6. Juni

„Wen die Dankbarkeit geniert,
Der ist übel dran;
Denke, wer dich erst geführt,
Wer für dich getan!“ Johann Wolfgang von Goethe

Warst du schon einmal in einer Situation, die dir peinlich war, in der du Hilfe benötigt und sie auch erhalten hast? Wie froh warst du um die Hilfe? Nur: Weil die Situation schon so peinlich war, wäre jede Erinnerung daran auch peinlich – und ein Danke hätte für dich die Peinlichkeit wieder geweckt. Und du dachtest, wenn du dich nun bedankst, nachdem alles vorbei ist, erinnerst du auch den anderen an deine Peinlichkeit. Und du unterliessest den Dank.

Wem war damit gedient? Keinem. Im Gegenteil. Situationen sind, wie sie sind, ab und an auch peinlich, schambehaftet, unangenehm. Hilfe ist immer ein wertvoller Dienst und in der Situation, in welcher man sie braucht, mehr als willkommen. Der Dank wird es beim Helfenden ebenso sein. Er wird nicht mehr oder weniger an deine Peinlichkeit denken, sondern sich freuen über die Wertschätzung, die du ihm durch deinen Dank zuteil werden lässt.

1 Comment

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  1. Dankbarkeit ist etwas, das man nie erwarten sollte, das eine aber, wenn man sie bekommt, an kalten Tagen wärmen kann.
    An peinliche Situationen, in denen ich Hilfe benötigt und erhalten habe, ohne zu danken, kann ich mich nicht erinnern. Das bedeutet aber nicht, dass es sie nicht gegeben haben mag, denn solche Situationen sortiert das Gedächtnis gern in „Ablage P“ wie „Papierkorb“. Danke, dass du daran erinnerst, sich auch in solchen Fällen zu bedanken!

    Gefällt 2 Personen

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