Tagesgedanken: Ans Licht

«Die meisten Schatten in unserem Leben rühren daher, das wir uns selbst in der Sonne stehen.» (Ralph Waldo Emerson)

Ich mag meine gewohnten Tagesabläufe, ich habe mich darin eingerichtet und fühle mich wohl damit. Wenn sich eine Störung derselben ankündigt, überfordert mich das im ersten Moment. Dann stehe ich da, sehe meine Pläne und die Störung, und meine erste Reaktion ist: Das geht nicht. Früher konnte mich so etwas regelrecht aus der Bahn werfen. Nach und nach habe ich Strategien entwickelt, damit umzugehen: Ich versuche, mir Wege vorzustellen, wie es doch gehen könnte. Wie kann ich meinen Tag gestalten, dass die anstehende Veränderung auch für mich passt. Am Anfang gelang es mir gar nicht im Vorfeld, die Situation musste erst eintreten, doch dann merkte ich: Es geht. Mit der Zeit gelang es mir immer besser.

Kennst du das auch: Du bist mit einer Situation konfrontiert, die dich überfordert, weil sie etwas von dir verlangt, dem du dich nicht gewachsen fühlst, oder weil du Angst hast. In dir schreit alles «das kann ich nicht» und du suchst nach Wegen, dich der Situation zu entziehen. Tief drin weisst du, dass es kein Entkommen gibt, du musst da durch. Du durchläufst die Situation und alles geht gut. Und du schimpfst mit dir, dass du dir so viele unnötigen Sorgen gemacht hast. Nun würde man denken, beim nächsten Mal mit so einer Situation greifst du auf deine positive Erfahrung zurück und verzichtest auf die Sorgen und Abwertungen. Weit gefehlt. Es läuft wieder gleich. Wieso?

Solche Verhaltensmuster fussen auf tiefen Prägungen, die noch aus der Kindheit stammen. Es sind Erfahrungen, die uns daran hinderten, Vertrauen aufzubauen – nicht zuletzt auch zu uns selbst. Es sind Wunden, die zurückgeblieben sind, tief angelegte Glaubenssätze, die uns immer wieder an uns zweifeln lassen. Um sie aufzulösen, ist es wichtig, zurück zum Ursprung zu gehen. Die Verletzungen, die Glaubenssätze, die Prägungen müssen bewusst werden, nur dann ist es möglich, sie aufzulösen, sie in positive zu wandeln. Dann hilft es, sich die neuen positiven Erfahrungen ins Bewusstsein zu rufen und aus ihnen ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten abzuleiten. Das wird vielleicht nicht immer gelingen, aber immer besser.

«Vertraue dir selbst! Jedes Herz vibriert mit dieser eisernen Saite.» (Ralph Waldo Emerson)

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