Gesund leben in Zeiten von Corona

So auf sich gestellt eingeschlossen im einsamen Zuhause lauern doch so viele Gefahren. Eine davon ist, sich ungesund zu ernähren – das Trinken schliesse ich hier mal mit ein. Zuviel heisst das Wort der Angst. Gemeint ist alles, was nicht als gesund deklariert ist: Fleisch, Süsses, Alkohol, Fett – halt alles, was schmeckt und das Leben schön macht.

Zuwenig heisst das zweite Wort der Angst. Gemeint ist hier Gemüse, Obst, Freud- und Trostloses halt, also alles, was man isst, weil man vom anderen eher wenig essen sollte, weil dieses ja ach so gesund ist.

Nun war ich ja lange Jahre Vegetarier, ich mag grundsätzlich Obst, Gemüse auch.. und kochte es nun in diesen schwierigen Zeiten fleissig dem guten Gewissen – und der Gesundheit der Mitessenden geschuldet. Nur: Meist ass ich es dann alleine, ausser ein paar Anstandsbissen ging kaum was weg. Ich fing dann an, das Gemüse in Käsesahnesauce und mit Käse überbacken zu servieren. Nun kam es endlich an – also hauptsächlich die Sauce und die Käsekruste….

Irgendwie erinnerte mich das Ganze an den Turnunterricht in der Schule… zuerst werden die gewählt, die man so wirklich toll findet, dann die noch brauchbaren… und irgend einer blieb am Schluss übrig. Während also Fleisch, Pommes und Konsorten weg gingen wie warme Semmeln, blieb das Gemüse noch immer an mir hängen. Und so langsam frage ich mich….kann das wirklich gesund sein? Für meine Psychohygiene (die will ja schliesslich auch gewaschen sein, nicht nur die Hände) und auch sonst?

Ich hörte mal von einem Ernährungsexperten (ach, es gibt so viele davon), dass Salat den Nährwert von Toilettenpapier (ob das den inflationär angestiegenen Kauf desselben erklärt?) und auch Gemüse den seinen auf dem Teller schon praktisch verloren hätte. Wozu also tun wir uns das an? Vielleicht, weil wir dran glauben (wollen) und denken, uns was Gutes zu tun. Tun zu müssen. Und vermutlich ist schon das unglaublich wohltuend für Körper und Seele.

Und so werde ich wohl auch morgen wieder Gemüse auf den Tisch bringen, die Käsekruste oben abessen und sagen: DAS ist mein Lieblingsgemüse.

7 Comments

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  1. Die Nährwerte… 😅 Zumindest unbenutztes Klopapier schneidet definitiv ganz schlecht ab 🤪 Tatsächlich sind die Nährwerte von Salat und Gemüse ja gar nicht so schlecht und deren Verzehr ist in/ aus jedem Zustand auf jeden Fall empfehlenswert, so wie das Sonnenlicht uns Lebenwesen Gutes tut, ob es nun in voller Pracht scheint oder hinter dicken Wolken und Nebel verborgen bleibt 😏

    Ich muss zugeben, ich habe nicht einmal als Kind verstanden, weshalb so viele Menschen Gemüse und Früchte nur widerwillig verspeisen; Sie sind doch das Leckerste überhaupt ! 😊 Chips, Popcorn und Co. mochte ich noch nie. Fleisch in Massen (gab es bei uns fast täglich, mir hätten aber 2-4 Mal pro Monat völlig gereicht), Fisch finde ich lecker, gerne auch fettigen Lachs. Wobei, seit einen halben Jahr lebe ich versuchsweise ohne beides. In erster Linie aus ethischen Gründen. Auf Milch und Milchprodukte zu verzichten, das schaffe ich bis jetzt nicht. Auch Eier konsumiere ich weiterhin. Es gibt bei diesem Thema für mich noch viel zu durchdenken, ausprobieren, durchphilosophieren. Fleisch und Fisch fehlen mir bis jetzt nicht. Mein einziges Laster ist Süsses, konkret Schokolade und auch mal Eiscreme. Allerdings würde ich selbst das aufgeben, wenn es sein müsste. Fehlen würden mir neben Früchten und Gemüse auch Trockenfrüchte wie Dateln, Feigen, etc., und nicht zuletzt könnte ich nur schwer auf Nüsse verzichten 😋 Stärkeprodukte wie Kartoffeln, Reis, Pasta, u.a. mochte ich auch noch nie so richtig. Sie waren und sind für mich eher automatische Beilage, die gerne weggelassen werden könnte. Sie sind also gewissermassen mein Gemüse 😁 Es kommt vielleicht einmal im Jahr vor, dass ich Lust auf sowas habe. Entsprechend selten esse ich davon. Eigentlich nur, wenn ich eingeladen bin. Für mich selber reicht ein halbes Pfund Brot die Woche. Auf Alkohol verzichte ich seit 8 Jahren freiwillig und ich mag ihn auch nicht mehr.

    Darf ich fragen ? Du warst Vegetarier–was hat Dich wieder davon weggebracht ?

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    • Beilagen wie Kartoffeln, Reis und Nudeln sind für mich auch eher verzichtbar, Datteln liebe ich, Obst ebenso. Auch Gemüse mag ich eigentlich gerne – nur aktuell habe ich ein wenig eine Flaute, es sei denn, es ist als Gratn gemacht… aber das komt sicher auch wieder. Ich war von 14 bis 27 Vegetarierin, ich kann dir nicht mal sagen, was mich wegbrachte. Danach kam eine sehr fleischintensive Zeit. Ich bin dann nochmals zum Vegetarismus zurück in verschiedenen Anläufen, die hielten aber nie wirklich lange, mal ein paar Monate, mal ein Jahr, dann nochmals 4 Monate… der letzte Abbruch war vor ziemlich genau zwei Jahren. Weggebracht hat mich da eine immer grösser werdende Lust auf (kein Witz) ein Salamibrot…. ich habe der über einen Monat getrotzt… dann wurde ich schwach. Und seit da liebe ich Fleisch wieder sehr – wobei… es ist meist nur eine Lust auf Fleisch, nach wenigen Bissen habe ich eigentlich auch genug. Und doch zieht es mich immer wieder hin. Mal sehen, wo das alles noch hingeht. Ich versuche halt einfach das zu essen, worauf ich Lust habe, weil ich denke, der Körper weiss schon, was er will.

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  2. *lach*, ja es gibt Blattsalate, die sind einfach nur dazu da, damit die Soße daran haften kann, aber Gemüse kann man tiefgefroren kaufen und dann ist es, noch knackig zubereitet, sehr gesund und wertvoll für den Körper. Versuch es mal mit Blattspinat als Salat und dazu eine Honig-Balsamico Vinaigrette mit gerösteten Pinienkernen und frischen Erdbeeren. Geht sicher weg wie warme Semmeln 😉

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    • Ach, Salate mag ich eigentlich sehr gerne – ich mache meistens eine eher süsse Salatsauce mit Honig und Balsamico, die lieben wir sehr. Auch Tiefkühlgemüse kommt oft auf den Tisch, gerade wegen der Vitamine – aber im Moment schmeckt mir einfach alles andere etwas mehr. Sind wohl so Phasen. Wobei: Kürzlich machte ich einen Möhrengratin, der war sehr lecker, auch der Spargelgratin… aber eben: Es sind halt dann immer Aufläufe und damit eher mastig… aber so schon lecker… der Broccoligratin auch 😀

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  3. In Homeoffice-Zeiten kommt‘s raus: Du magst eigentlich kein Gemüse, obwohl du dich verpflichtet fühlst, es zu essen, ich hingegen habe überhaupt keine Lust auf Bewegung, die man doch auch machen sollte. Am liebsten würde ich immer nur lesen (die intensive Homeoffice-Arbeit hindert mich leider daran)… Darf man auf das verzichten, was man „sollte“? Und sich stattdessen auf das werfen, was man „am liebsten“ täte oder äße?
    Liebe Grüße, buchwolf

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