlafen konnte.

Dann schloss Spanien die Grenzen und riegelte die Haushalte ab. Statt wie geplant anfangs April kam der erste mögliche Rückflug anfangs Juni, dazwischen harter Lockdown. Stallpflicht. Ich nutzte die Zeit zur Experimentation. Ich probierte, was ich zu probieren lustig war. Kam von Zeichnungen in die gemalte Abstraktion, von da zu zarten Botanik-Aquarellen, zurück in die expressive Porträt-Malerei… und flog dann irgendwann zurück. Und hatte keine Ahnung mehr, wer ich nun sei und was ich wirklich wolle. Und ich war erschöpft. Total. Egal, wie ich schlief, ich konnte nicht mehr. Ich war am Ende und kraftlos. Und machte weiter. Was sonst? Ein Modell, das ich seit Jahren erprobe.

Ich bin sehr dankbar. Ich hatte in all der Zeit einen lieben Menschen an meiner Seite, den ich wohl als Geschenk und Glück meines Lebens bezeichnen darf und möchte. Zwar verstand und versteht er nicht immer, was in mir vorgeht, aber wer könnte das schon – ich hadere schon damit. Er war da. Und bot mir den Boden und den Platz und die dargebotene Hand. Immer wieder.

Auf alle Fälle rappelte ich mich auf, durchlief eigentlich im Schnelldurchlauf noch all meine Suchphasen von vorher, verlor mich, fand mich vordergründig, suchte weiter, fand, verlor… verzweifelte, schöpfte Kraft, verzweifelte noch mehr…. immer wieder fragte ich mich, was ich tun muss, wo ich hin will, was Sinn ergibt, wer ich bin, wieso ich nicht bin, wo ich will – ohne zu wissen, wo das sein könnte… oder: Es war immer wieder irgendwo anders.

Und dann kam ich doch an. Und merkte, was ich will, was mir Spass macht, was ich gehen lassen muss, was ich pflegen will… wenn ich alles von aussen aussen vor lasse, wenn ich nur auf mich höre, was mir wirklich gefällt in meinem eigenen Tun, wenn ich nur schaue, wo ich herkomme, was mir was bedeutet, was ich will…spricht es eine so deutliche Sprache. Ich bin ein Mensch der Geschichten, ich bin ein Mensch, der in Bildern sprechen will, der aber auch Texte liebt. Ich bin ein Mensch der Sprache, im Wissen, dass ich den Text allein nie stehen lassen mag, ich bin ein Mensch der Linie, ich mag Flächen wenig. Ich mag das Langsame und Langwierige nicht, ich bin ein Mensch des Moments, der spontanen Reaktion. Es mag nicht die grosse Kunst sein, es ist eher das kurze Hinsehen oder aber das in Linien Darstellende. Ich mag den Ausdruck in der Kürze – das ist in der Sprache so, darum meine Liebe zur Lyrik oder aber zur Fabel oder dem Märchen, ich mag auch den bildhaften Ausdruck aus der Reduktion.

Auf den Punkt.

So bin ich. Das klingt ab und an hart. Das tut mir immer leid, denn: Das bin ich nicht und so meine ich es nicht. Aber ich mag den Schmus drumrum nicht. Und er liegt mir nicht. Ich schweige lieber, als dass ich ihn bringe. Und oft schweige ich zu lange, weil ich nicht weiss, wie ich das, was brennt, ausdrücken will… und dann… schiesst es raus.

Und so habe ich für das neue Jahr ganz viele Pläne und Wünsche:

  • Meinen Weg weiter gehen. MEINEN!
  • Geduldiger werden (bitte schnell!!!!!)
  • Selbstsicherer werden
  • Gelassener werden (ebenso schnell!!!!!)
  • an mir arbeiten (das ist immer gut, damit möchte ich nie aufhören)

Und so schliesse ich meinen Rückblick. Er war nicht umfassend, er würde sonst noch beinhalten, dass ich glücklich bin, über dieses merkwürdige Jahr (vermutlich sogar durch Corona) eine Mutter kennen- und lieben gelernt zu haben, wie ich das nie für möglich gehalten hätte (und ebenso wenig erwartet war das gegenseitig), dass sich meine sonst schon sehr übersichtliche Familie um einen sehr wichtigen und zentralen Punkt in meinem Leben reduziert hat (ich werde darauf nicht weiter eingehen, es ist schmerzhaft genug und doch als Fakt akzeptiert). Und: ich habe dieses Jahr ein neues Zuhause bezogen, das sich so sehr nach Zuhause anfühlte, wie noch keines zuvor.

Es gab sicher noch viel mehr. Was noch bleibt ist nochmals ein grosses Danke. An den wichtigsten Menschen in meinem Leben, der immer da ist, mit seinem Dasein Halt gibt. Es ist schön, einen Menschen im Leben zu haben, wo man sich nur schon im Wissen um sein Dasein zu Hause fühlt. Das Glück habe ich seit bald 3 Jahren. Und nach allem, was ich hatte, bin ich mir bewusst, was für ein Glück das ist. Und ja, es ist ein genauso grosses Glück, jemanden zu haben, dem man die eigene Liebe zeigen darf. Ich bin nach wie vor überzeugt: Zu lieben ist das grössere Geschenk als geliebt zu werden. Was aber ein Geschenk ist im Lieben: Dass die Liebe angenommen wird und auf fruchtbaren Boden stösst. Und all das wurde mir dieses Jahr zuteil.

Was ich mir für das nächste Jahr wünsche: Dass das so bleibt. Und: Dass ich auf diesem Boden gestärkt meinen Weg gehe. Wohin er auch führen mag. Pläne habe ich, ich bin neugierig, gespannt und auch freudvoll. Und ich weiss: Es wird auch beim Rückblick in einem Jahr nicht nur eitel Sonnenschein sein. Aber: Das war eines meiner besten Jahre. Trotz allem. Dafür bin ich dankbar.

Rezension – Aljoscha Blau: Multitalent Gouache

Klassische Technik neu entdeckt: Upgrade für Design und Illustration

Es war einmal ein kleines Mädchen, das beklagte sich so sehr, dass sein grosser Bruder alle Anerkennung abkriegt, während es im stillen Kämmerchen sein Dasein fristet und völlig unterschätzt wird. So etwa könnte das Märchen über die Protagonistin des Buches klingen, von dem diese Rezension handeln soll: Gouache.

Während Aquarell/Wasserfarben sich ihren Platz am Künstlertisch erkämpft haben und sich einer grossen Anhängerschaft erfreuen, fristet Gouache ein noch immer eher stiefmütterliches Ansehen. Ob dies darauf zurück zu führen ist, dass man kaum Anleitungen findet, wie man mit dem Medium umgehen soll, oder aber die mangelnden Anleitungen zum unterschätzten Stellenwert führen, ist so klar zu beantworten wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Langer Rede kurzer Sinn: Es gibt Abhilfe. Aljoscha Blau hat sich der Gouache angenommen und ein Buch geschrieben. Er selber hat ein solches Buch in seiner Ausbildung vermisst, nun schenkt er es uns. Dabei ist er sich bewusst:
Es mag für einen Autor paradox klingen, aber ich glaube, dass man aus einem Buch nur ansatzweise lernt. Aber woran ich fest glaube ist, dass Lernen mit dem Buch und einem Stift (oder Pinsel) in der Hand im Gegenteil wunderbar funktionieren kann. […] Lassen sie sich von dem, was Sie in diesem Buch entdecken, inspirieren und wenn eine bestimmte Technik Sie anspricht, probieren Sie sie aus.
Aljoscha Blau geht zuerst auf die Geschichte der Gouache ein und erläutert dann das Material von der Farbe über die Pinsel zum Papier sowie Zubehör. Es folgen verschiedene Techniken und Anwendungsbeispiele. Alles – wie könnte es bei dem Autoren anders sein – wunderbar illustriert, so dass man immer mal wieder versucht ist, den eigenen Pinsel wegzulegen und die Bilder zu geniessen. Dies soll aber keine Abzugspunkte geben, dies ist die Sahnehaube, denn: An gut erklärten Beispielen zeigt Aljoscha Blau die Herangehensweise an ein Bild, die verschiedenen Schritte mit den nötigen Materialien. Wer also – wie empfohlen – mit Stift oder Pinsel dasitzt und loslegt, der findet in dem Buch wunderbare Anleitungen und Inspirationen.

Ein wunderbares Buch, das grossartig illustriert, mit einem stilvollen Layout und hochwertiger Gestaltung daher kommt.

Fazit:
Ein grossartiges Buch, das sowohl vom Inhalt als auch von der Aufmachung her überzeugt. Alles, was man zum Thema Gouache wissen muss, wird in lesbarer und fundierter Weise vorgestellt und wunderbar illustriert. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor
Aljoscha Blau
Aljoscha Blau, geboren 1972 in St. Petersburg, wuchs dort in einer Künstlerfamilie auf und kam ein halbes Jahr nach dem Mauerfall 1990 nach Deutschland. Er studierte an der FH für Gestaltung Illustration und freie Grafik und veröffentlichte bereits als Student seine ersten Bücher. Heute lebt Aljoscha Blau in Berlin und arbeitet als Illustrator für deutsche und internationale Verlage. Er hat über 60 Bücher illustriert, viele davon wurden mit wichtigsten deutschen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Darunter zählen der Deutsche Jugendliteraturpreis, German Design Award Gold, Bologna Ragazzi Award, Österreichischer Staatspreis u.a. Neben seiner künstlerischen Arbeit unterrichtet Aljoscha Blau als Gastprofessor an den Kunsthochschulen in Deutschland, Dänemark, Schweiz, Italien.

Buchtipp: Das Dschungelbuch

Videoporträt: Bösner Kunstportal

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Verlag Hermann Schmidt (23. Januar 2020)
ISBN-Nr.: 978-3874399166
Preis: EUR 32 / CHF 43.90

Zu kaufen in Ihrer Buchhandlung vor Ort oder AMAZON.DE und BOOKS.CH

Kleine Poesie: Im hohen Gras

Joseph Freiherr von Eichendorff: Im hohen Gras

Im hohen Gras der Knabe schlief,
Da hört‘ er´s unten singen,
Es war, als ob die Liebste rief,
Das Herz, wollt ihm zerspringen.

Und über ihm ein Netze wirrt
Der Blumen leises Schwanken,
Durch das die Seele schmachtend irrt
In lieblichen Gedanken.

So süße Zauberei ist los,
Und wunderbare Lieder
Geh´n durch der Erde Frühlingsschoß,
Die lassen ihn nicht wieder.