So auf sich gestellt eingeschlossen im einsamen Zuhause lauern doch so viele Gefahren. Eine davon ist, sich ungesund zu ernähren – das Trinken schliesse ich hier mal mit ein. Zuviel heisst das Wort der Angst. Gemeint ist alles, was nicht als gesund deklariert ist: Fleisch, Süsses, Alkohol, Fett – halt alles, was schmeckt und das Leben schön macht.

Zuwenig heisst das zweite Wort der Angst. Gemeint ist hier Gemüse, Obst, Freud- und Trostloses halt, also alles, was man isst, weil man vom anderen eher wenig essen sollte, weil dieses ja ach so gesund ist.

Nun war ich ja lange Jahre Vegetarier, ich mag grundsätzlich Obst, Gemüse auch.. und kochte es nun in diesen schwierigen Zeiten fleissig dem guten Gewissen – und der Gesundheit der Mitessenden geschuldet. Nur: Meist ass ich es dann alleine, ausser ein paar Anstandsbissen ging kaum was weg. Ich fing dann an, das Gemüse in Käsesahnesauce und mit Käse überbacken zu servieren. Nun kam es endlich an – also hauptsächlich die Sauce und die Käsekruste….

Irgendwie erinnerte mich das Ganze an den Turnunterricht in der Schule… zuerst werden die gewählt, die man so wirklich toll findet, dann die noch brauchbaren… und irgend einer blieb am Schluss übrig. Während also Fleisch, Pommes und Konsorten weg gingen wie warme Semmeln, blieb das Gemüse noch immer an mir hängen. Und so langsam frage ich mich….kann das wirklich gesund sein? Für meine Psychohygiene (die will ja schliesslich auch gewaschen sein, nicht nur die Hände) und auch sonst?

Ich hörte mal von einem Ernährungsexperten (ach, es gibt so viele davon), dass Salat den Nährwert von Toilettenpapier (ob das den inflationär angestiegenen Kauf desselben erklärt?) und auch Gemüse den seinen auf dem Teller schon praktisch verloren hätte. Wozu also tun wir uns das an? Vielleicht, weil wir dran glauben (wollen) und denken, uns was Gutes zu tun. Tun zu müssen. Und vermutlich ist schon das unglaublich wohltuend für Körper und Seele.

Und so werde ich wohl auch morgen wieder Gemüse auf den Tisch bringen, die Käsekruste oben abessen und sagen: DAS ist mein Lieblingsgemüse.

Ich habe mich heute durch Pinterest gesucht. Ich mag die Plattform als Ideenlieferant in verschiedenen Bereichen – all meinen vielfältigen (Fotografie, Essen, Wein, Interior Design, Literatur….) halt. Heute war der Schwerpunkt auf den Rezepten.

Mir wurde schon beim Hinschauen ganz schwummrig:

Vegan, glutenfrei, Low Carb, Low Fat, proteinreich…

Danach teilt man heute Essen ein. Nicht natürlich, saisonal oder gar – Gott behüte: Schmeckt fantastisch.

Wir Menschen scheinen Labels zu brauchen, denen wir uns dann selber zuordnen. Im Leben sind wir erst mal unser Beruf, dann haben wir noch private Rollen als Mutter, Ehefrau, Geliebte oder Single inne… wir sind kaum je Mensch, schon gar nicht geniessender. Noch weniger das Leben geniessender.

Wir leben dieses Leben und suchen uns unsere passenden Schubladen, in die wir uns dann stecken – oft auch stecken lassen. Und da machen wir es uns dann bequem und verteidigen die Wände der Schubladen. Kann ja nicht sein, dass es eine Welt ausserhalb der Schublade gibt. Wo kämen wir da hin? Das wäre Lotterleben ohne Grenzen. Und: Wir wüssten nicht mehr, mit wem wir noch sprechen und mit wem nicht, denn:

Das könnten wir nun genau bestimmen. Alle mit gleichem Schubladendenken sind die Guten, die mit fremdem lehnen wir ab. Vehement. Oft mit Hashtag, das macht man heute so. Beispiel aus einem anderen Bereich:

#wirsindmehr

Dabei kümmert die Frage nicht, wer genau „wir“ ist und wer dann „die anderen“. Es geht auch nicht drum, differenziert hinzuschauen. Kritik mag man schon gar nicht, schliesslich meint man es gut. Und findet: Wir müssen nun hinstehen. Mauern bilden, Stellung beziehen und ausgrenzen. Alle, die nicht denken wir wir, sind draussen. Woraus eigentlich? Und worin sind wir? Und was machen „wir“ (wer auch immer das ist) da genau, ausser einen Hashtag befüttern?

Bei „füttern“ fällt mir ein, dass da ja was war. Ich wollte was essen. Nur:

Ich habe auf alles mal wieder keine Antwort, ich stelle nur Fragen. Davon mal wieder gar viele:
Wer bin ich?
Was will ich?
Wer sind wir?
Wofür stehen wir genau ein?
Was tun wir dafür?
Wer sind die anderen?
Und: Was essen wir heute?

Was mich ab und an nervt im Leben – vor allem in den sozialen Medien? Man muss sich entscheiden. Esse ich Fleisch, sind die Veganer empört, überfluten mich mit Bildern von gequälten Tieren und fühlen sich ethisch moralisch korrekt. Esse ich keines, spotten die Fleischesser und finden sich witzig.

Ich kann also essen, was ich will, ich trete damit immer wem auf die Füsse… und werde aufgrund dessen ver-/beurteilt. Ich bin Unmensch oder Esoteriker, grausam oder lebensfremd.

Da die Religionen um Gott so langsam nicht mehr in sind – man führt da die verbohrten Sichten und das Verurteilen Andersgläubiger ins Feld, musste man eine neue Religion schaffen. Man fand sie in der Ernährung.

Achte also gut darauf, was du isst, es könnte dich Freundschaften kosten….

Ich schimpfe ja immer mal gerne über die sozialen Medien. Über die Fassaden, an die man gerät, über den Mist, den man sich auflädt. Aber: Es gibt auch das andere: Man trifft auf Menschen, die man sonst vielleicht nie getroffen hätte. Und teilweise trifft man die dann auch real. Das ist mir in meinem Leben oft passiert, schon vor den Sozialen Medien, als es noch nur Foren gab. Eine meiner langjährigsten Freundinnen stammt aus einem solchen Forum. Eigentlich nicht nur eine.

 

Kürzlich hatte ich wieder das Vergnügen. Wir verflogten uns schon lange im Netz, nun klappt ein Treffen. Ich sass also in ihrer Wohnstube und wir plauderten. Und der Gesprächsstoff ging nie aus. Das allein war schon wunderbar. Doch dann kriegte ich sogar noch ein Geschenk mit auf den Weg. Eine Gewürzmischung (nicht nur eine, aber die eine habe ich gleich probiert und bin hin und weg): Ein Rosmarin-Knoblauchsalz. Ich liebe rohes Gemüse, würze das gerne mit einer Würze, die neben Salz auch noch Geschmack liefert, ich hatte bisher so meine Favoriten – die sind alle übertroffen:

 

Würzmeister – Rosmarin-Knoblauchsalz

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Das war das Wundersalz. Wer nun denkt, das sei doch „cheibe tüür“ (wie man in der Schweiz sagen würde): Das Salz wird von Würzmeister eigenhändig hergestellt. Und: Man braucht so wenig dafür für eine wirklich grosse Portion Gemüse. Und zu guter Letzt: Der Geschmack… Er überzeugt schlicht. Da schmeckt man raus, was drin ist. Man muss das Essen nicht zuschütten mit Gewürz, es reicht ein Hauch und es ist ein Genuss.

 

Ich mache auf meinem Blog nie Werbung, hier steht immer meine Meinung. So auch hier. Wer hochwertige Gewürze schätzt, die danach schmecken, was drin ist:

Hier kriegt man die:

 

Würzmeister

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Und auch wenn die Qualität für sich spricht, ist es umso schöner, dass dahinter Menschen stehen, die einen Traum leben, für den sie einen immensen Einsatz leisten. Dass sich diese Menschen dabei auch noch für andere Menschen einsetzen, denen es nicht gut geht, ihnen eine warme Stube, eine Gemeinschaft, ein Mittagessen und auch mehr bieten, spricht nur noch mehr für sie!

Richtig gute Rezepte mit maximal 6 Zutaten

MalletDessertIch war das Kind, das nicht gerne Schokolade hatte und das nach dem Essen fragte, ob e,s statt auf das Dessert zu warten, auf den Spielplatz darf. Süssspeisen waren nie meine erste Wahl (die selber gebackenen Kuchen meiner Mutter ausgenommen) und so backe ich auch eher selten Süsses (Brot und Salziges schon eher).

Nun habe ich einen Sohn und der liebt Süsses, hätte es natürlich am liebsten von mir gebacken. Mir graute immer ein wenig vor dem Aufwand, doch dann stiess ich auf dieses Buch (aus dieser Reihe gibt es ja zu allen Themen was, das Nähbuch stellte ich kürzlich auch mal vor: HIER) und dachte, damit könnte es vielleicht besser klappen.

Die Rezepte sind wirklich simpel, die Bandbreite an möglichen Desserts riesig und klingen tun sie alle sehr lecker. Ob Schokotörtchen oder Crème Brûlée, Erdbeer-Litschi-Charlotte oder Apfeltarte, Waldbeerfladen oder Macrons: Kein Rezept hat mehr als 6 Zutaten und die Zubereitung ist einfach und wenig zeitintensiv.

Vielleicht stelle ich mich doch bald mal in die Küche und probiere mich durch ein paar Dessertrezepte.

Fazit:
Ein tolles Buch für alle, die Süsses lieben und schnell etwas selber gemachtes auf dem Tisch haben möchten. Sehr empfehlenswert.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (17. August 2017)
ISBN-NR: 978-3863558253
Preis: EUR: 19.99 ; CHF 29.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

30 neue Nudelgerichte aus einem Topf

Hiekmann1Ich bin bekennender Teigwarenfan, könnte wohl jeden Tag Teigwaren essen und es würde mir nie verleiden. Wenn man ein wenig kreativ ist, kann man immer wieder neue Saucen zaubern, welche Abwechslung auf den Teller bringen. Wie es so ist im Leben, gibt es auch beim Kochen gewisse Gewohnheiten, man hat irgendwann ein Repertoire an Rezepten und kocht diese in wechselnden Reihenfolgen. Das passiert mir auch mit meinen Pastasaucen: Eine Basis aus ähnlichen Zutaten wird durch verschiedene Beigaben variiert, die Bandbreite ist aber über die Zeit kleiner geworden.

Dem wollte ich an den Kragen gehen und stiess auf das Buch 1 Pot Pasta – Aromen aus aller Welt. Nicht nur finden sich darin Saucenrezepte, die über die üblichen Tomaten- und Käsesaucen hinausgehen, einem Abwaschmuffel wie mir kommt es natürlich sehr entgegen, wenn nur ein Topf im Einsatz ist beim Kochen. Die Rezepte bewegen sich kreuz und quer durch die Welt, von Italien über Marokko bis Thailand ist alles dabei. Wer denkt, Ananas oder Wassermelonen hätten im Spaghettitopf nichts zu suchen, der irrt gewaltig.

Das Kochbuch ist sehr ästhetisch gestaltet, die Bilder sind ansprechend, die Titel im Letteringstil gehalten und alles auf schwarzem, hochwertigem Papier gedruckt. Ein wirklich schönes Kochbuch, das zum Nachkochen anregt. Die Kochanleitungen sind auch für Kochanfänger gut verständlich, die Rezepte relativ schnell gekocht: Es gibt also keine Ausrede mehr, nicht zu kochen. Ich mach wohl bald mal wieder eine Spaghetti-Woche: Jeden Tag ein anderes Spaghettirezept.

Wer doch lieber bei gewohnten Spaghettigeschmacksrichtungen bleiben möchte, für den gibt es den Vorgänger dieses Buches: One Pot Pasta…basta! (HIER)

Fazit:
Ein wirklich tolles Kochbuch mit neuen Rezeptideen und Geschmacksrichtungen für Teigwarenliebhaber. Sehr empfehlenswert.

Zur Autorin
Stefanie Hiekmann (Jahrgang 1990) ist Food- und Gastrojournalistin und lebt in Osnabrück. Sie arbeitet für verschiedene regionale und überregionale Zeitungen, Magazine und Zeitschriften und ist darüber hinaus als Buchautorin tätig.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer; Auflage: 1 (20. Juli 2017)
ISBN-NR: 978-3863557836
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 14.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

In 50 Rezepten durch die Weltliteratur

NicolettiYummyWas entsteht, wenn eine Frau aus einer Metzgerfamilie, die Literatur liebt, ein Buch schreibt? Wer sich die Frage schon mal gestellt hat, der findet die Antwort in diesem Buch. Cara Nicoletti kam als Kind einer Metzgersfamilie schon früh mit dem Kochen in Berührung. Von klein an zog sie sich aber auch gern mit einem guten Buch zurück. Halfen die Bücher ihr in der Kindheit und Jugend, vor der oft überfordernden Realität zu fliehen, so identifizierte sie sich auch später noch gerne mit den Figuren aus den fiktiven Welten. Noch näher fühlte sie sich ihnen, wenn sie ass, was diese assen, sprich: Sie kochte sich die Rezepte aus den Büchern einfach selber.

Ihr Literaturstudium verdiente sie sich mit Jobs in Restaurants, als Köchin, Metzgerin und vieles mehr. Sie merkte bald, dass sie ebenso gut beim Essen-Zubereiten mit Kollegen über Literatur wie mit Studienfreunden übers Essen reden konnte – die Idee für das Buch nahm Gestalt an.

Yummy Books vereint 50 Rezepte aus 50 Büchern, die sich Cara Nicolettis Lebenszeit entlang hangeln, von der Kindheit bis ins Heute. Anhand von persönlichen Anekdoten, die sie mit den einzelnen Büchern verbindet, und einer kurzen Inhaltsangabe oder Figurenbeschreibung werden die einzelnen Rezepte eingeführt. Diese enthalten neben den Inhaltsangaben eine Anleitung zur korrekten Zubereitung. Auf diese Weise kann man mit Laura von der kleinen Farm Frühstücksbratwurst essen, mit Pippi Langstrumpf Buttermilchpfannkuchen, man kann den Rollbraten vom Schweinekopf aus Herr der Fliegen kochen oder aber die in Rotwein geschmorte Lammkeule mit Wildpilzen.

Die Idee, Kochen und Bücher zu verbinden, ist gut, zumal in vielen Romanen gekocht und gegessen wird und man ab und an wirklich gerne mit am Tisch sitzen würde. Die Umsetzung mutet teilweise sehr wie ein Erinnerungs- und Lesetagebuch an, die Rezepte sind vom Layout her wenig übersichtlich gestaltet. Auch die Fotos sind eher gewöhnungsbedürftig, man sieht einige Metzgereiinterna (für sensible Gemüter und Vegetarier als eher schwierig), die einzelnen Rezepte sind wenig dekorativ abgelichtet – was aber wiederum dem Buchstil, das explizit kein Hochglanzkochbuch ist, entspricht und daher absolut passend ist. Eine Bibliographie der behandelten Werke macht es leicht, diese zum Rezept zu kaufen und zu lesen. Was fehlt, ist eine Aufstellung der einzelnen Rezepte in den Kategorien Frühstück, Hauptgang, Dessert, etc. So muss man sich, sucht man für einen bestimmten Gang ein Rezept, unter Umständen durch 50 Rezepte lesen, um etwas Passendes zu finden.

Fazit:
Die Idee, Kochen und Literatur zu verbinden, ist durchaus interessant, entstanden ist aber eher ein Erinnerungs- und Lesetagebuch statt ein Kochbuch im engeren Sinne.

Zur Autorin
Cara Nicoletti ist Metzgermeisterin, Köchin und Gründerin des literarischen Foodblogs Yummy Books. Sie kommt aus einer Metzgerdynastie aus Boston und lebt derzeit in Brooklyn, New York.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (13. Juni 2017)
Übersetzung: Tanja Handels, Susanne Kammerer
ISBN-NR: 978-3518467763
Preis: EUR: 16.95 ; CHF 24.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

Link zum Verlag: HIER

Panini, Pasta, Salate, Desserts

MaciasItalianStreetItalienisches Lebensgefühl zum Mitnehmen – das ist dieses Buch und dafür stehen auch die Rezepte darin. In Italien haben die kleinen Mahlzeiten auf die Hand Tradition. Überall im Land werden auf Märkten, an Festen oder auch am Strand frisch zubereitete Speisen aus saisonalen und regionalen Produkten angeboten für den direkten Verzehr vor Ort.

Auf seinen vielen Reisen durch Italien hat der Opernsänger Pablo Macias diese Tradion kennen- und lieben gelernt. In diesem Kochbuch nimmt er den Leser mit auf eine Reise durch die Küche Italiens – es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Die einzelnen Gerichte lassen sich gut einzeln zu einem Glas Wein reichen, können aber auch kombiniert und zu einem italienischen Menu ausgebaut werden. Auch wenn mal spontan Besuch kommt, lässt sich mit wenigen Zutaten schnell etwas auf den Tisch zaubern: Wie wäre es zum Beispiel mit Focaccia mit Feigen und Ziegenkäse? Dazu könnte ein lauwarmer Tomatensalat gut schmecken. Wer einen süssen Abschluss möchte, dem könnte ein Panna Cotta mit Orangengelee gefallen. Auch den Limoncello kann man künftig selber machen, traditionell oder als moderne Variation als Spritz.

Jedes Rezept wird von einem persönlichen Kommentar, einer Anekdote oder einer Erklärung begleitet. Die, welche gerne mehr Informationen zur italienischen Küche hätten, werden sich über die Artikel zur Warenkunde freuen, Themen wie verschiedene Pasta-Sorten, Käse, Öl und mehr werden behandelt.

Damit das Kochen und Essen noch mehr Spass machen, liegt dem Buch noch eine CD mit italienischer Musik bei. Auch das Buch selber ist ein Genuss. Es ist hochwertig gestaltet, die einzelnen Rezepte werden durch ästhetische und appetitanregende Fotos in Szene gesetzt. Mit diesem Buch zieht Italien zu Hause ein, gute Laune ist garantiert.

Fazit:
Ein wunderbares Buch voller Italianita. Genuss pur für alle Sinne. Absolut empfehlenswert!

Zum Autor
Pablo Macias ist in Chile, Mexiko und Spanien aufgewachsen. Seine Karriere als Opernsänger führte ihn durch die ganze Welt, wo er die kulinarischen Eigenheiten verschiedenster Länder kennenlernte. Besonders angetan hat es ihm die facettenreiche italienische Küche. In München betreibt er seit 2015 als Koch und Gastronom einen Feinkostladen und ein Bistro namens „Italian Streetfood“.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer (16. März 2017)
Preis: EUR: 24.99 ; CHF 35.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

HiekmanPartyIch koche gerne und hole mir dazu auch immer wieder Inspiration aus Kochbüchern. Teileweise koche ich genau nach Rezept, oft hole ich mir einfach Ideen zu Kombinationen, Geschmäckern, die ich dann selber kreativ verarbeite. Zu diesem Zweck zog grad kürzlich dieses wunderbare Buch bei mir ein.

Egal ob das nächste Gartenfest ansteht, ein Geburtstag oder spontaner Besuch vor der Tür steht: Mit diesen Rezepten liegt man immer richtig. In diesem kleinen Büchlein finden sich 20 Rezepte für kleine Snacks, die man entweder einzeln anbieten oder aber zu einem grossen Buffet kombinieren kann. Damit man am Schluss nicht mit vielen Resten dasteht oder aber die Gäste mit knurrendem Magen wieder heimgehen, gibt Stefanie Heizmann auch gute Tipps, die richtige Menge abzuschätzen.

Auf einer Seite des Buches findet sich immer ein gekonnt in Szene gesetztes Bild, auf der anderen Seite das Rezept mit gut nachvollziehbarer Zubereitungsanleitung. Egal ob kleine Süppchen, Salate, Mini-Flammkuchen oder gesunder Knabberspass: Mit diesen Snacks wird die nächste Party ein voller Erfolg.

Fazit:
Das kleine Buch ist übersichtlich und sinnvoll aufgebaut sowie ästhetisch präsentiert. Auch ungeübte Köche und Bäcker werden damit Partyerfolge erzielen. Absolut empfehlenswert.

Zum Autor
Stefanie Hiekmann ist Journalistin und Foodbloggerin. Im Mittelpunkt ihrer Rezepte stehen Saisonale Obst- und Gemüsesorten. Auf ihrem erfolgreichen Blog schmecktwohl zeigt sie kreative Rezeptideen und anspruchsvolle Foodfotografien, die Lust aufs Selberkochen machen.

Angaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer (11. April 2017)
Preis: EUR: 9.99 ; CHF 14.90
Zu kaufen in jeder Buchhandlung vor Ort oder online u. a. bei AMAZON.DE und BOOKS.CH

 

 

Ich komme ja langsam in ein Alter (hüstel), in dem man schauen muss, was man tut, um gesund zu bleiben. Das war in ganz jungen Jahren (hüstel) noch nicht so wichtig (ok, wäre es auch gewesen, wurde aber erfolgreich ignoriert und dies hatte keine offensichtlichen Auswirkungen), sollte nun aber in Angriff genommen werden. Frau will ja noch ein Weilchen leben und dabei nicht aussehen, als ob sie schon eine ganze Weile gelebt hätte.

Ich kaufte mir also Apfelringe. Die sind quasi wie Pommes Chips (steckt ja sogar Apfel im Nahmen drin), nur in gesund. Dachte ich. So als Knabberspass für zwischendurch also die perfekte Lösung. Davon ging ich aus. Wer hier nun mutwillig ein Aber hineinlesen will, dem sei gesagt, dass er den guten Ringen zu wenig Vertrauen schenkt und vorschnell urteilt, aber: Er hätte recht. Ein bisschen.

Ich steckte einen solchen Ring in den Mund. Es gab sie ja in verschiedenen Geschmacksvarianten, von neutral über Vanille bis hin zu Zimt. Ich wählte alle, probierte zuerst die Zimtvariation. Ich hatte ihn also im Mund, den gesunden Knabberspass mit Zimtgeschmack. Er war wirklich lecker zimtig. Ich wollte zubeissen, doch das ging nicht. Das Teil war irgendwie hartgummig von der Konsistenz. Aber lecker im Geschmack. Ich versuchte es mit lutschen, wäre doch gelacht, wenn ich den Ring nicht weich kriegte. Ich lutschte lange, der Geschmack war mittlerweile weg, wirklich beissbar war das gute Teil noch immer nicht.

Ich gab mir Mühe, mahlte, malmte, biss. Langsam spürte ich eine marginale Verkleinerung. Es waren nun zwei Teile. Mehr Geduld hatte ich nicht mehr. Ich versuchte, diese runter zu würgen. Es kratzte im Hals (also immer noch nicht weich genug), blieb mal kurz stecken, rutschte dann mit einem Schmerz runter.

Ich habe die Natur- und die Vanille-Version gleich mit dem angebrochenen Pack der Zimtäpfel entsorgt und mir das Original von Zweifel geholt. Knack, knack, knack – weg. Und lecker sind sie allemal. Gesund? So gesund kann etwas auch nicht sein, das man a) nicht beissen, b) nicht lutschen und c) nicht ohne Aufreissen der gesamten Speiseröhre schlucken kann.

Wenn man sich gesund ernähren will, sieht man sich immer wieder Entscheidungen und auch Gewissenskonflikten ausgesetzt. Fragen wie „Wie viel ist genug und was ist zuviel?“, „Ist Fleisch für eine gesunde Ernährung nötig oder einfach nur barbarisch?“, „Ist Salat mit Biolabel gesünder als anderer?“ und viele mehr sind an der Tagesordnung.

Heute hatte ich wieder mit einem solchen Gewissenskonflikt zu kämpfen. Ich kaufte – zugegebenermassen etwas bequem – bereits geschnittenen und gewaschenen Salat. Auf der Packung stand explizit, dass der Salat gewaschen und verzehrfertig sei, man ihn unter keinen HaltUmständen waschen solle, um einen Vitaminverlust zu vermeiden. Ich packte die losen Blätter also gewissenhaft aus und sah schon bald auf einem Blatt eine kleine Schnecke (oder war es ein Wurm? Egal, klein, eklig und tot). Nun stand ich da und überlegte: Was, wenn der noch Freunde mit im Sack hatte? Augen zu und durch der guten Vitamine wegen? Oder gleich wegwerfen, weil mir irgendwie die Lust auf Salat gründlich vergangen ist?

Ich beschloss, auf Vitamine zu pfeifen und den Salat – ungezogen und ungehorsam, wie ich bin – gründlich zu waschen. Vitamine hatte er nun wohl keine mehr, aber mit einer leckeren Sauce würden die mir sicher nicht fehlen – und als Proteinbeilage (da man mich schon auf die Idee einer solchen gebracht hatte) schnetzelte ich gleich Wurst und Käse für einen zünftigen Wurstsalat hinein.

Der Salat mit all den Ingredienzen taugte nicht mehr als gesundes Grünzeug? Egal! Da die Vitamine eh draussen waren, kam es auf den Rest auch nicht mehr an. Wenn schon Rebellion, dann richtig.

Gerri hat mir im Rahmen der Reihe „Herausforderungen“ ein paar Fragen beantwortet zu seinem Leben mit Diabetes und dazu, was diese Diagnose für sein Leben bedeutet hat und immer noch tut.

Du hast Diabetes. Kannst du mir kurz verständlich erklären, was ich mir unter Diabetes vorstellen kann?

Diabetes Mellitus, wie die genaue Bezeichnung lautet ist prinzipiell eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse., die für die Produktion von Insulin verantwortlich ist. Insulin ist der „Schlüssel“, der die Zellen „aufschliesst“ damit der benötigte „Kraftstoff“ in Form von Kohlenhydraten darin verarbeitet und in Energie umgewandelt werden kann.

Typus 1 ist eine sog. Autoimmunkrankheit, bei der die Bauchspeicheldrüse gar kein Insulin mehr produziert. Diese kann auch genetisch vererbt werden. Beim Typus 2, dem erworbenen Diabetes funktioniert sie nicht mehr richtig und produziert zu wenig Insulin. Die Entstehung dieses Typus wird stark durch schlechte, sprich ungesunde Ernährung (zu viele Fette und Zucker z. B.) und Bewegungsmangel begünstigt.

Daher messe ich 4x am Tag meinen Blutzucker und spritze mir 3x schnell wirksames Insulin zu den Essen (Einheiten entsprechend den Kohlenhydraten des Essens und dem ermittelten Messwert) und 1x sogenanntes Basalinsulin als Grundlage. So simuliere ich eine funktionierende Bauchspeicheldrüse.

Wann erhieltst du die Diagnose Diabetes? Gibt es eine Vorgeschichte?

Bei mir wurde der Diabetes im Dezember 2011, quasi als Weihnachtsgeschenk, diagnostiziert. Nach einer Routineuntersuchung wurde ein dramatisch hoher Blutzuckerwert festgestellt und in der darauffolgenden Abklärung kam dann eben die Diagnose Diabetes. Von einer Vorgeschichte weiss ich nichts und ich habe mich auch immer einigermassen gesund und ausgewogen ernährt und genügend bewegt.

 

Wie waren die ersten Tage nach dieser Diagnose? Was ging dir durch den Kopf?

Meine erste Reaktion auf die Diagnose war etwas panisch, da ich schon alle meine geliebten kulinarischen Leckerbissen entschwinden sah. Man ist ja als Diabetesnewbie für ca. 2-4 Tage stationär im Spital, um den Blutzucker zu normalisieren, den Umgang mit Messgerät und „Spritzen“ zu erlernen und die gemessenen Werte einschätzen zu können. Dadurch bleibt viel, zuviel Zeit, um sich den Kopf zu zermartern. Die Frage nach dem Warum und Woher, die anstehenden Veränderungen und die Ungewissheit, wie es nun weitergeht und was Diabetes genau bedeutet, kann ganz schön beängstigend und stressig sein. Und ich als begnadeter Infojunkie hatte natürlich meinen Laptop dabei und zog mir im Internet noch mehr Verunsicherung rein. Meine damalige Unwissenheit liess mich jeden Scheiss im Zusammenhang mit Diabetes glauben, mit Ausnahme der Verschwörungstheorien über die Ausserirdischen als Erfinder der Diabetes vielleicht.

Aber ich wurde dann im Spital mit fundierten Informationen zur Genüge eingedeckt, so dass der erste Schrecken etwas verblasste und als dann noch mein behandelnder Professor erklärte, dass ich alles essen und trinken dürfe, wonach es mich gelüste, war ich doch ziemlich beruhigt.

 

Wie ging deine Familie mit der Diagnose und mit dir um?

Meine Familie hatte mit der ganzen Geschichte wenig zu tun, da ich damals ausser zu meiner Mutter, kaum engere Kontakte pflegte. Sie nahm es gelassen, weil sie sah, dass ich damit auch so umging.

 

Hat sich in deinem Leben etwas verändert seit der Diagnose?

Ehrlich gesagt jein. Ich bin noch genauso flexibel was meine Arbeit angeht, gehe auswärts essen und ziehe um die Häuser oder besuche Clubs oder Konzerte. Der Diabetes hindert mich eigentlich an nichts. Und ausser der Blutzuckermesserei und den Insulin-Injektionen ist mein Alltag so wie der aller andern auch. Also ich tendiere jetzt doch eher zu „nein“. *lach*

 

Wie gingen deine damaligen Freunde damit um? Und heute? Hat der Diabetes einen Einfluss auf Freundschaften?

Da ich offensiv mit meiner Erkrankung umgehe, gab es keine Auswirkungen auf Beziehungen. Klar tauchten Fragen auf aber die wurden aus echtem Interesse gestellt. Ich habe allerdings auch „alle“ Leute, die ich kenne über allfällige Auswirkungen von zu hohem oder zu tiefem Blutzucker informiert.

 

Kennt dein ganzes Umfeld deine Krankheit? Wie offen gehst du damit um?

Wie oben erwähnt, gehe ich sehr offen damit um, nicht zuletzt auch um Vorurteile abzubauen und der Stigmatisierung entgegenzuwirken. Somit ist klar, dass mein ganzes persönliches und berufliches Umfeld Bescheid weiss.

 

Gibt es im Alltag Dinge, die schwierig sind? Wenn ja, welche?

Eigentlich nicht, zumindest kommt mir grad spontan nichts in den Sinn. Ich muss aber grundsätzlich bemerken, dass meine Aussagen keineswegs repräsentativ für die Allgemeinheit der Diabetiker sind. Diese Leichtigkeit und Gelassenheit im Umgang mit Diabetes geht nur, wenn man sehr gut eingestellt ist, also einen regelmässig tiefen Blutzuckerwert hat. Und das trifft gottseidank bei mir zu.

 

Gibt es Tage, an denen Diabetes auch nervt? Oder Reaktionen, die du aufgrund dieser Krankheit erhältst?

Aber klar… manchmal ist er eben wirklich ein extrem nervendes Arschloch, dass sich anmasst die Kontrolle über mein Leben zu fordern. Nur schon die Aufmerksamkeit, die er einfordert, dieses tägliche, ja stündliche Erinnern an die Existenz von etwas, was ich nicht ausgesucht habe und auch nie mehr los werde, das sich eingenistet hat in meinem Körper, in meinem alltäglichen Leben macht mich manchmal wütend in meiner Hilflosigkeit. Und mir geht es gut, wie mag das dann erst bei Menschen sein, die nicht so gut eingestellt sind und ihren Diabetes nicht so gut unter Kontrolle haben.

Und dann die unterschwellig immer präsente Angst vor Folgeerkrankungen, die das Augenlicht fordern oder Amputationen notwendig machen können. Oder durch schlechte Durchblutung impotent… grauslige Vorstellung aber alles bekannte Folgen. Nein so einfach, wie es mir meist scheint, ist es dann eben doch nicht. Es ist eine Scheisskrankheit wie alle anderen auch.

Von negativen Reaktionen werde ich meist verschont, vielleicht auch, weil ich nicht dem gängigen Klischee entspreche. Schwein gehabt. Das eine wirklich mühsame Mal habe ich ja in einem Blogbeitrag verarbeitet…

 

Gibt es Tage, an denen dir alles zu viel wird, du haderst mit deinem Schicksal, die Frage nach dem Warum vielleicht hochkommt?

Ich habe diese Frage ja weitestgehend beantwortet aber noch zum Warum: Damit habe ich mich anfänglich herumgeschlagen und schnell herausgefunden, wie müssig das ist, wie sinnlos und deprimierend. Es führt schlicht zu nichts also habe ich’s bleiben lassen. Schön wär’s, wenn das so einfach ginge. Logisch kommt die Frage immer wieder hoch aber ich lasse mich nicht mehr darauf ein…oder ich versuche es zumindest.

 

Wenn du nicht krank geworden wärst, denkst du, du wärst am selben Punkt im Leben heute oder hättest du Dinge anders gemacht?

Das ist eine sehr spannende Frage, die ich mir so noch gar nie gestellt habe. Darf ich die zurückstellen? Ne, ich glaube, dass es mir eventuell nicht so gut ginge wie jetzt, da ich mich weniger um meine Gesundheit kümmern würde. Dass ich wohl auch nicht so bewusst leben würde ohne Diabetes, da er mich gezwungen hat, über einiges nachzudenken, mir bewusst zu werden, wer und was mir sowohl physisch wie psychisch gut tut und was nicht und die Konsequenzen daraus dann auch durchzuziehen. Was auch bedeutet, dass ich mich, wenn immer es geht, nicht mehr mit Menschen befasse, die mir nicht gut tun. Und mich auch nicht mehr, nur des Friedens willen über Themen unterhalte, die mich nicht die Bohne interessieren. Auf die Gefahr hin als arrogant zu erscheinen. Das ist mir dann schnurzegal. Ich nehme ich mir das einfach heraus. Oder mir Ziele zu formulieren , etwas, dass ich vorher nicht als wichtig erachtete. Wow, du bringst mich mit dieser Frage auf ganz neue Gedanken… danke.

 

Gibt es etwas, das du als positiv erachtest an deiner Krankheit? War sie „für etwas gut“?

Tja, dass ich aufmerksamer bin, was Vorgänge in meinem Körper angeht vielleicht. Allerdings gehe ich dann doch immer noch erst zum Arzt, wenn ich quasi den Kopf unter der Schulter trage. So archetypische Männerdinge kriegt man eben nicht so leicht weg…Das bezieht sich aber komischerweise nur auf Krankheiten oder Verletzungen, die mit Diabetes nichts zu tun haben. Aber sonst, nein, ich glaube nicht… oh doch, ich vergass zu erwähnen, dass ich mich gesünder und bewusster ernähre als vor der Diagnose. Meistens jedenfalls oder zumindest häufig… *lach*

Was wünschst du dir von den Menschen da draussen? Von den einzelnen, von der Gesellschaft?

Dass sie mich nicht über meinen Diabetes definieren, sondern wie vorher über meine Persönlichkeit, meine Fähigkeiten und meine Stärken und Schwächen. Ich bin nicht Diabetiker – ich bin Gerri, der Diabetes hat, das ist für mich ein grosser Unterschied.

 

Ist man heute wirklich so aufgeklärt oder findest du, dass Krankheiten (und auch Behinderungen) noch immer Tabu sind, Menschen, die betroffen sind, ausgegrenzt sind?

Auf einen gewissen Teil der Gesellschaft trifft das sicher zu aber aus vielen Gesprächen habe ich erfahren müsse, dass die Zahl der Ignoranten in letzter Zeit eher wieder steigt. Vermutlich geht’s dabei um die Kosten, die chronisch Kranke, und das sind wir nun mal, verursachen. In Zeiten zunehmender Entsolidarisierung und falsch verstandener Forderung nach mehr Eigenverantwortung kommt es eben schon zu Stigmatisierung oder gar persönlichen Angriffen. Wenn die Menschen mit Diabetes dann noch dem Klischee entsprechen, dann kommen aus den Kreisen der Informationsresistenten schnell mal Schuldzuweisungen.

 

Gibt es etwas, das du einem ebenfalls Betroffenen sagen möchtest?

Akzeptiert euren Diabetes und versucht gelassen damit umzugehen. Denn ihr werdet ihn wohl nicht mehr los. Und dauernde Spannungen zwischen so eng Verbundenen machen das Leben zur Hölle. Es schont also die Nerven, senkt den Blutzucker oder verhindert einen Herzinfarkt. Aber wehrt euch, wenn ihr das Gefühl habt, auf Grund eurer Krankheit benachteiligt oder nur schon anders behandelt zu werden. Und versucht, nicht sklavisch an eure Blutzuckerwerte zu denken, sondern gönnt euch auch mal was. Ich lege nötigenfalls ein gutes Wort bei eurem Diabetologen ein, versprochen!

 

Habe ich noch etwas vergessen? Gibt es noch etwas, das dir auf der Seele brennt?

Wir sind nicht zuckerkrank, wir sind einfach süss, sehr süss… *breitgrins*

Ich bedanke mich ganz herzlich für diesen sehr persönlichen Einblick in deinen Umgang mit Diabetes. Ich hoffe, dass Beispiele wie deines anderen helfen, ihre Diagnose nicht mehr als Bedrohung, sondern als Herausforderung, die durchaus gut zu bewältigen ist, zu sehen.

 

Mehr zu Gerri findet sich hier

Dies ist bereits Björn Moschinskis zweites Kochbuch zur veganen Küche. Sein Erstling  Vegan kochen für alle stiess auf grosses Interesse. Nachdem sich das erste Buch an Kochanfänger und Neulinge in der veganen Küche richtete, konzentriert sich Moschinski  bei hier & jetzt vegan auf Regionalität und Saisonalität. Damit soll eine Küche gefördert werden, die auf Produkte baut, welche keine weiten Wege hinter sich haben und dann verzehrt werden, wenn sie nach dem Plan der Natur reif sind.

Ausserhalb der Saison unreif gepflücktes und künstlich nachgereiftes Obst und Gemüse können nie den Geschmack und die Qualität liefern, welche die Gemüse- und Obstbauern aus der Region durch kurze Lieferwege frisch und knackig auf die Teller der Konsumenten bringen.

In einer anschaulichen Tabelle sieht man, wenn welche Produkte erntereif sind und sich damit für die vorgeschlagene Küche eignen. Das Buch ist aufgeteilt auf die vier Jahreszeiten, innerhalb derer man von Salatkreationen über Vorspeisen, Hauptspeisen bis hin zu Desserts und Drinks alles findet, das man ohne tierische Produkte und mit einheimischen Produkten kochen kann.

Kirschmichel, Flammkuchen, Gedeckter Apfelkuchen, Bruschetta, selbstgemachte Pasta mit geschmortem Fenchel oder Steinpilzrisotto – all das und noch viel mehr findet sich in diesem Kochbuch. Die wirklich tollen Bilder werden begleitet von einer ausführlichen Zutatenliste und einer Kochanleitung, die auch für wenig kochbegabte Esser verständlich ist.

Das Buch ist nicht nur für Veganer geeignet. Es liefert auch tolle und kreative Ideen für experimentierfreudige Mischköstler. Das Buch kann somit als Einstieg in eine vegane Ernährungsweise genauso dienlich sein wie als Alternative zur sonstigen fleischbasierten Ernährung. Es liefert Ideen, welche durch die wirklich ansprechenden Bilder zum Nachmachen einladen.

Wer sich nicht gleich ans Kochen traut, kann sich Moschinskis Küche auch kochen lassen im Kopps, Moschinskis veganem Restaurant in Berlin Mitte.

Fazit:
Schön aufgemacht, tolle Bilder, verständliche Rezepte, appetitanregende Rezepte. Sehr empfehlenswert – auch für Nichtveganer.

Eindruck zum Autor

moschinskiveganAngaben zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: südwest Verlag, Random House Verlagsgruppe (2013)
Preis: EUR  17.90 / CHF 28.90

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„Mama, hat es da auch was drin, das nicht vegetarisch ist?“

Diese Frage stellte mir mein Sohn gestern beim Nachtessen. Auf dem Teller lag ein Gemüsecurry und Reis. Und es war wirklich lecker, was er auch sagte, aber eben: Es hatte kein Fleisch drin.

Vor kurzem verkündete ich vor versammelter Mannschaft: Ich mag kein Fleisch mehr essen. Ich war 20 Jahre Vegetarierin, begann dann vor einigen Jahren, dieses zu schätzen und auch zu geniessen, ass es in Mengen und war froh, diesen Genuss wieder zu haben. Der Genussfaktor hielt nicht lange, bald merkte ich, dass das im Essen, was am wenigsten schmeckte, das Fleisch war – einzige Ausnahme: Speck. Den liebte ich heiss – in allen Gerichten diente er als Ölersatz und Geschmackträger und -bringer. Auf Speck verzichten? Keine Chance.

Ich nannte mich Speckvegetarier und kochte aber weiter wie bisher – schliesslich bin ich umgeben von Fleischfressern. Zudem ist es bequem, in alten Kochmustern zu verharren. Doch je länger je mehr stimmt es für mich nicht mehr. Die Skandale in jüngster Zeit sind nur ein Punkt mehr dabei. So kam es zu meiner Verlautbarung vor Kurzem. Das schlechte Gewissen liess nicht auf sich warten, vor allem, als ich die grossen runden ungläubigen Augen des mir Gegenübersitzenden sah. Der neben diesem Sitzenden hatte einen ebensolchen offenen Mund.

„Mama, das geht nicht. All die leckeren Würste, dein Fleischkäse im Teig, all deine leckeren Rezepte…“

Sprachloses Nicken Seitens des andern Skeptikers unterstützte dieses Votum. Andere scheinen da abgebrühter, schrieb doch unlängst eine Journalistin ein Buch mit dem Titel Mami, ist das vegan? Das dazugehörige Video gibt es auch, selbst wenn es wenig preisgibt, wie ich meine Skeptiker überzeugen könnte. Und irgendwie widerstrebt es mir auch, andere für Dinge zu gewinnen, die ich will. Zwar finde ich die Skandale grausam, trotzdem ist es jedermanns eigene Sache, wie er sich ernähren will. Da ich sowieso schon nur frisch kaufe und koche, betraf mich bislang keiner der Skandale, ich bin da sehr bewusst. Und trotzdem: Ich für mich will mehr.

Noch greife ich beim Einkaufen gewohnt zum Fleisch, der Kühlschrank ist noch voll davon, die Tiefkühltruhe sowieso. Die Aufgabe wird sein, wie das an die beiden Fleischesser zu verteilen, und dabei selber meinen Weg zu gehen. Es wird kein radikaler Weg sein, denn es steckt nicht mal wirklich eine Ideologie dahinter. Als Gast esse ich noch immer, was ich vorgesetzt kriege. Und doch möchte ich für mich zurück zu einem fleischlosen Alltag. Vegan indes ginge nie. Milch, Joghurt, Sahne, Honig – kein Problem, können alle wegbleiben (ich vertrage sie eh alle nicht). Aber so ein leckerer rezenter Hartkäse – auf den würde ich nicht verzichten wollen.

Darf ich meine Familie zwingen, fleischlos zu leben, wenn sie das nicht wollen? Ich finde nicht. Genauso wenig können sie aber von mir erwarten, dass ich das Fleisch esse, nur weil sie es haben wollen. Da ich koche, werde ich es für sie weiter auf dem Speiseplan haben. Wir sind damit ein nicht konsequenter, liberaler Haushalt. Mir soll’s recht sein. Schliesslich will ich nicht die Welt verbessern, sondern für mich ein Stück Bewusstsein leben. Bewusstsein kann man nicht befehlen, man kann es nur leben – vielleicht findet jemand Geschmack dran. Das darf aber nicht das Ziel sein.