Power und Kraft? Bullshit!

Ich mag den Ausdruck „Powerfrau“ nicht. Ich mag es auch nicht, wenn mir jemand sagt, ich hätte ja so viel Kraft, sei ja so stark, wie ich alles meistere, was zu meistern ist. Das verwundert? Weil man denkt, das sei ein Lob? Ist es nicht. Es ist die Ignoranz dessen, was wirklich ist.

„Powerfrau“ und „du bist ja so stark“ implizieren immer, dass man das, was man tut, einfach so tut, weil man ja so stark ist oder so viel Power hat. Aber: Ab und an kann man nicht anders. Weil man schlicht keine Wahl hat. Das Leben ist, wie es ist. Oder aber man kann seine Ideale nicht verraten. Man kann zu viel Leid schlicht nicht mitanschauen. Ohne sich selber zu zerfleischen. Weil man denkt, man könnte was tun.

Es ist nicht Power. Es ist eine Entscheidung. Und die gesehene oder gefühlte Not. Beide führen zum Tun, das oft weitergeht, wenn Kraft und Power schon lange aufgebraucht sind. Das hat wenig zu tun mit „starker Frau“ oder „Powerfrau“, es ist eine Haltung.

7 Comments

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  1. Es kann ja auch von jeher eingeübt sein, all das anzupacken, was gerade anliegt und darüber hinaus.
    „Powerfrau“ ist allerdings eine Etikette, die nicht schmecken kann. Wer will schon Etiketten für sich? Noch dazu eine, die mit dem Geschlecht, das man ja nicht gewählt hat, eng verbunden ist.

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        • Im Grunde erzeugt ja jede Hervorhebung einer Sache die gleichzeitige Betonung des Gegenteils. Oder anders: Wenn ich sage, dass auch Frauen gute Chefs sein können, markiere ich den Umstand, dass es eigentlich nicht so ist. Warum sollte man es sonst hervorheben?
          Darin sehe ich auch ein schwer zu umschiffendes Problem in der Gender- bzw. Feminismusdiskussion.

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      • Sehe ich völlig anders, sorry. Ich sehe darin eher das neuerdings propagierte Leitbild, daß eine Frau alles können sollte und bitte auch gleichzeitig. Und viele Frauen machen das, zum Gefallen ihrer Bosse: Sie erfüllen ihre Mutter- und sonstige Pflichten, werden aber dadurch keinesfalls abgehalten, für den Job alles zu geben. Richtige Powerfrauen eben!

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        • Was aber gleichzeitig bedeuten würde, dass Männer grundsätzlich weniger leisten. Das wäre zumindest der Umkehrschluss. Es ist übrigens keineswegs so, dass ich es nicht zu honorieren weiß, was jemand leistet. Und ich kritisiere auch, wenn etwas nicht so läuft. Nur mache ich da keinen Unterschied, ob es ein Mann, eine Frau oder ein anderes Konzept ist.
          Mir kommt es so vor (deshalb sind meine Haltungen grundsätzlich nicht als der Weisheit letzter Schluss zu betrachten), dass aktuell im Rahmen von reflexhaftem Gleichstellungsdrang/-zwang eine Sache stärker betont wird, wenn es von einer Frau kommt. Ich bin mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass es da eigentlich keinen Unterschied gibt. Darum finde ich das befremdlich und schießt nicht nur übers Ziel hinaus, sondern kehrt den Effekt um.
          Aber das ist eben nur mein Empfinden. 🙂 Mir findet das alles etwas zu plakativ statt, um von ernsthafter „Gleich“-Stellung zu sprechen.

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