Lebenskunst: Achtsames Tun

«Ganz im Tun, ganz bei mir.» Anselm Grün

Ich mag Rituale. Sie geben meinem Leben eine Kontinuität, einen Halt, sie vermitteln mir eine Art von Geborgenheit im Leben, weil sie wiederkehrend mich aufnehmen und mir einen Ort geben, wo ich mich wohl fühle. Das rituelle Tun ist damit Hort für Sinn, für Musse, für Vertrauen auch. Es ist eine Form von Verlässlichkeit in einer Welt, die zu oft durch Unruhen und Unvorhergesehenes aus den Fugen zu geraten scheint.

Wenn man Rituale hört, denkt man vordergründig an grosse Inszenierungen, wie sie in Religionen vorkommen. Doch das meine ich hier nicht. Ich meine die kleinen Alltäglichkeiten, die den Tag zu meinem Tag machen. Das kann der Kaffee am Morgen sein, das Anzünden einer Kerze vor meiner Yogastunde. Der Gang auf die Matte ist eines meiner liebsten Rituale, das morgendliche Schreiben ebenso.

Es gibt Dinge, die man tun muss und die einem eher lästig sind oft: Abwaschen, Staubsaugen, Putzen. Sogar daraus kann man ein Ritual machen, indem man die Dinge bewusst macht. Wenn ich abwasche, tue ich nur das. Ich spüre das warme Wasser, den Schaum, drehe das Glas, höre das Reiben auf der Oberfläche, trockne es ab. Ich bin ganz bei dem, was ich aktuell tue. Das beschreibt auch Thich Nhat Hanh, wenn er die Geschichte eines Mönchs zitiert:

«Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich…»

Wir neigen dazu, immer mehrere Dinge gleichzeitig tun zu wollen. Dadurch wird das einzelne Tun sinnbefreit, unser Tun ist nur noch ein Abspulen von Handlungen, mit dem wir nicht mehr viel zu tun haben. Die Rückkehr ins achtsame Tun kann uns uns selbst näherbringen und aus Alltäglichem ein Ritual machen.

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Buchtipp:
Anselm Grün: Rituale, die gut tun. Jeden Tag erfüllter leben

Anselm Grün beschreibt verschiedene Rituale, kleine alltägliche Verrichtungen, die in Kapiteln zusammengefasst sind. Die Rituale sollen Halt geben in schwierigen Zeiten oder helfen, in die eigene Mitte zu kommen, sie beschäftigen sich mit Tages- und Jahreszeiten, sind Mittel, Balance zu finden oder das Leben zu feiern. Entstanden ist ein inspirierendes Büchlein, das helfen kann, eigene Rituale ins Leben aufzunehmen, welche diesem mehr Tiefe und Schönheit verleihen.

4 Kommentare zu „Lebenskunst: Achtsames Tun

  1. Liebe Sandra, das ist gerade auch genau mein Thema. Vielen Dank für den Beitrag :-). Wenn du magst, darfst du mir auch folgen. Bin noch am Anfang aber freue mich über jeden Leser :-). Grüße

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