Hätte man mal bei Hitler…

Immer wieder lese oder höre ich in Diskussionen:

Hätte man mal unter Hitler… dann….

Man kann hier nun einsetzen, was man will, unterm Strich bleibt immer nur:

Das Argument „Hitler“ macht nicht das, was man sagt, stärker, sondern es relativiert, was unter Hitler passiert ist…

In Diskussionen geht es um konkrete Situationen mit konkreten Umständen. Sind beide schlimm, sucht man – weil wohl die Vergleiche und plakativen Argumente ausgehen – nach Worten… und findet immer nur: Hitler. Schlimmer geht nimmer und drum müsste DAS das totschlagende Argument sein. Und man klopft sich innerlich auf die Schulter, weil man es brachte. Das kann schliesslich keiner verneinen, das war schlimm.

  • Ja, es ist doof, wenn man heute wegschaut. Und es ist doof, wenn man nicht Stellung bezieht, wenn Unrecht geschieht.
  • Und es ist doof, wenn man Demonstrationen in Hamburg ausarten lässt, wenn man Politker machen lässt, wenn sie nicht so entscheiden oder handeln, wie man es möchte.
  • Es ist doof, wenn man nicht wählen geht.
  • Es ist doof, wenn man nicht hin steht und sagt: Was in der Türkei abgeht, ist gefährlich, und nicht hinschaut, was Donald Trump macht.
  • Es ist doof, wenn man Putin nicht hinterfragt und auch doof, wenn man von brennenden Flüchtlingsheimen einfach so liest und zur Tagesordnung übergeht. ABER:

Hitler hat damit nichts, aber auch GAR NICHTS zu tun. Weil:

Das Argument „Hitler“ macht nicht das, was man sagt, stärker, sondern es relativiert, was unter Hitler passiert ist…

Und das darf nicht sein!

2 Comments

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  1. PWEW! Oh mein Gott!
    Wenn ich das höre oder lese, was in Deiner Titelzeile und immer wieder wiederholt steht, stellen sich bei mir die Nackenhaare auf!
    Für mich drücken solche Aussprüche (die man übrigens auch sogar im Elsaß hört), ein Überfordertsein, eine Ohnmacht und eine schlimme Unsicherheit der Menschen aus.

    Ich KANN es NICHT mehr HÖREN und LESEN!

    Das sind Stammtischparolen und Du sagst es korrekt und ich wiederhole es gerne, weil ich es gutheiße

    «Hitler hat damit nichts, aber auch GAR NICHTS zu tun. Weil:

    Das Argument „Hitler“ macht nicht das, was man sagt, stärker, sondern es relativiert, was unter Hitler passiert ist…

    Und das darf nicht sein!» Zitat Ende.

    Liebe Sandra, eigentlich wollte ich schon längst etwas über den G20 schreiben, doch angesichts des „Nebenkriegsschauplatzes* im Schanzenviertel ist es mir noch nicht gelungen. Es muss sich bei mir erst alles setzen. Wünsche Dir von Herzen einen schönen Abend. Danke, dass Du das Kapitel H. abgeschlossen hast. Bisous bT!NA

    Gefällt 2 Personen

    • LIeben Dank für diesen Kommentar- Schön, sehe nicht nur ich es so.

      Ich reagiere auf das Thema allergisch. Das gebe ich zu. Ich habe zu viele Jahre damit verbracht, Zeugnisse von Überlebenden zu lesen, mich mit den Umständen und Folgen des Regimes zu befassen. Ein plakatives „Hitler-Argument“ ertrage ich schlicht nicht!

      Hab einen entspannten Abend, liebe Grüsse zu dir
      Sandra

      Gefällt 2 Personen

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